Trigger Warning

Da wir grad bei Meinungen sind:

Columbia students claim Greek mythology needs a trigger warning* / Washington Post

*) Die Bibel nicht???

Langenscheidt hilft da nicht viel:

trigger 1. Elektrotechnik, phot., Technik Auslöšser m (a. fig.);
2. Abzug m (Feuerwaffe), am Gewehr: a. DrüŸcker m, einer Bombe: ZüŸnder m: pull the trigger abdrüŸcken; quick on the trigger fig. ,fix, ,auf Draht (reaktionsschnell od. schlagfertig);

© 2001 Langenscheidt KG, Berlin und MŸnchen; Internet-Wortschatz: © 2001 Langenscheidt KG, Berlin und MüŸnchen und sueddeutsche.de GmbH, MüŸnchen

Wikipedia eher

Triggerwarnung

Mit dem Begriff Triggerwarnung bezeichnet man in Internetforen, die in der Selbsthilfe zum Beispiel bei posttraumatischen Belastungsstörungen dienen, einen Warnhinweis auf mögliche Auslösereize (Auslöser, engl. trigger).

Damit soll ein Mensch, der selbst Lebensbedrohliches erlebt hat, vor einer ungewollten Erinnerung an die belastende Situation durch die Berichte Anderer gewarnt werden. Intensive Berichte und Diskussionen können sonst Auslöser der eigenen Belastungenwerden, die zu viel Angstreaktionen auslösen.

Ein solcher Auslöser kann beispielsweise die Schilderung eines sexuellen Missbrauchssein. Bei Personen, die selbst Opfer eines Missbrauchs oder von Mobbing oder ähnlich Belastendem geworden sind, können dadurch starke Angst- und Panikgefühle oder ein selbstverletzendes Verhalten hervorgerufen werden.

Um vor diesen potenziellen Auslösern zu warnen, werden ähnlich wie bei Spoilerwarnungen meist zusätzliche Leerzeilen in die Nachricht eingefügt; Triggerwarnungen werden daher auch oft analog als Spoiler bezeichnet.

In den Richtlinien mancher Selbsthilfeforen wird das Verwenden solcher Warnhinweise empfohlen oder sogar vorgeschrieben.

(Interessant zu sehen, daß sie inzwischen die Realität nur noch als Selbsthilfegruppe wahrnehmen)

„Fall“ Goethe

Olaf L. Müller rollt den wissenschaftsgeschichtlich interessanten «Fall» Goethe contra Newton neu auf. Trotz interessanten Einsichten, die sein Buch vermittelt, gibt es Anlass zur Verwunderung.

meint Christoph Lüthy in der Neuen Zürcher

Olaf L. Müller: Mehr Licht. Goethe mit Newton im Streit um die Farben. S. Fischer, Frankfurt am Main 2015. 528 S., 32 Farbtafeln, Fr. 38.90.

Christian Marclays Onomatopoesien

Christian Marclays langjährige Auseinandersetzung mit der Onomatopoesie steht im Zentrum einer thematischen Schau im Kunsthaus Aarau.

(…)

Eine wichtige Inspirationsquelle stellen japanische Comics und das Format der japanischen Bildrolle dar. «Manga Scroll» (2010), eine zwanzig Meter lange Makimono-Bildrolle, reiht lautmalerische Ausdrücke aneinander, die englischen Übersetzungen japanischer Mangas entlehnt sind. Auf zwanzig Metern entfaltet sich so eine Choreografie aus wilden Galopps, Bauchrollen und Sprüngen in einer Art Vitaparcours der Geräusche.

Marclays künstlerisches Vorgehen ist von der Verwendung bestehenden Materials und dessen Neuanordnung geprägt. Die Arbeit «Mixed Reviews» (1999–2015) verwendet Ausschnitte aus Musikkritiken und ordnet diese in einer über drei Wände sich hinziehenden Textzeile neu an. Die ursprünglich englische Fassung wird bei jeder Ausstellung in die örtliche Sprache übersetzt, so dass jedes Mal eine neue Komposition entsteht. Die Arbeit macht bewusst, wie sehr sich die Beschreibung von Musik einer metaphorischen Bildsprache bedient, welche Unsichtbares in Schriftzeichen übersetzt und dabei Bilder entstehen lässt, beispielsweise solche von einer «genau richtigen Dosis himmlischer Gischt und galaktischer Moog-Rhythmen». / Eva Dietrich, NZZ

Stramms Kriegsgedichte

Am 1. September 1915 fiel August Stramm an der Ostfront.

Fast auf den Tag genau 100 Jahre später machten Heesch, Fellenberg, Kuhn und Claußner Stramms Kriegsgedichte in einer eindrucksvollen Performance erlebbar. Mit teilweise ungewöhnlichem Instrumentarium und der rezitativischen Inbrunst Heeschs verwoben die Künstler Raum, Zeit und Lyrik zu einer Art Hörspiel, dem das Publikum im Greizer Bahnhof ergriffen folgte. / meinAnzeiger

Todesfuge verfilmt

Der Münchner Filmemacher Robert Sigl, der unter anderem für den „Tatort“ und „Alarm für Cobra 11“ Regie führte, will Celans „Todesfuge“ nun verfilmen. „Ich bin vor Jahren darauf gestoßen, es hat mich unglaublich berührt“, erklärt Sigl und fährt fort: „Das, was Celan beschreibt, ist angesichts der Flüchtlingsdebatte aktueller denn je. Rassismus und Fanatismus zeigen allerorten wieder ihre hässlichen Fratzen, und es ist wichtig, diesen Fratzen den Spiegel vorzuhalten.“ Es soll ein Kurzfilm werden – Sigl übernimmt Drehbuch und Regie, während Schauspieler Alexander Held, bekannt aus „Schindlers Liste“ und „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, die Rolle des Lagerkommandanten spielt. „Ich habe mich für ihn entschieden“, meint Sigl, „weil er wie kein anderer diese Gegensätze, die den Film ausmachen, verkörpern kann: eine „sympathische Brutalität“, eine „schöne Grausamkeit“ oder „todbringendes Wohlbehagen“. Dass der Film von Widersprüchen lebt, klingt schon im Titel „Schwarze Milch“ mit: Die Milch spendet hier nämlich kein Leben, sie ist verdorben und kann geradewegs zum Tod führen. „Das ist derart albtraumhaft und düster“, sagt Regisseur Sigl, „dass der Film nur nachts spielen wird. Der Tag als Metapher für Leben und Neubeginn soll hier nämlich kategorisch ausgeklammert werden.“ (…)

Noch 23 Tage bleiben dem Projekt, um Geld für Dreharbeiten und Postproduktion zu erwirtschaften. „Die deutschen Verleiher tun sich mit der Förderung von düsteren Filmen schwer“, sagt Sigl, „sie haben keine Angst, solche Filme aus Amerika einzukaufen. Wenn wir deutschen Filmemacher dieses Genre allerdings bedienen wollen, werden wir schon fast für krank gehalten.“ Dabei ist es wichtig, dass der Film sich dieser Themen annimmt. „Damit Rassismus gezielt bekämpft wird – vor allem durch die Kunstform des Films, denn der hat die größte Massenwirkung“, erklärt Sigl. „Schwarze Milch“, sagte Paul Celan während einer Rede einmal, sei keine Metapher mehr, „das ist Wirklichkeit“. Robert Sigls Film könnte demnach nicht aktueller sein.

/ Stefanie Schneider, Süddeutsche Zeitung 8.9.

Crowdfunding „Schwarze Milch“

Der Zuschauer lauscht den Zeilen des poetischen Gedichtes TODESFUGE, die sich im selben Moment vor seinen Augen wahrhaftig abspielen. Eine Mischung aus realen Bildern und animierten Sequenzen. Der Betrachter taucht in die erdrückende Erinnerungswelt des Dichters Paul Celan.

Spam zu Gedichtzeilen!

Die Idee «ee spammings» kann dieses Prinzip zu einer Methode für die Medienpädagogik machen: Der Künstler Martin Krzywinksi präsentiert auf seiner Website Gedichte, die – inspiriert von den Gedichten von E.E. Cummings – aus Spamtexten entstanden sind.

Krziwinski definiert die Regeln für «ee spammings» so:

  • Alle Großbuchstaben werden in kleine umgewandelt.
  • Im Text können Leerzeichen und Zeilensprünge eingefügt werden.
  • Ebenso können Klammern oder Satzzeichen ergänzt oder entfernt werden.
  • Wörter können aus dem Text gestrichen werden.
  • Bestehende Wörter können wiederholt werden.
  • Die Wortform (Zeit, Singular/Plural, …) kann verändert werden.

/ Medienpädagogik

Lesungen

Berlin. Ein Abend mit Lyriklesungen von Daniel Falb, Karla Reimert und Rike Scheffler im Ausland, http://ausland.berlin/lyriklesung-falb-reimert-scheffler  (auch die Eröffnung der Herbst/Winter-Saison bei „Lyrik im ausland“ nach der Sommerpause!)
Mittwoch, 16. September
Geöffnet ab 20:00 Uhr, Beginn 20:30 Uhr.
Eintritt 5 EUR

München. „Aber was gehst du denn auch am Sonntagnachmittag durch eine Unterführung“, schreibt der Lyriker Thomas Kunst in einem seiner Gedichte, die sich mit einem Augenzwinkern den großen und kleinen Widerständen des Lebens widmen. Kunst ist am Donnerstag, 17. September, von 19 Uhr an gemeinsam mit der 1939 geborenen Dichterin und Lyrik-Übersetzerin Anna-Maria Carpi sowie der Autorin, Literatur-Installations-Künstlerin und Dozentin Birgit Kempker zu Gast im „Nachsommer der Dichter“ im Lyrik Kabinett, Amalienstraße 83 a. / Süddeutsche

a) Europa, b) Dichtung

2 Splitter aus einem Interview, das Iris Radisch mit Giorgio Agamben geführt hat (Die Zeit):

a) Europa

DIE ZEIT: Man hat Ihnen oft übel genommen, dass Sie Europa als eine rein ökonomische Vereinigung kritisiert haben. Inzwischen sieht es so aus, als hätten Sie recht behalten: In der Griechenlandkrise war ausschließlich von Geld die Rede. Wie beurteilen Sie das griechische Drama, wird Europa in zwei Hälften gerissen?

Giorgio Agamben: Ein Europa, wie ich es mir wünsche, kann es erst geben, wenn das real existierende „Europa“ kollabiert ist. Deshalb könnte Griechenland – auch wenn es von seinen politischen Führern bitter enttäuscht worden ist – eine ganz entscheidende Rolle spielen. Sie haben von Spaltung gesprochen: Doch würde Griechenland die Europäische Union tatsächlich verlassen, wäre das wahre Europa in Athen, nicht in Brüssel, wo – was die Mehrheit der Europäer nicht zu wissen scheint – jede Entscheidung von Kommissionen getroffen wird, die zur Hälfte aus Vertretern der Großindustrie des betreffenden Wirtschaftszweigs bestehen. Zunächst gilt es, der Lüge entgegenzutreten, dieser Vertrag zwischen Staaten, den man als Verfassung ausgibt, sei das einzig denkbare Europa, diese ideen- und zukunftslose institutionalisierte Lobby, die sich der düstersten aller Religionen, der Religion des Geldes, blind verschrieben hat, sei die rechtmäßige Erbin des europäischen Geistes.

b) Dichtung

Was ist Dichtung anderes als eine sprachliche Operation, die darin besteht, die informativen und kommunikativen Funktionen der Sprache zu neutralisieren, um sie einem anderen Gebrauch zu öffnen: ebenjenem Gebrauch, den man Dichten nennt?

„Gedicht“ vs. „Engagement“

Andreas Pflitsch in der Neuen Zürcher Zeitung zur Diskussion um den syrischen Dichter Adonis anläßlich der Zuerkennung des Remarque-Friedenspreises:

Adonis hat sich tagespolitischen Fragen geradezu auffällig verweigert und die Situation in Syrien nur zögerlich kommentiert. Zwar hat er das syrische Regime wiederholt kritisiert, aber zugleich seine Abneigung gegen die Opposition deutlich gemacht. Er lehne Gewalt in all ihren Formen ab, formulierte er geradezu befremdlich vage, und ertrage sie «weder vonseiten des Regimes noch vonseiten der Gegner des Regimes». Den bewussten Verzicht auf eine klarere Haltung mag man als für einen Friedenspreisträger unangemessen halten, sie wird aber mit Blick auf das seinem ganzen Werk zugrundeliegende Verständnis von Literatur und Politik zumindest plausibler.

Seit je wird zwischen dezidiert politisch Engagierten und Verfechtern einer zweckfreien Autonomie der Kunst über die politische Rolle der Literatur gestritten. Die einen werden mit Karl Kraus‘ bösem Wort der «Utiliteratur» geschmäht, während man den anderen die blauäugige Realitätsvergessenheit des «l’art pour l’art» vorwirft und sie im «Elfenbeinturm» verortet. Ganz ähnlich verlaufen die Konfliktlinien auch in der arabischen Literaturkritik. 1953 wurde in Beirut die über Jahrzehnte in der gesamten arabischen Welt einflussreiche Literaturzeitschrift «Al-Adab» gegründet, die ganz im Zeichen von Jean-Paul Sartres Konzept der «littérature engagée» stand. Als Antwort auf das von «Al-Adab» geforderte politische Engagement der Literatur entstand 1957 die Zeitschrift «Shi’r», die die Instrumentalisierung von Literatur im Dienste politischer Interessen strikt ablehnte. Der Kreis um die Zeitschrift sah sich zum Teil scharfer Kritik ausgesetzt. Der arabische Nationalismus feierte damals seine Hochblüte, und der bilderstürmerische Impetus von «Shi’r» in Verbindung mit einer tiefsitzenden Skepsis jeder Ideologie gegenüber brachte der Zeitschrift den Vorwurf mangelnder Integrität ein: Ihre Autoren verträten einen «unarabischen Geist». Aufgabe der Literatur sei nicht die direkte politische Botschaft, antwortete damals ihr Chefredaktor auf die Kritik, sondern die stetige Überwindung der alten Welt und die Erschaffung neuer Welten. Indem der Dichter Konventionen überwinde und Traditionen zerstöre, entwickle er eine revolutionäre Sprache. Chefredaktor von «Shi’r» war damals Adonis.

Die klare Absage an die politische Indienstnahme der Literatur ist, so viel wird in Adonis‘ Argumentation deutlich, keinesfalls mit einer Leugnung ihrer gesellschaftlichen Relevanz zu verwechseln. (…)

Seine sich gegen alles Starre und Feste richtende Poetik, die dichterische Feier der Wurzellosigkeit und die Verweigerung jedweder begrifflichen Festschreibung gegenüber zeichnen Adonis‘ Werk als eminent politisches aus, sofern man darunter anderes versteht als tagespolitische Flugblattprosa.

Eine deutliche Stellungnahme gegen die vom syrischen Regime verübten Greuel, ohne verharmlosende Relativierungen, wäre sicherlich wünschenswert gewesen. Wenn Friedenspreise aber mehr sein sollen als auf genehme politische Positionen antwortende Belohnungsreflexe, wenn sie über den Tag hinaus ihre Berechtigung haben sollen, weil sie die den aktuellen Konflikten zugrundeliegenden Muster aufzeigen helfen, dann ist die Entscheidung für Adonis vielleicht doch keine schlechte.

Gestorben

Der Dichter und Dramatiker Cosmas Koroneos starb am Donnerstag im Alter von 82 Jahren. Er wurde 1933 in Griechenland geboren und ließ sich Anfang der 60er Jahre nach längerem Aufenthalt in der Schweiz in Frankreich nieder. Sein letztes Buch, „Faits divers, Description d’un messie“ (Verschiedene Fakten. Beschreibung eines Messias), erschien 2005. / rtbf.be

Poetopie

Kinderfüße trippeln an Land – bringen den Erdteil in Schwingung

Hansjürgen Bulkowski

Weltempfänger-Bestenliste

Auf der Weltempfänger litprom-Bestenliste 28 vom Herbst 2015 sind diese Gedichtbände:

  • Platz 3: Shuntarō Tanikawa (Japan): „Minimal“. Lyrik. Aus dem Japanischen von Eduard Klopfenstein (Secession)
  • Platz 5: Tomás González (Kolumbien): „Mangroven“. Lyrik. Aus dem Spanischen von Karina Theurer, Peter Schultze-Kraft und Gert Loschütz. Zweisprachige Ausgabe (Edition 8)

Für eine Übersetzung ins Deutsche empfiehlt Jury-Mitglied Katharina Borchardt folgende Spoken-Word-Texte von Marc Nair (Singapur): „The Poet of Unlove“(Red Wheelbarrow Books, 2015). Ihre Begründung: „18 Spoken-Word-Texte, die Nair bereits öffentlich performt hat. Er erzählt von den Peinlichkeiten des Schwimmenlernens, der euphorisierenden Wirkung von Pizza und von seinem Bart, der mit Terrorismus nichts zu tun hat. Er zeigt, wie fragil Männlichkeit sein kann, und wie schwer es ist, Liebe auszudrücken. Kraftvolle Prosagedichte, drängend und heutig, grundiert von einer feinen, unstillbaren Sehnsucht.“

Hier die komplette Weltempfänger-Liste (inklusive Jury-Urteile).

Poesietag

Vor rund 36 Jahren gründete der Basler Autor, Verleger und Buchhändler Matthyas Jenny den Poesietag und führte ihn von 1979 bis 1988 jährlich durch. Seither hat sich wenig verändert. Der Grundsatz ist immer noch derselbe: Poesie, als Form des nichtalltäglichen Sprechens, solle die Konfrontation mit der Sprechweise des Alltags, der Politik, der Wirtschaft und der Industrie suchen. Die Lyrik erhält an einem Tag im öffentlichen Raum eine lebendige Präsenz und zeigt so die Vielfalt verschiedener Ausdrucksformen auf.

Ganz im Sinne der Tradition beteiligt sich auch die bz am Anlass. Dafür haben wir den Basler Regisseur Laurent Gröflin, die Schriftstellerin Simone Lappert und den Schriftsteller Rudolf Bussmann gebeten, uns ihr Lieblingsgedicht zu schicken.

Kommentare zu «Zweimal im September» von Nicolas Born, «Erinnerung an Las Vegas» von Jan Wagner und «Die Ameisen» von Joachim Ringelnatz.

Sie blieb

Vor mehr als hundert Jahren veröffentlichte Friedrich Eisenlohr seine „Kriminal-Sonette“, eine Sammlung formvollendeter lyrischer Hochkomik. Am Mittwoch erst starb seine Witwe, die Schriftstellerin Annemarie Bostroem.

Bis vorgestern wusste ich nichts von Annemarie Bostroem. Die Schriftstellerin starb am Mittwoch im Alter von 93 Jahren. Auch jetzt weiß ich nicht viel mehr von ihr, als dass sie Lyrik (die zum Teil vertont wurde) und Theaterstücke verfasste. Sie lebte im Ostteil Berlins, manchmal wurde ihr übel mitgespielt. Zu ihren Liebesgedichten merkte 1947 ein Literaturbürokrat an, es handle sich um „abstoßende Neigungen und Triebe einer Dichterin, bestenfalls der Beachtung eines Psychiaters wert“. Sie blieb. / Lorenz Jäger, FAZ

Frei

„Früher fand ich Lyrik gestelzt. Ich dachte, da muss man reimen, Silben zählen und auf Hebungen achten. Doch tatsächlich ist Lyrik die freiste Form des Schreibens.“ / Ansgar Riedißer, 17, spiesser.de