Kategorie: Nordamerika

138. Öffentlich als Lyrikerin

Amerikanische Dichter werden selten öffentliche Figuren, und wenn sie es werden – Allen Ginsberg, Robert Frost – zahlen sie üblicherweise dafür. Manchmal ist der Preis ein zeitweiliges Absinken des literarischen Rufs (andere Dichter verzeihen ihnen den Ruhm nicht), öfter bekommen sie es nur mit… Continue Reading „138. Öffentlich als Lyrikerin“

134. Wort und Leben

What kind of beast would turn its life into words? What atonement is this all about? –and yet, writing words like these, I’m also living. Adrienne Rich (1929-2012) aus: Love Poem VII (hier ganz)

133. Adrienne Rich gestorben

Die amerikanische Lyrikerin Adrienne Rich starb am Dienstag im Alter von 82 Jahren. The New Yorker schreibt: Ihre Stimme wird seit drei Generationen gehört. Von ihrem 1963 veröffentlichten Gedicht “Snapshots of a Daughter-in-Law”, einer modernistischen Collage, die leichtfertige Aussagen über das Leben von Frauen… Continue Reading „133. Adrienne Rich gestorben“

130. Dantes instant book

Das Ergebnis ist nicht eigentlich eine Biografie, sondern der durchaus halsbrecherische Versuch, die allbekannten autobiografischen Einlassungen neu zusammenzusetzen. Dabei verwandelt sich das grandiose, in sich gegründete Gebäude der «Göttlichen Komödie» in einen höchst beweglichen, sich den bald hoffnungsvollen, bald konfliktgeladenen Umständen immer wieder anschmiegenden… Continue Reading „130. Dantes instant book“

126. Mäklig

Rauris scheint ein kritisches Publikum zu haben: Der chinesische Literaturprofessor Wang Jiaxin – eigens aus Peking eingeflogen – las seine nicht zuletzt von deutscher Poesie inspirierte „Welt-Lyrik“ im chinesischen Original. Aber sein Publikum erreichte er auch in der deutschen Übersetzung von Autor und Chinakenner… Continue Reading „126. Mäklig“

123. American Life in Poetry: Column 366

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE I don’t think we’ve ever published a poem about a drinker. Though there are lots of poems on this topic, many of them are too judgmental for my liking. But here’s one I like, by Jeanne Wagner, of… Continue Reading „123. American Life in Poetry: Column 366“

115. Of the Surface of Things

Wallace Stevens Of the Surface of Things I In my room, the world is beyond my understanding; But when I walk I see that it consists of three or four         hills and a cloud. II From my balcony, I survey the yellow air, Reading… Continue Reading „115. Of the Surface of Things“

112. Erica Jong 70

dpa schreibt zum 70. Geburtstag von Erica Jong am 26.3. (hier bei Focus): Knapp vier Jahrzehnte liegt es zurück, dass Erica Jong mit „Angst vorm Fliegen“ gegen das männliche Diktat im Bett rebellierte. Der Roman, in dem sie hemmungslos über ihre sexuellen Fantasien schreibt,… Continue Reading „112. Erica Jong 70“

93. Gestorben

Die texanische Schriftstellerin Margrette „Peggy“ Zuleika Lynch starb am 6.3. in Austin im Alter von 94 Jahren. Sie veröffentlichte 9 Gedichtbände. Lynchs Sohn John J. Nance, 65, ist ebenfalls Schriftsteller, offenbar kommerziell erfolgreicher. 1997 sagte sie dem American-Statesman in einem Interview: „Leider war ich… Continue Reading „93. Gestorben“

56. Peter Gizzi liest in Dresden

Das Nichtwissen, sagt Peter Gizzi in einem Interview, spiele für ihn eine ganz entscheidende Rolle beim Schreiben. Erst aus dem Nichtwissen entsteht, was er „die Wirklichkeit des Gedichts“ nennt. So knüpft jedes seiner Bücher gewissermaßen an das vorhergehende an, denn Gizzi betrachtet seine Gedichte… Continue Reading „56. Peter Gizzi liest in Dresden“

38. Imagistin

Ich liebe das. Gestern abend las ich H.D., und eben kommt mir per Mail ein Gedicht von Amy Lowell (1872-1925) vor Augen. Amy Lowell reiste nach England, um den Imagismus kennenzulernen, und führte ihn in Amerika ein. Dafür erhielt sie postum den Pulitzerpreis. Vernal Equinox  … Continue Reading „38. Imagistin“

18. Wie Heu

Emily Dickinsons Leben findet in der Sprache statt. In ihren Gedichten evoziert die Weltverlorene die Welt – irgendwann trägt die Amerikanerin nur noch weiß und verlässt das Zimmer nicht mehr. ‚I wish I were a Hay‘ heißt die Schlusszeile des fünfstrophigen Gedichts ‚The Grass… Continue Reading „18. Wie Heu“

5. Lou Reed 70

Als die Punks gegen Ende der 70er Jahre Reed als einen ihrer Veteranen entdeckten, kam seine Karriere abermals in Schwung. Die jüngere Generation der Popkritiker erklärte The Velvet Underground zu einer der wichtigsten US-Bands überhaupt, auch wurde seine sardonische Lyrik erstmals als Literatur gewürdigt.… Continue Reading „5. Lou Reed 70“

4. MeeresGarten

Herb und hart im Gebrauch der Sprache, die Erwartungen ihrer Titel vielfach durchkreuzend, räumten die Gedichte von Sea Garden, dem lyrischen Debut Hilda Doolittles, bei ihrem ersten Erscheinen im Jahr 1916, inmitten des Ersten Weltkriegs, gründlich auf mit der Opulenz viktorianischer Dichtung. Erstmals unter… Continue Reading „4. MeeresGarten“

110. Komplex und flexibel

José Kozers Prolog ist eine angemessene Einleitung in diese atemberaubende Serie von 64 Gedichten, die alle den gleichen Titel tragen: „Ein sechzigjähriger Mann schreibt ein Gedicht und nennt es Anima. Tage später schreibt er eins in ähnlichem Ton und nennt es Anima, da bemerkt… Continue Reading „110. Komplex und flexibel“