Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Der eine, Friedrich Hölderlin, preist die Schwäne, die ihre Häupter, trunken von Küssen, in heilignüchternes Wasser tunken. Der andere, Georg Kreisler, feiert den Frühlingsbeginn mit dem Aufruf zum gemeinsamen Vergiften der Tauben im Park. In Bad Homburg wird der Kabarettist dieses Jahr im Zeichen… Continue Reading „136. Hölderlinpreis für Georg Kreisler“
Der Deutsche Nationalpreis 2010 geht an den deutschen Übersetzer und Autor Karl Dedecius und den emeritierten polnischen Erzbischof Alfons Nossol. „Wir zeichnen in diesem Jahr zwei ,Brückenbauer‘ zwischen Deutschland und Polen aus“, sagte Dirk Reimers vom Vorstand der Deutschen Nationalstiftung. „Karl Dedecius hat mit… Continue Reading „135. Brückenbauer“
Die Lyrik- oder Literaturzeitschrift randnummer scheint eine Erfolgsgeschichte zu sein, in Hamburg und mählich überregional. Nächste Veranstaltung am 27.03.10, noch vor dem Erscheinen der neuen, zweiten Ausgabe im April. Auf der Homepage findet sich bereits ein Auszug aus dem aktuellen Editorial, die neue Autorenliste… Continue Reading „131. randnummer geht weiter“
Nummer 31 ist soeben erschienen, zum Preis von 10 Euro, mit Texten von Konstantin Ames, Michael Fiedler, Andrea Heuser, Kerstin Preiwuß, Bertram Reinecke und Daniela Seel. Wieder eine Fund- und Pfundgrube. Hier als Appetithäppchen zwei Auszüge aus einem Essay von Bertram Reinecke: [1.] Auch… Continue Reading „130. Zwischen den Zeilen“
Hölzerne Säule Eine Säule steht von Holz, Drauf die Stimme sitzt und zieht die Beine hoch; Fragt in alle Winde und verbittet sich die Antwort. Alle Welt liegt rund in Ringen Die sich engen um die Säule Einen langen, langen Stock mit einem kurzgedrungenen… Continue Reading „129. Meine Anthologie 34: Otto zur Linde, Hölzerne Säule“
Vor der Folie tödlichen Schweigens musste sie neue kühne Wege gehen. Wäre sie Maler, heißt es in ihren „Briefen aus der Nacht“, würde sie „das Steinerne des Steines malen“, „das Wesen des Leidens in einem Fischauge zwischen Leben und Tod“. „Hingabe ist der neue… Continue Reading „128. Die Wunde lesbar zu machen“
Bei Dao lächelt einigermaßen wehmütig, und weil Chinas bedeutendster Lyriker auch im Alter von 60 Jahren mit seinem leicht ausgefransten schwarzen Ponyschnitt noch ein bisschen an einen späten Studenten erinnert, denken wir sogleich an die Zeilen eines der berührendsten deutschen Exilgedichte: „Ich bin der… Continue Reading „127. Der Weggehetzte“
Heute nehme ich dies mal als Frühlingsgedicht – auch als solches spukt es mir seit, ts ts, 30, 35 Jahren im Kopf. Als ich es las, dachte ich natürlich an Prag 68 und etwas später Warschau 81. Manchmal, wenn mir die Verse einfielen, zitierte… Continue Reading „126. Meine Anthologie: und so weiter…“
1922 erschien das Gedicht „The Waste Land“ (Das wüste Land) von Thomas Stearns Eliot. Das Werk zählt zu den bedeutendsten Gedichten der 20. Jahrhunderts. Dem Regisseur Dieter Bitterli diente dieses Meisterwerk als Text für sein Theaterstück „Grauses Wagen der Hingabe – ein Augenblick“, das… Continue Reading „125. Grauses Wagen“
Ob als Strafarbeit, als Was-will-mir-der-Dichter-damit-sagen-Frage oder als obligatorisches Muttertagsgeschenk – die ersten Begegnungen mit Lyrik sind häufig mehr mit Frust als mit Lust verbunden und daher für viele oft auch die letzten. Mit „Lust auf Lyrik“ wurde vor fünf Jahren erfolgreich ein Modellprojekt ins… Continue Reading „124. Lust auf Lyrik“
Vom weitverzweigten Metropolengedicht über atmosphärische Skizzen und Momentaufnahmen bis zu überraschenden Zweizeilern birgt der Band von Ron Winkler einen in der Lyrik ungewohnten Abwechslungsreichtum, der zu einer extremen Lesegeschwindigkeit führt: Man will sich die Gedichte einverleiben. Und zwar schnell! Ein großer Rausch. Ron Winkler,… Continue Reading „123. Sprachraumforscher“
Als hätte er gleich den vielen dichtungslustigen Liebenden im Lenz seine Leiden und Freuden in einer Kladde festhalten wollen, präsentiert Michael Lentz neue Gedichte in Packpapierbraun und zum In-der-Tasche-Tragen. Verfassername und Titel sind in Handschrift auf dem Umschlag faksimiliert, ebenso Seitenzahlen, Kapiteltitel. Auf der… Continue Reading „122. Mein Papierverlies“
England ist teuer, die Moral rigide, eine „schwere Decke aus Mutlosigkeit und Frustration“ liegt über dem Land, „where nobody is well“, wie Auden schreibt. Ausland bedeutet Befreiung, und Deutschland ganz besonders. D. H. Lawrence erlebt hier und mit seiner deutschen Frau Frieda von Richthofen… Continue Reading „121. „Berlin meant boys““
Gewiss mag es für Sechstklässer sinnvoll sein, Vokabeln mit bunten Legekärtchen zu wiederholen. Ob es aber wirklich dazu dient, dass Achtklässer „mit Lust und Laune lesen“, wenn sie Heines Loreleylied rückwärts buchstabieren? Und wer bekommt schon ein Gefühl für Goethes Gedichte, wenn er sie… Continue Reading „117. Didacta“
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