Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Aufschlussreich ist, welches Schicksal bei Kathrin Schmidt der Reim erfährt, an dem sie sich wiederholt versucht. ‚(nabe) / um nabe stockt, der wagen bricht. mein irres lieben / geht aus dem leim. versuppt. verschleimt. Bleibt nur das hoffen / auf offnes, deinerseits. mir wächst… Continue Reading „120. Dilemma“
Das erste Heft der „manuskripte“ erschien am 4. November 1960 zur Eröffnung des Forum Stadtpark, mit dem die Zeitschrift lange Zeit auf organisatorischer wie auf ideeller Ebene verbunden war. Ein hektografiertes Heft, 15 Blätter in einer Auflage von 100 Stück, Preis drei Schilling, ausschließlich… Continue Reading „118. „Manuskripte“ 50 Jahre“
Die große, umfassende Anthologie schwedischer Lyrik, die Enzensberger und Nelly Sachs planten, ist an einem vernichtenden Gutachten gescheitert, das Peter Rühmkorf 1961 in seiner bewährten, aus dem „Lyrikschlachthof“ der Zeitschrift „Konkret“ bekannten Leslie-Meier-Manier (Leslie Meier war Rühmkorfs Pseudonym) verfasst hat. Damit hatte Rühmkorf schon… Continue Reading „117. Aus dem Lyrikschlachthof“
Oder Kirsch erzählt, immer genau hinschauend, von Freunden, von deren Leben und Leiden, bindet deren komplexe Biografien in elegante Gedichte, ohne zum Beispiel erlebte politische Verfolgung, persönliche Verluste und gestorbene Utopien auf Floskeln zu verkürzen oder allem durch banale Wortspiele die Ernsthaftigkeit zu nehmen.… Continue Reading „116. Rainer Kirsch las in Siegen“
Aus diesem Anlass macht sich Thomas Anz daran, von seinen Vorgängern ausgehend eine Deutung dieses Textes zusammenzustellen. Hier ein Auszug: … vielleicht verbirgt sich ja hinter dem anonymen Leser auch die leibhaftige Person des Dichters. So machten Philologen sich denn auch in diesem Fall… Continue Reading „115. Hundert Jahre Weltende“
Das tradierte Bild von Else Lasker-Schüler ist noch immer das einer großen Lyrikerin und einer vor allem im Exil tragisch unglücklichen, emotional exaltierten „Dichterin“ . Zu intellektueller Auseinandersetzung soll sie diesem Mythos nach nicht fähig gewesen sein. Doch ausgerechnet ihr letztes veröffentlichtes Prosawerk aus… Continue Reading „114. Im Hebräerland“
Beim Bau der Mauer erlag Endler wie viele im Umfeld einem Paradoxon: „Wir glaubten, dass mit der Mauer die Freiheit im Lande größer würde.“ Eine fatale Verkennung, das sich straffende Gängelband ließ sich nicht spurlos tragen. Noch schrieb Endler auf seine Weise Aufbau-Lyrik. „Ich… Continue Reading „113. Verkennung mit Folgen“
Vor vier Jahren bemerkte das Zeesener Urgestein, „dass mir Dichten leicht fällt“. Das ist sanft untertrieben: Vier bis fünf Gedichte schafft der 51-Jährige [Zeesener Liedermacher Thomas Seyer] pro Abend – meist sitzt er mit dem Computer im Bett – „vorausgesetzt, ich kann schnell genug… Continue Reading „112. Steno wäre gut“
Frage: Können Sie sich ganz normal im Leben bewegen, wenn Sie als Martin Walser auftreten? Martin Walser: Ich hab‘ mich noch nie normal bewegt. Kein Mensch kann sich normal bewegen, weil jeder etwas auf sich hat, in sich, um sich, was die da, die… Continue Reading „110. Umgang mit Journalisten“
1967 war ein wunderbares Jahr. Ich war jung und verliebt. Ich hatte die Musik. Die wanderte durchs Jahr, ich hörte sie im Radio, meist mit polnischen Ansagen vom Sender Freies Europa, der 5 Minuten Nachrichten brachte, die durch ein Störsignal überdeckt wurden, ich konnte… Continue Reading „107. Wunderbares Jahr“
Sie begannen Ihre literarische Arbeit im lyrischen Bereich, mit „Turksib“ und „Die Zeitwaage“ haben Sie Erzählbände veröffentlicht, nun erscheint mit „im felderlatein“ wieder ein Gedichtband. Wie grenzen Sie die Gattungen für sich ab? Die Prosa war einfach für mich noch einmal etwas ganz Neues,… Continue Reading „106. Lutz Seiler über Lyrik und Prosa“
Nach ihrer Scheidung 1955 schrieb Forugh Farrochsad Gedichte, um ihre Lebenskrise zu verarbeiten. Die damals erst 20-Jährige hatte mit der Scheidung nach iranischem Recht das Sorgerecht für ihren kleinen Sohn verloren. Gefangen in der Ausweglosigkeit widmete sie sich der Lyrik. Im Kunstraum lasen die… Continue Reading „105. Persische Dichterin“
Mit ihren ausdrucksvollen Sopran- und Alt-Stimmen und gewinnender Ausstrahlung sangen sie im ersten Teil Lieder der 20er Jahre aus Kabarettkreisen von Berlin und Wien wie Tucholskys schillerndes „Tamerlan“ oder revuehaft flotte Schlager und amüsant-ironische Lieder wie „Was machst du mit dem Knie lieber Hans“,… Continue Reading „104. VokaLiesen erinnern an Schopfheimer Juden“
In Urs Engelers roughblog heute die Gegenrichtung, Anja Utler und Jan Wagner (gestern übrigens gabs eine Notiz für Jan W. und Anja U.) – Bruno Steiger) Heute diesen Veranstaltungshinweis: Heute Abend ist die Dichterin Elke Erb auf Berlins Bühnen zu erleben. 19.30 Uhr, O-TONART-Theater, Schöneberg: http://www.o-tonart.de/berlin/programm.php?date=2010-10-26
Für 20 junge Autoren entscheiden beim open mike 15 Minuten über den Erfolg. Ausgewählt aus 700 Einsendungen, ist für sie beim Finale am 13. und 14. November in der Wabe in Berlin 15 Minuten das Mikro geöffnet, 15 Minuten, um mit ihren Texten die… Continue Reading „99. Das Mikro ist offen: 15 Minuten beim open mike“
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