Kategorie: Deutsch

Mehr übersetzen, weniger reden

Allein eine unermüdliche Übersetzungstätigkeit kann im westlichen Umgang mit dem Islam einen herrschaftsfreien Diskurs begründen. Sie ist daher nicht nur die bescheidenste, sondern auch die nobelste Tätigkeit, deren sich ein Islamwissenschafter befleissigen kann. Eine sensible Öffentlichkeit sollte ihm für diese mehr danken als für… Continue Reading „Mehr übersetzen, weniger reden“

Ernst Jandl

Aus Ehrfurcht vor den Worten, den Sprachfetzen, Jandls lyrischem Wortsalat, halten sich die Musiker zurück, mischen sich kaum ein und lassen den Texten, die für sich genommen schon wie Musik klingen, den Vortritt. Im „Sommerlied“ blasen die Instrumentalisten den sanft säuselnden Sommerwind dazu. Wenn… Continue Reading „Ernst Jandl“

Heinz Czechowski

Vom „Gedicht, geschrieben / Gegen die Vergeblichkeit“ redet Czechowski bescheiden an einer Stelle. Da ist kein Weg ins laute Gepolter der Weltveränderung, keiner in die kühl-lächelnde Ironie, keiner in die Senk-, Spreiz- und Knickübungen der Versfüße und Silben. Aber in der Bescheidenheit wurzeln früh… Continue Reading „Heinz Czechowski“

Peter-Paul Zahl

„Die Glücklichen“ hat derweil seine 26. Auflage erreicht. Als der Roman 1979 zum ersten Mal erschien, war es ein Skandal. Peter-Paul Zahl hatte ihn im Knast geschrieben, in Köln Ossendorf, Bochum und Werl. Hatte damit jenen früheren Weggefährten eine Nase gedreht, die sich um… Continue Reading „Peter-Paul Zahl“

Bardinale

Das Dresdner Fest der Poesie kommt in diesem Jahr mit neuem Namen daher: statt „Dresdner Lyriktage“ nennt es sich nun „Bardinale“… Den Auftakt am 5. Juni bildet … die Lesung von zwei Lyrikerinnen und drei Lyrikern aus Guatemala, Kolumbien, Russland, Irland und Deutschland (die… Continue Reading „Bardinale“

Nordlicht aus Dresden

Aber Däublers Haupt- und Lebensstück, das lyrische Großepos „Das Nordlicht“, ist so gründlich verschollen, dass es selbst im „Zentralen Verzeichnis Antiquarischer Bücher“ kaum Spuren hinterlassen hat. Sehr zu Unrecht, denn dieses ebenso großartige wie törichte Gedicht ist eines der größten deutschen Sprachexperimente, „halb Pyramide… Continue Reading „Nordlicht aus Dresden“

Les guerres, les chansons

Muss Klage so wortreich sein, um gehört zu werden? Birgt nicht das reduzierte Sprechen die stärkere Überzeugungskraft in sich? Denn gerade in diesen Sequenzen finden sich Zeilen von visionärer Einfachheit: «. . . in einem nicht sehr fernen Land / wird das Gras /… Continue Reading „Les guerres, les chansons“

Richard Wagner 50

Richard Wagner (nicht der tote Komponist, sondern der lebende, seit gut (?) 15 Jahren in Deutschland lebende Lyriker und Erzähler aus dem Banat, wird 50. Hannes Krauss gratuliert im “ Freitag “ 15/2002. – In der „Lyrikedition 2000“ erschien vor 2 Jahren der Band… Continue Reading „Richard Wagner 50“

Das Glück zwischendurch

Christiane Zintzen bespricht in der NZZ vom 10.4.02: Franz Weinzettl : Das Glück zwischendurch. Prosa und Verse. Edition Korrespondenzen, Wien 2001. 144 S., Fr. 34.30.

»Lyriksommers« auf der Landesgartenschau

Bei den Abiturienten im Villingen ist die reine Lyrik nicht gefragt, erfahren wir heute (10.4.02) im Südkurier . Anders in Ostfildern, wo die Landesgartenschau fest auf Lyrik setzt, mit Open-Air-Lyrikbibliothek, Hörgedichten etc.: Ein Garten als öffentlicher Leseort mag nahe liegend sein. Doch warum ausgerechnet… Continue Reading „»Lyriksommers« auf der Landesgartenschau“

Linientreue Lyrik

Überhaupt die Provinz. In Minden droht die Abschaffung des Stadtschreiberstipendiums. Dazu das Mindener Tageblatt vom 10.4.02 unter der Überschrift „Linientreue Lyrik“: In einer solchen Situation kann die Beschäftigung mit einem [solch linientreuen DDR-Autor wie] Johannes Bobrowski oder eine Flucht in die Theologie keine Antwort… Continue Reading „Linientreue Lyrik“

Lerne das Unnütze

(z.B. also Lyrik), sagt auch die Dolomiten vom 10.4.02, Denn der freie, denkende Mensch ist der mit unnützer Bildung gestärkte Mensch. Die deutschsprachige Zeitung aus Südtirol berichtet auch von einer Schreibwerkstatt für italienische Oberschüler. Drei Tage lang sind der Dichter Ingo Cesaro und der… Continue Reading „Lerne das Unnütze“

Nationalphilologien

In der FR setzt Klaus Garber die Debatte um Nationalphilologien fort: Gäbe es eine Kultur des Erinnerns in Deutschland, müsste auch dieser literarische Aufbruch inbegriffen sein. Wir scheuen uns nicht, Opitzens Trostgedichte in Widerwertigkeit des Krieges der Jahre 1619/20 – ein Werk, das der… Continue Reading „Nationalphilologien“

Gleich nochmal Zweisprachigkeit:

Wer des Französischen mächtig ist, der darf seine Wiedergeburt auch formal erleben. Die Vorliebe des Autors für eine durchgehend gleichhebige Rhythmik, für Reime und Vokalharmonien scheint auf den ersten Blick, verglichen mit den Inhalten die durch diese Form transportiert werden, geradezu antiquiert und unpassend.… Continue Reading „Gleich nochmal Zweisprachigkeit:“

Wortspiegel

Gäste [in Parchim] sind diesmal Chefredakteur und Redakteure des “ “ aus Berlin, einer periodischen Publikation, die sich selbst als „Zeitschrift für Schreibgruppen und Schreibinteressierte“ definiert. Der „Wortspiegel“ ist unter der Leitung seiner völlig ehrenamtlich arbeitenden Redaktion längst mehr als lediglich ein Spiegel fremder… Continue Reading „Wortspiegel“