Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Wäre die deutschsprachige Literaturkritik so gut wie ihr Ruf, hätte sie merken können, dass es eine enorm starke Lyrik gibt, seit Jahren, dass das oft junge Autoren waren und noch sind, dass es in der Lyrik im Vergleich zu den durch die aufgeregten Heißluftaggregate… Continue Reading „Desinteressierte Kritik, starke Lyrik“
Hier schaltet sich ein kurzer Text ein, der mit „Silvesterpolen“ überschrieben ist. Er schildert die Begegnung mit einem Gedicht, „das ich noch nicht kenne, vielleicht auch niemals schreiben werde.“ Die Erinnerung an diesen Silvesterbesuch auf Usedom 1993/94, wo es plötzlich so deutlich nach DDR… Continue Reading „Reizstrom in Aspik“
Christoph W. Bauer löste mit seinem lyrisch gehaltenen Text «Auf.Stummen» eine Debatte aus über die Möglichkeit, Lyrik und Prosa zu verbinden – eine Diskussion, die zum Beitrag «Steine» des Schweizer Autors Raphael Urweider noch einmal aufgegriffen wurde. / NZZ 29.6.02
Man kann Ror Wolfs Bücher überall aufschlagen: Die Welt wird besser! Man lauscht der Loreley, verführerisch singt sie durchaus im Lexikonstil, man lauscht mit oder ohne Sinn und Verstand, ohne Widerstand. / Brigitte Kronauer, FR 29.6.02 – Weitere Gratulationen: Süddeutsche 29.6. (Ijoma Mangold) /… Continue Reading „Ror Wolf 70“
«Sagen Sie, hält hier jemand einen Teebeutel / ins Licht oder wie darf ich mir diesen / bernsteinfarbenen Abend erklären?» Wer empfänglich ist für neue Farbnuancen des Himmels, wen ein plötzlicher Geruchseinbruch interessiert, wer eine verführerisch schöne Ode an einen Bahnhof lesen möchte oder… Continue Reading „Kleine Sensationen des Alltags“
Für Hölderlin liegen die Dinge nicht mehr so einfach. Klassizistische Gewissheit wird in den Anfangsversen seines Gesangs «Der Einzige» transformiert zur existenziellen Selbstbefragung: «Was ist es, das / An die alten seligen Küsten / Mich fesselt, dass ich mehr noch / Sie liebe, als… Continue Reading „Erfindung der Antike“
Mit dem Band „Wenn ich schon sterben muß“ wurde 1985 einer breiteren Öffentlichkeit klar, dass Inge Müller eine der bedeutendsten Lyrikerinnen deutscher Sprache ist. Das klingt pathetisch, wird aber von der neuen Aufbau-Ausgabe nachdrücklich belegt. Auch Kenner ihres poetischen Werks werden da neue Texte… Continue Reading „Inge Müller“
Thomas Klings zuletzt erschienener Band, die Essaysammlung Botenstoffe, weist bereits daraufhin, dass Kling im Austausch von Informationen einen wesentlichen Bestandteil der Poesie begreift. Hermes, der „Botenstoffe verteilt“ und dabei als „geistesgegenwärtiger Grenzüberschreiter“ gilt, spielt eine zentrale Rolle im poetischen Gelände Klings. Am unbedingten Gebrauchswert… Continue Reading „Menschen umblättern … in Klings Speicher“
Im Kölner Stadtanzeiger (20.6.02**) ein Foto von Thomas Kling vor der Raketenstation Hombroich und das Gedicht „menhirreihen“ – Am 22.6.02 gratuliert das Blatt dem Dichter Jürgen Becker und seiner Frau zum 70. Geburtstag. – In der FAZ würdigt Walter Hinck die beiden Jubilare. (22.6.02)
Über eine elektronische Versfabrik des Autors Anton Seide berichtet die Hannoversche Allgemeine am 22.6.02
After my father died this past winter, one of the first poems I wanted to reread was Yehuda Amichai ’s „Letter of Recommendation.“ I first discovered this lyric in the Israeli poet’s book Amen in 1977, and it has remained with me ever since… Continue Reading „Letter of Recommendation“
Das Werk von Elfriede Gerstl ist in alle Winde verstreut. Sie verzettelt ihre Texte in Anthologien und Zeitschriften, und manchmal erscheint ein Sammelband, und die Kritiker machen große Augen. Sie hat einen Roman geschrieben, „Spielräume“ (1977), der aus dem Rahmen fällt, weil er von… Continue Reading „Gerstl 70“
Eine Rede in Heidelberg über «Die neue Poesie und die alte Menschheit» (1911) «ist als Erklärung gemeint und soll Scheidungen bewirken; mit dem lumpigen Begriff der Neuromantik soll ein Ende gemacht werden und das kann nur geschehen, wenn wir im Zusammenhange begründen, in welchem… Continue Reading „Borchardts steile Maßgeblichkeit“
Rüdiger Schütt: Dichter gibt es nur im Himmel. Leben und Werk von Hans Leip . Biographie und Briefedition 1893-1948. Verlag Dölling und Galitz, Hamburg 2002. 499 S., Fr. 44.30. / NZZ 15.6.02
Immerhin ist es mit diesem Band möglich, Inge Müllers Werk präziser zu sichten und vor Überschätzungen zu warnen. Gewiss, die «lyrische Autobiographie» ( Wulf Kirsten ), die sie sich in den Nachkriegsjahren abrang, beeindruckt noch heute. In oft frappierender «Kunstlosigkeit», wie es die Literarhistorikerin… Continue Reading „Unterm Schutt“
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