Kategorie: Deutsch

92. Zwei Frühvollendete

Buchebners zweite Inspirationsquelle ist, wie man in dem wunderbaren Sammelband ich die eule von wien nachlesen kann, weitaus verblüffender. Der Dichter, lose verankert in dem Literatenzirkel um den Wien-Heimkehrer Hermann Hakel, verehrt den US-Beat-Poeten Allen Ginsberg. Ihm denkt er die Rolle des Erlösers zu: „ginsberg wo… Continue Reading „92. Zwei Frühvollendete“

87. Pflicht zum Protest

Elfriede Jelinek hat einen klugen Text der Solidarität geschrieben: Ich habe lange überlegt, wie ich mich mit den Pussy Riot solidarisch erklären könnte. Ich habe sogar einen kleinen Text geschrieben, den ich in meine Homepage stellen wollte, ein Foto von mir selbst dazu, mit… Continue Reading „87. Pflicht zum Protest“

83. Longlist

Ein paar interessante Akzente und sprachliche Rätsel birgt ein Gespräch, das Michael Köhler mit Hubert Winkels über die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2012 führte. Einige Zitate: 1 Na ja, die Liste hat so einige direkt auffallende Eigenheiten. Es sind fünf Suhrkamp-Titel dabei, das ist enorm,… Continue Reading „83. Longlist“

82. Lyriker(in)

Als Lyriker(in) bezeichnet man eine bestimmte Art der poetischen Stimme. LyrikerInnen haben eine schwerere Stimme als Soubretten, aber eine leichtere als dramatische und hochdramatische SchriftstellerInnen. Die Begriffe leicht und schwer beschreiben mehrere Aspekte der Redephysiologie wie Umfang und Klangfarbe, Beweglichkeit, Volumen und Tragfähigkeit. LyrikerIn ist außerdem eine Bezeichnung für ein Stimmfach, in dem die betreffenden poetischen und prosaischeren Partien zusammengefasst sind.… Continue Reading „82. Lyriker(in)“

78. Gedichtweg

Die [Elsass-Freunde] schlugen vor, einen Gedichte-Weg entlang der Promenade einzurichten. Solche gibt es bereits als «sentiers des poètes» in Munster, Blienschwiller und Soultzmatt. Warum also nicht auch in Basel Gedichttafeln entlang der Promenade? Hans-Jörg Renk von den Elsass-Freunden sagt: «Die Gedichte sollen einen Bezug zur… Continue Reading „78. Gedichtweg“

77. Solidarität

Ich erkläre mich mit Pussy Riot solidarisch und wünsche, dass sie in die Freiheit entlassen werden! Russland ist im Augenblick eine lupenreine Diktatur und ein Unrechtsstaat. Ein solcher Schauprozess ist  die Fortsetzung der Sowjetunion mit anderen Mitteln. Dem Gebet von Pussy Riot zur Erlösung… Continue Reading „77. Solidarität“

76. Hans-Ulrich Treichel zum 60.

Aber das zentrale Trauma seiner Familie wurde erst zum Thema seines Werks, als sechs Jahre später der Roman „Der Verlorene“ erschien. Bis dahin galt Treichel als ein sensibel-lakonischer Lyriker, der sich seit dem Ende der siebziger Jahre mit Gedichtbänden wie „Restposten Wunder“, „Liebe Not“… Continue Reading „76. Hans-Ulrich Treichel zum 60.“

75. Bildstärke

In der arabischen Welt hat Lyrik einen anderen Stellenwert als bei uns. Man besitzt, ob Handwerker oder Ärztin, ob Politiker oder Straßenhändler, einen gewissen Fundus an auswendig gelernten Gedichten, die ganz selbstverständlich in Konversationen eingebaut werden. „Mein Baghdad ist ein Lied“ heißt es in… Continue Reading „75. Bildstärke“

73. Harsch

Fritz J. Raddatz in der Welt über Durs Grünbein (und Gernhardt und manche andere): „Meister der Plauderpoeme“ – „Gedichte, begreifbar wie Fernsehnachrichten, aber aufgeputzt wie für den Souvenirladen: Was ist nur bei Durs Grünbein schief gegangen?“ Er wird ausgerufen zu einer „der markantesten Stimmen… Continue Reading „73. Harsch“

71. Aus dem Ei

Seinen Geburtstag, den 22. Mai 1813, kommentierte Richard Wagner selbst mit Augenzwinkern – und einem Gedicht: „Im wunderschönen Monat Mai / kroch Richard Wagner aus dem Ei; / ihm wünschen alle, die ihn lieben, / er wäre lieber drin geblieben.“ / Donaukurier

70. Schönheit des nächtlichen Lyrik-Lesens

Die besondere Schönheit des nächtlichen Lyrik-Lesens besteht wohl in der Entlastung von der Bedeutsamkeit. Der Umgang mit Gedichten ist uns leider von den strengen Literaturlehrern in ganz besonderem Maß erschwert worden. Die „Interpretation“ oder die „Textanalyse“, die uns schon in der Schule als einzig… Continue Reading „70. Schönheit des nächtlichen Lyrik-Lesens“

69. Preise

Die Lyrikerin Lydia Daher aus Augsburg sowie die Romanautoren Elias Wagner aus München und der gebürtige Rosenheimer Christian Lorenz Müller erhalten die diesjährigen Bayerischen Kunstförderpreise in der Sparte Literatur. Die drei Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert, wie das Kunstministerium am Freitag in… Continue Reading „69. Preise“

68. Produktiv

Die literarische Produktivität des 87-jährigen Hans Bergel ist erstaunlich. Nach den erfolgreichen Bänden mit Erzählungen „Die Wildgans“ und „Am Vorabend des Taifuns“ – beide 2011 – und dem mit höchstem Lob bedachten Winkler/Bergel-Korrespondenzband „Wir setzen das Gespräch fort“ plant Bergels Berliner Verlag noch für… Continue Reading „68. Produktiv“

67. Geklagt wird immer

Der dänische Philosoph Georg Brandes, der 1927 starb, führt Beschwerde darüber, wie schlecht schon zu seiner Zeit gelesen worden sei. Was lesen die Leute? Zeitungen! Und wenn sie doch mal Bücher läsen (als wäre nur Bücherlesen richtiges Lesen), dann versorgten sie sich in Leihbibliotheken,… Continue Reading „67. Geklagt wird immer“

66. Vor 60 Jahren erschien „Mohn und Gedächtnis“

Nicht nur Geburts- und Todestage von Schriftstellern werden von Verlagen und Feuilletons als Jubiläen begangen. In seltenen Fällen feiern sie auch Büchergeburtstage – so in diesem Jahr den 60. des Gedichtbands, mit dem Paul Celan im deutschsprachigen Raum bekannt wurde: „Mohn und Gedächtnis“. Die… Continue Reading „66. Vor 60 Jahren erschien „Mohn und Gedächtnis““