Kategorie: Deutsch

Weltkind und gläubig

In Wiesbaden bin ich geboren,
In London pfiff mir der Wind um die Ohren

Selma Merbaum 100

Selma Merbaum

(geboren am 5. Februar 1924 in Czernowitz im Königreich Rumänien; gestorben am 16. Dezember 1942 im Zwangsarbeitslager Michailowka, damals Rumänien, heute Ukraine).

Wenn Schneemänner verreisen

Wenn Schneemänner verreisen

Schulden

ich habe schulden. ich sitze und trinke kaffee. ich lese zeitung, die ich habe wie ich schulden habe. ich lese: die bürger wollen mehr blumen und bäume. die bürger haben schulden wie ich.

Hugo von Hofmannsthal 150

Sie müssen sich abgewöhnen, zu verlangen, daß man mit roter Tinte schreibt, um glauben zu machen, man schreibe mit Blut.

Alter Professor

Für meine Schüler halt ich offen Haus;
sie kommen immer noch zu mir heraus,
sie kommen nicht, um mir Gesell zu sein,
sie kommen nur zu meinem guten Wein.

Elke Erb † 22. Januar 2024

Poesie ist nicht unerklärlicher als irgend etwas anderes Lebendiges. Hinter der Behauptung, sie sei unerklärlich, steckt der Anspruch einer tötenden Auflösung. Oder eine Diffamierung des Erklärens.

Der Fäulnis Chemien

Der Fäulnis Chemien fliessen im Grau,
In golddurchwirktem Laubgewirr

Kalendergedenken

Wie in jedem Jahr gibt es Dutzende, Hunderte „runde“ Jubiläen.

Die Krüge

An den langen Tischen der Zeit
zechen die Krüge Gottes.

Lyrikkritik 1983

Beim Blättern in alten Ordnern finde ich einen Zeitungsausschnitt aus der Wochenzeitung Sonntag von 1983 mit zwei Gedichten einer jungen Lyrikerin. Am Rand direkt darunter eine Randnotiz in meiner (damaligen) Handschrift. Sonntag ist die DDR-Vorgängerin des heutigen Freitag. Mein Kommentar ist nicht sehr freundlich,… Continue Reading „Lyrikkritik 1983“

Grabschrifft und Lobspruch

Creutz Saat / vnd Frewden Erndt / der wahren Kinder Gottes. Das ist: Christliche einfältige Leichpredig

Gábor Schrein zum 100. Geburtstag von Ágnes Nemes Nagy und der neuen deutschen Übersetzung ihrer Gedichte

Der Perlentaucher weist in seiner Magazinrundschau vom 9. Januar 2024 hin auf eine Debatte, die in Ungarn zum Werk von Ágnes Nemes Nagy geführt wird … Gábor Schrein zum 100. Geburtstag von Ágnes Nemes Nagy und der neuen deutschen Übersetzung ihrer Gedichte

Nein! Ich gefall mir nicht

Ich tret aus meinem Traum heraus
Und stell mich leise neben mich

Peter Huckauf

düster bohren sich noch die nachmittage
durchs schläfrige holz des nahen volkspark