Leseecke 3

Leseecke ist eine neue Rubrik, die sich der Veröffentlichung aller 154 Sonette Shakespeares in Günter Plessows Übersetzung und dem Originaltext (bei Signaturen) anschließt und hier Leseecke und Forum zur Diskussion über die Sonette und / oder Übersetzungen sein kann. Jedenfalls ich werde in den nächsten 154 Tagen mir jeden Tag eins der Sonette vornehmen und hier den Originaltext und von Fall zu Fall zusätzliches Material anbieten. Einladung zum Pendeln von Shakespeare zu Plessow und zurück (wenns sein muß auf Umwegen über Schlegel/Tieck, Bodenstedt, George, Kraus & Co). (Die Zahl neben dem Wort Leseecke ist die Nummer des Shakespearesonetts).
Sonette 1-7 bei Signaturen hier
Bisherige Folgen der Leseecke hier.

3

LOoke in thy glasse and tell the face thou vewest,
Now is the time that face should forme an other,
Whose fresh repaire if now thou not renewest,
Thou doo’st beguile the world, vnblesse some mother.
For where is she so faire whose vn-eard wombe
Disdaines the tillage of thy husbandry?
Or who is he so fond will be the tombe
Of his selfe loue to stop posterity?
Thou art thy mothers glasse and she in thee
Calls backe the louely Aprill of her prime,
So thou through windowes of thine age shalt see,
Dispight of wrinkles this thy goulden time.
     But if thou liue remembred not to be,
     Die single and thine Image dies with thee.

Einige Anmerkungen zum Text:

 

vewest viewest (siehst)

forme an other ein anderes Gesicht / eine andere Person formen

beguile betrügen vnblesse some mother einer (möglichen) Mutter keinen Segen gönnen

vn-eard wombe ungepflügter Schoß

tillage Pflügen, Befruchten husbandry a) Ackerbau b) eheliche Pflichten

posterity die Nachwelt sind hier natürlich die schuldhaft nicht gezeugten Kinder

 

Deutsche Fassung von Stefan George:

Shakespeare Sonnette. Umdichtung von Stefan George. Berlin: Georg Bondi, 1909
Shakespeare Sonnette. Umdichtung von Stefan George. Berlin: Georg Bondi, 1909

Deutsche Fassung von Max Josef Wolff:

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Shakespeares Sonette. Übersetzt von Max Josef Wolff. Berlin: B. Behr, 1903

 

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