Worte, Worte, aber keine Sprache

Tomas Tranströmer hatte Respekt vor der Sprache, er verschwendete sie nicht. „Ich bin umgeben von Schriftzeichen, die ich nicht deuten kann, ich bin durch und durch Analphabet“ heißt es in einem Gedicht. „Überdrüssig aller, die mit Worten, Worten, aber keiner Sprache daherkommen“, in einem anderen. Er sei der Worte oft müde, hat Tranströmer schon 1990 in einem Interview gesagt. Er sei verzweifelt wegen der Masse an Worten und Texten, die auf uns einströmen.

Tranströmer gelang es, Vorurteile gegen Lyrik zu widerlegen, ohne in Banalitäten abzurutschen. Seine Gedichte sind nicht abgehoben oder weltfremd. Er kleidete Alltägliches in ein neues Gewand, erfand die Metapher neu und eröffnete mit ausdrucksstarken Bildern ungeahnte Einblicke in scheinbar Vertrautes. Tranströmers Poesie beschreibe genau den Augenblick, in dem sich der Nebel lichte, hat sein Freund Lars Gustafsson einmal gesagt. / Anne Burgmer, Frankfurter Rundschau

Weitere Nachrufe: Zeit / Süddeutsche / Tagesspiegel / Neue Zürcher / New York Times

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