121. Midtown Correspondence 4

Die Beilage „The Arts“ der New York Times vom 30.7. enthält 8 Seiten, davon 1 TV-Programm, 1 Wetter + Werbung, 2 für Dinosaurer + TV, 4 Seiten für Musik, not a word of or on poetry.

Das Boulevardblatt New York Post dagegen nennt auf der dritten Seite eine klassische Autorin, nämlich Jane Austen, und druckt daneben das ganzseitige Foto einer anderen  Autorin. Und zwar so. In London wurde ein Mann verhaftet, der einer Feministin Drohungen getwittert hatte.  Caroline Criado-Perez hatte eine – erfolgreiche – Kampagne gestartet, um eine Frau auf britischen Banknoten abzubilden. Vergangene Woche teilte die Bank of England mit, daß Jane Austen auf neuen 10-Pfund-Noten abgebildet wird. Seitdem habe sie Twitter-Drohungen bekommen, darunter Androhungen von Vergewaltigung und Mord.

Das Autorinnenfoto daneben zeigt eine Sängerin und Songwriterin. Taylor Swift ist im Bikini beim Surfen oder Paddleboarding abgebildet. Vor ihrem Haus auf Rhode Island, das sie im April für schlappe 17 Millionen erworben hatte. Soweit die Poesienachricht im Zeitungsmachern und -käufern verkraftbaren Maß.

Eine Platte im Batterypark mit dem Sonett von Emma Lazarus, das auch den Sockel der Freiheitsstatue ziert. Nur wegen des Gedichts also brauchte man nicht rüberzufahren, was mit langen Schlangen, überfüllten Booten und flugzeugähnlichen Kontrollen verbunden ist. Jeder darf seine halbautomatischen Knarren haben, aber mein Schweizer Messer bedroht die Würde und Sicherheit der Vereinigten Staaten und muß draußenbleiben.

lazarus

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