125. Musikalisch

Für Bilder und Zeiten (FAZ 24.7.) porträtiert Jan Wagner auf einer ganzen Seite den amerikanischen Lyriker Wallace Stevens (1879 bis 1955) unter der Überschrift: „Der junge Dichter als Gott, der alte als Landstreicher“.

Stevens nutzt das ganze Arsenal von Rhythmen und Reimen (darunter so übermütige wie komische Binnenreime wie ‚catarrhs‘ auf ‚guitars‘), um seinen Texten ein Höchstmaß an Musikalität zu verschaffen, die sich stellenweise bis zum Ausruf, zu Lauteruption und schierem Übermut steigert: Wer wagte es noch, stößt er auf Zeilen wie ‚Ho! Ho! // But ki-ki-ri-ki / Brings no rou-cou, / No rou-cou-cou‘ (‚Depression before Spring‘) oder ‚Ohoyaho, / Ohoo‘ (‚Life is Motion‘), Stevens als einen distanzierten, ja verkopften Autor zu bezeichnen?

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