Völlig indifferent, äußerst fatalistisch, extrem bourgeois

Im Jahr 1932 beurteilt die neue sowjetische Literatur-Enzyklopädie Ossip Mandelstam wie folgt: Sein Schaffen sei „der künstlerische Ausdruck des Bewusstseins der Großbourgeoisie“, es zeige „völlige Indifferenz der Gegenwart gegenüber“, „äußersten Fatalismus und die Kälte innerer Gleichgültigkeit“ sowie „extrem bourgeoisen Individualismus“. Schwer kann man sich ein vernichtenderes Strafgericht über einen Dichter vorstellen. Verfasst wurde es – wie Ilja Ehrenburg sich später erinnerte – von einem ehemaligen Mandelstam-Verehrer, der unter dem Druck der Verhältnisse auf die Seite der Staats- und Parteimacht übergelaufen war. / Christoph Bartmann, SZ 1.12.03 über Ralph Dutlis Mandelstam-Biographie

Vgl. Lyrikpost 10/2003 u. früher!

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