Schlagwort: Exilliteratur

Brief

was uns angeht, hier, da wir noch leben, bleibt alles wie’s ist
wir gehen dahin und atmen den allen gemeinsamen Hauch,
ausgedünnt dieses alltägliche Leid

Magie in Knittelversen

Mög‘ es fröhlichen Knittelversen gelingen,
Alle Menschenherzen damit zu durchdringen,
Um die allgemeine Wohlfahrt heiter herbeizuzwingen!

Allein

Allein mit meinen ketzerischen Grübeleien
allein mit der ungelösten Arithmetik meiner Liebe
allein mit der verstrickten Erbschaft meiner toten Väter
allein mit Jerusalem in der Fremde
allein mit dem Mittelmeer das Gott ist
allein mit der Wüste die Gott ist

Dies war der Abschied

Dies ist die Ankunft.
Brot heißt Brot nicht mehr
und Wein in fremder Sprache ändert das Gespräch.

Ratlosigkeit

Aber die Schlange
ist ohne Schuld – sie glaubte es wäre ein Apfel
und wollte Adam und Eva auf dessen Köstlichkeit
hinweisen

Der Tscheche und der Deutsche

Die verkaufte Braut
ist auf deutschen Bühnen wie zu Hause
wir verstehen uns mit den Deutschen
Österreich und das Reich sind unsere Heimat
Wilhelm der Zweite treibt Sport in seinem Exil

Franz Hodjak †

kein verzweifeln packt mich, kein bangen.
nur trinke ich mehr, um aufrecht zu gehn.
noch ein freund ist weggegangen.