Das „Aktuelle Forum“ hat es wieder einmal geschafft: Zum Programmstart des zweiten Halbjahres war mit Reiner Kunze ein Schwergewicht der deutschen Nachkriegsliteratur zu Gast im Rinkeroder Pfarrzentrum. Über 100 Zuhörer waren gekommen, um von dem Schriftsteller etwas zum Thema „Instandsetzung des Morgens – Tagebuchnotizen und Gedichte aus 40 Jahren“ zu hören. / Ahlener Zeitung
Jani Oswald versteht es gekonnt, Profanes und scheinbar Erhabenes durch hintergründige Wortspiele bloßzustellen. So werden zum Beispiel Kärntner Volksliedtexte aufgegriffen, resolut umgekrempelt und auf diese Weise in einen anderen inhaltlichen Kontext gestellt. Lieder wie „Is schon still um den See“ oder „Dort wo Tirol an Salzburg grenzt“ gewinnen bei Jani Oswald unerwartete neue Aspekte. Und typisch für Jani Oswalds poetisches Universum ist auch das Wechseln vom Deutschen ins Slowenische und wieder zurück. / ORF
„Andante Mizzi. Gedichte auf Deutsch und Slowenisch“. Von Jani Oswald (Drava Verlag).
93 explizit politische Gedichte 1993-2008 als kostenlose PDF-Publikation online!
„Zu Zeiten der SocialBeat-Bewegung brauchte man weder die politische Frage (man hatte seinen Brinkmann) noch die spirituelle (man hatte seinen Ginsberg) zu stellen: man war SOWIESO voller Wut UND Visionen.“
Neuropolitik Teil II: „Sind die Monster zahm geworden?“ (19.12.2009, Ticker 124):
„Um diesen ‚Standard‘ aufrechtzuerhalten, sind die meisten von uns bereit, ein Leben hinzunehmen, das vorwiegend darin besteht, mit langweiligen Betätigungen genügend Mittel zu erwerben, um in der Zwischenzeit hektischen und teuren Vergnügen nachzugehen, die vorübergehende Erleichterung der Langeweile mit sich bringen. Diese Unterbrechungen hält man für das richtige Leben, für den eigentlichen Zweck, dem das notwendige Übel der Arbeit dient.“
Alan Watts, in: Weisheit des ungesicherten Lebens (1951)
„Das Düsseldorfer Dichtermonster – meist steigert er sich in einem rauschhaften Zustand: Der Bewußtseinspionier möchte mit seiner Kunst jede Art von Religion überwinden.“
Die FAZ am 9.9.1997 (FAZ Nr.209, S.57) über De Toys (www.poemie.net)
„was soll ich schon schreiben / über Bukarest / das stinkt und lärmt / und staubt die schuhe / (…) / das irdische institut / für gefahrenbekämpfung / ist deine totale anwesenheit / ein programmatisches gedicht / natürlich / wie alle / (…) / wer will schon / auf bessere tage / WARTEN / kommunismus & kapitalismus / sind beide dasselbe / angstverwaltungsprinzip / nachts bellen hunde / katzen keifen / straßen werden abgespritzt / taxis quietschen / ein überflüssiger palast / tausende pferdekarren / auf dem land / drumherum (…)“
Tom de Toys, in: „HIMMLISCHER HORROR“ (14.9.1994), jetzt dank PDF online!
G&GN-INSTITUT B-NEUKÖLLE 10.9.2010 / Und ja doch: trotz seiner transdualistischen Lochismuß-Poetologie der „sowohl-als-auch“ engagierten UND esoterischen Schreibmotiv(ation)en innerhalb desselben Textes GIBT ES durchaus „explizit politisch“ zu bezeichnende Gedichte von Tom de Toys!!! Bereits 1991 machte sich der Dichter einen politischen Reim auf den Golfkrieg (teilweise in seiner bis heute einzigen ISBN-Publikation „JeDaZeitBereit“ nachzulesen: Claus Richter Verlag, Köln 1993), aber erst am 8.8.1993 entstand auf dem 1.SocialBeat-Festival im Berliner „Pfefferberg“ sein Gedicht „EGOLITS (GEDICHT OHNE INHALT)“ mit den betriebsskeptischen Zeilen:
„und wieder schlagen sich / die künstler ihre köpfe ein / und wollen alle wichtig sein / so wichtig daß kein andrer zählt / der inhalt wird egal / wenns publikum dich auserwählt / (…) / oh macht dem künstler / der sich zu gebärden weiß / behauptet seiner sei der beste scheiß / (…) / TÖTET DIE FREIHEIT / TÖTET DIE KUNST / DANN SEID IHR BEREIT / FÜR DEN BÜHNENDUNST / TÖTET DIE FREIHEIT / TÖTET DIE KUNST / DAMIT IHR VERBLÖDET / IN ZUSCHAUERGUNST / (…) / ach wie gut daß keiner weiß / daß ich nur dichter aus verarschung heiß / sonst hätten sie mich längst gefeuert / fänden mich erstrecht bescheuert / doch mein ernster blick genügt / und die versammlung bleibt vergnügt (…)“
…die den Auftakt bilden zu seinem 93 „Kritische Gedichte von Köln bis Neukölln“ aus den Jahren 1993 bis 2008 umfassenden Gedichtband „WARUM HAST DU NICHT ZUR ANDEREN SEITE GESCHAUT?“ (als spiralgebundenes Copy-Art-Machwerk auf komplett blutrotem Papier), dessen Titel keineswegs mystisch gemeint ist sondern als heimlicher Vorwurf an Rolf Dieter Brinkmann, der bekanntermaßen auf dem Höhepunkt seiner Karriere bei einem Autounfall in London ums Leben kam. Nachdem nun endlich das letzte Exemplar der streng limitierten Sonderedition von 93 Stück (im G&GN-Verlag 2008) ohne jegliche Werbemaßnahmen verkauft wurde (es war in keinem einzigen Buchladen erhältlich sondern wurde ausschließlich vom Autor persönlich auf dessen Live-Literatur-Events angeboten, und auch das nur auf Anfrage!), entschied sich der Verlag, die Compilation zu Forschungszwecken als PDF zum kostenlosen Download im Internet freizugeben! Ausschlaggebend dafür ist die laufende Diskussion unter Jungautoren in der Lyrikzeitung über die Notwendigkeit eines Revivals „Politischer Lyrik“ und der Schwierigkeit einer begrifflichen Definition dieses speziellen Sektors. De Toys zählt laut Dr. Johannes Ullmaier (in: „Von Acid nach Adlon und zurück“, 2001) zu den „eigenweltlerischen“ wahren Popdichtern im ursprünglichen Wortsinne – im Gegensatz zu den sogenannten „Popper“-Literaten seit dem KiWi-Blöff rund um Stuckrad-Barre. Und Dr. Enno Stahl (vom Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut) bemerkte 2007 über ihn:
„Autoren wie (…) Tom de Toys u.v.m. haben mit ihren Texten, Kleinstpublikationen und Veranstaltungsreihen der literarischen Szenerie ihren Stempel aufgedrückt.“ (in der Broschüre zum Projekt ‚POP AM RHEIN‘)
Den DRUCK eines solchen Stempels spürt allerdings prinzipiell NUR der geneigte Leser, denn nur insofern es überhaupt eine Leserschaft gibt, können Gedichte ihre Kraft individuell entfalten. In der Schublade bleiben sie tickende Zeitbomben ohne Zünder. Auch ein Gedicht wie ‚Howl‘ von Allen Ginsberg konnte damals nur jene Zeitgenossen konkret seelisch/sozial beeinflussen, die es tatsächlich lasen – der Rest ist nichts weiter als aufgeblasenes Medienspektakel, wie es auch heute noch praktiziert wird, um Bedeutung und Einfluß zu suggerieren: mediale Massenhypnose zur institutionellen Statussicherung, um den geheimen gruseligen LEERLAUF kritisch-engagierter Dichtung geschickt zu verschleiern! Daher liegt der Verdacht nahe, daß sich politisch motivierte Stubenlyriker schon bald wieder zu öffentlichen Skandalperformern entwickeln und sogar „etablierte“ Preisträger dem ekelerregenden Betrieb entweder entsagen oder ihn zumindest für politische Zwecke instrumentalisieren, bis sie von den Betriebsverwaltern selber als image-gefährdend ABGESTEMPELT und wieder abgestoßen werden: stillschweigend durch schleichende Ignoranz totgeschwiegen nach nur zehn Jahren wie Minuten Superruhm. Wir wissen alle, wie schnell und gut das funktioniert mit nur einem Fehltritt ins Trendtabu. Passend dazu das *Gedicht „INFLATION“ (vom 26.12.1993) aus der Publikation. Der „kritische“ Auszug* daraus:
„und wieder ein gedicht / und wieder ein gedicht / und deinen lieben gott / den gibt es nicht / und wieder ein gedicht / und wieder ein gedicht / und deine seele kannst du / lange suchen / (…) ach lang ists her / und immer dasselbe / künstler hatten wir genug / gegen das schwarzrotgelbe / (…) / die kunst ist nicht tot / nein die kunst gabs noch nie / meine arbeit ist getan / ich kann mich besaufen / die kunst als unnützer scherz / lernt nie wirklich laufen / schön darf sie sein / dann will sie jeder kaufen / (…) / hier wie überall / verläuft alles im sand / und der sand im getriebe / wird gut geschmiert / oder im museum gehäuft / der alltag gewinnt / der künstler verliert / statt liebe nur hiebe / und über diese welt / kann jeder fluchen / aber sich verpissen / das kann letztlich keiner / denn der himmel ist nicht blau / und engel nicht weiß / ich schreibe ein gedicht / über diesen affenscheiß / (…) / mein mund ist schon lange / ein scheiterhaufen / und trotzdem sieht keiner / in den bildern den schmerz / ich sage dir heute / wie gestern spiel mit / oder flieh (…)“
Weitere Titel-Beispiele aus dem PDF, die neugierig machen sollen, lauten:
„WEDER FASCHIST NOCH CHRIST“, „ABRECHNUNG“, „SKANDAL“, „ÜBERSCHREI (AN DIE NEUE REGIERUNG)“, „ÜBERSPIELZEIT (SOCIAL BEAST SATIRE)“, „ÜBER-B-WERTUNG (PRÄDIKAT: ‚SLAMTAUGLICH‘)“, „1TRAG IM KÜRSCHNERS ZUR LEB(KUCHEN)ZEIT“, „MAINSTREAM“, „MINDESTLOHN“, „ÜBERSPRUNG (ZUR RE:POLiTiSiERUNG DES POETRY-SLAMS)“, „Das ‚FERLINGHETTO+GOMRING‘-Syndrom (DES(S)ERT(EUR): Kaltschale mit Zombiß & Zebraß)“, „KOSMOS & KONSUM (Plädoyer für ein neues Schulfach: ‚Allgemeine Sehnsucht‘ statt Religion)“, „TiEFENdAdA-BEiCHTE (ZUR ÜBERWINDUNG DER URSCHIZOPHRENIE)“, „KEIN BIßCHEN BERLINER (HYSTER!SCHE POPLiTERATUR IV)“, „ECHT(POP-U)TOPIE (DIE NEUE ÜBE[REMPFIND]L[ICH]KEIT)“ und als Antiprosa-Bonustrack „ÜBERSKANDAL (LITERAtürSPRECHANLAgenMANIPULATION)“.
Der Literaturbetrieb gleitet zwar reibungslos über seinen selbsterfundenen windstillen Ozean, allerdings ohne zu ahnen, daß eine sprechende Riesenqualle (bestehend aus genervten & gelangweilten Autoren aller Richtungen und Generationen) direkt unter ihm mit nur einer einzigen kleinen Zuckung AUFTAUCHEN könnte… Bis dahin empfehlen wir den kostenlosen Download der „anderen Seite der anderen Seite“ unter folgendem Hyperlink, solange der punapau-Server noch existiert:
(Dieser PDF-Link ist derzeit auch erreichbar als L&Poe-Doku (berichtigte Version): 93 Kritische Gedichte von Tom de Toys 1993-2008
Gerüchten zufolge soll nämlich das Portal „Künstlernetz Neukölln“ bereits nächstes Jahr KOMPLETT GELÖSCHT werden (die zuständige Galerie Schillerpalais versäumte es zwei Jahre lang, das ambitionierte Online-Projekt adäquat zu betreuen, nachdem De Toys seinen Job als Redakteur gekündigt hatte, um eine Ausbildung zum Kunsttherapeut zu beginnen), wodurch die gesamte 6-jährige Arbeit von Tom de Toys seit 2004 an seinem interdisziplinärem Ringsystem (untereinander vernetzte Werke/Dokus in den Sparten Literatur, Fotografie, Malerei, Performance, Sonstiges und Events) irreversibel vernichtet würde! Bei http://www.NewCologneART.de beginnt die Präsentation… Wer eine Idee hat, wie sich die ganze Präsentation retten ließe, möge sich bitte schnellstmöglich beim G&GN-Institut melden, gerne auch in Form eines Kommentars unter dieser Tickermeldung 🙂
* „INFLATION“ ALS ORIGINAL-HÖRVERSION VON 1998 (IN BESTER STUDIO-QUALITÄT!) AUF MYSPACE UNTER http://www.NEUROLYRIK.de => vom Autor expressionistisch gebrüllt für seine Band „Das Rilke Radikal“ (DR2), die mit zwischenzeitlichen Unterbrechungen von 1996-2009 bestand und erst vor wenigen Tagen endgültig aufgelöst wurde anstatt am 10.9.2010 zu konzertieren!!!
Warum aber bewegt gerade die bayerische Lyrik die Menschen in diesem Maß?
Anton G. Leitner erklärt und zeigt es:
Spricht man mit Anton Leitner, packt den Lyriker schnell seine Leidenschaft. „Ich habe mir Vielseitigkeit erhofft, aber meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen“, erzählt der examinierte Jurist begeistert und erklärt, wie bayerische Lyrik sein kann: erotisch, moralisch, unterhaltend. „Vor allem aber ist sie deftig und derb“, sagt Leitner – so wie der Freistaat. / Südwestpresse
Anton G. Leitner (Hg.): Ois is easy. Gedichte aus Bayern.
Verlag Sankt Michaelsbund, München. 200 S., 14.90 Euro.
roughblog meldet:
Ulf Stolterfoht, Herausgeber von Cowboy-roughbook 003 und Beiträger bei der Dt.-Dt. Übersetzungswerkstatt (roughbook 007), ist in den Widerstand gegangen. Wir empfehlen sein Blog: http://kleineaxt.wordpress.com/
Über den Neubau der Synagoge in Mainz berichtet die Süddeutsche Zeitung vom 7.7.:
Der bis zu 27 Meter hohe honigfarbene Raum ist mit einem mosaikartigen Stuckrelief aus dicht gedrängten hebräischen Buchstaben geschmückt. Nur selten lichtet sich der Zwischenraum, und religiöse Dichtungen, die im Mittelalter in Mainz entstanden sind und vom ersten Kreuzzug erzählen, werden lesbar.
Lutz Rathenow und Nancy Hünger in Jena hier.
Endler sudelte, er schrieb Tagebuchblätter, ätzend scharf, mit Genuss kauzig, mit Freude vertrackt, ehrgeizig bedacht auf das Sammeln jedweden Widersinns und Unsinns; mit wonnigem Fiber quirlte er Sprache, collagierte Zeitungsdeutsch mit seiner beißenden Poesie (»Tarzan vom Prenzlauer Berg«, »Der Pudding der Apokalypse«, »Nebbich. Eine deutsche Karriere«, »Krähenüberkrächzte Rolltreppe«). Er nannte sich Bubi Blazezak oder Bobbi »Bumke« Bergermann, bezeichnete sich selbstironisch als »Protestvergissmeinnicht, fiepend«, und wo die aktenmanische Stasi recht hatte, da hatte sie recht: »Der IM schätzt ein, dass die Art des Vortrags von Endler sehr gut war, weil er sehr akzentuiert sprach und mit deutlicher kabarettistischer Tendenz las. Während der Veranstaltung nahm er Alkohol zu sich.«
Soeben erschien »Dies Sirren«, lebendige Gespräche von Renatus Decker mit Endler (Wallstein Verlag Göttingen, 192 S., 19 Euro): sieben Unterhaltungen, von der Kindheit über Erlebnisse mit Paul Celan bei der »Gruppe 47« bis hin zu dem, was man die Psychogramme eines DDR-Insassen nennen könnte: Für Endler war der Osten zunehmend eine Witzstaatlichkeit, über die er aus seinen Schmuddelecken nur ablachen konnte.
Heute wäre Adolf Endler, der 2009 starb, 80 Jahre alt geworden. / Hans-Dieter Schütt, ND 10.9.
In Zusammenarbeit mit Yan Zhao hat der gelernte Wirtschaftsingenieur DIETER ZIETHEN (38) eine Kompilation klassischer chinesischer Gedichte unter dem Titel »Leise hör‘ ich Blüten fallen« ins Deutsche übertragen und als Buch mit begleitender Audio-CD veröffentlicht. RENÉ GRALLA sprach mit dem Übersetzer, ND 10.9.
Yan Zhao, Dieter Ziethen: Leise hör‘ ich Blüten fallen – Gedichte aus der chinesischen Klassik. Hefei Huang Verlag, 120 S., geb., inkl. Audio-CD [mit den chinesischen Texten], 11,90 €.
Kann der Chor der Zentralen Philharmonie Peking über das „Furzen“ singen? Und wie soll er das nur anstellen? Die Frage bereitete einst chinesischen Propagandafunktionären schlaflose Nächte. Anlass dazu gab ihnen der Vorsitzende Mao Tse-tung. Der war nicht nur KP-Führer, sondern auch Dichter. 1965 hatte er sein Gedicht „Gespräch zweier Vögel“ verfasst. Er nahm darin die Kulturrevolution vorweg und deutete schon die Absicht an, ein ihm nach Vorbild der Sowjetunion zu revisionistisch gewordenes China völlig umkrempeln zu wollen.
Obwohl Mao seine Strophen nach traditioneller Art komponierte, entgleiste er bei einem Vers im Ton. In seiner politischen Parabel lässt er einen legendären Riesenvogel (die von Mao geführte Revolution) einen kleinmütigen Spatz (seine bourgeoisen Gegner in der Partei ) zurecht weisen. Als der Spatz dem Riesenvogel vorschwärmt, wie gut doch Chruschtschows Gulaschkommunismus sei: „Auch zu Essen gibt es dort, Kartoffeln und Rindfleisch“, fällt ihm der Riesenvogel brüsk ins Wort: „Bu xu fang pi.“ Übersetzt heißt das: „Hör auf zu furzen.“ Danach steht: „Sieh: Die Welt wird umgewälzt.“ …
Am schwersten hatten es die Chöre und Orchester, die Maos Furz musikalisch vertonen und vorsingen mussten. / Johnny Erling, Die Welt
Serbien wird Schwerpunkt der Leipziger Buchmesse im Frühjahr 2011 sein. Die Süddeutsche berichtet am 2.9.:
Der Lyriker Dragoslav Dedovic hat im Klagenfurter Drava Verlag eine Anthologie herausgegeben, in der sich bosnische, serbische und kroatische Autoren um Sarajewo begegnen. Er gehört zu denen, die Vorschläge für die Leipzig-Auswahl ans Kulturministerium machen. ‚Es ist schwierig‘, meint er. ‚Die Leute hier reagieren bei Kritik traditionell ungehalten: „Ich habe recht! Mach, was du willst.“‚ Dann sind viele Themen, wie die Kriegsverbrechen, noch tabu, oder werden mit denen ,der Anderen“ erledigt. Wer Minenfelder nicht achtet, gilt als Nestbeschmutzer.
Bei der sechsten Stuttgarter Lyriknacht im Wilhelmspalais findet am Freitag, den 10. September ab 20.30 Uhr eine Lesung mit anschließendem Gespräch mit Volker Demuth statt. In seinem neuen Gedichtband Lapidarium erkundet Volker Demuth die poetische und existenzielle Tragweite des langen Gedichts für die Gegenwart. Gesprächspartner ist der Stuttgarter Autor und Übersetzer Joachim Kalka. Bereits um 19 Uhr lesen auf Einladung des Schriftstellerhauses Nadja Küchenmeister und Thilo Krause, begleitet von Ulrich Schlumberger am Akkordeon.
Um 22 Uhr präsentieren Nico Bleutge, Claudia Gabler und Klaus F. Schneider neue Gedichte, eingeleitet von ihrer liebsten Musik und umgeben von ihren Lieblingsbüchern. / Stuttgarter Wochenblatt
„Dieser spannende Bewerb wird weiterhin jährlich ausgeschrieben“, versicherte STW-Sprecher Harald Raffer.
In der Jury gibt es heuer eine personelle Änderung: Nachdem Lojze Wieser aus beruflichen Gründen ausscheiden musste, folgt ihm der Kärntner Schriftsteller Fabjan Hafner in das Gremium. Weitere Jurymitglieder sind Posch, Büchner-Preisträger Josef Winkler, Ilse Gerhardt, Richard Götz und Günter Schmidauer.
Die Stadtwerke Klagenfurt Gruppe erhielt bereits im Vorjahr als sichtbares Lob für die Ausrichtung dieser Kärntner Kulturveranstaltung selbst einen Preis: Eine Maecenas- Anerkennung von der „Initiative Wirtschaft für Kunst“, die diese Auszeichnung gemeinsam mit ORF und Wirtschaftskammer vergibt.
[also, verstehe ich alles richtig, die Wirtschaft vergibt einen Preis, das ist sehr gut, und mäzeniert sich dann selbst für die Kulturtat, aha]
Ab heute können sich Kärntner Autoren beider Landessprachen, Deutsch und Slowenisch, wieder um die begehrte Auszeichnung bewerben.
Erwartet werden bei freier Themenwahl sprachkünstlerisch anspruchsvolle Ausdrucksformen lyrischen Sprechens (Mundart ausgeschlossen*).
Teilnahmeberechtigt sind alle Kärntner Lyrikerinnen und Lyriker, sowie in Restösterreich oder im Ausland lebende Kärtner beider Landessprachen. / Mehr
*) Kreuzworträtsel nicht
Apropos Kreuzworträtsel:
„Vom Kinderreim bis zur Werbung, vom Kreuzworträtsel bis hin zum SMS – all das
kann man unter Lyrik verstehen“, erklärte Manfred Posch, Vorsitzender der Jury, der Kärnten, bei der am Donnerstag stattgefundenen Pressekonferenz zum Kärntner Lyrikpreis der Stadtwerke Klagenfurt Gruppe, als „Land der Maler und Dichter“ in Erinnerung rief. / ORF
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