104. Ayin Hillel

Hillel Omer (1926-1990 ) nahm auf Empfehlung des Dichters Avraham Shlonsky das Pseudonym Ayin Hillel an. Für Kinder zu schreiben begann er erst, als er Vater geworden war. Zu seinen bekanntesten Büchern gehören „Warum trägt das Zebra Pyjama?“ (1959) und „Onkel Simcha“ (1964). Ein Jahr vor seinem Tod veröffentlichte er zwei weitere Kinderbücher. Sein letztes Gedicht diktierte er 10 Tage vor seinem Tod im Jahre 1990 seiner jüngsten Tochter Hila vom Bett der Intensivstation aus. / Haaretz 20.8.

103. Doppelbegabung

„Blau ist ein Lockvogel“, dieses Gedicht könnte das Motto ihres diesjährigen Kunstpunktes sein. Johanna Hansen ist nicht nur Malerin, sondern auch Lyrikerin. Eine Doppelbegabung, die nicht nur Gnade, sondern oft auch Fluch sein kann in der Begegnung mit Kritikern und/oder Kollegen. „Die kann sich nicht entscheiden“, heißt es dann leicht. Multitalente, zumal wenn sie wirklich gut sind, ernten oft Skepsis in der öffentlichen und veröffentlichten Welt. „Die Maler sagen, die kommt ja nicht von der Akademie. Die Schreiber kritisieren, die geht fremd“, seufzt Johanna Hansen: „Ich habe keine Erklärung dafür. Aber ich leide darunter. Viel.“ / derwesten.de

102. Die Jury des 18. open mike ist benannt

Die Autoren Ilija Trojanow, Hanns-Josef Ortheil und Anja Utler sind die Juroren des 18. open mike. Sie werden im November in Berlin die drei besten deutschsprachigen Nachwuchsautoren küren, wobei ein Preis für Lyrik vergeben wird. Die Preise sind mit insgesamt 7.500 EUR dotiert.

In diesem Jahr nutzten knapp 700 junge Autoren ihre Chance zum Start in den Literaturbetrieb und sandten ihre Texte zum 18. open mike ein, 110 von ihnen bewarben sich mit Lyrik. Sechs Lektoren aus renommierten deutschsprachigen Verlagen wählen nun aus den anonymisierten Einsendungen bis zu 22 Nachwuchsautoren aus, die am 13. und 14. November beim Finale in Berlin an den Start gehen und ihre Texte dem Publikum und der Jury präsentieren. Die Wettbewerbstexte erscheinen im November als Anthologie im Allitera Verlag.

Traditionell lesen am Vorabend des Wettbewerbs mit Inger-Maria Mahlke, Leif Randt und Judith Zander Finalisten und Preisträger der letzten Jahre aus ihren Debüts.

Der open mike ist der wichtigste deutschsprachige Nachwuchs-Literaturwettbewerb, die Lesungen haben Kultstatus. Verleger, Lektoren und Agenten finden während des open mike „ihren“ literarischen Nachwuchs. Er ist für viele Autoren zum Sprungbrett ihrer Karriere geworden, zahlreiche bekannte Schriftsteller wie Karen Duve, Kathrin Röggla, Terézia Mora, Zsuzsa Bánk, Jochen Schmidt, Tilman Rammstedt, Markus Orths, Ariane Grundies, Christian Schloyer und Jörg Albrecht begannen ihre Laufbahn beim open mike.

Weitere Informationen unter www.literaturwerkstatt.org und www.crespo-foundation.de

101. Der ewige Konvertit Peter Schütt

Der 1939 in Basbeck/Niederelbe geborene Sohn eines Dorfschullehrers war nach Germanistik- und Geschichts studium mit anschließender Promotion als Assistent an der Universität in Hamburg tätig. Eine akademische Karriere vor Augen, wandte er sich 1968 der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) zu und wurde deren Mitbegründer. Die vermeintliche Karriere an der Universität in Hamburg war jedoch nach Hinwendung zur DKP schnell beendet. Im Jahr 1971 wurde er Mitglied des Parteivorstands der DKP und von 1973 bis 1981 Bundessekretär des DKP-nahen Demokratischen Kulturbundes. Im Rahmen seiner Funktionärstätigkeit unternahm er zahlreiche Reisen in die Länder des Ostblocks, nach Vietnam und in die USA. Er engagierte sich ebenso in der westdeutschen Friedensbewegung. Als er sich in den 1980er Jahren offen zu Michael Gorbatschows reformerischen Kurs bekannte, führte dieses zum Zerwürfnis mit der DKP-Führung und 1988 zum Ausschluss aus dem Parteivorstand.

Der anerkannte Schriftsteller und Intellektuelle gab daraufhin radikal und ohne Umschweife zu, dass sein langes Verbleiben bei den Kommunisten weder ihm noch der Menschheit Vorteile und Fortschritte gebracht habe. Nach diesem Kapitel seines Lebens fand der „Suchende“ nach eigener Aussage 1990 seine religiöse Heimat im schiitischen Islam, nachdem er 1987 eine Iranerin geheiratet hatte. Eine Reise nach Mekka hatte zu bewegenden und tiefen Eindrücken geführt, denen er sich nicht entziehen konnte. / shz.de

100. 2010 Ruth Lilly Fellowship Winners Announced

$75,000 in prizes awarded to five young poets

CHICAGO — The Poetry Foundation and Poetry magazine are pleased to announce the five recipients of the 2010 Ruth Lilly Fellowships: Brooklyn Copeland, Miriam Bird Greenberg, Nate Klug, Dora Malech, and Christopher Shannon. Among the largest awards offered to aspiring poets in the United States, each Lilly Fellowship carries a $15,000 scholarship prize for fellows to use as they wish in continued study and writing of poetry.

The editors of Poetry magazine selected the winning manuscripts from over 1,000 applications. In announcing the winners, Poetry editor Christian Wiman remarked, “The response to this year’s competition was the biggest yet. We are excited to be at the beginning of these talented young poets’ careers, and to give them the support and encouragement they need to take the next step.”

Brooklyn Copeland was born in Indianapolis in 1984, and spent most of her life just north of the city. Copeland has also lived in Florida, England, and Finland, and she currently works as an auditor and a yoga instructor. Limited runs of her chapbooks have appeared with small presses. The most recent,Laked, Fielded, Blanked, is scheduled to appear with Alice Blue Books this winter.

Miriam Bird Greenberg was born in 1980 and grew up in rural Texas. She studied English and studio arts at the University of Pittsburgh, and earned an MFA in Poetry from the Michener Center for Writers. She is a Wallace Stegner fellow at Stanford University.

Nate Klug was born in Minnesota in 1985 and grew up in Wellesley, Massachusetts. He attended Roxbury Latin in West Roxbury, Massachusetts, and went on to study English at the University of Chicago. He is currently a Master of Divinity student at Yale Divinity School and is a candidate for ordained ministry in the United Church of Christ. His poems and reviews have appeared or are forthcoming in the Christian Century, Literary ImaginationPoetryYale Review, and Zoland Poetry Annual.

Dora Malech was born in 1981 and grew up in Maryland. She earned a BA from Yale and an MFA from the Iowa Writers‘ Workshop. Author of Shore Ordered Ocean (2010) and Say So(forthcoming), her poems have appeared in the New Yorker, Poetry, and elsewhere. Poet-in-Residence at Saint Mary’s College of California this fall, her awards include the Civitella Ranieri and Glenn Schaeffer Fellowships.

Christopher Shannon was born in 1981 in Beech Grove, Indiana. He is a graduate of Northwestern University, where he received a BA in English and creative writing and minored in music. He earned his MFA from the University of Florida. His poems and reviews have appeared in 32 PoemsDenver Quarterly, and Germanic Review. Shannon is the editor of the text-message poetry journal Cellpoems.

These five emerging voices will be featured in Poetrymagazine’s November issue, and on www.poetryfoundation.org.

The Ruth Lilly Poetry Fellowship program is organized and administered by the Poetry Foundation in Chicago, publisher of Poetry magazine.

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About the Ruth Lilly Poetry Fellowship Program
Established in 1989 by Ruth Lilly to encourage the further writing and study of poetry, the Ruth Lilly Poetry Fellowship program has dramatically expanded since its inception. Until 1995, university writing programs nationwide each nominated one student poet for a single fellowship; from 1996 until 2007, two fellowships were awarded. In 2008 the competition was opened to all U.S. poets between 21 and 31 years of age, and the number of fellowships increased to five, totaling $75,000.

99. Scots Makar gestorben

Der Scots Makar, „Macher“ der Schotten, also ihr Nationaldichter Edwin Morgan starb am Donnerstag im Alter von 90 Jahren. Morgan gilt als einer der besten schottischen Dichter des 20. Jahrhunderts. 1999 wurde er der erste Poet Laureate von Glasgow, im Jahr darauf erhielt er die Goldmedaille für Lyrik aus der Hand der Königin. 2004 wurde er der erste Inhaber des Amts eines Scots Makar, sozusagen der schottischen Entsprechung zum britischen Poet Laureate. / BBC News


98. Spezialistin für andauerndes Verliebtsein

Bei Else Lasker-Schüler aber ist es wohl richtig, wenn Decker behauptet, sie habe nur ‚verschiedene Realitätsgrade‘ gekannt. Für einen Menschen, der in seiner eigenen Phantasiewelt lebt, ist Realität tatsächlich ein untergeordneter Begriff. Als Spezialistin für andauerndes Verliebtsein, die auf diesen Gefühlszustand angewiesen war, um zu Gedichten zu gelangen, musste Lasker-Schüler zwangsläufig die Realität zugunsten der Fiktionen überschreiten. Aber was heißt dann schon Realität.

Wie anstrengend es ist, so zu leben, nicht nur für die Dichterin selbst, sondern auch für die Menschen um sie herum, das lässt sich mit Kerstin Deckers einfühlsamer Lasker-Schüler-Biographie sehr gut nachvollziehen. ‚Mein Herz – Niemandem‘ ist ein Roman über eine Frau, die von ihren Freunden als ’neurasthenische Sappho‘ bezeichnet wurde, während Gershom Scholem sie 1934 in Jerusalem nur noch als ‚Ruine‘ betrachtete, ‚in der der Wahnsinn weniger haust als gespenstert‘. Kerstin Decker macht beides deutlich – Verzauberungspotential und Wahnsinn -, und erfindet eine Figur, die vielleicht so oder so ähnlich wirklich gewesen ist. / JÖRG MAGENAU, SZ 11.8.

KERSTIN DECKER: Mein Herz – Niemandem. Das Leben der Else Lasker- Schüler. Propyläen, Berlin 2009, 476 Seiten, 22,90 Euro.

97. Poetry Foundation Announces Fall 2010 Literary Series

CHICAGO — The Poetry Foundation is pleased to announce its Fall Literary Series for 2010. The schedule features readings, talks, and interpretive performances. Highlights include “Seeing Things,” a collaboration with the Art Institute of Chicago, the Chicago Symphony Orchestra, and Hubbard Street Dance Chicago; a reading by Naomi Shihab Nye; and the 56th Annual Poetry Day with Frank Bidart.

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Wednesday, September 15, 6:00 pm
Poetry Off the Shelf:
Valerie Martínez and Silvia Curbelo
Jazz Showcase
Dearborn Station
806 South Plymouth Court
Free admission

Valerie Martínez is a poet, teacher, translator, playwright, librettist, editor, and collaborative artist. Her first book of poetry, Absence, Luminescent (1999), won the Larry Levis Prize and a Greenwall Grant from the Academy of American Poets. A book-length poem, Each and Her, is out this year, as is her collection of Santa Fe poems (written during her tenure as poet laureate of Santa Fe), And They Called It Horizon. Her poems have also appeared in various anthologies of contemporary poetry.

Silvia Curbelo is the author of three collections of poetry: The Geography of LeavingThe Secret History of Water, andAmbush. Among her many laurels are fellowships from the National Endowment for the Arts, the Florida Arts Council, and the Cintas Foundation. Her poems have been published in literary journals and more than two dozen anthologies. A native of Matanzas, Cuba, she lives in Tampa, Florida, where she is managing editor for Organica magazine.

Co-sponsored with the Guild Complex and Letras Latinas

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Thursday, September 30, 6:00 pm
Poetry Off the Shelf: Seeing Things
Franz Wright

Fullerton Hall
Art Institute of Chicago
111 South Michigan Avenue
Free admission

Through his 14 collections, Franz Wright has written sharply perceptive, keenly felt poems that attest to his ability to shape revelation from darkness and transform the past into a luminous present. Walking to Martha’s Vineyard (2003) was awarded the Pulitzer Prize. Wright has also translated poems by René Char, Erica Pedretti, and Rainer Maria Rilke. In 2008 he and his wife, Elizabeth Oehlkers Wright, co-translated a collection by the Belarusian poet Valzhyna Mort, Factory of Tears. He has received the PEN/Voelcker Award for Poetry, as well as grants and fellowships from the Guggenheim Foundation, the Whiting Foundation, and the National Endowment for the Arts. Wright is currently the writer-in-residence at Brandeis.

Co-sponsored with the Art Institute of Chicago

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Thursday, October 14, 6:00 pm
Poetry Day: Frank Bidart

Cindy Pritzker Auditorium
Harold Washington Library Center
400 South State Street
Free admission

Now in its 56th year, Poetry Day is one of the oldest and most distinguished reading series in the country. Inaugurated by Robert Frost, Poetry Day has featured such poets as T.S. Eliot, Marianne Moore, Elizabeth Bishop, W.H. Auden, Seamus Heaney, and Adrienne Rich.

In a career spanning 30 years, Frank Bidart has established himself as one of the most original and compelling poets of his generation. Initially influenced by T.S. Eliot and Ezra Pound, and later by his teacher Robert Lowell, Bidart has expanded the possibilities of poetry. He is the author of eight critically acclaimed collections, including, most recently, DesireStar Dust, and Watching the Spring Festival (all from Farrar Straus & Giroux). Bidart won the Poetry Society of America’s Shelley Memorial Award in 1997, the Wallace Stevens Award in 2000, and the Bollingen Prize in 2007. A past chancellor of the Academy of American Poets, he has taught at Wellesley College since 1972.

Co-sponsored with the Chicago Public Library

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Sunday, October 24, 7:30 pm
Monday, October 25, 7:30 pm
Poetry on Stage: The Misanthrope by Molière, translated by Richard Wilbur

Richard Christiansen Studio at Victory Gardens
2433 North Lincoln Avenue
773.871.3000
Tickets $20; $10 students

Hardly a year has gone by in over two centuries that has not seen numerous productions of The Misanthrope, making it one of the most enduring comedies of all time. Richard Wilbur’s translation of Molière’s comic masterpiece is in rhymed verse. We meet afresh Alceste (the title character), his friends, and his fiancée. The outspoken Alceste finds them all vain, hypocritical, and insincere, while his own comic flaw lies in considering himself flawless. Bernard Sahlins directs a cast of talented Chicago actors in this staged reading.

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Thursday, October 28, 6:00 pm
Poetry Off the Shelf: John Balaban and Le Pham Le

Ruggles Hall
The Newberry Library
60 West Walton Street
Free admission

John Balaban is the author of 12 books of poetry and prose, including four volumes that together have won the Academy of American Poets’ Lamont prize, been selected for the National Poetry Series, and earned two nominations for the National Book Award. His Locusts at the Edge of Summer: New & Selected Poems won the 1998 William Carlos Williams Award from the Poetry Society of America. In 2003 he was awarded a John Simon Guggenheim Fellowship. Balaban is a translator of Vietnamese poetry and a past president of the American Literary Translators Association, as well as a poet-in-residence and professor of English in the creative writing program at North Carolina State University in Raleigh.

Born in Vietnam, Le Pham Le attended the University of Pedagogy in Saigon, where she earned a BA in Vietnamese language and literature. After teaching high school for five years, she left her country with her family during the fall of South Vietnam. Her first publication is a bilingual collection of Vietnamese poems entitled Gio Thoi Phuong Nao/From Where the Wind Blows (Vietnamese International Poetry, 2003).

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Thursday, November 4, 6:00 pm
Poetry Off the Shelf: Seeing Things
Naomi Shihab Nye

Fullerton Hall
Art Institute of Chicago
111 South Michigan Avenue
Free admission

Naomi Shihab Nye has spent 35 years traveling the world, leading workshops, and inspiring students of all ages. Nye was born to a Palestinian father and an American mother and grew up in St. Louis, Jerusalem, and San Antonio. Her numerous books of poetry include You & Yours (a best-selling poetry book of 2006). Other works include seven prize-winning poetry anthologies for young readers. A collection of poems for young adults, Honeybee, won the 2008 Arab American Book Award in the Children’s/Young Adult category. Nye has held fellowships from the Lannan and Guggenheim Foundations as well as the Library of Congress. In January 2010 she was elected to the board of chancellors of the Academy of American Poets.

Co-sponsored with the Art Institute of Chicago

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Sunday, November 14, 4:00 pm
Poetry Off the Shelf:
Thomas Lynch: Bodies in Motion and at Rest

Thorne Auditorium
Northwestern University School of Law
375 East Chicago Avenue
312.494.9509 or www.chicagohumanities.org
Tickets $5; free for students and teachers with ID
Tickets go on sale to Chicago Humanities Festival members on Tuesday, September 7, and to the general public on Monday, September 20

Lynch is the author of three collections of poems and three books of essays. A book of stories, Apparition & Late Fictions, and a new collection of poems, Walking Papers, were published this year. His work has also appeared in the AtlanticGranta, the New York Times, the Times of London, the New Yorker, andParis Review. Lynch lives in Milford, Michigan, where he has been the funeral director since 1974, and in Moveen, County Clare, Ireland. He reads from his work and reflects on his unusual perspective as poet and undertaker, and what this duality brings to his writing. After the reading, Lynch will be interviewed by the president of the Poetry Foundation, John Barr.

Co-sponsored with the Chicago Humanities Festival

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Friday, December 3, 6:00 pm
Poetry Off the Shelf: Seeing Things
Idylls of the King

Fullerton Hall
Art Institute of Chicago
111 South Michigan Avenue
Free admission

British photographer Julia Cameron’s 19th-century tableaux of Tennyson’s Idylls of the King are brought to life with images, verse, and music. Actor/playwright Christopher Cartmill directs and performs, assisted by actor Mary Ernster.

Co-sponsored with the Art Institute of Chicago

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Sunday, December 12, 7:30 pm
Monday, December 13, 7:30 pm
Poetry on Stage
Under Milk Wood
by Dylan Thomas

Richard Christiansen Studio at Victory Gardens
2433 North Lincoln Avenue
773.871.3000
Tickets $20; $10 students

Just a month before his tragic death at age 39, Dylan Thomas completed this radio play about a town called Llareggub (say it backwards). The inhabitants of this small Welsh town by the sea are, to say the least, a colorful bunch of eccentrics who, in a work of great poetic beauty, decide to cordon off Llareggub from the “sane world.” Bernard Sahlins directs a cast of talented Chicago actors in this staged reading.

96. »Nachsommer der Dichter«

Im Herbst werden die Dichter Michèle Métail (France), Gino Chiellino (Deutschland), Antonella Anedda und Claudio Pozzaani (Italien), Jean Portante (Luxembourg) und Christian Uetz (Schweiz) aus ihrem lyrischen Werk lesen …

Weitere Informationen und Anmeldung bis Freitag, 10. September, beim Schweizerischen Generalkonsulat, Briennerstr. 14, unter der Telefonnummer 28 66 20 23 oder per E-Mail an ulrike.sempf@eda.admin.ch. / Münchner Wochenanzeiger

95. Das „schrägschöne Land Bayern“

Eine neue Lyrikanthologie mit dem Titel „Ois is easy“ versucht, das „ganze schrägschöne Land Bayern“ in all seinen Facetten zu charakterisieren. Dafür hat der Lyriker und Herausgeber der Zeitschrift „Das Gedicht“, Anton G. Leitner, Texte von fast 50 Autoren, die entweder aus Bayern stammen oder im Freistaat eine neue Heimat gefunden haben, zusammengetragen. …

Kritisch setzt sich die Sammlung auch mit der Münchner Schickeria auseinander. Liedermacher Konstantin Wecker sinniert über das „Surfen und Schifahren“, und Alfons Schweiggert spottet: „um das amigodrom der staatskanzlei / scharwenzelt die wallfahrtgeschulte / und rosenkranzdekorierte, / die passionsspielsüchtige, / die lederhosengewappnete und dirndlverkorkste / bussi- und proseccogesellschaft.“ / Die Welt

94. Echoräume von Wörtern

Das Besondere dieses Bandes ist, dass jedes Gedicht in einer bündnerromanischen Fassung (Vallader) und einer deutschen Fassung gedruckt ist. Die Autorin bewegt sich durch beide Sprachen wie durch zwei unterschiedliche Wortlandschaften. Wenn es je zu beweisen galt, dass Gedichte keine Erlebnisberichte über Gedanken oder Gefühle sind, sondern nichts als Echoräume von Wörtern: Hier haben wir diesen Beweis. Darum ist die eine Fassung nicht die Übersetzung der anderen, sondern deren Metamorphose, manchmal Erhellung, manchmal Verdüsterung. Ein Beispiel ist das Gedicht «Davant il serragl dals chucals / Vor dem Schweinepferch» (…). Die rätoromanische Variante spielt anders mit dem Lautmaterial – die Schnalzlaute in «chucal», «vacha», «chavà», «chavra» führen uns geradezu direkt an den Zaun des «Schweine-Serails». / Iso Camartin, NZZ 18.8.

Leta Semadeni: In mia vita da vuolp – In meinem Leben als Fuchs. Chasa Editura Rumantscha, Chur 2010. 138 S., Fr. 32.90.

93. Bodmers Lob der Urrepublik

«Damals pfropften die Väter das Recht, die Tugend und Sitten / in den Busen der Söhne, sie wuchsen darin zum Instinkt. / Man empfand, dass sein Wohlsein im Wohlsein anderer blühte. / Dass man sein eigenes Haus durch Rettung andrer beschützte. / Dass die Tugend, nicht schwer zu tragen, die Stirn nicht durchfaltet.» Solche Verse, im hüpfenden Hexameter geschrieben, beschreiben die idyllische Urzeit der Menschheit, in der alle eine Republik bildeten. Die Zeilen stammen aus Johann Jakob Bodmers Epos «Der Noah. In zwölf Gesängen» (1752). / Bernhard Lang, NZZ 17.8.

Jesko Reiling: Die Genese der idealen Gesellschaft. Studien zum literarischen Werk von Johann Jakob Bodmer (1698–1783). Verlag Walter de Gruyter, Berlin 2010. 322 S., 139 Fr.

92. Hacks-Kult

An geistesaristokratischer Arroganz war dieser Dichter kaum zu überbieten. Als seine politische Wahlheimat, die DDR, kollabierte, verbreitete er die Mär von einer geheimdienstlichen Verschwörung wider die sozialistische Vernunft. Der Dramatiker und Lyriker Peter Hacks (1928–2003) war sicherlich der unberechenbarste Schriftsteller der Deutschen Demokratischen Republik, ein kommunistischer Dandy, der sich von den Hofschranzen der SED-Kulturpolitik ebenso scharf abgrenzte wie vom Dissidententum jener utopischen Sozialisten, die an die demokratische Reformierbarkeit ihres Staates glaubten. Wegen seiner DDR-Apologetik und seines fortgesetzten Kokettierens mit dem Stalinismus ist dieser Autor auch sieben Jahre nach seinem Tod eine Reizfigur geblieben.

Es gibt indes auch einen Hacks-Kult, der keineswegs nur von den intellektuellen Parteigängern der deutschen Linkspartei betrieben wird, sondern auch von einem bekennenden Konservativen wie Martin Mosebach, der Hacks‘ Poetik des Klassizismus huldigt. …

In einer Anmerkung zu Arno Schmidt hat Hacks schliesslich ein Selbstporträt als souveräner Solitär versteckt: «Was diesen Schriftsteller befähigt, ins Aschgraue hinein so glanzvoll zu schreiben, ist der Entschluss, sich als der zu setzen, der Recht hat, und alle Mitmenschen als die, die Unrecht haben. Was ich sage, sagt er, stimmt: es ist das Jahrhundert, welches insgesamt irrt.» Diesen grossen Furor, gegen das kapitalistische Zeitalter noch auf verlorenem Posten recht zu behalten, hat der Dichter Peter Hacks zur Virtuosität entwickelt. / Michael Braun, NZZ 11.8.

Peter Hacks: Die Massgaben der Kunst. Mit einem Nachwort von Dietmar Dath. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2010. 1302 S., Fr. 89.–.

91. 8. Internationales Lyrikfestival Basel

4. und 5. September 2010 | Literaturhaus Basel

Barfüssergasse 3, 4051 Basel

Samstag, 4. September 2010

19.00 Uhr

Lyrik und zeitgenössische Musik
Trio Tafeal: Mit Vertonungen von Gedichten von Oskar Pastior, Robert Lax und Marin Sorescu.
Anschliessend Podiumsgespräch mit den Komponisten Wanja Aloe und Daniel Fueter und dem Literaturwissenschaftler Karl Pestalozzi.

Sonntag, 5. September 2009

11.00 Uhr

Verleihung des Basler Lyrikpreises
an Werner Lutz

Laudatio: Rudolf Bussmann, anschliessend Apéro.

Werner Lutz (*1930) ist ein Meister der sprachlichen Reduktion und Präzision. Er gehört zu den bedeutendsten Schweizer Lyrikern der Gegenwart. Sein lyrisches Werk geht auf Dinge zu, die sich am Rand der Aufmerksamkeit befinden, zwischen Vergessen und Verdrängen. Seine Gedichte holen ans Licht, was anders nicht in Erscheinung treten könnte: Träume und Ängste, Sehnsüchte und Merkwürdigkeiten des Alltags.

Begegnungen

13.00 – 13.45 Uhr

Konstantin Ames liest und ist im Gespräch mit Urs Allemann. Konstantin Ames will mehr sein als „Kreuzworträtsler und Verfahrenstechniker“, kann auch, traut sich, findet das dionysische Ventil. „zuss, der wimpernknecht“ – der 39teilige Text, den Ames vorstellen wird – ist „ein Vorspiel politischer Liebesdichtung, wie ich sie für wünschenswert erachte“. Wozu ist „zuss“ da? „Belletristische Texte sind dazu da, Lesern eine verschlossene Tür ihrer selbst zu öffnen.“

13.45 – 14.30 Uhr

Elfriede Czurda liest und ist im Gespräch mit Wolfram Malte Fues. Was unterscheidet das Schachspiel vom Sprachspiel? Beim Schachspiel gilt es, in einem vorgegebenen Rahmen nach unveränderbar strengen Regeln eine Kombinatorik zu entwickeln, die sich einer ihr entgegengesetzten als überlegen erweist. Beim Sprachspiel gilt es, in einem Rahmen, den es sich Zug um Zug selber steckt, nach streng veränderlichen Regeln eine Kombinatorik zu entwickeln, die mit sich als ihrem Gegner rechnet und handelt. Elfriede Czurda ist eine Meisterin des Sprachspiels.

15.00 – 15.45 Uhr

Marion Poschmann liest und ist im Gespräch mit Rudolf Bussmann. Marion Poschmann avancierte in den letzten acht Jahen zu „einer der grössten Hoffnungsträgerinnen der jungen Lyrik“ (Frankfurter Rundschau). Ihre Gedichte beruhen auf einfachen Naturbeobachtungen, sind aber so listig angelegt, dass sie nicht selten zum Irrgarten werden. Marion Poschmann stellt unsere Wahrnehmung in Frage, spielt mit Trugbild und Täuschung, Illusion und Spiegelung. Die Gedichte des neusten Bandes „Geistersehen“ stehen wiederum im Zeichen des Sehens – sie entwickeln „eine Wahrnehmungskunst, die neue Massstäbe setzt in der Dichtung des 21. Jahrhunderts“ (NZZ).

15.45 – 16.30 Uhr

Brigitte Fuchs liest und ist im Gespräch mit Martin Zingg. Das „Handbuch des Fliegens“ von Brigitte Fuchs kreist leichtfüssig und variantenreich um das Abheben, Überfliegen. Wer sich darauf einlässt,gerät unversehens in den Luftsog ihrer Poesie, ist kopfüber dabei, fühlt sich leicht, wie schwerelos, bei einer Dichterin, die ironisch, heiterhell oder leise melancholisch phantasievolle Wortbilder schöpft. Ihre sinnliche, farbige Sprache entgrenzt und verführt, die Bodenhaftung scheint aufgehoben.

16.45 – 17.15 Uhr

Oskar Pastior (1927 – 2006), Lyrikperformance mit Urs Allemann

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90. American Life in Poetry: Column 282

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

Because I’m a senior citizen I’m easily attracted by poems about my brothers and sisters meandering into their golden years. Here’s a poem by Edward Hirsch, who lives in New York, that offers our younger readers a look at what’s to come.

Early Sunday Morning

I used to mock my father and his chums
for getting up early on Sunday morning
and drinking coffee at a local spot
but now I’m one of those chumps.

No one cares about my old humiliations
but they go on dragging through my sleep
like a string of empty tin cans rattling
behind an abandoned car.

It’s like this: just when you think
you have forgotten that red-haired girl
who left you stranded in a parking lot
forty years ago, you wake up

early enough to see her disappearing
around the corner of your dream
on someone else’s motorcycle
roaring onto the highway at sunrise.

And so now I’m sitting in a dimly lit
café full of early morning risers
where the windows are covered with soot
and the coffee is warm and bitter.

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2009 by Edward Hirsch from his most recent book of poetry, The Living Fire, Knopf, 2010. First printed in the Northwest Review, Vol. 47, no. 7, 2009, and reprinted by permission of Edward Hirsch and the publisher. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.