Lutz Rathenow und Nancy Hünger in Jena hier.
Endler sudelte, er schrieb Tagebuchblätter, ätzend scharf, mit Genuss kauzig, mit Freude vertrackt, ehrgeizig bedacht auf das Sammeln jedweden Widersinns und Unsinns; mit wonnigem Fiber quirlte er Sprache, collagierte Zeitungsdeutsch mit seiner beißenden Poesie (»Tarzan vom Prenzlauer Berg«, »Der Pudding der Apokalypse«, »Nebbich. Eine deutsche Karriere«, »Krähenüberkrächzte Rolltreppe«). Er nannte sich Bubi Blazezak oder Bobbi »Bumke« Bergermann, bezeichnete sich selbstironisch als »Protestvergissmeinnicht, fiepend«, und wo die aktenmanische Stasi recht hatte, da hatte sie recht: »Der IM schätzt ein, dass die Art des Vortrags von Endler sehr gut war, weil er sehr akzentuiert sprach und mit deutlicher kabarettistischer Tendenz las. Während der Veranstaltung nahm er Alkohol zu sich.«
Soeben erschien »Dies Sirren«, lebendige Gespräche von Renatus Decker mit Endler (Wallstein Verlag Göttingen, 192 S., 19 Euro): sieben Unterhaltungen, von der Kindheit über Erlebnisse mit Paul Celan bei der »Gruppe 47« bis hin zu dem, was man die Psychogramme eines DDR-Insassen nennen könnte: Für Endler war der Osten zunehmend eine Witzstaatlichkeit, über die er aus seinen Schmuddelecken nur ablachen konnte.
Heute wäre Adolf Endler, der 2009 starb, 80 Jahre alt geworden. / Hans-Dieter Schütt, ND 10.9.
In Zusammenarbeit mit Yan Zhao hat der gelernte Wirtschaftsingenieur DIETER ZIETHEN (38) eine Kompilation klassischer chinesischer Gedichte unter dem Titel »Leise hör‘ ich Blüten fallen« ins Deutsche übertragen und als Buch mit begleitender Audio-CD veröffentlicht. RENÉ GRALLA sprach mit dem Übersetzer, ND 10.9.
Yan Zhao, Dieter Ziethen: Leise hör‘ ich Blüten fallen – Gedichte aus der chinesischen Klassik. Hefei Huang Verlag, 120 S., geb., inkl. Audio-CD [mit den chinesischen Texten], 11,90 €.
Kann der Chor der Zentralen Philharmonie Peking über das „Furzen“ singen? Und wie soll er das nur anstellen? Die Frage bereitete einst chinesischen Propagandafunktionären schlaflose Nächte. Anlass dazu gab ihnen der Vorsitzende Mao Tse-tung. Der war nicht nur KP-Führer, sondern auch Dichter. 1965 hatte er sein Gedicht „Gespräch zweier Vögel“ verfasst. Er nahm darin die Kulturrevolution vorweg und deutete schon die Absicht an, ein ihm nach Vorbild der Sowjetunion zu revisionistisch gewordenes China völlig umkrempeln zu wollen.
Obwohl Mao seine Strophen nach traditioneller Art komponierte, entgleiste er bei einem Vers im Ton. In seiner politischen Parabel lässt er einen legendären Riesenvogel (die von Mao geführte Revolution) einen kleinmütigen Spatz (seine bourgeoisen Gegner in der Partei ) zurecht weisen. Als der Spatz dem Riesenvogel vorschwärmt, wie gut doch Chruschtschows Gulaschkommunismus sei: „Auch zu Essen gibt es dort, Kartoffeln und Rindfleisch“, fällt ihm der Riesenvogel brüsk ins Wort: „Bu xu fang pi.“ Übersetzt heißt das: „Hör auf zu furzen.“ Danach steht: „Sieh: Die Welt wird umgewälzt.“ …
Am schwersten hatten es die Chöre und Orchester, die Maos Furz musikalisch vertonen und vorsingen mussten. / Johnny Erling, Die Welt
Serbien wird Schwerpunkt der Leipziger Buchmesse im Frühjahr 2011 sein. Die Süddeutsche berichtet am 2.9.:
Der Lyriker Dragoslav Dedovic hat im Klagenfurter Drava Verlag eine Anthologie herausgegeben, in der sich bosnische, serbische und kroatische Autoren um Sarajewo begegnen. Er gehört zu denen, die Vorschläge für die Leipzig-Auswahl ans Kulturministerium machen. ‚Es ist schwierig‘, meint er. ‚Die Leute hier reagieren bei Kritik traditionell ungehalten: „Ich habe recht! Mach, was du willst.“‚ Dann sind viele Themen, wie die Kriegsverbrechen, noch tabu, oder werden mit denen ,der Anderen“ erledigt. Wer Minenfelder nicht achtet, gilt als Nestbeschmutzer.
Bei der sechsten Stuttgarter Lyriknacht im Wilhelmspalais findet am Freitag, den 10. September ab 20.30 Uhr eine Lesung mit anschließendem Gespräch mit Volker Demuth statt. In seinem neuen Gedichtband Lapidarium erkundet Volker Demuth die poetische und existenzielle Tragweite des langen Gedichts für die Gegenwart. Gesprächspartner ist der Stuttgarter Autor und Übersetzer Joachim Kalka. Bereits um 19 Uhr lesen auf Einladung des Schriftstellerhauses Nadja Küchenmeister und Thilo Krause, begleitet von Ulrich Schlumberger am Akkordeon.
Um 22 Uhr präsentieren Nico Bleutge, Claudia Gabler und Klaus F. Schneider neue Gedichte, eingeleitet von ihrer liebsten Musik und umgeben von ihren Lieblingsbüchern. / Stuttgarter Wochenblatt
„Dieser spannende Bewerb wird weiterhin jährlich ausgeschrieben“, versicherte STW-Sprecher Harald Raffer.
In der Jury gibt es heuer eine personelle Änderung: Nachdem Lojze Wieser aus beruflichen Gründen ausscheiden musste, folgt ihm der Kärntner Schriftsteller Fabjan Hafner in das Gremium. Weitere Jurymitglieder sind Posch, Büchner-Preisträger Josef Winkler, Ilse Gerhardt, Richard Götz und Günter Schmidauer.
Die Stadtwerke Klagenfurt Gruppe erhielt bereits im Vorjahr als sichtbares Lob für die Ausrichtung dieser Kärntner Kulturveranstaltung selbst einen Preis: Eine Maecenas- Anerkennung von der „Initiative Wirtschaft für Kunst“, die diese Auszeichnung gemeinsam mit ORF und Wirtschaftskammer vergibt.
[also, verstehe ich alles richtig, die Wirtschaft vergibt einen Preis, das ist sehr gut, und mäzeniert sich dann selbst für die Kulturtat, aha]
Ab heute können sich Kärntner Autoren beider Landessprachen, Deutsch und Slowenisch, wieder um die begehrte Auszeichnung bewerben.
Erwartet werden bei freier Themenwahl sprachkünstlerisch anspruchsvolle Ausdrucksformen lyrischen Sprechens (Mundart ausgeschlossen*).
Teilnahmeberechtigt sind alle Kärntner Lyrikerinnen und Lyriker, sowie in Restösterreich oder im Ausland lebende Kärtner beider Landessprachen. / Mehr
*) Kreuzworträtsel nicht
Apropos Kreuzworträtsel:
„Vom Kinderreim bis zur Werbung, vom Kreuzworträtsel bis hin zum SMS – all das
kann man unter Lyrik verstehen“, erklärte Manfred Posch, Vorsitzender der Jury, der Kärnten, bei der am Donnerstag stattgefundenen Pressekonferenz zum Kärntner Lyrikpreis der Stadtwerke Klagenfurt Gruppe, als „Land der Maler und Dichter“ in Erinnerung rief. / ORF
Unter dem Spiegel-Rubrum „Die wichtigsten Bücher der Woche“ findet sich tatsächlich ein Gedichtband. Oder vielleicht, etwas abgemildert: ein „Roman in 47 Gedichten“:
Esther Kinsky:
die ungerührte schrift des jahrs
Matthes & Seitz Verlag; 72 Seiten; 14,80 Euro.
Ebenfalls aus New York stammt Lisa Oppenheim, deren Ausstellung bei Klosterfelde zu sehen ist. …
Die Übersetzung von Formen und Worten ist das Thema ihrer zweiten Arbeit, einer filmischen Doppelproduktion, die sich einem Gedicht von Ezra Pound widmet (12 000 Euro). Pound arbeitet mit der Übersetzung eines Gedichts von Li Bai, ohne allerdings Chinesisch zu können; er verließ sich darauf, dass Chinesisch im Kern eine piktographische Sprache sei, man also dem Sinn durch die formale Interpretation der Zeichen nahe komme, was natürlich* ein absurder Irrtum ist, der ein absurdes, stilleposthaftes Gedicht zur Folge hatte. Oppenheim ließ das Originalgedicht von einem Experten für ostasiatische Literatur übersetzen und bekam einen ganz anderen Text; beide werden in der Filmarbeit nebeneinandergeblendet. Oppenheim verwandelt – was ein optisches Echo auf Pounds fragwürdige Übersetzungsstrategie ist – Pounds Gedicht zurück in assoziative Bilder von Schuhen, Beinen, Katzen, die die Künstlerin in New Yorks Chinatown sah – einem Viertel, das ja selbst wiederum eine Art Übersetzung Chinas ist. / Niklas Maak, FAZ.net 8.9.
*) „Natürlich“ sollte man vielleicht nicht so oft gebrauchen; auch dieses führt in die Irre. Den gleichen Effekt, zwei völlig unterschiedliche Gedichte, findet man bei jedem anderen Vergleich. „Stilleposthaft“ ist ja vielleicht jede Übersetzung, aber bestimmt jede aus dem Chinesischen. (Kein Einwand gegen das Kunstwerk, aber gegen den Beschreiber). Hier als kleine Probe der Anfang eines Mondgedichts von Li Bai in mehreren Übersetzungen (jeder Übersetzer hat andere Interessen und andere Kenntnisse, aber keiner, auch nicht Pound, arbeitet so wie oben beschrieben):
Einsamer Trunk unter dem Mond
Unter Blüten meine Kanne Wein –
Allein schenk ich mir ein, kein Freund hält mit.
Das Glas erhoben, lad den Mond ich ein,
Mein Schatten auch ist da, – wir sind zu dritt.
Gewiß versteht der Mond nicht viel von Wein,
Und was ich tue, tut der Schatten blind,
Doch sollen sie mir heut Kumpane sein
Und ausgelassen unterm Frühlingswind.
Günter Eich, in: Wilhelm Gunder, Annemarie Schimmel und Walther Schubring, Lyrik des Ostens, München, 1978; p. 303
Die drei Genossen
In der Laube von Jasmin sitz ich beim Weine.
Gute Genossen heischt die gute Stunde.
Da steigt der Mond übern First, verneigt sich mit goldenem Scheine.
Höflich verneige auch ich mich, und meine Schatten verneigt sich als Dritter im Bunde …
Klabund
Gelage im Mondschein
Mit einem Krug voll Wein saß ich inmitten
duftender Blumen ganz allein.
Ich hob den Becher, um den Mond zu bitten,
für diese Nacht mein hoher Gast zu sein.
Da sah ich meinen Schatten, und als Dritten
lud ich auch ihn, den Ewigtreuen ein. …
Ernst Schwarz, Chrysanthemen im Spiegel, Berlin und Weimar, 1976; p. 93
Alone And Drinking Under The Moon
Amongst the flowers I
am alone with my pot of wine
drinking by myself; then lifting
my cup I asked the moon
to drink with me, its reflection
and mine in the wine cup, just
the three of us; then I sigh
for the moon cannot drink,
and my shadow goes emptily along
with me never saying a word;
with no other friends here, I can
but use these two for company;
in the time of happiness, I
too must be happy with all
around me; I sit and sing
and it is as if the moon
accompanies me; then if I
dance, it is my shadow that
dances along with me; …
Rewi Alley, 1980
Amongst the flowers is a pot of wine
Amongst the flowers is a pot of wine
I pour alone but with no friend at hand
So I lift the cup to invite the shining moon,
Along with my shadow we become party of three
The moon although understands none of drinking, and
The shadow just follows my body vainly
Still I make the moon and the shadow my company
To enjoy the springtime before too late
Ezra Pound
„Alles bleibt eine Frage der Chemie. Natürlich eine ganz großartige, geheimnisvolle, wunderbare ‚Chemie‘. Was meinen Sie, was das sonst sein sollte? Wer das als Wunder erstmal akzeptiert, der verliert nicht seinen Glauben, bei dem kehrt er wieder zurück.“ J. Allan Hobson (TRAUMFORSCHER), im Interview mit BerlinBlock (11/2009)
„Ich sage es noch einmal, es gibt vollkommene Augenblicke. Nicht nur einfach, dass die Vulgarität der Welt verschwindet; nicht nur einfach schweigendes Einverständnis in den so schlichten Bewegungen bei der Liebe, im Haushalt und beim Baden des Kindes. Sondern die Vorstellung, dieses Einverständnis könnte von Dauer sein; dass nichts, vernünftig angenommen, sich dieser Dauer entgegenstellt.“ Michel Houllebecq, in: „Wiedergeburt“ (1999)
G&GN-Institut, Berlin-Neukölle (September 2010) / Das „ekstatisch-empirisch-esoterische mOMent“ der Direkten Dichtung unterscheidet NICHT zwischen politischen und apolitischen Motivationen, weil die Beschäftigung mit dem „Weltganzen“ im Sinne des Lochismuß‘ stets von beiden psychischen Seiten der randlosen Medaille gespeist wird: der spirituellen (ontologischen) Basis des lyrischen Ichs sowie dessen kritisch-konkret behandelten neurosoziologischen Bewußtseinsphänomenen, die das Menschsein in der Welt beschreiben. Dementsprechend gibt es für das „direkt“ dichtende Ich (also jenes, das sich absichtlich „filterlos“ von der Welt beeindrucken läßt wie in einer Art multidimensionalen Trance) sowohl schwärmerische als auch schockierende Aspekte in der poetischen Erfahrung. Das Endergebnis kann je nach Situation MEHR ODER WENIGER politische UND apolitische Anteile beinhalten, kennt aber KEINEN ABSOLUTEN privatistischen Fluchtort im klassisch-idealistischen Sinne: durch das Loch des Lochismuß‘ zu sehen, bedeutet eben KEIN Schlupfloch aus der sozialen Wirklichkeit auf eine „andere“ (falsch verstandene pseudo-mystische) Seite zu haben sondern wirft das Individuum auf sein „auswegloses“ (bodenloses) Bestandteil-Sein zurück. Damit liegt ein gravierender Unterschied vor zwischen dieser Ekstase transdualistisch-empirischer Daten, die direkt-dichterisch ausgewertet werden, und falsch verstandener redundant-dualistischer Esoterik, die sich hinter weltflüchtigen Illusionen (und deren literarischen Metaphern) abschirmt und damit immer nur autistische Fantasy statt authentischer Phantasie produziert. Zwei aktuelle Gedichte von Tom de Toys mögen verdeutlichen, wie die omnipolitische Schwerpunktverlagerung je nach Auslöser der Inspiration funktioniert, ohne die Welt je gänzlich aus dem Blick zu verlieren – zum einen das Urlaubsgedicht „FÖHRLING“ und zum anderen das jüngste Lochgebet „eRROR ROYALe“:
1) Komplettes „FÖHRLING (INSELFEELING)“ vom 1.8.2010 (Quelle: www.angenommene.de):
Erde Sonne Sehr Dezent Das Wasser Wellen Wind Sandstrand ICH BIN KEIN DICHTER Rauschen Regen Brandung Schaum Kapuze ÜBERBLAUE QUALLE Muscheln Tang Verriegelte Strandkörbe Steine Kleine Kinder Spielen Fahrrad Promenade Billige Postkarten Überall Touristen Urlaub Urlaub Nochmal Urlaub Ja ICH BIN KEIN DICHTER Auto Auto Hinterland Kein Tisch Frei Alles Reserviert Nur Raucherecken Letzte Rettung Essen Garantiert Und Wieder Wolken Wind Kein Regen Regen Radtour Angesagt Die Pläne Ändern Sich Bei Jeder Wetterlage Sonne Kommt Doch Noch ICH BIN KEIN DICHTER Sondern Sohn Und Onkel Bruder Und Die Ganze Literatur Hat Heute Hitzefrei!

2) Schlußzeilen aus „eRROR ROYALe (LOBGeSANG AUF DIe GeSICHTSLOSe GRÜNe GAIA) [17.TRANSRELIGIÖSES GEBET]“ vom 8.9.2010 (Quelle: www.errorroyale.de):
(…) / ein außerhalb von allem / in der tiefsten ebene / mittendrin dieses geheimnis / ist so schockierend / geheimnislos daß wir / jahrtausende brauchen / um uns in den besten werken / daran abzuarbeiten bis / wir uns an dich gewöhnen / du schönste aller wahrheiten / du grausamste liebe / und letzte weisheit / wir wollen diesen planeten / als dein paradies anbeten / und endlich gemeinsam / darüber reden daß wir / die lebenden sind die / das universum bevölkern //
Da in der laufenden Gegenwart ohnedies von vielen Seiten ein Mangel an seelischem Tiefgang beklagt wird (sowohl im verblödenden Volk als auch an pubertären Regierungsspitzen), ließe sich sogar behaupten, daß besonders eine spirituell dem „Leben an sich“ zugewandte Lyrik -womit eben gerade NICHT religiöse oder sonstige dogmatische sondern freigeistige Literatur aus der „Offenheit für die Erfahrung“ (Carl Rogers, 1961) gemeint ist- an sich schon DIE parteilose politische Kritik par excellence am kollektiv-destruktiven Zeitgeist thematisiert, weil sie im krassen Widerspruch zum hektischen Konsumieren unreflektierter Floskeln steht. Stuckrad-Barre möchte man für diese Zwecke einen Aufenthalt in einem Zenkloster zwangsverordnen, damit er über das neurophilosophische Rätsel „WER BIN ICH?“ meditiert, das ihm der mittlerweile erleuchtete Mönch Michel Houllebecq aufgibt, und dessen unerwartete Beantwortung die redundant-deskriptive (pseudo-affirmative) Haltung ganzheitlich-politisch zu erweitern vermag. Nach einem erfüllten Leben als „kritische Visionäre“ sehen sich dann alle literarischen Lager bei ihrer eigenen Beerdigung wieder und gestehen sich gegenseitig ein:
„(…) / Superfans, Dichterlinge, alternde Beatniks & Deadheads, Autogrammjäger, vornehme Paparazzi, intelligente Glotzer / Alle wußten sie waren Teil der ‚Geschichte‘, außer dem Verblichenen / der aber auch zu meinen Lebzeiten nie richtig wußte, was denn nun eigentlich los war. //“ Allen Ginsberg, in: „TOD & RUHM“ (1997)
Liebe Mitglieder und Freunde des virtuellen Literaturhauses,
jetzt geht´s los: Großraumdichten machen was, nämlich: ein blog. Bis zum 30. November können Sie und könnt ihr jeden Mittwoch dabei sein, wenn es heißt:
Großraumdichten produzieren einen neuen Track und ihr bestimmt mit unter
http://grossraumdichten.wordpress.com/
Das Großraumdichten-blog-Projekt entsteht im Rahmen der Bremer Netzresidenz, die die Großraumdichten für die nächsten drei Monate innehaben.
Die Poeten von Großraumdichten schreiben dazu: „die idee ist, sich in der vernetzten welt nicht in die einsame kammer zurückzuziehen, sondern den entstehungsprozess virtuell nachvollziehbar und gestaltbar zu machen. die blogleser dürfen und sollen mitbestimmen: welche beats, welcher text, wie, und warum überhaupt? wir wollen anregen, zu diskutieren und zu kommentieren.
parallel dazu werden wir einen schreibwettbewerb auf einen bestimmten beat von ludwig starten, dessen text am ende samt dem virtuellen enstandenen neue track ganz real auf eine bühne in bremen gebracht wird. aber lest selbst, mittwoch ist großraumdichten-tag!“
In diesem Sinne freuen wir uns über eine rege Teilnahme!
Mit herzlichen Grüßen
Das Team vom Literaturhaus
Silke Behl, Ian Watson, Daniel Tepe und Heike Müller
Literaturhaus Bremen [virt.]
Heike Müller
Goetheplatz 4
D-28203 Bremen
0421-258 18 08
heike.mueller@literaturhaus-bremen.de
A deeply macabre and wickedly funny “anti-elegy,” Levin’s rumination on death, decomposition, and the afterlife is at once flagrant and tender, graceful and perverse. The poem, says translator Atar Hadari, is “a look at death by someone who very much did not believe in the ‘afterlife,’ but nevertheless saw and expressed all the hopes which even the most irreligious keep in the deepest, most secret closets of their hearts.”
Directed by Valerie Jean Johnson (managing editor of Poetry), a talented ensemble of young Chicago performing artists bring Levin’s captivating poem to the stage.
What: A theatrical interpretation of Hanoch Levin’s “Lives of the Dead,” conceived and directed by Valerie Jean Johnson, devised and performed by Katie Eberhardy, Joshua Kent, Martine Moore, and Jessie Mutz, with sound design by Noé Cuéller
When: Eight performances
Thursday, September 30, to Sunday, October 10
Thursdays, Fridays, and Saturdays at 7pm
Sundays at 3pmWhere: Viaduct Theater
3111 North Western Avenue
Free admission; reserve tickets by calling 773.296.6024 or visitingwww.viaducttheatre.com
Hanoch Levin (1943–1999), one of Israel’s leading dramatists, was born in Tel Aviv and studied philosophy and literature at Tel Aviv University. Having originally focused on writing poetry, Levin eventually devoted himself to writing for the stage. He served as resident playwright of the Cameri Theater in Tel Aviv and worked with Habimah, Israel’s national theater. A writer of 50 plays (34 of which have been staged), including comedies, tragedies, and satiric cabarets, Levin directed most of his works himself. He published five books of short stories and poems and a book for children, received numerous theater awards, both in Israel and abroad (most notably at the Edinburgh Festival), and has had his plays staged around the world. Levin was awarded the Bialik Prize in 1994.
Atar Hadari was born in Israel, grew up in England, and studied poetry and playwriting with Derek Walcott at Boston University. His Songs from Bialik: Selected Poems of Hayim Nahman Bialik (Syracuse University Press, 2000) was shortlisted for the American Literary Translators Association Award. His poems have won the New England Poetry Club’s Daniel Varoujan Award and the Grolier Poetry Prize.
Hadari’s translation of Levin’s poem was first published byPoetry in May 2009.
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