Margret Kreidl
Gedichte werden wieder gelesen, hört man: ein Gewitterhauch, Flügelschlag eines Schmetterlings. Das Publikum hustet und hustet, lacht. In sieben Zeilen wird sich die Welt verändern. Coca Cola oder Red Bull, eins, null, eins. Hebung, Senkung, Hebung: Auf, jetzt, ihr Tänzer im Schacht, schreit: Gute Nacht!
Aus: Margret Kreidl, Schlüssel zum Offenen. Gedichte. Wien: Edition Korrespondenzen, 2021, S. 9
Federico García Lorca
(* 5. Juni 1898 in Fuente Vaqueros, Provinz Granada; † 19. August 1936 in Víznar nahe Granada)
Zum heutigen 125. Geburtstag des andalusischen Dichters Federico García Lorca ein Gedicht Lorcas samt zwei der „Einschreibungen und Irritationen“ des deutschen Dichters andalusischer Herkunft José F.A. Oliver.
EL SILENCIO Oye, hijo mío, el silencio. Es un silencio ondulado, un silencio, donde resbalan valles y ecos y que inclina las frentes hacia el suelo.
DIE STILLE horch, mein sohn, die stille schweigt in wellen fort ein verinnern plötzlich in der tal und echo fallen und die jedes aufbegehren zu boden stürzt
DER STILLE hör, mein sohn, die stille stranden sie verraunt ist wellenkünftig ein verstummen aus dem hall und täler stürzen und das sich gesichter beugt der erde zugeborgen
Aus: Federico García Lorca: Sorpresa, unverhofft. Ausgewählte Gedichte 1918-1921. Einschreibungen und Irritationen von José F.A. Oliver. hochroth Berlin 2015, S. 14f.
Aus der Nachbemerkung Olivers:
Mit den hier vorgelegten Variationen will ich Öl ins Feuer gießen. Lorca sprach auch vom Feuer als er schrieb: „Yo tengo el fuego en mis manos. Yo lo entiendo y trabajo con él perfectamente, pero no puedo hablar de él sin literatura.“ Ich habe das Feuer in meinen Händen. Ich verstehe es und arbeite auf eine perfekte Art und Weise mit ihm, aber ich kann nichts darüber sagen – ohne Literatur. Diese Sätze Federicos greifen in meine: Das gesungene Wort hört nicht (immer) auf die Flamencogitarre, aber die Finger des Gitarrenspielers sehr wohl auf die Brüche derjenigen, die singen.
Ich weiß, eines Tages werde ich diese Einschreibungen erneut variieren.
A.a.O. S. 41
Günter Bruno Fuchs
(* 3. Juli 1928 in Berlin; † 19. April 1977 ebenda)
Sechszeilengedicht oder Nachwort des Herausgebers der Nonsens-Anthologie Die Meisengeige Dies ist die erste Zeile. Mit der zweiten beginnt mein Gedicht zu wachsen. Wenn ich so weitermache, komme ich bald an den Schluß. Die vierte Zeile hilft mir dabei. (Schönen Dank, vierte Zeile!) Der Gerichtsvollzieher, sage ich noch, trägt seine Eier ins Kuckucksnest. So, ich habe meine Arbeit getan und lege mich schlafen.
Aus: Günter Bruno Fuchs, Gedichte und kleine Prosa. München, Wien: Hanser, 1992, S. 294. Erstdruck in: Neues bilderreiches Poetarium, Nr. 1, Frankfurt/Main 1963. Die Anthologie Die Meisengeige erschien 1964.
Dmitri Strozew
(Geboren 1963 in Minsk)
wer auf kiews hügeln steht durch die lauten höfe geht wer trennt vögeln gleich die nähte reißt aus himmeln blank die angst näht die hoffnung wie ein schneider donnerkluft gewitterkleider wer trennt vögeln gleich die nähte näht ein kleid im wilden wind 27.06.2016
Aus dem Russischen von Andreas Weihe, aus: wespennest 183 / 2022, S. 5
Aufmerksamkeit ist heute keine Kardinaltugend. Warum aufmerksam sein, wenn sowieso alles überall und jederzeit verfügbar ist? Und wenn es nicht gefunden wird, beweist das nicht, dass es die Aufmerksamkeit nicht wert war? Ich google mich, also bin ich.
Seit Anfang des Jahres wird die Literaturzeitschrift „Sinn und Form“ auf Betreiben einer anderen Zeitschrift nicht mehr ausgeliefert bzw. produziert. Inzwischen wäre das dritte Heft des Jahrgangs erschienen. Mit Entsetzen las ich damals, wie einige Dichterfreunde über Dinge wie Wettbewerbsrecht schwadronierten. Es interessiert sie einfach nicht, dachte ich, es ist ihnen egal. Man kann ja nicht alles lesen, eine weniger, was solls. Jemand sagte zu mir etwas über die Benachteiligung der Bayrischen Akademie. Sinn und Form ist die Zeitschrift der Berliner Akademie, ursprünglich der Akademie der Künste der DDR. Gegründet von Johannes R. Becher, der seine Genossen kannte und sich ein relativ unabhängiges Organ wünschte. Er bestellte Peter Huchel zum Chefredakteur. Nach Bechers Tod schlugen die Feldwebel der SED bald zu und setzten Huchel ab. Aber die Zeitschrift ging nicht unter. Menschenskind, denkt ihr, man könnte einfach eine Zeitschrift gründen, in München oder Dresden, und sie wird eine international beachtete Institution? Kaputtmachen ist einfacher. Denen sie am A…llerwertesten vorbeigeht, werden sie nicht vermissen.
Ich greife irgendeine Ausgabe aus dem Archiv auf der Suche nach einem Gedicht des Tages und werde auf Anhieb fündig. Im ersten Heft des Jahrgangs 1977 Gedichte von Agostinho Neto (mit einem Beitrag von Jorge Amado über den Autor) und Wilhelm Tkaczyk. Daneben Elias Canetti und Wolfgang Koeppen. Ich bleibe aber an einem anderen Text hängen. Jürgen Rennert schreibt über den 100. Jahrestag des Bukarester Jüdischen Staatstheaters und eröffnet den Beitrag mit einem Gedicht des jiddischen Dichters Israil Bercovici.
Israil Bercovici
(20. Dezember 1921 in Botoșani; gest. 15. Februar 1988 in Bukarest)
Schmerz
Ach, mich brannten schon im Leben
alle Arten Schmerz und Leid:
Schmerz verwehrter Zweisamkeit,
Schmerz, zu sehn, wie die von dir
geglaubte und verehrte
Wahrheit sich vor dir ins Gegenteil
verkehrte.
Schmerz, in einer Sprache, die erlosch, zu
sagen und zu meinen
und dem liebsten Menschen dennoch
unverständlich zu erscheinen.
Schmerz, der Wunsch, Gewichtiges zu tun
für die Welt und lichtre Zeiten
und doch ganz vernommen sein
mit dem Wust von Nichtigkeiten.
Alle Arten Schmerz und Leid,
aber eine übertrifft sie,
macht mich weinen, rührt ans Wesen:
ein Gedicht zu schreiben, ohne
wen zu haben, es zu lesen.
Aus dem Jiddischen von Jürgen Rennert, in: Sinn und Form 1/1977, S. 196. Rennert liefert auch eine phonetische Umschrift des Originaltexts und einen Kommentar.
Wejtik
Ch'hob ojssgewejtikt schojn in lebn
ale wejtikn und wejn:
fin sejn alejn, wen ss'wilt sich sejn in
zwejen,
fin glojbn in an emess mitn gantzn lejb
un lebn
un sen wi er in scheker wert farwandlt
bej dejn lebn.
Fin weln rejdn in a schprach, a
nischt-faranener
und blejbn far dem libsstn mentsch a
nischt farschtanener,
fin weln tin epess asojnss zu brengen
far der welt a lug a lichtikn
un misn sein fartun gur
mit an injon a nischt wichtikn.
Nor gresser fin di wejtikn di ale
is di wejtik,
wuss imschtand is mich zi machn wejnen,
fin onschreibn a lid
un ess nischt hobn wemen forzilejenen.*
Ebd. S. 206f.
*) forzilejenen: vorzulesen
Aus Rennerts Beitrag:
Aufmerksamkeit tut not und lohnt sich für beide Seiten, die aufeinander mehr angewiesen sind, als es abgetragene oder unabtragbar erscheinende Hypotheken vermuten lassen. Wenn in Bukarest, Warschau, Vilnius, Tschernowzy, Birobidshan heute noch in Jiddisch Theater gespielt wird, sollten wir es von hier aus nicht mit einer traditionspllegenden Touristenattraktion verwechseln.
Denn jene Theater spielen für ein lebendes, oft genug das Schlimmste überlebt habendes, jedoch nicht überlebtes Publikum. Salomo Birnbaum formulierte in seiner Studie «Die jiddische Sprache», was unter dem Aspekt jeder scheinbar zum Untergang verurteilten Sprache und Kultur größte Beachtung verdient: «Selbst wenn Jiddisch nur noch zwei oder drei Generationen zu leben hätte, so wäre das kein Grund, es weniger zu pflegen als wenn es hundert Generationen vor sich hätte, denn die Einzelmenschen der wenigen Generationen haben die gleichen Rechte wie die der vielen Generationen. Man vernachlässigt ein Gerät nicht, weil es in absehbarer Zeit ja doch gebrauchsunfähig sein wird.»
Vielleicht erklärt das bisher Gesagte, was mich an dem eingangs zitierten, von mir im Bemühen um größte inhaltliche Genauigkeit nachgedichteten Text Israil Bercovicis reizt und berührt. Und ich denke, es ist Zeit, der Nachdichtung eine – wenn auch unzulängliche – phonetische Umschrift des Originals nachzuschicken. Möge sie ahnen lassen, was das Jiddische vermag. Ihr kritischer Vergleich mit der Nachdichtung macht möglicherweise sichtbar, daß eine wortwörtliche Übertragung der kürzeste Weg gewesen wäre, um am Wesen der Sache, der Sprache, des Textes vorbeizureden und vorbeizuhören.
Israil Bercovici (1921-1988), jiddischer Dichter, Dramatiker und Kulturhistoriker. Langjähriger Chefdramaturg des Bukarester Jüdischen Staatstheaters. Mehrere Gedichtbände. 1976 „Hundert Jor jidisch Teater in Rumenie“. Starb vor Vollendung seines Hauptwerks – einer Universalgeschichte des Jiddischen Theaters.
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Heute vor 250 Jahren wurde Ludwig Tieck geboren. Zum Anlass ein Zitat über den „König der Romantik“ und ein Scherz- (oder Schimpf-?)sonett aus dem Zyklus „Die Kunst der Sonette“.
„Den Dichterischen war er zu kritisch, den Kritischen zu dichterisch, den Protestanten zu katholisch, den Katholiken zu protestantisch, den Aufgeklärten seiner Jugend zu religiös, den Frommen seines Alters zu aufgeklärt, den Liberalen galt er für servil, den Legitimen für einen Oppositionsmann.“
Rudolf Köpke
Ludwig Tieck
(* 31. Mai 1773 in Berlin; † 28. April 1853 ebenda)
[Ein nett honett Sonett so nett zu drechseln] Ein nett honett Sonett so nett zu drechseln Ist nicht so leicht, ihr Kinderchen, das wett' ich, Ihr nennt's Sonett, doch klingt es nicht sonettig, Statt Haber füttert ihr den Gaul mit Hexeln. Dergleichen Dinge muß man nicht verwechseln; Ein Unterschied ist zwischen einen Rettig, Und ritt' ich, rutsch' ich, rumpl' ich, oder rett' ich, Auch Dichten, Dünnen, Singen, Krähen, Krächzeln. Drum liegt im Hafen stille doch ein Weilchen, Und lasset hier das kranke Schiff ausbessern, Es zeigt mehr Leck' als Schiff in seiner Fläche: Noch lecker wird es, ihr bezahlt die Zeche, Doch dünkt uns lecker nicht ein einzig Zeilchen; Nach lauem Wasser kann kein Mund je wässern.
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Ein nett honett Sonett so nett zu drechseln /Ist nicht so leicht, ihr Kinderchen, das wett‘ ich, /Ihr nennt’s Sonett, doch klingt es nicht sonettig, /Statt Haber füttert ihr den Gaul mit Hexeln. //Dergleichen Dinge muß man nicht verwechseln; /Ein Unterschied ist zwischen einen Rettig, /Und ritt‘ ich, rutsch‘ ich, rumpl‘ ich, oder rett‘ ich, /Auch Dichten, Dünnen, Singen, Krähen, Krächzeln. //Drum liegt im Hafen stille doch ein Weilchen, /Und lasset hier das kranke Schiff ausbessern, /Es zeigt mehr Leck‘ als Schiff in seiner Fläche: //Noch lecker wird es, ihr bezahlt die Zeche, /Doch dünkt uns lecker nicht ein einzig Zeilchen; /Nach lauem Wasser kann kein Mund je wässern.
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das existiert bald nur noch in uns – der Wunsch nach einem Zeitalter von Elefant:n ihrem Ritual – sich um ein sterbendes Herdenmitglied zu versammeln es mit Rüsseln anstupsen im Versuch, das Wesen aufzurichten wie ein Drehkreuz, Achse eines Planeten den Leichnam schließlich mit Zweigen bedecken um wiederkehren zu können an diesen Punkt – womöglich mit einer Jenseitsvorstellung * waren die Meilen, die du gereist bist, ein fairer Handel? hast du dem Boden gegeben, was du ihm nahmst?
Aus: Rike Scheffler: Lava. Rituale. Berlin: kookbooks, 2023, S. 37
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das existiert bald nur noch /in uns – der Wunsch//nach einem Zeitalter von Elefant:n/ihrem Ritual –//sich um ein sterbendes Herdenmitglied zu versammeln/es mit Rüsseln anstupsen//im Versuch, das Wesen aufzurichten /wie ein Drehkreuz, Achse eines Planeten//den Leichnam schließlich mit Zweigen bedecken /um wiederkehren zu können an diesen Punkt –//womöglich mit einer Jenseitsvorstellung//*//waren die Meilen, die du gereist bist, ein fairer Handel?/hast du dem Boden gegeben, was du ihm nahmst?//
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Das Wessobrunner Gebet Das erfragt ich im volke als frühestes wunder. Daß erde nicht war noch oben himmel Noch baum irgend noch berg nicht war Noch vom süden sonne nicht schien Noch mond nicht leuchtte noch der meer-see. Da nichts war an enden noch wenden. Und da war der eine allmächtige Gott. Der männer mildester. und da waren auch manche mit ihm. Gute geister. und Gott, der heilige.
Übersetzung Hans Litten. Aus: Sinn und Form 1978/2, S. 228
Dat gafregin ih mit firahim firiuuizzo meista Dat ero ni uuas noh ufhimil noh paum noh pereg ni uuas ni [...] nohheinig noh sunna ni scein noh mano ni liuhta noh der mareo seo Do dar niuuiht ni uuas enteo ni uuenteo enti do uuas der eino almahtico cot manno miltisto enti dar uuarun auh manake mit inan cootlihhe geista enti cot heilac
Hans Achim Litten (* 19. Juni 1903 in Halle (Saale); † 5. Februar 1938 im KZ Dachau) war ein deutscher Rechtsanwalt und Strafverteidiger. Insbesondere als Gegner des NS-Regimes und „Anwalt des Proletariats“ machte sich Hans Litten einen Namen. Er wurde 1933 verhaftet und starb 1938 im KZ Dachau. (Wikipedia)
Hans Litten schickte diese Übersetzung mit einem Kommentar in einem Brief aus dem KZ Lichtenburg an seine Mutter. Hier ein Teil des Kommentars.
„Ich halte das Wessobrunner Gebet nicht für die Bearbeitung eines Psalmes und überhaupt nicht für christlich, sondern für ein heidnisches Schöpfungsgedicht (was allerdings dem Aufzeichner nicht mehr bewußt war, der es als Einleitung eines in Prosa gehaltenen wirklichen Gebets in christlichem Sinne aufzeichnete).
Beweis: Die Zeile «Daß erde nicht war noch oben himmel» findet sich fast wörtlich in dem gegen 1000 auf Island aufgezeichneten Edda-Gedicht «Volusspa» (Der Seherin Schau) wieder. Das Wessobrunner Gebet ist um 800 aufgezeichnet, gegenseitige Beeinflussung also ausgeschlossen. Beide müssen also auf gemeinsamer Vorlage beruhen, die schon existiert haben muß, als zwischen Nord- und Westgermanen noch Sprachgemeinschaft bestand, also spätestens 400 nach Christus. Die Wendung «der eine allmächtige Gott» braucht nicht christlich gedeutet zu werden, sondern kann sich auf einen obersten Gott (im Gegensatz zu anderen weniger mächtigen) beziehen, und die Bezeichnung «der männer mildester» ist für den christlichen Gott undenkbar.“
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Das erfragt ich im volke als frühestes wunder. Daß erde nicht war noch oben himmel Noch baum irgend noch berg nicht war Noch vom süden sonne nicht schien Noch mond nicht leuchtte noch der meer-see. Da nichts war an enden noch wenden. Und da war der eine allmächtige Gott. Der männer mildester. und da waren auch manche mit ihm. Gute geister. und Gott, der heilige.
Dat gafregin ih mit firahim firiuuizzo meista Dat ero ni uuas noh ufhimil noh paum noh pereg ni uuas ni […] nohheinig noh sunna ni scein noh mano ni liuhta noh der mareo seo Do dar niuuiht ni uuas enteo ni uuenteo enti do uuas der eino almahtico cot manno miltisto enti dar uuarun auh manake mit inan cootlihhe geista enti cot heilac
Konstantin Ames
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weiß die Zähne blitzen der Senatorin für Justiz im Scheinwerferlicht boomt der Autofahrerpop Anfang fang du doch an … wie stolz sie ist auf ihren Warnwesternstaat us quo nix da außer Plakate Warnweste Kleber für Proteste Anfangsverdacht auf … upsi … das sind echte unangespitzte Zähne keine Prothesen fies Proseminaristen chicanieren 67 style kleine Versingung total bescheuert Kaufleutekanzler total bescheuert kein Gesinnungsstrafrecht eine Strafrechtsgesinnung ärgerliche Leute werden abgeschaltet Zensur findet statt Anfangsverdacht eines inkrementellen Staatsbackups hüten möchte man diese jungen Leute aber auch vor dem politliterarischen Schulblick z.B. dieses privilegierten Poems
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weiß die Zähne blitzen der Senatorin für Justiz/im Scheinwerferlicht boomt der Autofahrerpop//Anfang fang du doch an …//wie stolz sie ist auf ihren Warnwesternstaat us quo/nix da außer Plakate Warnweste Kleber für Proteste//Anfangsverdacht auf … upsi …//das sind echte unangespitzte Zähne keine Prothesen fies/Proseminaristen chicanieren 67 style kleine Versingung//total bescheuert Kaufleutekanzler total bescheuert/kein Gesinnungsstrafrecht eine Strafrechtsgesinnung//ärgerliche Leute werden abgeschaltet Zensur findet statt/Anfangsverdacht eines inkrementellen Staatsbackups//hüten möchte man diese jungen Leute aber auch vor dem/politliterarischen Schulblick z.B. dieses privilegierten Poems//
Thomas Böhme
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Einmal zogen wir zu den schwarzen Teichen, wo wir geflügelte Frösche zu fangen hofften. Sie waren aber schon ausgestorben, die Teiche vertrocknet. Man sah nur den Abdruck eines sehr schlanken, gefiederten Menschen. Er mußte lange auf uns gewartet haben, nun war kein Stäubchen mehr von ihm da. Für einen Moment konnten wir seine Trauer erahnen. Wohl, weil niemand nach ihm gesucht hatte, war er dünner und dünner geworden. Sein stolzes Federkleid brachte ihm nichts als den quakenden Spott der geflügelten Frösche.
Aus: Ort der Augen. Blätter für Literatur aus Sachsen-Anhalt. Oschersleben: Ziethen, 1/2006, S. 18
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Einmal zogen wir zu den schwarzen Teichen, /wo wir geflügelte Frösche zu fangen hofften./Sie waren aber schon ausgestorben, die Teiche /vertrocknet. Man sah nur den Abdruck /eines sehr schlanken, gefiederten Menschen./Er mußte lange auf uns gewartet haben, /nun war kein Stäubchen mehr von ihm da./Für einen Moment konnten wir seine Trauer erahnen./Wohl, weil niemand nach ihm gesucht hatte, /war er dünner und dünner geworden./Sein stolzes Federkleid brachte ihm nichts /als den quakenden Spott der geflügelten Frösche./
Roland Erb
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ELEGIE Ich hab getrunken, getrunken, getrunken den Tau deines Haars an dem rauchigen, endlosen Tag, als die Nacht kam am Mittag, als kein Morgen mehr kam. Ich hab verschlungen, verschlungen, als ob es kein Aufhören gäb, deinen Blick so finster leuchtend unter den Brauen. Ich hab mir genommen, ihn nicht zu verfehlen, verlieren, vergessen, den Schritt deiner Knie unermüdlich, schmal. Da brannte ein Feuer im Herd, und alle lachten mit dir und schöpften im Brunnen. Wenn alles stirbt um dich, alles erloschen, vergessen scheint, wenn alles stirbt, das Feuer verglommen, das Schöpfrad still, ich selbst wohl erkaltet, unser Baum gefällt, aber dein Bild (ein fließendes, brennendes) steht mir im Sinn – bin ich dann unabänderlich starr und erloschen, tot?
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ELEGIE// Ich hab getrunken, getrunken, getrunken den Tau/deines Haars an dem rauchigen, endlosen Tag,/als die Nacht kam am Mittag, als kein Morgen mehr kam./Ich hab verschlungen, verschlungen, als ob es kein Aufhören gäb,/deinen Blick so finster leuchtend unter den Brauen./Ich hab mir genommen, ihn nicht zu verfehlen, verlieren, vergessen,/den Schritt deiner Knie unermüdlich, schmal./Da brannte ein Feuer im Herd,/und alle lachten mit dir und schöpften im Brunnen./Wenn alles stirbt um dich, alles erloschen, vergessen scheint,/wenn alles stirbt,/das Feuer verglommen, das Schöpfrad still,/ich selbst wohl erkaltet, unser Baum gefällt,/aber dein Bild (ein fließendes, brennendes) steht mir im Sinn –/bin ich dann unabänderlich starr und erloschen, tot?//
Franz Seraphicus Grillparzer
(* 15. Januar 1791 in Wien, † 21. Januar 1872 in Wien)
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Zwischen nichts wissen und Nichts wissen – In diese zwei Teile ist die Menschheit zerrissen. Aber Nichts wissen Ist fruchtlos bis zum Tode beflissen, Indeß nichts wissen Ein gottgefälliges Ruhekissen.
In: Antianthologie. Gedichte in deutscher Sprache nach der Zahl ihrer Wörter geordnet von Franz Mohn und Helmut Heißenbüttel. München: Hanser, 1973, S. 8
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Zwischen nichts wissen und Nichts wissen – /In diese zwei Teile ist die Menschheit zerrissen. /Aber Nichts wissen /Ist fruchtlos bis zum Tode beflissen, /Indeß nichts wissen /Ein gottgefälliges Ruhekissen.
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