129. Männersache

„Verlegen ist Männersache“

So überschreibt Richard Kämmerlings einen Bericht über die Schwierigkeiten des Dichters und Hanser-Verlegers Michael Krüger, einen Nachfolger für sich zu finden – nicht als Dichter, sondern als Verleger. Eine Frau als Verlegerin?

„Das kann man ganz deutlich sagen. Das wird sie hundertprozentig nicht“, wird Michael Krüger jetzt in der „Zeit“ zitiert: „Da müsse ein ganz anderer Typus her, das könne man Elisabeth Ruge gar nicht zumuten, außerdem habe sie ja zwei Kinder“, so Krüger gegenüber der spürbar irritierten Gesprächspartnerin Iris Radisch, die es selbst immerhin hingekriegt hat, ihren Job als bekannteste deutsche Literaturkritikerin mit drei Kindern zu vereinbaren.

Wenn Krüger so eine patriarchalische Unverschämtheit nicht bewusst äußern sollte, um Ruge in letzter Minute doch noch zu vergraulen (bislang sind die Verträge offenbar nicht unterschrieben), dann redet hier aufs Schönste ein Machotum alter Schule frei von der Leber weg.

Die Welt 28.10.

Vgl. 117. Frauensache

Vgl. 123. Akademie der Männer

Wie man den Büchnerpreis gewinnt
Der wichtigste deutsche Literaturpreis wird seit 60 Jahren verliehen. An welche Autoren eigentlich? Klar ist: Der Büchnerpreisträger muss schullektüretauglich schreiben. VON ANGELA LEINEN, taz 29.10.

128. Geld und Gedicht

Ich vergleiche Geld gern mit einem Gedicht. Denn auch ein Gedicht bewahrt stets seine Struktur, so wie eine Goldmünze ihre Prägung behält. Beides sollte und kann nicht geändert werden, wenn es einmal geschrieben bzw. geprägt wurde. Übrigens hat sich Goethe, wie man im „Faust“ nachlesen kann, zu diesem Thema viele Gedanken gemacht. / Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, in BILD

127. Mann ohne Gedächtnis

Überhaupt ist es dieses Eröffnungskapitel, das mit seinen akribisch recherchierten Details zu den Lebensumständen des Dichters im umkämpften Berlin die Stärken dieser Biografie zeigt. Hof konzentriert sich auf die Erschließung der Fakten und wahrt eine auffällige Distanz zu den meist ideengeschichtlich orientierten oder weltanschaulich aufgeladenen Lebensbeschreibungen, die in der Rezeption bislang dominierten. Freilich bringt dieses nüchtern-positivistische Verfahren nicht nur Erkenntnisgewinne. Unterbelichtet bleiben viele poetologisch-ästhetische Fragen, wenig Neues erfährt man auch über Benns letztlich gescheiterte Anbiederung an die Stallwärme der faschistischen „Volksgemeinschaft“.

Eine fast vollkommene Leerstelle bleibt das Verhältnis zwischen Benn und Brecht, deren Werk viel mehr untergründige Parallelen aufweist – im Habitus der Kälte, im Frauenbild und im hedonistischen Gestus der späten Gedichte –, als Hof in seinen mageren Ausführungen dazu erkennen lässt. Dennoch: Wer künftig den Lebensspuren des „Artistenmetaphysikers“, des „halluzinatorischen Egoisten“ und großen Frauen-Verlassers folgen will, wird ohne Holger Hofs Lebensbeschreibung des „Mannes ohne Gedächtnis“ nicht auskommen. / Michael Braun, Badische Zeitung

Holger Hof: Gottfried Benn – Der Mann ohne Gedächtnis. Eine Biographie. 540 Seiten, Klett-Cotta Verlag, 26,95 Euro.

126. Börse

Im Gespräch mit Gerrit Bartels antwortet Büchner-Preisträger F.C. Delius auf Artikel in der SZ und FAZ, die seine Auszeichnung kritisiert haben: „‚Das ist üblich‘, sagt er, ‚das wird oft so gemacht. Ich bin seit über 40, nein, man darf es gar nicht sagen, seit fast 50 Jahren in diesem Literaturbetrieb. Ich kenne die Rituale. Da ein Kritiker im Schnitt vielleicht ein, zwei Bücher von den namhaften Autorinnen und Autoren kennt, da alle wenig oder fast nichts voneinander wirklich gelesen haben, hat dieser Betrieb börsenhafte Züge.'“

Einmal hat er sich zum unerbittlichsten Kritiker seiner selbst gemacht, als er in dem spielerischen Büchlein „Die Minute mit Paul McCartney“ von 2005 eine Rezension über sich schrieb. Auf 66 verschiedene Arten schildert Delius eine Begegnung mit dem gerade seinen Hund ausführenden Beatles-Musiker Paul McCartney 1967 im Londoner Regent’s Park. Als Anagramm zum Beispiel, als Eilmeldung, als Augenzeugenbericht. Und eben einmal als Rezension: „Wieder einmal scheitert Delius“, heißt es da. „Auch in seinem neuen Buch kann er sich nicht entscheiden zwischen Roman und Dokument, zwischen lyrischer Kurzform und epischer Breite, zwischen Realismus, Autobiografie und literarischem Spiel. Was für ein großer Roman über die Vorzeit von 1968 hätte hier entstehen können! (…) Dieser Autor kann nicht erzählen oder will nicht erzählen. Noch schlimmer: Er weigert sich beharrlich, so zu schreiben, wie er nach unserer maßgeblichen Meinung schreiben sollte.“

Delius hat hier auf einer knappen Buchseite präzise zusammengefasst, was Literaturkritiker seit seinen Anfängen als Lyriker in den mittleren 60er Jahren an ihm auszusetzen hatten – und er hat es mit großem Vergnügen getan, wie er sagt. (…)

Jetzt, im Café Manstein, sagt er lieber, dass er sich immer gern an einen Ausspruch des britischen Schriftstellers John Donne gehalten habe: „To find out what you cannot do – and than go and do it. Man muss scheitern können, man muss Risiken eingehen, sonst hat das Schreiben keinen Sinn.“

125. Am wenigsten

Lyrik entspricht wohl am wenigsten unserer heutigen von den Finanzmärkten beherrschten Welt. Dennoch werden weiter Gedichte geschrieben und veröffentlicht,  nicht selten in schönen bibliophilen Ausgaben. Einige davon werden in dieser Ausstellung präsentiert, darunter auch Werke des diesjährigen  Literaturnobelpreisträgers Tomas Tranströmer. Hinzu kommen bemerkenswerte Lyrik-Taschenbuchausgaben und Plakatgedichte. / Wiesentbote

124. Jiří Gruša gestorben

Der tschechische Schriftsteller, ehemalige Diplomat, Politiker und frühere Chef des internationalen PEN-Klubs, Jiří Gruša, ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Das meldete das Tschechische Fernsehen am Freitag. Gruša war unter anderem auch tschechischer Botschafter in Österreich und Leiter der Diplomatischen Akademie in Wien.

Gruša sei am Freitag während einer Herz-Operation in einem Krankenhaus der deutschen Stadt Hannover gestorben, hieß es weiter. „Für das tschechische Zentrum des internationalen PEN-Klubs ist das ein harter Schlag und eine große Trauer. Wir hatten ihn wirklich sehr gern“, sagte der Chef des tschechischen PEN-Klubs, Jiri Dedecek. / kurier.at

Bekannt wurde Gruša in den sechziger und siebziger Jahren mit erotischen Gedichtsammlungen wie «Anbetung der Janinka». Er gehörte zu den Unterzeichnern der Charta 77, die mehr Bürgerrechte in der kommunistischen Tschechoslowakei forderte. Nach Erscheinen seines regimekritischen Romans «Fragebogen» wurde Grusa 1978 zwei Monate inhaftiert.

Mit dem tschechischen Ex-Präsidenten Václav Havel entwickelte sich in dieser Zeit eine enge Freundschaft. «Was hatten wir in dieser unfreien Welt für Möglichkeiten?», sagte Gruša im September in Prag.

Abends habe man sich mit Freunden in einer guten Kneipe getroffen. «Da konnten wir bei unseren Diskussionen natürlich die Welt verändern – und dann haben wir es auch getan», erinnerte sich der Dichter. … Während einer Auslandsreise in die USA wurde Gruša 1981 ausgebürgert und findet in der Bundesrepublik Deutschland eine neue Heimat. Zunächst habe er den Verlust der Muttersprache im täglichen Umfeld als eine «kleine Hinrichtung» empfunden, erinnerte sich Gruša. «Nachdem ich das überlebt hatte, wurde Deutsch die Sprache meiner Freiheit», sagte der Dichter. / NZZ

123. Akademie der Männer*

Der Literaturwissenschaftler, Essayist und Lyriker Heinrich Detering wurde von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung für drei Jahre zum Präsidenten gewählt.

Er tritt die Nachfolge von Klaus Reichert an, der seit 2002 die Präsidentschaft inne hatte und sich nicht mehr zur Wiederwahl stellte.

Neu gewählt wurden ebenfalls die drei Vizepräsidenten:

  • Nike Wagner (geb. 1945), Dramaturgin und Essayistin, Wien / Weimar
  • Aris Fioretos (geb. 1960), Schriftsteller, Berlin / Stockholm
  • Gustav Seibt (geb. 1959), Historiker und Kritiker, Berlin

Neu gewählt wurde auch der Beirat mit sechs Mitgliedern:

  • Peter Hamm (geb. 1937), Schriftsteller und Kritiker, Tutzing
  • Joachim Kalka (geb. 1948), Übersetzer, Stuttgart
  • Navid Kermani (geb. 1967), Schriftsteller und Orientalist, Köln
  • Per Øhrgaard (geb. 1944), Literaturwissenschaftler und Übersetzer, Kopenhagen
  • Michael Stolleis (geb. 1941), Rechtshistoriker, Frankfurt/Main
  • Jan Wagner (geb. 1971), Lyriker, Berlin

/ Börsenblatt

*) ach nein, sorry, 1 Frau ist ja dabei. (Warum sollen die Akademiker schneller sein als Topmanager?)

122. Seife

„Seife will schäumen. Seife macht rein. Wer sich nicht einseift, endet als schwer zu ertragender Zeitgenosse“, schrieb bereits Robert Gernhardt in einem Gedicht. Dem würde wohl jeder zustimmen. Doch andere Zeilen wie „Seife ist eckig. Seife wird rund“ sind für Kinder kaum noch nachvollziehbar. / Die Welt

Na, wenn das mal nicht umgekehrt ist!

Auch schön:

Wer unverständlich schreibt, liebt auch die DDR

schreibt Die Welt und meint Uwe Johnson – und jeder, der Johnsons Romane nicht gelesen hat oder, was auf dasselbe hinausläuft, in der Schule damit gequält wurde, wird ihr zustimmen.

Ich protestantischer Heide (hab Johnson gelesen, aber nicht in der Schule) exorziere die mit dem „Atomdichter“ Einar Bragi:

Menschen werden oft zu Konservativen, wenn ihnen etwas gegeben wurde, an dem sie sich festklammern können. (In: die horen Nr. 242, S. 179)

(Aber Vorsicht, Seife ist rutschig. Jedes Kind weiß das)

121. Politische Logik

Der neue Süd-West-Landtagspräsident Guido Wolf (CDU) dichtet auch und hat den Band „Politikergschwätz“ veröffentlicht. Die Südwestpresse zitiert aus seinem Gedicht „Politische Logik“

Sagt ein Schwarzer mal zu dir: / „Zwei und nochmal zwei gibt vier“, / musst als Roter du verneinen, / dir zuliebe und den Deinen. / Stellt dann aber tags darauf / Rot die Gegenthese auf, / die alleine richtig sei: / „Vier besteht aus eins und drei“ / protestiert aus reinem Sport / Schwarz und widerspricht sofort. (…)

120. straßen und blumen und frauen

Seit dem Wintersemester 2011/12 werden alle Studierenden der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH) auf Spanisch begrüßt, denn der Preisträger des Alice Salomon Poetik Preises 2011, Eugen Gomringer, stellte sein Gedicht „avenidas“ für die Gestaltung der südlichen Außenwand der Hellersdorfer Hochschule bereit. Als Begründer der Konkreten Poesie und zugleich einer ihrer prominentesten Vertreter zählt Eugen Gomringer zu den bedeutendsten Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur. „Wir freuen uns sehr über diese bleibende Erinnerung an unseren Poetikpreisträger Eugen Gomringer und sind uns sicher, dass die Strahlkraft des Kunstwerkes weit über unsere Hochschule und den Bezirk Hellersdorf hinausgeht“, so Prof. Dr. Theda Borde, Rektorin der ASH Berlin. Mit einer Fläche von 15 Metern Höhe mal 14 Metern Breite zählt das Kunstwerk zu den größten Gedichten an öffentlicher Wand.

In Anlehnung an die Konkrete Kunst prägte Eugen Gomringer in den 50er Jahren den Begriff Konkrete Poesie – eine Dichtkunst, die das „Sprachmaterial“ in den Vordergrund stellt. Durch besondere Anordnungen der Buchstaben und Wörter wird eine eigene künstlerische Realität erschaffen und Bedeutungsinhalte werden visualisiert. Gomringer spielt mit Wiederholungen und Wechsel der Wörter und schafft so neue Zusammenhänge zwischen ihnen. So wiederholt auch sein Werk „avenidas“ mehrmals die Schlüsselwörter „avenidas“ (Straßen), „flores“ (Blumen) und „mujeres“ (Frauen) und findet dann seinen Höhepunkt in dem plötzlich und nur einmal auftauchenden „admirador“ (Bewunderer).

avenidas y flores

Foto: Barbara Halstenberg

Quelle: informationsdienst wissenschaft

119. Janko Messner in Klagenfurt verstorben

Der kärntnerisch-slowenische Schriftsteller und Kämpfer für Minderheitenrechte hinterlässt ein umfangreiches Werk. 2002 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

„Du sprichst eine Sprache, die in meinen Ohren fremd klingt“, schreibt Janko Messner im Gedicht „Lieder für Ivo“. „Aber jede Sprache ist Musik in offenen Ohren und offenen Herzen.“ Der Kärntner-Slowene, 1921 in Aich nahe Bleiburg geboren, war neben seiner literarischen Arbeit auch politisch aktiv. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Schwarzweiße Geschichten“ (1995) und das „Kärntner Heimatbuch“ (1980). 2002 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Vier Jahre später schickte er es an Bundespräsident Heinz Fischer zurück, weil der ORF seinen Film „Vrnitev/Die Rückkehr“ nicht ausstrahlte. Darin geht es um die Vertreibung hunderter Kärntner Slowenen durch die Nazis im April 1942. Das Ereignis wurde in Kärnten jahrzehntelang totgeschwiegen. / Die Presse 28.10.

118. Wie Berg und Tal

„Läßt die Literaturkritik an unseren Schriftstellern, wie sie in den Zeitungen A..bladid* und Morgunbladid* zu lesen ist, wirklich so viel zu wünschen übrig, wie einige meinen?“

„Sie ist amüsant und nicht so unsinnig, wie manch einer glaubt. In dieser ganzen Diskussion um die Qualität dichterischen Schaffens stellt jedoch der Kritiker selbst mit seiner Besprechung den Gipfel dar. Wer als Dichter mit seinem Werk darüber nicht hinausgelangt, der wird erlöst.“

/ „Die traditionelle Gedichtform ist nun endlich tot…“ Interview mit dem Dichter Steinn Steinarr. In: die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik 56 (242) 2011, S. 197. Original erschienen in: Tímarit Líf og List 7/1950 (Aus dem Isländischen von Dirk Gerdes)

(Das Islandheft der Zeitschrift mit dem Schwerpunkt: Islands „Atomdichter“)

* Die diakritischen Zeichen vereinfacht oder weggelassen

117. Frauensache

Lyrik ist wohl eher Frauensache. Diesen Eindruck konnte man leicht bei dem Herbstlese-Abend mit dem Weimarer Dichter Wulf Kirsten und dem Weimarer SchauspielerThomas Thieme im Erfurter Café Nerly gewinnen. Das Altersspektrum des überwiegend weiblichen Publikums reichte von der hippen Bionade-Trinkerin bis zur Wein- und Lyrik-Liebhaberin älteren Semesters. / Thüringer Allgemeine

116. Manfred Peter Hein in der literaturwerkstatt

Do 27.10. um 20:00 Poesiegespräch: Manfred Peter Hein

In Lesung und Gespräch: Manfred Peter Hein(Helsinki)  Moderation: Nico Bleutge (Autor und Literaturkritiker, Berlin)

Manfred Peter Hein ist der große Fremde der deutschen Dichtung. Er veröffentlicht seit über einem halben Jahrhundert Gedichte – auf 15 Bände beläuft sich das Oeuvre –, und fast ebenso lange lebt er als ein »deutscher Dichter in Finnland« (Bobrowski). Vielleicht ist diese Entfernung an die Peripherie des Literaturbetriebs die Ursache dafür, dass Hein ein Geheimtipp für Eingeweihte ist. Sein Werk, das in der Traditionslinie Celans, Huchels, Arendts und Bobrowskis steht, ist in Deutschland immer noch zu entdecken.

Anlässlich seines 80. Geburtstages am 25. Mai 2011 veröffentlichte der Wallstein-Verlag dem Band »Weltrandhin« mit Gedichten aus den Jahren 2008–2010. Über diesen Band und ein Leben als Dichter, Beobachter, Übersetzer, Fährtensucher und Fährmann der Literaturen soll an diesem Abend gesprochen werden – und aus diesem Band wird Hein lesen.

»Im Grunde arbeitet Hein in jedem Gedicht an dem Paradox, mit der Sprache gegen das Nichts anzutreten, dort Verse zu setzen, wo eigentlich Schweigen und Stille herrschen.« (Nico Bleutge)

Manfred Peter Hein (*1931 Darkehmen/Ostpreußen) studierte Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte und Finnougristik in Marburg, München, Helsinki und Göttingen. Er lebt seit den fünfziger Jahren in Finnland. Er hat zahlreiche Gedichtbände, Prosa, Essays publiziert, er ist Übersetzer und Herausgeber. Für seine Gedichte und Übersetzungen wurde er mit renommierten deutschen und internationalen Literaturpreisen geehrt, darunter 1984 mit dem Peter-Huchel-Preis; zuletzt 2006 mit dem Rainer-Malkowski-Preis.

Poesiegespräche bieten die Möglichkeit eines tiefen Einblicks in Schreibstätten und Konzepte von Dichtern, zumal wenn es um deren neuestes Buch geht. Nico Bleutge, selbst Dichter, wird als kritisch begleitender Gesprächspartner auch diese Veranstaltung der Reihe moderieren.

Mit freundlicher Unterstützung des Finnland-Institut in Deutschland und FILI Finnish Literature Exchange

115. Meine Anthologie 79: Edna St. Vincent Millay, First Fig

First Fig

My candle burns at both ends;
It will not last the night;
But ah, my foes, and oh, my friends —
It gives a lovely light!

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Aus: Millay, Edna St. Vincent. 1920. A Few Figs From Thistles – Dieses Gedicht kam am 10. April 2002 im täglichen Lyriknewsletter von http://www.daytips.com in mein Postfach. (Wie immer mit Kommentar)

Erste Feige

Meine Kerze brennt an beiden Enden;
Sie wird nicht die ganze Nacht reichen;
Doch ah, ihr Feinde, und oh, ihr Freunde –
Sie gibt ein herrliches Licht! 

(Rohübersetzung)

Zur Überschrift vgl. den Titel ihres Gedichtbandes

Edna St. Vincent Millay
Love is not all
Gedichte Amerikanisch und Deutsch
übersetzt von Günter Plessow
Sammlung Urs Engeler Editor, Band 69
ISBN 978-3-938767-52-8
Gebunden, mit Schutzumschlag
18,5 x 12 cm, 232 Seiten
Euro 19.- / sFr. 36.-
August 2008