104. Auf einer Grenze

Der neu gegründete freiraum-Verlag aus Greifswald legt mit tEXt bILd den ersten Band einer auf drei Bände angelegten Ausgabe mit Texten von Angelika Janz vor. Und dieser erste Band enthält Visuelle Arbeiten, Essays zur Arbeitsweise und ein sehr instruktives Vorwort von Michael Gratz, in dem er anhand der Gebilde von Janz einen Begriff des Experiments und des Fragments jenseits akademischer und eben auch antiakademischer Hochnäsigkeit entwickelt. Einen Begriff also, der sich der Janzschen Arbeiten annimmt, ohne auf eine gewisse Verbeugung zu verzichten. Die Literaturtheorie findet hier zu einer dienenden Rolle zurück ohne unterwürfig zu sein. Sie bleibt selbstbewusst.

Aber sie, Janz, und mit ihr die Theorie, arbeitet eben auch auf einer Grenze, denn die ausgewählten visuellen Arbeiten bewegen sich in einem Zwischenreich aus Zeichen und Sinn. „Immer,“ so Janz, „bewahrte der fremdgedruckte Text, der Textkern, etwas für die eigene Sprache Schützendes auf.“

(…)

Man könnte Janz Verfahren als eine ästhetische Prothetik beschreiben. Sie nimmt vorgefundenen Text zur Grundlage und setzt ihm mit der Schere zu, zerlegt und verstümmelt ihn. Nun aber wird er repariert oder besser ergänzt. Aber eben nicht im Sinne einer herkömmlichen Prothetik, die versucht auf mehr oder weniger einfallsreiche Art einen ursprünglichen Zustand, oder eine dem Unfall vorausgegangene Funktionalität wieder herzustellen, sondern in dem ein neuer Sinnraum geschaffen wird. Dieser rührt zwar von der Vorlage her, weil diese aber eben nicht rekonstruiert wird, entspinnt er sich in Freiheit.

Das Ergebnis sind Textgebilde die auf beiden Ebenen wirken, der visuellen und der semantischen. Ein verblüffendes Ergebnis, das das Bildhafte des Textes, und zwar über das konkrete Gebide hinaus, in den Blick und ins Bewusstsein treten lässt. / Jan Kuhlbrodt, lyrikkritik.de (unter Rezensionen)

103. Offene Poetik

Gleich zwei Literatur­zeit­schriften, das sehr experi­mentier­freudige Literatur­heft „randnummer“ und die dereinst von Höllerer selbst begründete Zeitschrift „Sprache im tech­nischen Zeitalter“, haben nun bislang unver­öffent­lichte Gedichte aus dem Nachlass des 2003 verstorbenen Höllerer aus­gegraben, die im Umfeld des Bandes „Systeme“ anzusiedeln sind. Der Berliner Dichter und Ver­anstal­tungs­macher Tom Brese­mann hat vor eini­ger Zeit im Literatur­archiv Sulzbach-Rosenberg ein Typo­skript mit Höllerer-Gedichten gefunden, die vielleicht auch wegen ihrer forma­len Kühnheit nie zur Ver­öffent­lichung gelangt waren. In der aktuellen Ausgabe, dem Heft 5 der „randnummer“ hat Bresemann nun einige Funde zusammengetragen und in einem kleinen Vorwort kommentiert.

Im aktuellen Heft 203 von „Sprache im technischen Zeit­alter“ werden weitere Hölle­rer-Gedichte im Faksi­mile präsentiert und in einem kun­digen Aufsatz von Dieter M. Gräf in ihrem literaturhistorischen Kontext erschlossen. Gräf verweist zum Bei­spiel auf die berühmten „Thesen zum langen Gedicht“, in denen Höllerer bereits 1965 den Weg zu einer offenen Poetik bahnte, die dann in seinem Band „Systeme“ Gestalt annahm. In diesen Thesen spricht Höllerer dem langen Gedicht eine besondere Beweg­lichkeit zu: „die Entscheidung für ganze Sätze und längere Zeilen bedeutet Antriebs­kraft für Beweg­liches.“ Die offene poe­tische Form mani­festiert sich in den Nachlass-Gedichten in dem Umstand, dass die ein­zelnen Verse syste­matisch aus der Reihe tanzen und sich auf der Buchseite in viel­fach aufge­fächer­ten, sehr unregel­mäßigen, oft auch frag­mentierten Gedichtzeilen grup­pieren. Diese sehr freie Versform ist zum Teil auch ein Import aus der modernen ameri­kanischen Poesie, den Höllerer in den frühen 1960er Jahren selbst organisiert hat. (…)

Es geht bei dieser Ausgrabung der nachgelassenen Gedichte Walter Höllerers jedoch nicht um bloße Literatur-Archäologie. Denn die „randnummer“ nutzt diese offene Poetik Höllerers ganz offen­kundig als literarisches Leitbild. Neben die Höl­lerer-Gedichte plat­ziert die Redaktion sehr reizvolle visuelle Poeme der Autorin Angelika Janz, in denen durch verschiedene Montage­techniken Zeitungs­aus­risse oder kleine Maler­eien in die poetische Textur inte­griert werden. Das ist ebenso als eine wider­ständige Poesie in Bewegung zu be­grei­fen wie die hier abge­druckten Gedichte von Norbert Lange, Léonce Lupette oder Jan Skudlarek, in denen Verfahren der Über­schreibung, der seman­tischen De-Regu­lierung oder gar des Rückbaus von Texten ange­wandt werden. Jan Skudlarek beispiels­weise reduziert expres­sionistische Groß­stadt­gedichte von Georg Heym oder Ernst Blass auf wenige Wörter, um sie damit gleich­zeitig se­mantisch ungeheuer auf­zuladen. Überhaupt ist dieses neue Heft der „randnummer“ als ein viel­ver­spre­chendes Mani­fest der offenen Poetik und ihrer avan­ciertes­ten Autoren aus der jungen Gene­ration zu lesen. / Michael Braun, Poetenladen

102. Randvoll

Randvoll die neue Randnummer: „banane ist hase, ich weiß von nutz“ schreibt Konstantin Ames in einer der spannendsten Literaturzeitschriften, die nach nichts weniger als neuen gesellschaftlichen Formen forscht. / Guido Graf im literaturport

Hg. von Philipp Günzel, Simone Kornappel : randnummer-literaturhefte, Ausg. 05, Sept. 12
www.randnummer.org

 

101. Debatten

In einem thread versteckt läuft diese Diskussion (um Matthias Polityckis Proklamation der „Realpoesie“), die ich mal anonymisiert hier zitiere. Der „chat“ hier gegeben as is d.h. eine Antwort steht nicht immer direkt unter dem letzten Kommentar. Vielleicht mag jemand weiterdiskutieren?

  • „Lediglich wer behauptete, für sich selber (und niemand sonst) zu schreiben, war en vogue und auch gleich unter Genialitätsverdacht. Damit scheint es nun, zum Glück, erst einmal wieder vorbei.“ tja, wer nicht damit leben kann, dass er seinen weg zum publikum aus eigener kraft gefunden hat, und anderen noch in die suppe spucken muss, weil er den genialitätspokal nicht auch noch dazu bekommt, sondern nur die verkaufszahlen, was ist der eigentlich? ein unerträglich eitler fatzke? ein schlechter gewinner?
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  • nie verstanden habe ich, warum man, wenn man denn sein publikum doch nun erreicht hat, und man doch auch genau das wollte, noch auf denen herumtrampeln muss, die was anderes wollen.
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  • es ist der ständige appell: du sollst wollen, was ich will, denn, was ich will, ist das einzig richtige, denn, es hat publikum. siehe, ich will das richtige, und du, du solipsistischer schreiber, du willst das falsche, du bist verderbt und schlecht und es reicht uns nicht, wenn deine verkaufszahlen mies sind und man dich nicht liest, wir wollen dich weg haben, du sollst uns nicht daran erinnern, dass man die dichtung auch aus ganz anderen gründen betreiben kann und sich in der tat nicht drum schert, ob es pläsiert.
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  • Einen Appell sehe ich in dem Beitrag nicht, eher eine Bestandsaufnahme. Natürlich kann und soll jeder machen, was er will, was denn auch sonst? Worauf ich aber immer wieder stoße ist ein Widerspruch, der hierzu nicht passt: Nämlich dass auch all jene, die öffentlich dazu stehen, eben „etwas anderes“ für ein winziges Publikum zu machen, sich spätestens beim zweiten Bier unter vier Augen darüber beklagen, dass sie keiner liest. Ja was denn nun?
  • abgesehen vom argumentum ad verecundiam und der stelle mit der demut, die mich doch zum lachen brachte in anbetracht der feststellung, hier auch meinung, DAS GEDICHT sei aufgrund von selbst festgelegten kriterien die „führende lyrikzeitschrift“, etwas zum „manche ihrer Verse lernen sich von ganz alleine auswendig“:

    erst vor kurzem las ich wieder einen auszug aus wiktor schklowskis „kunst als verfahren“, aus dem ich eine passage hier zitieren will, die ich überaus anregend finde. hier auf englisch.

    „If we examine the general laws of perception, we see that as it becomes habitual, it also becomes automatic. So eventually all of our skills and experiences function unconsciously—automatically. If someone were to compare the sensation of holding a pen in his hand or speaking a foreign tongue for the very first time with the sensation of performing this same operation for the ten thousandth time, then he would no doubt agree with us. It is this process of automatization that explains the laws of our prose speech with its fragmentary phrases and half-articulated words.

    The ideal expression of this process may be said to take place in algebra, where objects are replaced by symbols. In the rapid-fire flow of conversational speech, words are not fully articulated. The first sounds of names hardly enter our consciousness. In Language as Art, Pogodin tells of a boy who represented the sentence „Les montagnes de la Suisse sont belles“ in the following sequence of initial letters: L, m, d, 1, S, s, b.

    This abstractive character of thought suggests not only the method of algebra but also the choice of symbols (letters and, more precisely, initial letters). By means of this algebraic method of thinking, objects are grasped spatially, in the blink of an eye. We do not see them, we merely recognize them by their primary characteristics. The object passes before us, as if it were prepackaged. We know that it exists because of its position in space, but we see only its surface. Gradually, under the influence of this generalizing perception, the object fades away. This is as true of our perception of the object in action as of mere perception itself. It is precisely this perceptual character of the prose word that explains why it often reaches our ears in fragmentary form (see the article by L. P. Yakubinsky). This fact also accounts for much discord in mankind (and for all manner of slips of the tongue). In the process of algebrizing, of automatizing the object, the greatest economy of perceptual effort takes place. Objects are represented either by one single characteristic (for example, by number), or else by a formula that never even rises to the level of consciousness.“

    und

    „And so, in order to return sensation to our limbs, in order to make us feel objects, to make a stone feel stony, man has been given the tool of art. The purpose of art, then, is to lead us to a knowledge of a thing through the organ of sight instead of recognition. By „enstranging“ objects and complicating form, the device of art makes perception long and „laborious.“ The perceptual process in art has a purpose all its own and ought to be extended to the fullest. Art is a means of experiencing the process of creativity. The artifact itself is quite unimportant.“

    ein wenig mehr davon hier

    wollte man schklowski zustimmen, müsste man vermutlich feststellen, dass das, worauf realpoeten abzielen, keine poesie ist.

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  • der widerspruch liegt woanders, nämlich in diesem ‚für‘, literatur betreibt man ja nicht wie einen geschenkebasar, das mach ich für den zu weihnachten, und das für den zu ostern und damit beschenk ich mich nun selber. so zu denken finde ich völlig absurd, wenn ich mich an einen text mache, denn ich kann gar nicht ‚für‘ irgendwen oder was schreiben, ich kann lediglich schreiben, was ich schreibe. und, sie beklagen sich nicht, dass man sie nicht liest, sie beklagen vielleicht, dass man sie nicht kauft, das ist was anderes, und völlig legitim. klar kann man auch weiterhin immer mit dem nachfrageargument seine werke heiligen, der artikel verrät aber wohl, dass es leider mit dem ‚heiligen‘ nicht so gut klappt, denn irgendwas scheint dran zu sein, dass es eine utopie des eigenen gibt, die auch ein politycki nicht auszurotten im stande ist.
  • es pläsiert entweder von ganz alleine – da muss man sich nicht scheren drum. Oder!
  • und ganz ehrlich: mir wyrden verkaufszahlen vollauf genygen. aber ohne einen roche dafyr schreim zu myssen. lieber harry potter und danach – was sind wir knaben nicht glatt und fein was sollen wir länger schuster sein….

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  •  haha – den zwegat machen – raus aus den miesen …. das genie kann sich jeder meinzwegen sonstwohin stopfn…. grad styrmt der sturm und die uys halten die pappe auf der hytte fest. ….. schulfrei sonstwasfrei….
  • Habe den Text auch mit Unbehagen gelesen, weil Politicky es sich mit diesem dualen hier Avantgarde da Verständlichkeit zu einfach macht, als ob das etwas über ein Gedicht aussagte, ob es dies oder das sei, es WILL vermutlich gar nicht dies oder das sein… Und im übrigen: „führende Literaturzeitschrift im deutschsprachigen Raum“- auch da wieder dieser superlativische und mir immer irgendwie hochnäsig erscheinende Ich-sag-euch-jetzt-mal-wer-der-beste-ist-Ton – das ist eine eher antipoetische Haltung für mich, sorry, Herr Politicky
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  • Nebenbei: die Verkaufzahlen meines Bandessind nicht schlecht, und doch befällt mich Unbehagen bei der Lektüre dieses Textes.
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  • Wo zum … ist das erschienen? Wer druckt sowas?
  •  ich lasse mir nichts vormachen, das ist in wirklichkeit von helmut markwort geschrieben.
  • warum sollte man nicht „fyrs publikum“ schreiben? den trauernden zur freude? den jubelnden zu noch mehr freude? verschenktexte? einen schönen kalender mit einem schönen spruch fyr jeden schönen tag, der einem was gibt wie dankbare leser bemerken?
  • haha – markwort – ja gibts den auch noch?????
  • das war doch der von hörzu????? fryhkindliche traumata ….
  • ok, dann nehme ich den ruhm und die untserblichkeit!

    also ehrlich: alles was bisher in markt- und/oder mehrheits – weil gewinnkonforme kriterien zur qualitätsbestimmung überführt wurde, ist doch mittlerweile in die hose gegangen und so wird auch das gedicht irgendwann nicht mehr mit triple A nach hause gehen, wenn es dem düsteren lesermop nur immer hinwirft, was geschmeckt. ohne das was hier endlich ein ende zu finden hat, wüsste leser doch gar nicht wofür er mal wieder mit so verständlichen gedichten belohnt wird.

  •  ich empfehle folgendes produkt:

    Der Lebensfreude-Kalender 2013

    Der Lebensfreude-Kalender 2009

  • es ist der kampf um den kanon, weil wir alle wissen, menschen sind davon beeinflusst, was andere wertschätzen, obs der eames sessel ist, die automarke, herrn purzel, oder coop himmelblau, und als literat mit ganz guten verkaufszahlen ahnt man vielleicht, man tanzt, wenn, nur einen sommer, und, das ist zu wenig, man will ja schließlich heute leben und nach dem tod aber auch noch gelesen werden, und, wäre ja gruselig, wenn man dann einfach wen wieder ausgraben würde, vielleicht dann auch gerade noch aus trotz wen völlig vergessenen…

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  • echt….. wie hiess das: Tina, oder über die Unsterblichkeit…aschmidt
  • ja frau s, das scheint so zu stimmen, auch wenn ich lieber die götter als lenker ohne portemonnaie für den kanon hätte. was soll das auch immer mit diesen quantitativen messungen!?
  • der lebensfreudekalender erinnert mich an eine scene aus gondry s science of sleep, der erfolglose graphiker bietet seiner agentur einen flugzeugabsturzkalender an

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  • das Ende sagt alles: man will an einem Prozess mitwirken, der „auf die endgültige Ablösung von der (lyrischen) Moderne hinausläuft“ – Antimodernismus = Konservativismus, nicht vielfältige Lyrikszenerien, sondern eine (!) Mitte (Sedlmayr)! Das ist die Antwort auf die oben von S und anderen gestellte Frage, warum man das, was andere machen, bekämpft – aus Ideologie.

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  • aber wovon motiviert kommt ein mensch zu solchen forderungen? kann der denn nicht auch auf beiden hochzeiten tanzen… der hat doch mit so einer versöhnlichen anekdote angefangen! ich frag mich, warum der so bissig ist.

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  • …und dabei so traurig guckt.

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  • eine lyrische „endlösung“, juchhei, na, da freuen wir uns doch mal gleich mit…
  • g., ich glaube, da verwechseln sie was: mir zumindest ist niemand bekannt unter den dichter/innen, der/die sich darüber beklagt, zu wenig gelesen zu werden. wenn schon klagen, dann weil lyrik als kunstform allgemein so wenig beachtet und auch völlig falsch eingeschätzt wird – nämlich, so meine erfahrung, überhaupt nicht als zu akademisch und hermetisch, sondern als zu einfach, oder als zu sentimentales gewäsch. mein vater zb hat sich lange geweigert, lyrik zu lesen, weil er dachte, da gehts nur um beziehungszeugs und gefühlsausbrüche. oder es war ihm zu formloses alltagszeugs, eigentich stimmte er, ohne den zu kennen, völlig mit thomas klings meinung über die lyrik der achtziger überein. und das scheinen eigentlich viele leute der älteren generationen zu tun, unbewusst. leitner will seine leser klein halten, indem er ihnen „einfache“ gedichte vorsetzt und ihnen sagt, schaut, das ist, was ihr verstehen könnt, ich habe das für euch in eurer sprache geschrieben. das finde ich einfach nur ekelhaft.

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  • http://www.amazon.de/Zeit-zum-Leben-2013-Wunschgedichte-Kalender/dp/3880875758/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1350996455&sr=1-3

    Zeit zum Leben 2013: Elli Michler – Wunschgedichte-Kalender

  • http://www.youtube.com/watch?v=GUCrM5i_W3c

    The Science of Sleep (trailer)
    From the director of the Eternal Sunshine of the Spotless Mind.

  • sowas – in der Art?????
  • Man merkt ja, wenn die Leser größer sind, vielleicht auch, dass man nicht mehr drüber schauen kann … die Leser MÜSSEN weniger verstehen, sonst wäre man ja nur einer unter ihnen … wenn jemand klagt, wie von W beschrieben werde ich auch misstrauisch. Vielleicht hat er die falschen Freunde, wenn er es nicht verwechselt wie oben beschrieben …

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  • bundesverdienstkreuz am band, na, ob das bis in die ewigkeit reicht, wir wünschen es ihr.
  • wie sagte frau mayröcker, ich weiß gar nicht, was er meint, ich verstehe jeden satz…

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  • na, er guckt doch eher versöhnlich, nicht? solch eine ideologie kann eine abwehrhaltung sein gegen die intellektuelle, emotionale und auch existentielle zumutung, die ein großartiges gedicht darzustellen vermag. die fixierung komplexitätsreduzierender meinungen ist immer schon ein mittel gewesen, um sich (z.b. im so hermetisch-dschungeligen lyrikchaos) heimischer zu fühlen.

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  • Wenn Tische Worte wären,
    dann hätte der Hut
    in der Hütte
    Angst vor mir.

    Der Ofen trinkt Bier.

    Dazwischen leben wir.

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  • stop it

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  • hier passt auch sehr schön: „Nichts am Gesagten war neu, der Text war bis in die letzte Formulierungseinzelheit hinein fertig durchstandardisiert und ohne jede inhaltliche Information, wurde aber so ausgetauscht, als würde mit ihm ein hochinteressantes Wissen, zugleich eine hochindividuelle Besonderheit des sich selbst damit darstellenden Sprechers mitgeteilt. Im Kern bestand diese Individualitätsmitteilung darin, dass nichts individuell Abweichendes von diesem Individuum her drohte, dass auch dieser Sprecher das von der Allgemeinheit Vorgeschriebene kannte und akzeptierte. Im richtigen Moment konnte die deprimierende Abgedroschenheit des auf dieser Art Dahergeredeten deshalb Wohlbefinden, ein Gefühl von Gefahrlosigkeit, Vertrautem und Vertrauen in gesellschaftliches Gehaltensein hervorrufen, im falschen Moment Abscheu, Ekel, Hass auf die Demenz der Normalität.“ R. Goetz, Johann Holtrop

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  • Jeder Tag
    ist ein
    Raum.

    Gedanken
    sind
    Möbel.

    Kühe
    sind
    Buchstaben.

    Zwar
    ist das Quatsch,
    aber
    irgendwie
    gut.

  • „Im Kern bestand diese Individualitätsmitteilung darin, dass nichts individuell Abweichendes von diesem Individuum her drohte, dass auch dieser Sprecher das von der Allgemeinheit Vorgeschriebene kannte und akzeptierte.“ yes, indeed

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  • Einfach schreiben, damit auch der Dümmste es versteht find ich persönlich genauso albern wie bewusst kompliziert zu schreiben, damit keiner es versteht. Nur für sich zu schreiben ist ok, mach ich auch hin und wieder. Warum man diese „nur für mich“-Texte dann veröffentlichen muss, erschließt sich mir nicht. Wenn man veröffentlichen will, sollte man beim Schreiben auch den Leser im Blick haben, denke ich. Zum Thema Beklagen: Ja, es wird beklagt, dass die Lyrik generell ein so kleines Publikum hat, viele beklagen auch, dass sie persönlich kein Publikum haben. Beides ist legitim, ersteres beklage ich auch ständig. Aber wenn man es beklagt, muss man auch zumindest versuchen, etwas dagegen zu tun. Leitner und Co tun das auf ihre Weise. Man muss deren Art nicht gut finden, aber eines haben sie den meisten Lyrikern voraus: Sie verstehen was von Marketing. Sie rümpfen nicht die Nase über Marktmechanismen, sondern machen sie sich erfolgreich zunutze. Es gibt sicher auch viele andere Arten, wie man das tun kann. Aber man muss es tun, denn ohne geht’s nicht, ohne wird die Lyrik klein bleiben, die Komplizierte wie die Verständliche. Und das muss nicht sein. Ich erlebe es andauernd, dass es möglich ist, Menschen, die vorher noch gar keine Berührung damit hatten, für Lyrik zu begeistern. Es geht, es ist machbar. Warum zieht man in der Lyrikszene nicht an einem Strang statt gegeneinander zu giften? Warum schließen sich nicht mal zehn kleine Verlage zusammen und organisieren eine große Messepräsentation? All das ist machbar, man muss es nur wollen…

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  • Sie verhinderns doch gerade, indem sie den Leuten einreden, sie brauchten die sprachlichen Mittel nicht zu kennen und könnten doch das ganze haben. nein das ist nicht Popularoisierung, sondern Ersatz durch derivate, unabhängig davon, dass mal ein guter Text ihnen hineinrutschen mag.

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  • Ich sagte gerade „man muss ihre Art ja nicht mögen, man kann’s auch anders machen“. Gut, dass es eine Diskussion gibt (wie so oft durch Leitner angestoßen). Aber diskutieren allein bringt’s nicht, jammern und nörgeln noch weniger. Selbst, anders, besser machen, das wäre mal was
  • all das wird längst gemacht… und, kriegt man vielleicht mal aus den köpfen raus, dass irgendwer bewusst kompliziert schreibe, diese denke ist mir total fern.

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  • Ja, es wird viel gemacht, aber kaum etwas Effektives, leider. An Effizienz und Wirkung macht Leitner von all jenen, die über ihn herziehen, keiner was vor. Und: es gibt diverse Lyriker, die bewusst kompliziert schreiben und das auch offen sagen. Ist ja auch kein Problem.
  • naja ich halts für ineffektiv und sehe mein eigenes verlerisches Wirken als sinnvoller, mir fehlen natürlich aus ökonomishcen Gründen die Verstärker.
  • sehr geehrter herr w, ich verfolge leitners tun kaum, und, dieser herr hat mir mal mit zu einem halben lustspielpreis verholfen, ich betreibe mein dichten nicht effizient, das ist wahr, und darum bin ich auf menschen angewiesen, die marketingstrategien dafür entwickeln, auch das ist klar, und, die gibt es ja, dennoch ist das beste marketing ein gutes produkt, das ist meine überzeugung, dass man sich trotzdem mit jeder menge anderem kram sein leben vollmüllt, geschenkt, ist erlaubt. darum gibts ja auch made in china, ich hab auch nix gegen trash, und, ach, egal, ein hoch auf anton g. und die erfindung des lyrikkalenders…

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  • und, was das giften betrifft, man schaue mal, wer damit angefangen hat, und, was das klagen betrifft vielleicht auch… kookbooks klagt selten und macht einfach weiter…so what

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  • ich erinnere mich dunkel, dass das dem herrn leitner so gar nicht passte…
  • warum auch immer
  • also – mir leuchtet die positive korrelation zwischen verkaufszahl und kwalliteit, die von herrn politicky im vorstehenden artikel hergestellt wird, nicht ein.
  • Wenn ein gutes Produkt die beste Werbung wäre (schön wärs) würde der Buchmarkt anders aussehen. Und das was Sie sagten meine ich ja: Allein hat kaum einer in der Szene die Mittel, großes Marketing zu machen. Wenn sich einige Lyrikverlage mit ihren Autoren mal an einen runden Tisch setzen und in die Hände spucken würden sähe das schon ganz anders aus…
  • iwo…. es gibt auch verkaufsschlager ohne marketing – siehe allert-wybranietz.
  • doch, ein gutes produkt ist die beste werbung, nur keine, die gut funktioniert, das muss man aber den machern nicht vorwerfen, und wenn sie selbst sich nicht besser vermarkten können, ist das nicht ihr fehler.
  • das ändert nichts an der qualität.
  • Die sitzen schon und spukten in die Hände und nicht zu wenig und man sieht es auch, wenn man hinschaut. Es ist nur die Frage: will man ein gutes Produkt oder schaut man: Was kann man auf dem Markt platzieren und wählt danach das Produkt, dass dann eben auch Derivat sein kann … wenn die angestoßene Diskussion Deine Meinung G modifiziert und nicht bloß verfestigt hätte sie ja was gebracht … ansonsten sinds ja immer wieder dieselben Dinge die einen ärgert….
  • Man kann sich auch wirklich alles schönreden…
  • höre ich da einen Ansatz zur Selbstkritk?
  • ja, ich kenne die Ansätze und Versuche. Groß gebracht haben sie bisher nichts. Also? Aufgeben?
  • was daran jetzt schöngeredet sein soll, wenn man sich seine eigene unfähigkeit zur vermarktung eingesteht?
  • Ich meinte eher die Haltung, die ich herauslese: Ich kann kein Marketing also ist’s auch egal und ich muss mich nicht weiter drum kümmern.
  • ja, und? was ist daran schöngeredet? ich kann eben kein marketing, das macht es nicht besser, im gegenteil.
  • Wenn ich von einem Buch begeistert bin, es mir Kraft, neue Einsichten oder neue Tools gibt … dann hat es was gebracht und wie nun andersherum: Wenn es einem Viertel der Leser eines Buches so geht dann sind es vielleicht mal schon hundert, denen man echt etwas fürs Leben gegeben hat. 8Und genau so bekomme ich von anderen Menschen anderen Schreibern regelmäßig etwas zurück) sabine behauptet das sie nichts mit Marketing am Hut hat. Gilt nicht für alle. Das ist zwar nicht mein Spezialgebiet, aber sonnabend beim Verlagsfest habe ich von allen Leipziger Verlagen am meisten Bücher verkauft und das mit einem Lyrikprogramm.

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  • G – ehrlich: Mit Lyrikbänden gehts mir wie mit den Traktaten von Jehovas Zeugen – ich wills NICHT aufgeschwatzt kriegen. Wenn jetzt jemand kommt und mir sagt: das musste lesen – bin ich weg.
  • B, auch ich freue mich über jeden einzelnen, den ich gewinnen kann und über jede Veranstaltung, bei der Bücher im zweistelligen Bereich weggehen. Aber sollte es nicht insgesamt mal das Ziel sein, dass die durchschnittliche Lyrikauflage vom drei in den vierstelligen Bereich wächst?
  • M – ich freu mich darüber, denn sonst würden mir in der Masse der Veröffentlichungen viele gute Bücher entgehen.
  • mir gehts mit vielem so. gutes marketing schwatzt eigentlich auch nicht auf, für mein empfinden, und leitner schwatzt aber ganz gern auf und politycki, und, funktioniert ja vielleicht auch. mit literatur und kunst geht es mir aber wie mit eigenen idiosynkrasien, die man schwerlich aus- oder eingeredet bekommen kann.
  • naja kommt darauf an G. Sollte man nicht etwas den Leuten anbieten, was sie nur da bekommen? Bei anderen Sachen (Deine kenne ich zu schlecht) ist es ja so, dass das eine durch das andere ersetzbar ist. Also viele Leute, die sich nach „das Gedicht“ zufrieden fühlen, die könnten auch ebensogut etwas anderes lesen und ich behaupte: tendenziell beseres, weil es nicht ihre Ideologie als kompetenter Leser streichelt und sie so zu Ignoranten erzieht.
  • hah, dieses ziel hab ich erreicht, darf ich jetzt nicht mehr auf der seite der ignorierten stehen…
  • Auf dem Dorf war ich der Einzige der Trakl las. Es war sehr wichtig. Die DDR Bonzen meinten, der sei entbehrlich … deswegen G hab ich eine Scheu gegen das Argument der reinen Zahl. Mehrheit legitimiert gar nichts, deswegen sind Verkaufszahlen nur fürs Überleben als bürgerliche Persönlichkeit wichtig und um Mittel an die Hand zu bekommen.

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  • seltsamer weise hat man aber in der masse immer auch doch noch zu denen gefunden, die man nicht ständig wie sauerbier anpreist, man unterschätze auch nicht, dass menschen ganz gern auch selbst mal was entdecken, vielleicht nicht alle, aber doch auch einige, dass man sie entdecken kann, dazu müssen sie verkrichbar sein, sprich, irgendwo und irgendwie verlegt, ja, auch das ist wahr.

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  • B, ja, grundsätzlich sicher richtig, das Problem aber ist nunmal leider, dass man erstmal dafür sorgen muss, dass die Menschen drauf aufmerksam werden. Das schafft Leitner – und ich bin sicher, das können auch andere schaffen.
  • ich bin grundsaetzlich der Meinung, dass Verkaufserfolge besser sind als Foerderungen/Stipendien/Preise – ja, dann is doch aber auch gut! Verkauft und seid glycklich!
  • Zu den Zahlen und Deinem DDR-Beispiel: Auch das ist richtig. Aber worum geht es denn hier? Leitner verkauft viel und bekommt viel Aufmerksamkeit. Das schmeckt einigen nicht, weil sie Leitners Arbeit eben kritisch betrachten und sich zugleich wünschen, dass die Lyrik insgesamt in ihrer Vielfalt mehr gekauft und gelesen wird. Und nur darum geht es mir ja auch: Zu fragen, wie sich das bewerkstelligen lässt. Ich denke: Das geht nur gemeinsam und gezielt.
  • Muss mich jetzt hier mal ausklinken – die Arbeit ruft.
  • was mir nicht schmeckt, ist diese kampfhaltung gegen die moderne, die leitner et al vertreten. da steh ich plötzlich wie selbstverständlich auf der seite czernins, sozusagen.

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  • und was heißt unverständlich, was akademisch? sind meine gedichte unverständlich, kompliziert???

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  • und was mich ein wenig nervt: dass diese diskussion auf meinem stream läuft anstatt auf der lyrikzeitung, wo sie jedenfalls ein bisschen öffentlichkeit hätte. was wichtig wäre.

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  • „leitner […] sagt, schaut, das ist, was ihr verstehen könnt, ich habe das für euch in eurer sprache geschrieben.“

    –> Anton G. Luther !

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  • im grunde sagt leitner, schaut, das ist das, womit ich mich noch befassen mag, alles andere interessiert doch eh nicht, mich nicht, euch nicht und alle anderen nicht. klarer fall von falscher konsens effekt würde ich behaupten…

100. Reaktionäre Lyrik

Lesefund:

der taz-artikel ist ein bösartiges machwerk voller reaktionärer lyrik, ohne nennenswerten wahrheitsgehalt auf verschiedenen ebenen

99. Speedweek

Der Gedichtband «Schmetterlingspoesie» des Motorrad-Rennfahrers Michael «Bundy» Roth schafft es auf Platz 1 der Amazon-Bestsellerliste «Lyrik und Poesie». / speedweek.de

98. Karte der Realpoesie


Karte der Realpoesie nach dem Stand vom 23.10. 2012 (c) Michael Gratz

97. »Internationales Gipfeltreffen der Poesie«

DAS GEDICHT wird 20 und feiert mit 60 Lyrikern aus Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz die Geschichte der deutschsprachigen Realpoesie!

19:00 Uhr Vorprogramm (Foyer)

DAS GEDICHT präsentiert Poesie-Clips aus dem lyrik-tv-Kanal http://www.dasgedichtclip.de

19:15 Uhr Zuallererst (Saal)

Intro: »wortgeburt« Performance von Semier Insayif (A-Wien) Begrüßung: Dr. Reinhard G. Wittmann (Literaturhaus München) Einführende Worte: Anton G. Leitner (Verleger und Herausgeber DAS GEDICHT):

»20 Jahre am Ruder(n)« Matthias Politycki (Mitherausgeber der Jubiläumsausgabe 20):

»Realpoesie«

19:30 Uhr Hauptprogramm, Teil I (Saal)

1. Duo: Michael Augustin (Bremen) / Ulla Hahn (Hamburg) 2. Duo: Arne Rautenberg (Kiel) / Hardy Scharf (München) 3. Duo: Ulrike Draesner (Berlin) / Mathias Jeschke (Stuttgart) 4. Duo: Paul Maar (Bamberg) / Babette Werth (Berlin) 5. Duo: Andreas H. Drescher (Saarlouis) / Xóchil A. Schütz (Berlin) 6. Duo: Helmut Krausser (Potsdam u. Rom) / SAID (München) 7. Duo: Martin Brinkmann (München) / Michael Sailer (München) 8. Duo: Josef Brustmann (Icking) / Franz Xaver Kroetz (München u. Teneriffa) 9. Duo: Friedrich Ani (München) / Siegfried Völlger (Augsburg) 10. Duo: Ralph Grüneberger (Leipzig) / Josef Wittmann (Tittmoning) 11. Duo: Melanie Arzenheimer (Eichstätt) / Manfred Chobot (A-Wien) 12. Duo: Rudolf Kraus (A-Wien) / Gerhard Ruiss (A-Wien) 13. Duo: Jürgen Bulla (München) / Joachim Sartorius (Berlin) 14. Duo: Knut Schaflinger (Augsburg u. Hamburg) / Robert Schindel (A-Wien) 15. Duo: Leander Beil (Holzkirchen) / Anton G. Leitner (Weßling)

16. Duo: 17. Duo: 18. Duo: 19. Trio: 20. Duo: 21. Duo: 22. Duo: 23. Duo: 24. Duo: 25. Duo: 26. Duo: 27. Duo: 28. Duo: 29. Duo: Matthias Politycki (Hamburg) / Alfons Schweiggert (München) Augusta Laar (Krailling) / Hellmuth Opitz (Bielefeld) Alex Dreppec (Darmstadt) / Franziska Röchter (Verl) Steffen Jacobs (Berlin) / Horst Samson (Neuberg) / Gabriele Trinckler (München) Semier Insayif (A-Wien) / Alma Larsen (München) Ludwig Wolfgang Müller (München) / Salli Sallmann (Berlin) Theres Lehn (München) / Frank Schmitter (Ismaning) 12 Erich Jooß (Miesbach) / Fitzgerald Kusz (Nürnberg) Ulrich Johannes Beil (Holzkirchen u. CH-Zürich) / Jean Krier (L-Bridel) Beat Brechbühl (CH-Frauenfeld) / Hans Eichhorn (A-Attersee) Fritz Deppert (Darmstadt) / Birgit Müller-Wieland (München) Markus Bundi (CH-Baden) / Uwe-Michael Gutzschhahn (München) Richard Dove (München) / Ludwig Steinherr (München) Norbert Göttler (Hebertshausen) / Wolfgang Oppler (Unterschleißheim)

22:35 Uhr Zu guter Letzt (Saal)

Extra: »Nur noch ein Gedicht« Performance von Jürg Halter (CH-Bern)

Schlusswort: Anton G. Leitner

96. American Life in Poetry: Column 395

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
Here’s a delightful poem by Douglas S. Jones about a bicycle rider sharing his bike with a spider. Jones lives in Michigan and spiders live just about everywhere.

Centrifugal 

The spider living in the bike seat has finally spun
its own spokes through the wheels.
I have seen it crawl upside down, armored
black and jigging back to the hollow frame,
have felt the stickiness break
as the tire pulls free the stitches of last night’s sewing.
We’ve ridden this bike together for a week now,
two legs in gyre by daylight, and at night,
the eight converting gears into looms, handle bars
into sails. This is how it is to be part of a cycle—
to be always in motion, and to be always
woven to something else.

 

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2011 by Douglas S. Jones, whose most recent book of poems is the chapbook No Turning East, Pudding House Press, 2011. Poem reprinted from The Pinch, Vol. 31, no. 2, 2011, by permission of Douglas S. Jones and the publisher. Introduction copyright © 2012 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

95. „der deutsch-arabische lyriksalon“ 2012

Poetische Begegnung der Kulturen

Der von dem deutschsprachigen, aus Syrien stammenden Dichter Fouad EL-Auwad ins Leben gerufene „deutsch-arabische lyriksalon“ kann seit 2005 auf eine stattliche Anzahl poetischer Soirées und auf eine eindrucksvolle Reihe erstrangiger Gäste zurückblicken. Interkulturelle Begegnung im Medium der Poesie – das ist das erklärte Ziel der Initiatoren. Waren Dichter wie Reiner Kunze, Raoul Schrott und Fuad Rifka bei früheren Ausgaben des „lyriksalon“ zu Gast, so steht das diesjährige Programm dem in keiner Hinsicht nach, zumal das Festival in diesem Jahr erstmalig – an zwei aufeinander folgenden Tagen – an zwei Orten stattfinden wird, nämlich in Aachen und in Bonn. Auf deutschsprachiger Seite sind diesmal – neben Gastgeber Fouad EL-Auwad – Ulrike Draesner, Ludwig Steinherr, Suleman Taufiq, Reinhard Kiefer, Gabriele Frings, Christoph Leisten und Nedjo Osman dabei, aus der arabischen Welt kommen Hussein Habbasch (Syrien), Hayet Raes (Tunesien), Emad Fouad (Ägypten), Fatima Mahmoud (Libyen) und Ali Al-Jallawi (Bahrain). Wie immer besticht das Programm dadurch, dass die Gedichte der Autoren jeweils in deutscher und in arabischer Sprache zu hören sein werden. Zum deutsch-arabischen lyriksalon erscheint bei der Edition Orient die zweisprachige Anthologie „einfach SO“, die an diesen beiden Abenden erstmalig vorgestellt wird.

Das Festival in Aachen findet statt am Donnerstag, dem 25. Oktober, 19.30 Uhr, im Couven-Museum (Hühnermarkt), der Bonner Abend ist am Freitag, dem 26. Oktober, 19.30 Uhr im Festsaal der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität (Am Hof). Beide Abende werden musikalisch kongenial begleitet durch den aus dem Irak stammenden Oud-Virtuosen Raed Khoshaba. Der Eintrittspreis zu beiden Abenden beträgt jeweils 10 Euro.

Weitere Informationen: www.lyrik-salon.de

 

 

94. Klingt wie eine Zumutung

Stimmt es Sie traurig, dass Lyrik ein wenig aus der Mode gekommen ist?

Stéphane Hessel Auf jeden Fall, vor allem aber, dass Lyrik nicht mehr auswendig gelernt und kaum noch vorgetragen wird.

Sie selbst nennen sich einen leidenschaftlichen Rezitator. Beginnt Lyrik erst zu leben, wenn sie vorgetragen wird?

Hessel Wenn man ein Gedicht aufsagen kann – und mag es noch so dumm erscheinen –, dann sind die, die es hören, davon auf jeden Fall berührt. Manche schämen sich ja, ein Gedicht aufzusagen, weil es wie eine Zumutung klingt. / Rheinische Post

Für die Düsseldorfer Tage der Poesie im Heine Haus am 26. und 27. Oktober wählte Hessel das Motto aus (von Apollinaire).

 

93. Grimmpreis für Härtling

Weil er sich „als Lyriker und Autor für Kinder und Erwachsene verdient gemacht“ hat, ist der Schriftsteller Peter Härtling heute in Kassel mit dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache 2012 ausgezeichnet worden.

„Peter Härtling gehört zu den vielfältigsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Er hat sich als Journalist, Kritiker und Verleger, aber besonders als Lyriker und Autor für Kinder und Erwachsene verdient gemacht“, begründete der Bamberger Sprachwissenschaftler Helmut Glück die Entscheidung der Jury für die Vergabe des Hauptpreises.

Der in Mörfelden-Walldorf lebende Schriftsteller reiht sich damit ein in die Liste prominenter Preisträger. Ausgezeichnet wurden unter anderem der Dramatiker Rolf Hochhuth, Loriot (Vicco von Bülow), „FAZ“-Herausgeber Frank Schirrmacher, die Kinderbuchautorin Cornelia Funke oder „Panik-Rocker“ Udo Lindenberg. [und im vergangenen Jahr Nora Gomringer]. / hr online

 

Aus Wikipedia:

Der Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache wird seit 2001 jährlich an Personen verliehen, die sich wie sein Namensgeber Jacob Grimm „in besonderem Maße um die Anerkennung, Weiterentwicklung und Pflege des Deutschen als Kultursprache“ verdient gemacht haben. Er ist mit 30.000 Euro dotiert.

Preisträger sind u.a.:

  • 2001: Rolf Hochhuth (Schriftsteller); „… für seine Verdienste um die deutsche Sprache und sein beherztes öffentliches Eintreten für ihre Pflege, ihre kreative Weiterentwicklung und die Sicherung ihrer Position als Fremdsprache in anderen Ländern …“
  • 2002: Ljudmila Putina (Gattin des russischen Präsidenten Wladimir Putin); „… für die Pflege des Deutschen als Fremdsprache in der Russischen Föderation …“
  • 2005: Paul Kirchhof (Verfassungsrichter i. R.); „… für seine Verdienste um die Sprache des Rechts und das deutsche Sprachenrecht …“
  • 2010: Udo Lindenberg, „… weil er gezeigt hat, dass man mit anspruchsvollen, schönen Rock-Texten in deutscher Sprache erfolgreich sein kann.“
  • 2011: Nora-Eugenie Gomringer, „… weil sie einer neuen Form des Dichtens in Deutschland, der Slam Poetry*, zur Popularität verholfen habe.“

*) wie heißt das eigentlich auf Englisch?

Preisstifter Eberhard Schöck über die Stiftung, „Warum ich den Kultupreis Deutsche Sprache gestiftet habe“:

Meine Stiftung, die Eberhard-Schöck-Stiftung, hat sich zwei Hauptaufgaben vorgenommen: Seit 1993 die Förderung der Handwerkerausbildung in ehemals kommunistischen Ländern und seit 2000 die Vergabe des Kulturpreises Deutsche Sprache.“ (…)

Warum haben unsere Politiker und Intellektuellen nicht den Mut in aller Offenheit und Konsequenz über dieses Thema zu sprechen?

Ich habe für mich die Initiative ergriffen: Anfang des Jahres 2000 habe ich ein weiteres Aktien-Paket in die Eberhard-Schöck-Stiftung eingebracht. Der Ertrag dieser Aktien steht für einen „Kulturpreis Deutsche Sprache“ zur Verfügung.

Die uns fehlende Nationalidentität hat auch zu einer Gleichgültigkeit gegenüber unserer Sprache geführt. Der Schluss sollte erlaubt sein, dass umgekehrt über den Schutz der Sprache auch die Entwicklung eines gesunden Nationalbewusstseins möglich sein sollte.

Wenn wir aber selbst unsere Sprache nicht lieben und schätzen, wie soll sie dann von anderen geschätzt werden? Wie soll man als Volk ernst genommen werden, wenn man sich selbst nicht ernst nimmt!

Der „Kulturpreis Deutsche Sprache“ soll deshalb an Personen und Institutionen vergeben werden, die sich verdienstvoll und erfolgreich für den Erhalt und die kreative Weiterentwicklung unserer Sprache einsetzen. Mit einem Preisgeld von insgesamt 35.000 € ist er einer der höchstdotierten Sprach- und Literaturpreise im deutschen Sprachbereich. Die Vergabe des Preises erfolgt zusammen mit dem „Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS)“, Dortmund. Der VDS setzt sich besonders für die Bewahrung der deutschen Sprache in einem Europa mit der ihm eigenen Kultur- und Sprachenvielfalt ein.

92. Das Gedicht 20 oder Der Dom war nicht weit

Wer hätte das gedacht?

Nach Angaben des Börsenverein des Deutschen Buchhandels macht die Lyrik nur einen verschwindet geringen Anteil an den Umsätzen des Buchhandels aus. Rund ein Drittel des geschätzten Gesamtumsatzes der Branche von rund 9,6 Milliarden Euro im Jahr 2011 machte Belletristik aus. Der Lyrik-Anteil an der Belletristik betrug nur 1,2 Prozent – Tendenz in den vergangenen Jahren fallend. „Viele nehmen sich ja heute kaum noch Zeit für die reine Lektüre“, sagt der Vorsitzende der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, Ralph Grüneberger. / Literatur: 20 Jahre Literaturzeitschrift „Das Gedicht“ – weiter lesen auf FOCUS Online

Das zu einer Meldung zum 20. Jubiläum der Zeitschrift „Das Gedicht“, die durch einen „Skandal“, wie die Medien immer wieder berichten (einen von der Sorte, bei der nord- oder ostdeutsch Sozialisierte fragend die Stirn runzeln, „im wahrsten Sinne des Wortes handfest“ halt) die Auflage steigerte:

Im Jahr 2000 sorgte der Dichter Anton G. Leitner mit seiner Literaturzeitschrift „Das Gedicht“ für einen im wahrsten Sinne des Wortes handfesten Skandal.

Unter der Überschrift „Geile Gedichte – Vom Minnesang zum Cybersex“ und mit unsittlich geballter Faust auf dem Titelbild hatte er erotische Gedichte renommierter Autoren wie Ulla Hahn und Friederike Mayröcker auf den Markt gebracht. „Die kamen päckchenweise zurück“, erinnert er sich heute – teils waren erboste Nachrichten dabei. Eine Mainzer Buchhandlung verweigerte damals zum Beispiel die Annahme, weil der „Dom nicht weit“ war.

Doch was ein wirtschaftlicher Totalschaden zu werden drohte, entpuppte sich als außerordentlicher Glücksfall. Weil die Medien auf ihn aufmerksam wurden, die „Bild“-Zeitung auf einer Doppelseite über seine „geilen Gedichte“ berichtete und in der damals höchst populären RTL-Show „Sieben Tage, sieben Köpfe“ ein Witz über die Abkürzung seines mittleren Namens – G. – fiel, schoss die Auflage für „Das Gedicht“ in die Höhe – und auf 10 000 Stück. „Wir kamen gar nicht hinterher mit dem Nachdrucken“, erinnert sich Leitner im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

91. Dia do Poeta

Fragen wir Google – die kennen verschiedene Varianten. Offenbar gibt es den 20.10. als „Tag des Poeten“, den 14.3. als Nationalen Tag der Poesie und den 21.3. als Welttag der Poesie. Vielleicht teilt jemand Näheres mit?

20 de Outubro – Dia do Poeta

http://www.smartkids.com.br/…/20-outubro-dia-do-po – Diese Seite übersetzen

DIA DO POETADia do Poeta Poeta é aquele que faz versos, que escreve poesias. A poesia, ou gênero lírico, ou lírica é uma das sete artes tradicionais, uma 

Leitor faz homenagem ao Dia do Poeta – Folha de S.Paulo

www1.folha.uol.com.br/…/994385-leitor-faz-ho… – Diese Seite übersetzen
21 out. 2011 – Era 20 de outubro. Primaveril feriado. Agora por lei, decreto assinado, odia do poeta passaria a ser –dos dias do ano– o mais festejado.

Mensagens – Dia do poeta (04/10)

ilhado.com.br/index.php?id_editoria=13&id… – Diese Seite übersetzen
Hoje é o dia do Poeta!O Poeta é aquela pessoa que com sua arte nos traz alegrias, reflexões, fantasias, sonhos e até mesmo realidade, mesmo sendo de uma 

Dia Poeta

http://www.velhosamigos.com.br/…/diapoeta.html – Diese Seite übersetzen
DIA DO POETA  E em certos dias quando penso em minha gente, trago o Vinicius na mente,  Ser poeta é transformar em palavras uma grande essência.

Día Mundial de la Poesía – Wikipedia, la enciclopedia libre

es.wikipedia.org/wiki/Día_Mundial_de_la_Poesía – Diese Seite übersetzen
El Día Mundial de la Poesía es tributo a la palabra poética propuesto en el año 2001 por la Unesco, se celebra cada 21 de marzo (equinoccio de primavera) 

Hoje é Dia do Poeta

http://www.hiroshibogea.com.br/?p=14363 – Diese Seite übersetzen
14 mar. 2012 – 6 Respostas para “Hoje é Dia do Poeta”. Olhar Feminino março 14th, 2012 at 9: 02. Parabéns Hiroshi! Hiroshi Bogéa março 14th, 2012 at 9:15 

21 de Octubre: Día del Poeta

http://www.sosuaonline.net › … › Locales & Nacionales – Diese Seite übersetzen
21 Oct 2011 – Con motivo conmemorarse El Día del Poeta, inspirado en el natalicio de la poetiza Salomé Ureña de Henríquez, felicitamos a todos los poetas 

14 de Março – Dia Nacional da Poesia – Brasil Escola

http://www.brasilescola.com › … › Março – Diese Seite übersetzen
Dia Nacional da Poesia . Dia da Poesia – Homenagem a Castro Alves, o poeta dos escravos.

90. Zürich liest Lyrik

Breiten Raum geben die Organisatoren dieses Jahr der Lyrik. Im Zürcher Helmhaus geben Klaus Merz und der Südtiroler Lyriker Sepp Mall eine Session, im Cabaret Voltaire der Lyriker Werner Lutz und der Musiker Rudolf Lutz eine Matinee. Der Kabarettist Rolf Schlatter performt zudem im Tram Gedichte aus dem Buch «König der Welt». Und schliesslich wird am Festival «Zürich liest» erstmals der Zürcher Lyrik-Preis vergeben. / Basler Zeitung

Zürich liest: Do 25.-So 28.10.