je weiter die Entwicklung der Textverarbeitung fortschreitet, desto unbeschreiblicher werden wir
Hansjürgen Bulkowski
Die American Library Association (ALA) stellt seit mehr als 60 Jahren eine jährliche Liste von 25 „sehr guten, sehr lesbaren und manchmal sehr bedeutenden“ Büchern aus den Bereichen Belletristik, Sachbuch und Lyrik für erwachsene Leser zusammen.
Unter den 25 Titeln für 2013 sind zwei Gedichtbände:
Inferno
Author: Alighieri, Dante. Trans. Mary Jo Bang. Illus. Henrik Drescher. Publisher: Graywolf.
A rollicking, contemporary trip through the Underworld.
Stag’s Leap: Poems
Author: Olds, Sharon. Publisher: Knopf.
An arc of verses which touch the raw nerve of betrayal, lost love, forgiveness, healing and finding peace.
Der 2012 neu gestiftete Sillerman First Book Prize for African Poets geht an den Kenianer Clifton Gachagua für sein Manuskript „Madman at Kilifi“. Die Preissumme beträgt 1.000 US-Dollar. Das ausgezeichnete Buch wird bei der University of Nebraska Press und bei Amalion Press in Senegal erscheinen.
Clifton Gachagua lebt in Nairobi. Er veröffentlichte Gedichte in Zeitschriften. Soeben hat er einen Roman abgeschlossen, außerdem macht er Filme. Er hat einen Bachelor in Biomedizin. Er verbrachte viel Zeit auf ostafrikanischen Highways zwischen dem See und dem Meer auf der Suche nach Liebe und nach Jeffrey Eugenides’ Obscure Object. / African Poetry Book Fund
„Als afrikanischer Autor ins Deutsche übersetzt zu werden, ist aus irgendeinem Grund sehr schwierig“, sagte Habila in Frankfurt mit einem ruhigen Lächeln. Er bot keine Erklärung für dieses Rätsel. Man hatte vielmehr das Gefühl, es tue Habila für die deutschen Leser leid, dass sie eine ganze Autorengeneration aus Afrika verpasst haben, Tausende von Büchern, jenseits der postkolonialen Klassiker Achebe, Soyinka und Thiong’o. „Man sollte nicht glauben, in Afrika hätte sich seit den sechziger Jahren nichts verändert.“
1980 war noch „Schwarzafrika“ Schwerpunkt auf der Frankfurter Buchmesse. Ende der Achtziger gründete Ilija Trojanow, damals Mitte zwanzig, einen Verlag, der sich auf afrikanische Literatur spezialisierte. „Ich war naiv und dachte, Deutschland wartet darauf, afrikanische Autoren zu lesen“, erzählte Trojanow nun in Frankfurt. „Ich war bei einem Buchhändler in Duisburg, habe mich vorgestellt: Junger Verlag, afrikanische Literatur. Der Buchhändler sagte: Danke, wir haben schon ein Buch über Afrika.“ (…)
Manfred Metzner, der Verleger von Helon Habila, gibt sich jedoch optimistisch. Seit drei Jahren verlegt er in der Reihe Afrika-Wunderhorn afrikanische Schriftsteller und sagt, er schreibe mit diesen Büchern schwarze Zahlen. Habila sei natürlich ein Sonderfall, aber auch ein simbabwischer Dichter wie Chirikure Chirikure verkaufe sich nicht schlechter als debütierende deutsche Dichter. Von Bekanntheit kann man da freilich kaum sprechen. Die Auflagen für Lyrikbände liegen zwischen 300 und 500 Exemplaren.
Im Falle Chirikure Chirikure wünscht man sich definitiv höhere Auflagen. Er ist der wichtigste Satiriker Simbabwes, der sich mit dem Regime von Robert Mugabe anlegt, dabei aber Zeit findet, zeitlose Gedichte zu schreiben. Er schreibt sie in seiner Muttersprache Shona und übersetzt sie eigenhändig ins Englische, damit sie ein Publikum außerhalb Simbabwes erreichen. Und er trägt sie zu musikalischer Begleitung vor, wie nun bei den Afrikanischen Literaturtagen in Frankfurt. (…)
Chirikure Chirkure liest sein Gedicht „Sliding game – Mutserendende“ vor: „Every boy in my village / Can describe with joy and pride / How you play the mutserendende game.“ Er hebt die Hände, greift nach Luft, im Gedicht erzählt er, dass man, um Mutserendende zu spielen, einen gesunden Baum fallen muss, seine Äste vom Stamm hacken und den Klotz bergan schleifen. „Like Jesus Christ on a donkey / You mount the log, holding tight / Then, woosh, you zoom down.“
„You land with a big thud / Your backsides tattered / Bleeding in hot ecstasy.“ Das ist ein Spiel, denkt man sich als Zuhörer, etwas, was simbabwische Dorfkinder so spielen. Dann trägt Chirikure Chirikure die Endstrophe vor: „So do many among us / Leading life fast and furious / Landing with tattered, bleeding souls.“
Man rauscht also bergab auf einem Baumstamm, wie Jesus Christus auf seinem Esel, und landet auf blauen Hinterbacken. „Genau so machen es viele von uns“, lautet die Endstrophe in der Übersetzung von Sylvia Geist. „Rasend schnell leben / Landen mit blauem, blutendem Ich.“ / Tim Neshitov, Süddeutsche Zeitung
Das Rutschen-Spiel – Mutserendende bei Lyrikline
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
Among the most ancient uses for language are descriptions of places, when a person has experienced something he or she wants to tell somebody else about. Some of these get condensed and transformed into poetry, and here’s a good example, by Susan Kolodny, a poet from the Bay Area of California.
Koi Pond, Oakland Museum
Our shadows bring them from the shadows:
a yolk-yellow one with a navy pattern
like a Japanese woodblock print of fish scales.
A fat 18-karat one splashed with gaudy purple
and a patch of gray. One with a gold head,
a body skim-milk-white, trailing ventral fins
like half-folded fans of lace.
A poppy-red, faintly disheveled one,
and one, compact, all indigo in faint green water.
They wear comical whiskers and gather beneath us
as we lean on the cement railing
in indecisive late-December light,
and because we do not feed them, they pass,
then they loop and circle back. Loop and circle. Loop.
“Look,” you say, “beneath them.” Beneath them,
like a subplot or a motive, is a school
of uniformly dark ones, smaller, unadorned,
perhaps another species, living in the shadow
of the gold, purple, yellow, indigo, and white,
seeking the mired roots and dusky grasses,
unliveried, the quieter beneath the quiet.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2011 by Susan Kolodny from her first book of poems, After the Firestorm, Mayapple Press, 2011. Poem first appeared in the New England Review, Vol. 18, no. 1, 1997. Reprinted by permission of Susan Kolodny and the publisher. Introduction copyright © 2013 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Mein Vorbild wird Schule machen. Universitäten werden Konfusionsräte einberufen.
Neugier gehört nicht zu den Tugenden des Literaturbetriebs. Ich bin so satt ich mag kein Blatt, mäht es allerorten mal laut mal stumm. 74 neue Stimmen einer Generation: Wer soll die ausforschen? Literaturwissenschaftler sind mit andrem beschäftigt. Germanistikstudenten müssen Sekundärliteratur lesen. Die Matadore des Literaturbetriebs müssen ihre Stellung halten, das heißt ausbaun. Da kann man kein Risiko eingehen. Keine Zeit für Nonames.
Der Kieler Dichter Klavki ist solch ein Noname. Ein paar Hörbücher, ein paar (tausend) Spuren im digitalen Rauschen, ein paar dünne Hefte, die in keiner Buchhandlung stehn. Vor allem ist er eine urbane Legende, zu Lebzeiten von einer Handvoll Eingeweihten mit leuchtenden Augen weitererzählt.
Zu Lebzeiten und postum. Der Dichter Klavki, der eigentlich Oliver Eufinger hieß, wurde nur 36 Jahre alt, er lebte von 1972 – 2009. Heute bei http://www.98eins.de in der Literatursendung Plattform zwischen 20 und 21 Uhr ist sein manifestartiger Text „Der Wolkenhändler“ zu hören, gesprochen von Jan Holten. Im Raum Greifswald auf 98,1 MHz, sonst www.98eins.de.
Bibliographie:
Links:
11 Jahre Jokers Lyrik-Preis: 1.000 Euro für die schönsten Verse
Zum elften Mal findet im März 2013 der Jokers Lyrik-Preis statt.
Hobby-Dichterinnen und -Dichter können dann wieder einen Beitrag auf der Website von Jokers, der ersten Adresse für Vielleser, einreichen. Es winken Preise im Wert von über tausend Euro sowie weitere Gewinne und Sonderpreise durch Kooperationspartner.
Rund 5.000 Beiträge im vergangenen Jahr belegen: Viele deutschsprachige Hobby-Dichterinnen und -Dichter freuen sich über diese Möglichkeit, ihre kreative Arbeit publik zu machen.
Die türkische Lyrikerin [Arzu Alir] hatte selbst wegen ihrer angeblichen Andersartigkeit immer zu kämpfen. Alir wurde 1973 geboren. „Als Kurdin ist sie eine Fremde im eigenen Land“, sagt Török. Sie wurde zwangsverheiratet, konnte sich aber scheiden lassen. Inzwischen lebt sie mit ihren beiden Söhnen in Ankara, hauptberuflich ist sie Lehrerin. Momentan schreibt sie an ihrem zweiten Roman – nachts. Umso bewundernswerter sei ihr Werk, so Török.
Häufig verarbeitet Alir in ihren Gedichten Erlebtes. Sie beschäftigt sich beispielsweise mit der Situation der Frauen im „Mittleren Osten“. Explizit autobiographische Züge hat ein Gedicht über eine 18-Jährige, die sich Gedanken über ihr Leben macht, was sie sich erhofft und wie es weitergeht. Ein wiederkehrendes Thema in ihrem Gedichtband „Wenn Satan sich zum Rosenzweig beugt“ ist außerdem die Toleranz zwischen Religionen und Völkern. / Mitteldeutsche Zeitung
Eine Lücke in der Rezeptionsgeschichte amerikanischer Literatur in Deutschland, die es nach meiner Meinung gleich und sofort zu schließen gilt, ist die Oppenlücke. Im Wiesbadener Verlag Luxbooks erschien im letzten Jahr ein zweisprachiger Band unter dem Titel The Materials Die Rohstoffe. Das Original ist 1962 im Verlag New Directions in New York erschienen. (…)
Jedoch vereinigte die Gruppe der Objektivists Oppen mit Autoren wie Zukofsky und Williams, Autoren, die auch politisch über einen Vorwurf des Dogmatismus erhaben waren. Sie konstituierte sich in Anschluss und Abgrenzung zu den Imagisten, deren Vertreter zum Beispiel Pound, Williams und H.D. waren. Laut Zukofsky, einem der maßgeblichen Vertreter, bestand Objektivismus darin, das Gedicht als Objekt zu behandeln, nicht als Ausdruck irgendeiner seelischen Verwerfung. Der Dichter betrachte die Welt mit Aufrichtigkeit und Intelligenz. (…)
Die Stadt und immer wieder die Stadt. Oppen zeigt sie in ihrer verletzenden Starre, aber auch in ihrer vereinnahmenden Beweglichkeit Ursprung und Ziel der Zivilisation, denn hier kommen die Menschen zusammen und sind gewissermaßen zur Interaktion gezwungen. Und in all dem bilden sie und ihre Stadt bei Oppen doch auch einen Gegenentwurf zum dunklen, rauchigen und vergiebelten Bild, das der deutsche Expressionismus in Lyrik und Film vom Moloch entwarf.
Norbert Lange, der eine vorzügliche Übersetzung der Oppenschen Texte geliefert hat, schreibt in seinem Nachwort: Oppen zielt auf den, wenn auch flüchtigen Zustand, in dem der Dichter sich den Dingen unvoreingenommen stellt. Diese Annäherung lässt sich als Begegnung von Welt und Subjekt auffassen, die innerhalb des von Sprache Ausdrückbaren stattfindet.
Und genau das ist der Punkt, in dem sich Oppen von den Ideologen unterscheidet. Er begegnet der Welt und will sie nicht überwältigen.
/ Jan Kuhlbrodt, Fixpoetry
Georg Oppen: Die Rohstoffe. Aus dem amerikanischen Englisch von Norbert Lange. Mit einem Nachwort von Paul Auster. ISBN 978-3-939557-4-87 € 22,- luxbooks Wiesbaden 2012
(…) das Gedicht „Nysa“ beginnt mit den Versen „es schläft das Gras, das Gras / schläft“; in „Bobrowski in Friedrichshagen“ gilt es, sich „zu vertiefen in selbst / verständliches Gras“ und im Gedicht „Die Lebenslinie“ hofft das lyrische Ich, dass es möglich ist, Eigentum zu erwerben, um Gras anbauen zu können. Im letzten Gedicht des Bandes „Am Morgen mit der Herkunftsgarantiebanane“ findet sich dann, als würde die innere Musik nur zeitweilig schön klingen können, ein Verweis auf „Katzengras“. So erschließen sich über das Gras Assoziationsräume: Gras, in das man sich legen kann; Gras, aus dem sich Träume bauen lassen; Gras, das alles bedeckt, bis jemand kommt, der es nicht wachsen lassen will.
(…)
Tom Schulz‘ Gedichte, geformt aus innerer Musik, besitzen einen verführerischen Klang. Seine Gedichte finden zum Gras und sie beschwören den Schlaf, der ein weiteres zentrales Motiv ist, das sich durch den Gedichtband zieht. Der neue Band vereint Gedichte, die in der Schwebe bleiben wollen. Es geht um Momente, bedeutende Momente, wenn man sich zu „schlafendem Gras“ neigt. Jedes Gedicht eröffnet einen Reigen verführerischer Ahnungen – nur von faden Gewissheiten wollen sie nichts wissen. / Michael Opitz, DLR
Tom Schulz: Innere Musik
Gedichte
Berlin Verlag, Berlin 2012
120 Seiten, 19,99 Euro
Gegen Ende des Bandes finden sich denn auch einige Texte, die eben jenes mit uns alternde Ich relativieren. Die es gewissermaßen als Reflexionsmaschine in die Dingwelt stellen. Das ist etwas, was wir Nichtwiener von den Wienern lernen können und sollten, dass man, wenn man sich selber weniger ernst nimmt, im morbiden Humor entwickeln kann, ja muss. Das letzte Gedicht des Bandes sei hier vollständig wiedergegeben, denn es bringt so einiges auf den Punkt:
KEIN ICH
heute kein Ich, das Ich gelöscht
Das falsche Ich, das sich ausbreitend
immer noch Ich sagt, ein großartiges
weithin hallendes Ich. Ich über den
Wipfeln und Gipfeln, wohin
keine Autos fahren, auch
nicht im Traum. Ich im nächtlichen
Aufschrei von Vögeln, in Möbeln,
Werkzeugen, Papieren – ich
auf Festplatten, Massenspeichern.
Ich, dieses unwissentlich geräuberte und
adaptierte Ich, auch in den Büchern
im Koffer, der sich ganz von selbst öffnet.
Jan Kuhlbrodt, Fixpoetry, über:
E. A. Richter, Schreibzimmer. Gedichte. ISBN 978-3-902113-94-8 € 20,– Edition Korrespondenzen Wien 2012
Wondratschek hat die Hölderlin-Aufnahme zusammen mit Manfred Eicher produziert (ECM), den er vor nicht langer Zeit kennenlernte und den er für solche Kunst der poetischen Verdichtung ohne Überredungsmühe gewinnen konnte. Mit Radikalität meint Wondratschek wohl die Konzentration nur auf das Dichterwort, das Zeile für Zeile gesprochen wird – langsam, fast zeremoniell, doch ohne Pathos, ohne dramaturgische Zuspitzung.
‚Überzeugung‘ heißt das erste der hier versammelten fünfundzwanzig Scardanelli-Gedichte, das der Hölderlin-Darbietung gleich am Anfang ihr langsames Tempo und ihren unabänderbaren Rhythmus gibt. Gelesen wird zuerst der Titel, um den herum sich ein langes Schweigen ausbreitet, bevor die ersten Zeilen ertönen: ‚Als wie der Tag die Menschen hell umscheinet / und mit dem Lichte, das den Höhen entspringet, / die dämmernden Erscheinungen vereinet / ist Wissen, welches tief der Geistigkeit gelinget…‘ So spricht kein geistesgestörter, sondern ein in jahrzehntelanger Isolation lebender, durch Weltwissen erleuchteter Dichter. ‚Der einsamste und sprachloseste Mensch war er geworden‘, schreibt Peter Sloterdijk im Booklet, ‚weil er der einzige gewesen war in seiner Zeit, in dem die Sprache selbst, das unbedingte Sagen, sich hatte verkörpern wollen, jenseits von Ich und Nicht-Ich.‘ / Wolfgang Schreiber, Süddeutsche Zeitung 23.1.
Friedrich Hölderlin: Turmgedichte. Gelesen von Christian Reiner. ECM New Series 2285. München 2012, 17,90 Euro.
Überzeugung
Als wie der Tag die Menschen hell umscheinet
Und mit dem Lichte, das den Höhn entspringet,
Die dämmernden Erscheinungen vereinet,
Ist Wissen, welches tief der Geistigkeit gelinget.
Hölderlin schrieb das Gedicht am 26.2. 1841 auf Bitten von Christoph Theodor Schwab aus dem Stegreif in ein Exemplar der „Gedichte von Friedrich Hölderlin“ (1826).
Ulrich Kochs Gedichte sind Chronometer eines melancholischen Weltgefühls, diskrete Momentaufnahmen einer existenziellen Obdachlosigkeit. Ihre Schauplätze sind die dunklen Rückseiten der Vorstädte: Buswartehäuschen, Hinterhöfe, Vorgärten, Turnhallen, Baggerseen oder «die Regentonnen unter der Traufe». Kochs lyrisches Subjekt ist unter die einsamen Verlierer der Vorstädte gemischt und protokolliert in lakonischer Verknappung die Geschehnisse «am Ruhetag der Frisöre und Gasthöfe». (…)
Ulrich Koch, 1966 in einer Kleinstadt bei Lüneburg geboren, hat sich nach seinem stark beachteten Debüt («Weiss ich», 1995) lange Jahre aus dem Literaturbetrieb zurückgezogen. Nun kehrt er zurück mit einem grossartigen Gedichtbuch, in dem sich Hoffnung und Verzweiflung in einer prekären Balance befinden. Bilder einer Atemwende, vom Ersticken bedroht: «Meine Prophezeiung, / meine Probezeichnung. // Mein Strohhalm, / mein Tracheostoma. // Durch die Augen sauge / ich Licht.» / Michael Braun, NZZ 30.1.
Ulrich Koch: Uhren zogen mich auf. Gedichte. Poetenladen-Verlag, Leipzig 2012. 104 S., Fr. 25.90.
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
Shadow play is among the few free entertainments left, and it must go on delighting children all around the globe. Derek N. Otsuji lives in Hawaii, and here’s his reminiscence.
Theater of Shadows
Nights we could not sleep—
summer insects singing in dry heat,
short-circuiting the nerves—
Grandma would light a lamp,
at the center of our narrow room,
whose clean conspiracy of light
whispered to the tall blank walls,
illuminating them suddenly
like the canvas of a dream.
Between the lamp and wall
her arthritic wrists grew pliant
as she molded and cast
improbable animal shapes moving
on the wordless screen:
A blackbird, like a mynah, not a crow.
A dark horse’s head that could but would not talk.
An ashen rabbit (her elusive self)
triggered in snow
that a quivering touch (like death’s)
sent scampering into the wings
of that little theater of shadows
that eased us into dreams.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2011 by Derek N. Otsuji. Reprinted from Descant, 2011, Vol. 50, by permission of Derek N. Otsuji and the publisher. Introduction copyright © 2013 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Es schadet der Gesundheit nicht, wenn man sich längere Zeit mit einem Gedicht beschäftigt und am Ende doch noch das eine oder andere Rätsel offen bleibt. / Axel Kutsch, KuNo
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