Heute im Radio:
Die literarische Menagerie der Sabine Scho | Von Frank Kaspar
Sendung am Dienstag, 17.9. | 22.03 Uhr | SWR2

Zoologischer Garten Berlin | © Sabine Scho
„Der Mensch ist das Tier, das sich andere Tiere hält“, notierte der Philosoph Hans Blumenberg.
Die Lyrikerin Sabine Scho hat in Zoos rund um die Welt beobachtet, was „Schautiere“ und ihre Gehege über uns Menschen sagen. Auf den Spuren von Blumenberg und Walter Benjamin entdeckt sie den Zoo als literarischen Ort und „Kulisse einer Menschensehnsucht“.
Für ihr Mixed Media Projekt „Tiere in Architektur“ sammelte sie Bilder von Tierhäusern, die ihre Bewohner in exotische Szenerien versetzen. Wie ein Park gewordener Roman soll der Zoo das Wissen um die Welt und unseren Platz darin noch einmal ordnen und begehbar machen.
Ein poetischer Kraftakt, der melancholisch stimmt, weil er zum Scheitern verurteilt ist.
Auszüge aus 2 – kontroversen – Stimmen zur Anthologie Hieb- und Stichfest:
In „Hieb und Stichfest“ geraten Lothar Klünner und Klaus M. Rarisch heftig aneinander, in der Art eines Streitgesanges, den sie traditionsbewußt als Tenzone bezeichnen, und in dem es mal wieder darum geht, was das eigentlich soll, mit dem Sonett. Dergleichen selbstbezügliches Dichten hat einen langen, metareflexiven Bart. Erinnert sei nur an August Wilhelm Schlegels Sonett aus dem Jahr 1800, das ganz in poetologischer Manier den Titel „Das Sonett“ trägt oder Robert Gernhards ironisches Anti-Sonett mit der Schlußzeile „Ich find Sonette unheimlich beschissen“. (…)
Ich will nicht verhehlen, daß mir ein Sonettist wie Rarisch – und so ein vermeintlicher Sonettablehner wie Klünner noch viel mehr – in seinem Ton und Tun schon beinah wie ein Hobbyfunker vorkommt, der mit nerdhafter Freude Alpha-Bravo-Charlie in den Äther spricht und auf die Antwort eines Kollegen hofft. Da ist diese putzige Verschrobenheit, der Ernst bei allem Unernst, wenn es darum geht, die Form zu erfüllen und auf die Formerfüllung zu pochen. Der fachgesimpelte Streit, bei aller Ironie. Als ob Sonette besonders was für verhinderte Bastler seien, die lieber mit der Sprache hantieren als mit Kleber und Holz. Und wie die meisten Modellbauer sind auch die Sonettverfasser überwiegend männlich. Habe ich früher nicht auch Panzermodelle gebastelt?
Nummer 2:
Es gibt zu Sonetten, so beobachtete ich das bisher, immer zwei Fraktionen. Die einen, die selbst Sonette als Kunstform schätzen und weiterhin kultivieren möchten oder sich zumindest an ihr reiben. Die anderen, die damit nichts verbinden, nichts anfangen können, in ihnen allenfalls einen ewig-gestrigen Zeitvertreib sehen, eine Art „Hobbyfunkertum“. Ist „Hobby“ schon böse, weil es das Sonett in die Nähe des Kunsthandwerks rückt, ist es das „‑funkertum“ im Zeitalter des Smartphones erst recht. Es so zu sehen, sei jedem herzlich gegönnt. Allerdings muss man sich bei einer solchen Sichtweise dann evtl. nachsagen lassen, dass man die letzten 25 Jahre Entwicklung der deutsch-deutschen Poesie verschlafen hat.
1995, als die Sonette des Bändchens entstanden, mag die Beschäftigung mit der romanischen Strophenform vielleicht noch exotisch gewesen sein; heute, 2013, kommt am „tönenden“ sonetto,dem „kleinen Tonstück“, keiner vorbei. Auch anderswo werden Sonette geschrieben, man reibt sich seit Jahrzehnten auch z. B. in USA (David Lerner, s. a. Fixativ, an der 14-Zeilen-Form. Versmaß (oder nennen wir es gebundene Sprache) ist – wer jemals wirklich in die Materie eingetaucht ist – für alle Dichter immer (noch) Thema, ob nun freie Form oder nicht, und von Marion Poschmann über Lars Reyer bis Ann Cotten hat dieses Klanggedicht in jüngster Zeit Konjunktur. Auch in Steffen Popps kürzlich erschienenem Gedichtband Dickicht mit Reden und Augen geht es um die 14-zeilige Form, die immer wieder zu Spiel und Auseinandersetzung reizt. Deshalb erstaunt diese Geste umso mehr, mit Gernhardt und Schlegel im Gepäck oberflächlich abzuwinken. Wie offenkundig! Wie fad!
Beide stehen bei Fixpoetry, Stimme 1 ist von Christian Kreis und Stimme 2 von Armin Steigenberger. Wer hat recht? Man kann ausm Bauch entscheiden, beschissen oder nicht, oder die so materialreiche wie preiswerte Anthologie lesen. Wo man mittellange (14 Zeilen a 10/11 Silben) und kürzere findet. Wie dieses kürzeste Sonett aus nur 14 Silben (und immer noch gereimt, siehe da! und sagt auch noch was!):
Lothar Klünner:
DEM HALBTIER
Zwo-
mal
Mo-
ral?
So
zahl
to-
tal!
Barst? –
Irrst
schwer:
Sparst.
Birst
eh’r.
19. Mai 1995
Klaus M. Rarisch, Lothar Klünner und Andere: Hieb- und Stichfest. Eine Tenzone in Sonetten, 60 Seiten, 2. leicht vermehrte Auflage 2012, ISBN 978-3-942901-06-2, 8 Euro, Reinecke & Voß Leipzig 2012
Ein Bericht über die zweite Vorentscheidung des Münchner Lyrikpreises 2013/14 ist jetzt online.
Die vier Juroren : Bettina Hohoff, die Herausgeberin der Neuen Sirene, Florian Voß, Lyriker und Verleger der Lyrikedition 2000, Carl Christian Elze, Sieger des Lyrikpreises München 2010, sowie Àxel Sanjosé, Lyriker und Lehrbeauftragter der Universität München.
Das Protokoll referiert im Detail öffentlich vorgetragene Pro- und Kontraargumente der Juroren zu den Autoren. Ich zitiere hier anonymisiert einige „Stellen“, aus denen vielleicht ersichtlich wird, daß nicht jeder froh sein wird über etwas Transparenz.
Dies lobte er, tadelte jedoch die Gefälligkeit, derer sich die Autorin beim Schreiben befleißige. Er habe sich gefragt, ob hier Kitsch geschrieben werde oder ob nicht doch Kitsch konterkariert werden solle. Für letzteres habe er jedoch zu wenig Signale gefunden.
N.N. hob eine konstante Sprachhaltung hervor, drohte jedoch auch damit, an manche Wörter mit dem Rotstift herangehen zu wollen.
… er fügte hinzu, die Gedichte entbehrten jeglicher Rätselhaftigkeit. Danach breitete sich für eine Minute betretenes Schweigen aus. Die Länge dieses Schweigens war immerhin rätselhaft…
N.N. schloß die Diskussion mit den Worten ab: die leere Form des Sonetts bleibt stehen.
schau dich an, deine zifferblättrige Haut – wie spät bist du? nicht nach, nicht vor – die Uhr geht genau nach dir
/ Hansjürgen Bulkowski
Er starb am Donnerstag schwimmend vor der Küste des sizilianischen Ortes Mondello im Alter von 78 Jahren an einem Herzinfarkt. Die Staatssicherheit in der DDR, die dafür sorgte, dass Rohleders Theaterstücke nicht aufgeführt werden durften, führte den Viehpfleger in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) als “ Beckett vom Bauernhof“ und hielt in den Akten fest: “ Vorsicht, er könnte ein zweiter Kunze werden.“
Kurz vor dem Ende der DDR setzte Heiner Müller durch, dass Rohleders Stück “ Das Fest“ an der Berliner Volksbühne uraufgeführt wurde. Rohleders Stücke umkreisen das Thema Entfaltung und Zerstörung von Individualität in einer totalitären Welt. (…)
Im sizilianischen Mondello fand der Dichter aus Waltersdorf bei Greiz ein zweites Zuhause und italienische Künstler, die seine Stücke ins Italienische übersetzten, darunter ein so genuin-thüringisches Werk wie “ Die Neuberin“.
Für den sizilianischen Komponisten Joe Schittino schrieb Rohleder Libretti, so wie für dessen Ätnea-Lieder. In Zusammenarbeit mit Schittino entstand das Oratorium „Wenn Wasser zu Stein wird“, die Geschichte von Mödlareuth, einem Ort, in dem der Bach bis 1989 die Grenze zwischen der Bundesrepublik und der DDR war. Dieses Oratorium wird mit Hilfe der thüringischen Landesregierung 2014 von der Vogtland-Philharmonie zum 25. Jahrestag des Mauerfalls in der Greizer Stadtkirche uraufgeführt.
Rohleder wurde 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. In Wuppertal hat sich die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft für Lesungen und Aufführung der Werke Rohleders eingesetzt. Zurück bleibt Rohleders erster und letzter Gedichtband über sein Leben in Italien.
Klaus Rohleder wird am Ort seiner Familie in Waltersdorf beerdigt.
/ Jürgen Serke, Ostthüringer Zeitung
Roughbooks fokussieren (fast) ausschließlich den Inhalt. Urs Engeler vertreibt im gleichnamigen Verlag die momentan 28 Roughbooks nach einem neuen, erfolgsversprechenden Konzept: Die Titel sind vornehmlich über die Verlagshomepage zu beziehen. Sie werden losgelöst von den Mechaniken des Literaturbetriebs verkauft. Die Vorteile liegen auf den Händen von Autor, Leser und Verlag.
Eine Bühne. Ein Tisch. Fünf Stühle. Eine Ständerlampe. Eine Flasche Rotwein. Weingläser. Ein Glas Whiskey mit Eis, vermutlich Jim Beam. Eine Packung Marlboro Rot, Box. Mikrofone. Urs Engeler stellte die vier anwesenden Autoren vor. Es waren dies:
Dagmara Kraus, Lyrikerin und Übersetzerin
Michael Stauffer, Dichterstauffer
Bruno Steiger, Schriftsteller, Essayist und Kritiker
Christian Filips, Lyriker, Dramaturg und Performer
Alternierend lasen die Autoren nun aus ihren Werken. Spannend und eindrücklich war der Einblick in das Schaffen der in doch unterschiedlichen Genres arbeitenden Künstler. Von Poesie, Improvisation, möglichem Unmöglichen, Experimentellem bis hin zu echter, wohlgemeinter Lebenshilfe reichte der Bogen. Aber auch sehr viel Lehrreiches aus der Tierwelt (Ameisen, Hühner) verwöhnte die Ohren und den Geist – ernst wie witzig. Urs Engeler hat Auszüge aus einem kommenden Werk von Ulf Stolterfoht vorgetragen und zeitgleich Korrektur gelesen (!). Als Zugabe las Christian Filips neuen Stoff und Urs Engeler verteilte Roughbooks.
Die Abendjury, bestehend aus
wählte am 13. September
ins Finale des Lyrikpreises München 2013.
Den Juroren fiel die Auswahl schwer, und sie bedauerten, aufgrund des hohen Niveaus aller Beiträge, sich für eine Auswahl entscheiden zu müssen.
Damit sind bis jetzt ins Finale gewählt:
Die Einreichfrist für die dritte und letzte Lesung ist der 30. Oktober 2013.
Warum ist Eckard Sinzig nicht halb so berühmt wie andere Dichter, trotz viermal größerem Wortschatz und Themenradius, wirklichem Lebensdrama sowie Wunderkindstatus: Rowohlt brachte vor über 25 Jahren den Roman eines 25jährigen:Idyllmalerei auf Monddistanz, ein Faustschlag in die übliche bläßliche Landschaft; vier weitere Romane kamen, ja Bestseller: Die Jungfrauenhatz, deren weitere Ausbreitung Sinzigs darin bloßgestellter Vater juristisch stoppte, woraufhin Sinzig junior als der inzwischen ebenfalls vergessene Dirk Zaesing weiterschrieb.
Nach seinem vierten, völlig ausgeflippten Roman Die Unterseiten der Oberschenkel, Meta-Pornographie für Erleuchtungsmonster, platzte der Wortspei-Berserker vor Literaturverachtung, versank tief im Buch des Lebens, bereiste 166 Länder, lebte jahrelang in Maharadschakreisen, arbeitete als Manager in Kikkomanistan und publiziert, jenseits seines literarischen Karriereknicks, auf der Basis seiner fast unauftreibbar vergriffenen Romane, urplötzlich einen Lyrikband, voll von Jumbotassen, Fruchtzwergen, Disketten-Rollboxen, Kropfträgern, Euterbeißern, voll von Butterspargel und Seidenmalerei, hinter denen Strengstoff und Inferno wühlt, voll von Dickdärmen, die als Paste am Schornstein kleben. Die Gedichte heißen Das Elend der Rendezvouz, oder:Die kalte Qualle im Hochzeitsbett. Oder auch Letzter Ausweg Ruhrgebiet, Kunstgriff bei drohender Vertierung, und spucken seltsame Zeilen aus: »Ich bin nicht euer Hans-Otto«, oder: »Halten Sie Geist für waschbar?« Oder: »Auch Mörder benutzen Mundwasser«. Kaum guckt das lyrische Ich dieser Lyrik, zusammen mit ihrem Autor Eckard Sinzig, in eine mexikanische Zeitung, erblickt er programmatisch das Foto eines Rekordrauchers, der mittels herausgebrochener Zähne und aufgespleißter Mundwinkel achtzig Gipszigaretten in seinem Kopfbereich freihändig unterbringt. Da empfindet einer Sympathie für Amokläufer, bewundert die Schönheit von Einschußstellen, hat das Zeug zum Massenmörder und sitzt brav auf seinem Geranienbalkon; da ist einer Nihilist und kämpft hierbei mit einem bäurisch gesunden Appetit. / Ulrich Holbein, karawa.net
Dass die Königsdisziplin der Literatur, die Lyrik, vom Buchpreis ausgeschlossen ist, zeigt nur, dass man ihm nicht allzu sehr vertrauen sollte.
Sagt Ulrich Greiner, Die Zeit.
Und fügt hinzu:
Wenn die erfolgreichen Schriftsteller ohnehin ihren Weg machen, wer also braucht diesen Preis, den es seit 2005 gibt und den eine jährlich wechselnde siebenköpfige Jury verleiht?
Zunächst brauchen ihn die Buchhändler. Im Jahr 2012 sind sage und schreibe 14.838 belletristische Neuerscheinungen auf den Markt gekommen. Niemand kann das alles lesen.
Und den altmodisch gebildeten Buchhändler, der seiner Nase und seiner literarischen Kennerschaft vertraut, gibt es immer weniger. Der Buchhandel ist das Nadelöhr. Was hier nicht hindurchgeht und auf dem Ladentisch seinen Platz findet, hat nur eine marginale Chance auf Erfolg. (…)
Wer den Buchpreis außerdem braucht, sind die Medien. (…) Alle Zeitungen, Magazine und Sender werden jetzt die sechs Autoren – es sind Mirko Bonné, Reinhard Jirgl, Clemens Meyer, Terézia Mora, Marion Poschmann und Monika Zeiner – filmen und fotografieren, rezensieren und porträtieren.
Der 1969 geborene Lyriker Hendrik Rost versteht unter Schreiben sogar ausdrücklich ein Totengespräch. „Ad plures ire“ – zu den Vielen gehen – hat er einmal ein Gedicht betitelt und die lateinische Wendung, mit der die Römer das Sterben umschrieben, zum Prinzip der Poesie schlechthin erklärt. Jeder Vers fügt sich für ihn in „ein Dauermurmeln, das plötzlich an unvermuteter Stelle neu ansetzt“.
Dazu gehört, dass ihm auch die Idee des Zu-den-Vielen-Gehens erst durch Walter Benjamin zugewachsen ist. Und dazu gehört, dass „Ad plures ire“ ein den Tod beschwörendes Motto des Russen Ossip Mandelstam trägt. Doch Hendrik Rosts Gedichte waren nie schwer und schwarz, sondern bei allen Melancholien immer licht und transparent. Sie waren überdies stets voraussetzungslos zugänglich. Das gilt auch für seinen sechsten Lyrikband „Licht für andere Augen“, der in drei Abteilungen 66 Gedichte enthält und ihn auf der Höhe seines über die Jahre erworbenen Könnens zeigt. Wo er früher auf den Schultern literarischer Riesen gelegentlich über Prätentiöses stolperte, da geht er heute durchweg elegant – und auf Zehenspitzen. / Gregor Dotzauer, DLR
Die Academy of American Poets Prizes vergab ihre diesjährigen Preise im Gesamtwert von über $200,000 an:
… wirklich viel ist ja von der einst alles dominierenden Verlagsstadt Leipzig nicht übrig geblieben. Etwas Wichtiges aber schon: die Begeisterung für Buch und Literatur. Die auch teilweise Unterstützung in Behörden und Verwaltungen findet. So weit das möglich ist. Denn die Kulturförderung in Leipzig hat schon früher als andere mitbekommen, was es bedeutet, wenn die Förderetats schrumpfen. Zumindest jener Bereich, der so gern als freie Kulturszene bezeichnet wird – bei den großen und wirklich teuren Eigenbetrieben der Stadt wird gern mal eine Million mehr „ins System gesteckt“, wie es so schön heißt. Mit solchen Budgets würde die Lyrikgesellschaft um den Lyriker Ralph Grüneberger, der seit 1996 der Lyrikgesellschaft vorsitzt, ganz andere Projekte auflegen und auch keine Angst vor der Konkurrenz in Berlin haben, wo die „literaturWerkstatt“ mit einer halben Million Euro jährlich gefüttert wird. (…)
Das Wahrnehmungsproblem der deutschen Buchhandlungen spricht Grüneberger aus eigener Erfahrung an: Lyrik kommt dort praktisch nur in einer Form vor – als Dauerpräsenz von Goethe, Schiller und Rilke. Und in der Form diverser Gedichtsammlungen „klassischer Dichter“ zu Schmetterlingen, Primeln, Urlaubsreisen. Entsprechend kompliziert ist der Weg heutiger Autoren zum eigenen Buch und zu einem einigermaßen sinnvollen Vertrieb. Von einer Wahrnehmung durch das deutsche Feuilleton träumen deutsche Dichter wahrscheinlich nicht mal mehr.
Von einer Wahrnehmung durch das (junge) Publikum aber schon. / Ralf Julke, Leipziger Internet-Zeitung
Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik (Hrsg.) „Geboren in Tübingen, aufgewachsen in Leipzig. 20 Jahre Lyrikgesellschaft“, Edition kunst & dichtung, Leipzig 2013
… oder wichtige Ziele?
Am Sonntag können die Bayern über fünf Verfassungsänderungen abstimmen
fragt und spricht die Welt der Wichtigmacher.
In China wurde der Dichter und Journalist Shi Tao vorfristig aus der Haft entlassen. Er war 2005 zu 10 Jahren Haft wegen „Verrats von Staatsgeheimnissen“ verurteilt worden, weil er in einer Mail dem Regime ungenehme Informationen über die Unterdrückung von Nachrichten anläßlich des 15. Jahrestages des Massakers vom „Platz des Himmlischen Friedens“ ins Ausland geschickt hatte. Auf Druck der Behörden hatte Yahoo damals die Identifizierung ermöglicht. (Heute wissen wir, daß das nicht nur in China möglich ist. Darauf wies auch der Internationale PEN-Club in einer Mitteilung hin.)
In der PEN-Mitteilung heißt es, Shi sei in den letzten Jahren im Gefängnis relativ gut behandelt worden und habe viele Gedichte geschrieben, darunter „Oktoberlied“ bei der Nachricht vom Friedensnobelpreis für den (bis heute) inhaftierten Oppositionellen Liu Xiaobo.
Früher in L&Poe: https://lyrikzeitung.com/2004/04/08/35-gedichtaktion-fur-inhaftierten-chinesischen-dichter/
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