Poetopie

im schaukelnden Autobus hält sich die junge Frau fest an ihrem I-Pad

Hansjürgen Bulkowski

Digest: Gestorben 6.-17.6.

Am 6.

  • der britische Dramatiker Peter Shaffer im Alter von 90 Jahren. Mehrere seiner Stücke wurden verfilmt, wie „Amadeus“ (1979).
  • der pakistanische Lyriker und Journalist Ayaz Jani (Sindhi: اياز جاني‎) im Alter von 50 Jahren. Er schrieb in der Sindhisprache.

Am 7.

  • der nepalesische Musiker, Komponist und Lyriker Amber Gurung. Von ihm stammt der Text der nepalesischen Nationalhymne.
  • der Bremer Autor, Übersetzer und Vorleser Jürgen Dierking im Alter von 69 Jahren. Er war Gründungsmitglied der „Breminale“ sowie des (virtuellen) Bremer Literaturhauses. Er übersetzte und edierte u.a. Sujata Bhatt („Nothing Is Black, Really Nothing“, Gedichte zweisprachig, 1998), Sherwood Anderson / Gertrude Stein (Briefwechsel und ausgewählte Essays, 1985, ²1998), Tom Waits (Wilde Jahre, 1987) 

Am 8.

  • der bulgarischer Dichter Evtim Evtimov (Евтим Евтимов) im Alter von 82 Jahren. Hier Gedichte auf Bulgarisch.

Am 11.

  • die amerikanische Sängerin und Songwriterin Christina Grimmie mit nur 22, erschossen von dem Killer von Orlando.

Am 13.

  • der amerikanische Übersetzer Gregory Rabassa, der u.a. Werke von Clarice Lispecter, Gabriel García Márquez, Julio Cortazar und Jorge Amado ins Englische übersetzte.

 

Am 16.

  • der amerikanische Lyriker und Kritiker William Craig „Bill“ Berkson im Alter von 76 Jahren. Der Dichter, der in San Francisco lebte, wird der „New York School“ von Dichtern und Künstlern zugerechnet und arbeitete u.a. mit Frank O’Hara, Ron Padgett und Anne Waldman zusammen. Nachruf bei der Poetry Foundation

Am 17.

Gestorben

Der New Yorker Lyriker Ted Greenwald starb gestern im Alter von 74 Jahren. Charles Bernstein schreibt bei Jacket2 von seinen “sublimen Echos.”

In the 1970s Ted and I would meet in the afternoons and talk till night. We even did a recording of a couple of dozen hours of our conversations. I owe a tremendous amount to those meetings and to our many conversations since.

Ein Gedicht aus dem Band Common Sense (reprinted this year by Wesleyan, originally published in 1978 by Curtis Faville’s L Publications):

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Zahlreiche Audios bei PennSound

Digest 9./10.6.

Lesereise

Rapperin und Schriftstellerin Kate Tempest über ihre Lesereise in Deutschland:

Der Verlag hat mir gesagt, hier würden Lesungen normalerweise so aussehen, dass vorne jemand sitzt und dreißig oder vierzig Minuten lang vorliest. Meiner Erfahrung nach funktioniert so etwas nicht besonders gut. Den Leuten dauert das viel zu lange, und ich kann das gut verstehen. Romane werden schließlich dafür geschrieben, dass man sie für sich alleine liest, in dem Tempo, das für einen selbst am besten ist. Also habe ich beschlossen, kürzer zu lesen, zwischendurch auch ein paar Gedichte vorzutragen, und mich mit dem Publikum zu unterhalten. / Die Welt

Lautpoet

In der Lautpoesie wird auf besondere Art gedichtet: nicht mit Worten, sondern durch Schnaufen, Pusten und dadaistische Sprachfetzen. Nur ein bis zwei Dutzend Künstler widmen sich in Deutschland dieser musikalisch-poetischen Form. Einer von ihnen ist Tomomi Adachi.

Er ist Mitglied des Berlin Sound Poets Quoi Tête und nach eigenen Angaben der einzige praktizierende Lautlyriker Japans. Seine Performances wurden bereits in der Tate Modern ausgestellt. Am 9.6. trat Adachi anlässlich des Poesiefestivals in Berlin auf. / DLR

Muhammad Ali, the Political Poet

A friend asked me the other day to choose my favorite Muhammad Ali fight. “The Rumble in the Jungle,” I responded. I was thinking of all the rhymes that accompanied it, from “You think the world was shocked when Nixon resigned? Wait till I whip George Foreman’s behind,” to the very phrase “rope-a-dope”, as he named the strategy he used to defeat a superior opponent in the heat of Kinshasa. It was an athletic event but it was also a linguistic one.

Almost from the beginning of his career, when he was still called Cassius Clay, his rhymed couplets, like his punches, were brutal and blunt. And his poems, like his opponents, suffered a beating. The press’s earliest nicknames for him, such as “Cash the Brash” and “the Louisville Lip,” derived from his deriding of opponents with poetic insults. When in the history of boxing have critics been so irked by a fighter’s use of language? A. J. Liebling called him “Mr. Swellhead Bigmouth Poet,” while John Ahern, writing in The Boston Globe in 1964, mocked his “vaudeville” verse as “homespun doggerel.”

(…) Perhaps Maya Angelou, whose own poetry is sometimes labeled doggerel, said it best: “It wasn’t only what he said and it wasn’t only how he said it; it was both of those things, and maybe there was a third thing in it, the spirit of Muhammad Ali, saying his poesies — ‘Float like a butterfly, sting like a bee.’ I mean, as a poet, I like that! If he hadn’t put his name on it, I might have chosen to use that!” / Henry Louis Gates, New York Times

Digest 7./8.6.

Poetentag

In Baku fand zum Tag der Poeten eine Veranstaltung statt, die vom Verband aserbaidschanischen Autoren und der Vereinigung junger Dichter mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Tourismus, der türkischen Botschaft in Aserbaidschan, dem Berufsverband Wissenschaftlicher und Literarischer Autoren und dem Weltverband Junger Türkischer Schriftsteller organisiert wurde.

In diesem Jahr war der Abend dem berühmten Schriftsteller und Verdienten Kunstarbeiter Aserbaidschans Vagif Samadoglu gewidmet. Persönlichkeiten aus der Türkei, Kirgisistan, Usbekistan, Georgien, der Ukraine, Iran, Rußland, den USA und Israel nahmen an der Veranstaltung teil. / Azernews

Schweizer Lyriker Roland Merk

Im Hinblick auf Utopie ist die Lyrik für ihn zentral. «Weil das Menschsein in diesen Zeiten radikal bedroht und instrumentalisiert worden ist, ist genau die Stimme des Menschen gefragt, und das ist in einem umfassenden Sinne eben die Lyrik.» Ein afrikanischer Freund habe ihm einmal gesagt: «Arme Völker singen, reiche Völker nicht mehr.» Es scheine, als ob jene, welche die «Entzauberung der Welt» vorangetrieben hätten, es den Dichtern und der Lyrik zurückzahlen wollten. «Die Sprache, die ich meine, die die Sprache des Antlitzes, des Körpers mitumfasst», so Merk, «sagt von sich ex negativo in Schmerz, Leid, Hunger und Furcht was nicht sein soll, das ist gewissermassen das Lyrische dieser Welt.» Deshalb gehe es nicht um eine ausgemalte positive, sondern bilderlose Utopie. / Thomas Brunnschweiler, Basellandschaftliche Zeitung

GABRIELE KROMER

unterwirft ihre ‚Kopffilme‘ einer Metamorphose zu Grafik und Lyrik aus einer Hand, 1:1 im Zwiegespräch. Zwei Ausdrucksformen, die sich die Bälle zuspielen und wechselseitig die Perspektiven verändern. Unkonventionelle, sehr eigenständige, grotesk-freche, stets hintergründige Bilder und Texte, in denen sich der Kreis zwischen Innen- und Außenwelt schließt. / art-in.de

Pound-Museum

Wenn ahnungslose Besucher, angelockt von dem bescheidenen landwirtschaftlichen Museum, das einer der Urenkel Pounds hier betreibt, den kurzen, aber steilen Abstieg von Dorf Tirol zur Burg hinunter auf sich nehmen, dann ist es wohl vor allem das eindrucksvolle Panorama des Meraner Tals, das ihnen im Gedächtnis bleibt – nicht die hier versammelten Artefakte der „Pound Ära“, wie der kanadische Kritiker Hugh Kenner die von Ezra Pound wesentlich mitgeprägte anglo-amerikanische Moderne genannt hat, nicht die Handschriften, Aufzeichnungen, Notizbücher und Briefe Pounds, die anschaulich seine Rolle als Mentor zahlreicher mit ihm befreundeter und korrespondierender Schriftstellerkollegen wie T.S. Eliot, James Joyce oder Ernest Hemingway belegen; und auch nicht die vielen Porträts, Fotografien (unter anderen von Henri Cartier-Bresson) und Büsten des Dichters, die die Brunnenburg nicht nur zu einer Fundstätte für Pound-Forscher, sondern für Kunstinteressierte insgesamt machen.

Ezra Pound ist einer der größten, aber auch einer der umstrittensten Lyriker des zwanzigsten Jahrhunderts. Ein Besuch bei seiner neunzigjährigen Tochter Mary de Rachelwiltz in Südtirol. / Klaus Benesch, FAZ 7.6.

Gestorben

Moshe Dor, „ein Gründungsvater der israelischen Poesie“, starb im Alter von 83 Jahren. 1987 wurde er mit dem Bialikpreis geehrt. Er veröffentlichte 18 Lyrikbände und wurde in rund 30 Sprachen übersetzt. Er veröffentlichte auch Kinderbücher und übersetzte aus dem Amerikanischen. / Haaretz

 

Wochendigest 5./6.6.

1000 Seiten Depression

Ein guter Freund, der Houellebecq verehrt, hat mir berichtet, immer, wenn die Stimmung in seiner Redaktion zu gut würde, klettere er auf einen Stuhl und deklamiere ein Houellebecq-Gedicht. Ein todsicheres Mittel, um eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre herzustellen. Übrigens erwischt man sich irgendwann beim Lachen, wie in einem Film von Kaurismäki oder Lars von Trier. Tausend Seiten Depression sind schließlich ziemlich witzig. / Jan Küveler, Die Welt

Michel Houellebecq: Gesammelte Gedichte. Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel und Stephan Kleiner. Dumont. 781 S., 14,99 €.

Poesiefestival eröffnet

Schon der Eröffnungsabend, der traditionell unter dem Begriff „Weltklang“ firmiert, zeigte, dass gute Lyrik die an sie herangetragenen Erwartungen gut auszuhalten weiß. Da war es gar nicht nötig, das Büchlein mit den Übersetzungen der dargebotenen Gedichte aufzuschlagen. Es genügt, etwa den Vokalreihen einer Ana Blandianas aus Rumänien nachzulauschen oder dem ätherischen Gesang der barfüßigen Neuseeländerin Hinemoana Baker. Auch Charles Simic wollte man ja immer schon einmal gesehen haben, und dann stand der fast Achtzigjährige da wie ein alter College-Professor, die Hände lässig in den Taschen, und räusperte sich so beharrlich, dass es klang wie ein ganz eigenes Lautgedicht.

„Wie Sie sehen, komme ich nicht allein“, sagte die hochschwangere Uljana Wolf, als sie die Bühne betrat und ein strukturalistisch inspiriertes Gedicht über die Sprachentwicklung von Kindern vortrug. Und mit einem Mal trat da, „gebubbelt, gebabelt“, aus der „konnotation“ eine „notunterkunft“ hervor. Seiner Zeit entkommt man eben einfach nicht. / Tobias Lehmkuhl, Süddeutsche Zeitung

Mit welchen Gedichten können Sie gar nichts anfangen?

Das Gedicht als moralische Obstkistenpredigt ist unerträglich – das Gedicht also, dessen Freiraum missbraucht wird, um eine eindeutige Aussage zu treffen, eine Pointe, etwa als Paarreim, mit der das Gedicht sich dann sozusagen erledigt hat. Ein Gedicht muss schon etwas dauerhaft Verstörendes haben, es muss eine Verrückung der Wahrnehmung erreichen. / Jan Wagner antwortete auf Fragen des Tagesspiegels

Königin der Schraubenliteratur

Wirklich verstehen im Sinne der Ratio kann man das nicht. Muss man aber auch nicht. Denn Handlung steht hier nicht im Vordergrund – sondern der Reim. „Verbannt“ kommt nämlich durchgängig in sogenannten Spenser-Strophen daher, die beliebt waren zu Zeiten von Byron, Keats und Shelley.

Das Deutsche ist für solche Strophen nicht wirklich geeignet, was zu manch schrägem Reim und kuriosem Kalauer führt. An vielen Stellen knirscht es also mächtig im Gefüge. Ann Cotten hat deutlich ihren Spaß daran. Dass ihr am Ende dieses Versepos gar die Puste auszugehen schien: Es kümmert sie nicht. Verfugung, Verschiebung, die Lockerung der Übergänge ist hier alles. „Verbannt!“ inthronisiert sie insofern als Königin der Schraubenliteratur. / Claudia Kramatschek, DLR

Ann Cotten: Verbannt!
Versepos
Suhrkamp Verlag, Berlin 2016
168 Seiten, 16 Euro

Hommage à Allen Ginsberg

Am 3.6. wurde in Tokio eine musikalische Hommage an den Dichter Allen Ginsberg aufgeführt: „Der Dichter spricht“. Die Idee wurde 2007 von der Rockikone und Schriftstellerin Patti Smith und dem Komponisten Philip Glass entwickelt. An der Aufführung in Tokio arbeiteten der Romancier, Dichter und Übersetzer Haruki Murakami (seine Ginsberg-Übersetzungen wurden auf eine Leinwand projiziert) und der japanische Musiker Joe Hisaishi mit. / ActuaLitté

Hier eine Aufnahme von 2005 mit Patti Smith und Philip Glass:

Iraqi poet Faleeha Hassan

Through verses about loss and tragedy, Hassan has become one of Iraq’s most successful and celebrated poets. Sometimes called  the “Maya Angelou of Iraq,” Hassan’s work has been heavily awarded and translated into dozens of languages.

Writing from her new home in New Jersey, Hassan explained via e-mail how her childhood, her faith and her war-torn nation turned her into one of Iraq’s first prominent female writers.

“Writing is very dangerous, especially for an Arab woman if she writes honestly and freely,” she said. “Some people do not like honesty and freedom of expression, so sometimes women stop writing because they worry about themselves and their family.” / Graham Dudley, Nondoc.com

Der Dackel. Blätter für Asphaltliteratur

Zur vorangegangenen Meldung sehr gut passend hier ein Hinweis auf die erste Nummer der Zeitschrift Der Dackel. Blätter für Asphaltliteratur, herausgegeben von Edition Samisdat in Wien. »Was ist nun dieser erstaunliche Hund«, fragt Paul Asti im Editorial: »Ein guter Geist, der über den Dächern der großen Städte schwebt, der unverdächtige Patron aller Asphaltliteraten […], angetreten gleichsam zum Staffellaufe, die Lichtenbergsche Fackel der Wahrheit über die versteinerten Köpfe und umwölkten Stirnen hinweg ins Morgen zu tragen – der schimmernden Abendröte aller Kultur entgegen.« Quasi als Bekräftigung dieses Programms beginnt das Heft mit Jakob van Hoddis’ »Weltende«. Es folgen Gedichte und Kurzprosa von – ich vermute: zeitgenössischen – Autorinnen und Autoren, die mir, von wenigen Ausnahmen abgesehen, zugegebenermaßen kaum bis überhaupt nicht bekannt sind (schade, dass es am Ende keine biographischen Kurzhinweise gibt)., dazwischen einzelne Texte von Größen wie Dumas, Lorca, Georg Heym, Jarry, Keats, Karl Kraus oder Morgenstern. Der erste Teil kreist um »Lüge« als Thema der ersten Ausgabe, der zweite ist ein freies »Florilegium«.

Das Heft räumt dem Kulturkritischen humoristisch-satirischer Prägung großen Raum ein, ist aber keineswegs darauf fixiert. Vom ersten Lesen her scheint mir das Niveau der Beiträge sehr unterschiedlich. Von der schülerzeitungstypischen Harmlosigkeit bis hin zu poetologisch reflektierten post-postmodernen, an einer Weiterführung klassischer Ästhetik arbeitenden Gedichten (Alexandra Bernhardt), von leicht miefiger Absage an zeitgenössische Schreibpraxis bis hin zu dezidiert experimentellen Neologismus-Gedichten an der Grenze tradierter Semantik (Unda Maris). Bin gespannt, wie sich Der Dackel weiterentwickelt. Für das zweite Heft 2016 können Textvorschläge noch bis zum 15. Juni an redaktion@asphaltliteratur.com eingereicht werden (Thema: »Dummheit«).

In Heft 1 Beiträge von: Heiner Bangemann, Robert Bareis, Anne Bennet, Alexandra Bernhardt, Marina Büttner, Udo Dickenberger, Alex Dreppec, Lena Fehlhaber, Nico Feiden, Sabine Frambach, Eugen Fuchs, Federico García Lorca, Károly Göndör, Hans G. Gohlisch, Gerhard Goldmann, Christian Heim, Willi van Hengel, Georg Heym, Jakob van Hoddis, Alfred Jarry, Till Kammerer, John Keats, Ayn Kempffer, Hagen Klennert, Karl Kraus, Thomas Krause, Steffen Krenzer, Stefan Kunzke, Alfred Lichtenstein, Lukas Meisner, Christian Morgenstern, Andrea Nagy, Roman Olasz, Michel op den Platz, Ole Paulsen, Susanna Piontek, Christian Pradel, Karl-Heinz Rölke, Bertil Rolf, Scarnafol, Sigune Schnabel, Sebastian Schneider, Lena Schweizer, Niclas Siebert, Ernst Stadler, Ben Ulrich Stein, Jan Stenmark, Jochen Stüsser-Simpson, Gabriele Sümer, Raimund Tandler, Tim Tharun, Màrius Torres i Perenya, Mona Ullrich, Unda Maris, Jürgen Völkert-Marten, Ludwig Wassermann, Carlos Wolf.

/ àxel sanjosé

Afrikanische Literaturen

„Afrika-Literatur“ gibt es nicht. Der Kontinent hat vielmehr zahllose Literaturen hervorgebracht. Die allerdings haben es schwer, hierzulande Leser zu finden. Doch warum eigentlich?

Sollten Sie über Afrika schreiben wollen, möge Ihnen ein Rat ans Herz gelegt werden:

„Behandeln Sie Afrika so, als wäre es ein Land. Es ist darin heiß, mit staubigen, hügeligen Graslandschaften, riesigen Tierherden und langen dünnen hungernden Menschen.“

Haben Sie dies verinnerlicht, dann sind Sie bereit für den kritischen Text des kenianischen Autors Binyavanga Wainaina. Vor zehn Jahren erschien er unter dem Titel „How To Write About Africa“ in der einflussreichen Literaturzeitschrift „Granta“. / Arlette-Louise Ndakoze, DLR

Poetopie

am Horizont schießen Blitze aus der Erde und schlagen ein in den Himmel

Hansjürgen Bulkowski

Leuchttürme und Labore

„Akzente“, „Merkur“ und „Sinn und Form“ sind seit Jahrzehnten die Leuchttürme der Zeitschriftenszene, „Schreibheft“, „Wespennest“, „Die Horen“ und „Literatur und Kritik“ sind kaum weniger etabliert. Daneben gibt es trotz der zunehmenden Konkurrenz im Netz eine große Zahl von Zeitschriften, die sich der Literatur in all ihren Formen widmen, oft mit viel Liebe und wenig Geld, dafür schön gestaltet. Sie sind Versuchslabore, Salons, Schaukästen und manchmal auch nur Textfriedhöfe. / Sabine Scholl und Thomas Geiger präsentieren ihre Favoriten unter den Literaturzeitschriften

Hölderlinpreis (Bad Homburg) für Christoph Peters

Der Schriftsteller Christoph Peters erhält den mit 20.000 Euro dotieren Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. Oberbürgermeister Alexander Hetjes überreicht die Auszeichnung am Sonntag, 12. Juni, 11 Uhr, in der Englischen Kirche. Laudator wird Vorjahrespreisträger Michael Kleeberg sein. Der mit 7.500 Euro dotierte Förderpreis geht an Per Leo. / Bad Homburg

Miłosz Festival in Cracow

The relationship between the poet and the reader is the core of Miłosz Festival, which originated from the tradition of meetings of the poets of the East and West. The festival gives opportunity to ask about artistic inspirations, but it is also an occasion to listen to poets reading their own creations.

Among the guests: Breyten Breytenbach, Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki, Ashur Etwebi, Jerzy Kronhold, Piotr Matywiecki, Agnieszka Mirahina, Przemysław Owczarek, Tadeusz Pióro, Joanna Roszak, Olga Sedakova, Kacper Bartczak, Stefan Hertmans, Barbara Klicka, Aldona Kopkiewicz, Bartłomiej Majzel, Michael Ondaatje, Piotr Przybyła, Julia Szychowiak, Adonis, Zdzisław Jaskuła

/ New Eastern Europe

Klopstockpreis für Kolbe, Förderpreis für Spyra

Der Quedlinburger Autor Michael Spyra wird mit dem mit 3 000 Euro dotierten Klopstock-Förderpreis des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Er ist einer von zwei Preisträgern. Den Klopstockpreis und 12 000 Euro bekommt der in Berlin geborene und heute in Hamburg lebende Schriftsteller Uwe Kolbe. Offiziell überreicht werden die Preise, wie es in einer Mitteilung des Ministeriums für Kultur heißt, am 2. Oktober im Rahmen der Abschlussveranstaltung der Landesliteraturtage im Theater in Stendal. / Mehr

Auffallendes Wesen

Unica Zürn: Krankenakte Karl-Bonhoeffer-Heilstätten

12.10. 1960 Der geschiedene Ehemann der Pat. sprach heute vor und berichtete (…). Als Ref. seine damalige Frau kennengelernt habe, sei sie schon ein auffallendes Wesen gewesen. Ihr Hang habe immer nach Höherem gestanden. Besondere Vorliebe habe sie für die Schriftstellerei gehabt.

Aus: Unica Zürn, Gesamtausgabe Bd. 4.3: Anmerkungen, Briefe, Dokumente. 1999, S. 296

Lyrikmarkt

Sa 11.06.2016 – 15:00 Uhr

  1. poesiefestival berlin

Lesungen, Livemusik und ein Bastel- und Spielprogramm für Kinder tragen zu einem regen Markttreiben bei. Verlage, Antiquariate und Buchhandlungen laden ein zum Schmökern und Stöbern in poetischen Neuerscheinungen, Fundstücken und Raritäten.

15:00 – 21:00 Lesungen im Buchengarten
Annelie Axén | Hinemoana Baker | Timo Berger | Sean Bonney | Josepha Conrad | Daniel Falb | Anja Golob | Eberhard Häfner | Ilia Kitup | Birgit Kreipe | Els Moors | Steffen Popp | Tim Holland | Marion Poschmann | Kristin Schulz | Steven Zultanski | Asmus Trautsch | Mathias Traxler | Matvei Yankelevich
Moderation: Aurélie Maurin FRA Übersetzerin, Herausgeberin | Alexander Filyuta DEU Übersetzer

Ab 15:30 ZEBRA-Poesiefilmclub: Kein schöner Land
Studio
Die Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie präsentiert auch auf dem 17. poesiefestival berlin Kurzfilme, die auf Gedichten basieren. Passend zum Thema des Festivals hat sie aus ihrem großen Archiv Poesiefilme ausgewählt, die sich mit Flucht und aktuellen Konflikten befassen.
Moderation: Thomas Zandegiacomo Del Bel DEU Medienwissenschaftler

Ab 19 Uhr Konzerte in der Studiobühne
Kofelgschroa
Kitty Solaris mit Band
Der Nino aus Wien mit Band

Poetische Publikationen
APHAIA VERLAG, Antiquariat Ballon + Wurm, außer.dem, BELLA triste, Brueterich Press, Bücherbunker Berlin, edition AZUR, Edition Rugerup, Elfenbein Verlag, Gutleut-Verlag, Hanser Verlag + Hanser Berlin, hochroth Verlag, Horlemann Verlag und die Edition Voss, kookbooks, Literarische Buchhandlung Der Zauberberg, Luchterhand Literaturverlag, luxbooks, Matthias Wagner Antiquariat, parasitenpresse, Park. Zeitschrift für neue Literatur, Poesiealbum / Märkischer Verlag, poetenladen verlag, Propeller Verlag, randnummer, Reinecke & Voß, roughbooks, Russky Gulliver, Saint George’s Bookshop, SINN UND FORM, Sommergras, STILL, Suhrkamp und Insel Verlag, Translit, Ugly Duckling Presse, Verlag C. H. Beck, Verlag Das Wunderhorn, Verlag Hans Schiler, Verlag Peter Engstler, Verlagshaus Berlin

Projektleitung: Alexander Gumz | Matthias Kniep |
Thomas Zandegiacomo Del Bel