Den diesjährigen Andreas-Gryphius-Preis erhält Jenny Schon. Die feierliche Übergabe erfolgt im Gerhart Hauptmann-Haus in Düsseldorf am 18.11.2016.
Über den Andreas Gryphius-Preis
Der große Literaturpreis der KünstlerGilde e.V. Esslingen wird seit 1957 vergeben. Er zeichnet Autorinnen und Autoren aus, deren Veröffentlichungen in Prosa, Lyrik, Drama, Essay, Hörspiel, Drehbuch deutsche Kultur in Mittel- und Südosteuropa reflektieren oder zur Verständigung zwischen Deutschen und ihren östlichen Nachbarn beitragen.
Die Verleihung erfolgt in Würdigung eines Gesamtwerks. Die Vergabe erfolgt jährlich durch eine Fachjury; die Verkündung geschieht im Gerhart Hauptmann-Haus Düsseldorf.
Eigenbewerbung ist möglich, Bewerbungsschluss ist jeweils der 1. April des Jahres.
Zu den bisherigen Preisträgern gehören u.a.:
Horst Bienek, Jiři Gruša, Peter Härtling, Peter Huchel, Wolfgang Koeppen, Reiner Kunze, Siegfried Lenz, Heinz Piontek, Otfried Preußler, Sigismund von Radecki, Edzard Schaper, August Scholtis, Andrzej Szczypiorski, Ilse Tielsch, Johannes Urzidil, zuletzt
2009 Arno Surminski
2010 Renata Schumann
2011 Michael Zeller
2012 Monika Taubitz
2013 Hans Bergel
2014 Therese Chromik und Leonie Ossowski.
gib öfter mal den Ball ab – du bekommst ihn häufig genug wieder zugespielt
Hansjürgen Bulkowski
Es ist mucksmäuschenstill, als die ehemalige Lehrerin ohne Mikrofon erzählt, warum sie den Preis mit ihrer Stiftung ins Leben gerufen hat. Schmidt-Hieber, die früher Französisch und Deutsch unterrichtet hat, erzählt von ihrer Liebe zu Gedichten und deren Auswendiglernen. Sie erzählt auch von der schwierigen Situation, in der sich viele Dichter ihr zufolge befinden: „Die meisten können von der Lyrik nicht leben.“ Es sei auch schwierig, einen Verlag zu finden. „Ich möchte einem Stiefkind der Literatur zu etwas mehr Gehör verschaffen“, sagt sie.
Unter 137 Einsendungen – die Bewerber mussten in Baden-Württemberg wohnen und bereits Texte veröffentlicht haben – hat die fünfköpfige Jury Rainer René Mueller ausgewählt. Hans Thill, Jurymitglied und Autor und Übersetzer, würdigte Muellers Werk als „ebenso verträumt wie sperrig“ und als „kühne Konstrukte, die Sprache strapazierende Textgebilde“. Rainer René Muellers Texte, so Thill, seien „auf befremdliche Weise schön“, auch habe der Lyriker Mut „zur Aufschürfung des Worts“. Rainer René Muellers Gedichte, so Thill, hätten „ihre eigene Zeit“. (…)
Die Etablierung des Gerlinger Lyrikpreises freut auch die Stadtverwaltung. Das sei, sagte die Erste Beigeordnete Martina Koch-Haßdenteufel, „etwas ganz Besonderes für die Stadt“. Mit Lyrik habe sich die Stadt bisher nicht schmücken können. Lyrik sei in „unserer kurzlebigen Gesellschaft von Dauer“ – Gedichte, so Koch-Haßdenteufel, würden Menschen verbinden, im Kopf bleiben und Freude machen. / Franziska Meißner, Stuttgarter Zeitung
(Afrika 3: Wie unsere Klassiker dachten. Oder: wie man ohne die geringsten Studien und Kenntnisse die Philosophie ganzer Erdteile schreibt)
Eine nicht mindere geographische Unreife zeigt Neuholland; denn wenn man hier von den Besitzungen der Engländer aus tiefer ins Land geht, so entdeckt man ungeheure Ströme, die noch nicht dazu gekommen sind, sich ein Bett zu graben, sondern in Schilfebenen ausgehen. Von Amerika und seiner Kultur, namentlich in Mexiko und Peru, haben wir zwar Nachrichten, aber bloß die, daß dieselbe eine ganz natürliche war, die untergehen mußte, sowie der Geist sich ihr näherte. Physisch und geistig ohnmächtig hat sich Amerika immer gezeigt und zeigt sich noch so. Denn die Eingeborenen sind, nachdem die Europäer in Amerika landeten, allmählich an dem Hauche der europäischen Tätigkeit untergegangen. In den nordamerikanischen Freistaaten sind alle Bürger europäische Abkömmlinge, mit denen sich die alten Einwohner nicht vermischen konnten, sondern zurückgedrängt wurden. Einige Künste haben die Eingeborenen allerdings von den Europäern angenommen, unter anderen die des Branntweintrinkens, die eine zerstörende Wirkung auf sie hervorbrachte. (…)
Afrika ist in drei Teile zu unterscheiden: der eine ist der südlich von der Wüste Sahara gelegene, das eigentliche Afrika, das uns fast ganz unbekannte Hochland mit schmalen Küstenstrecken am Meere; der andere ist der nördliche von der Wüste, sozusagen das europäische Afrika, ein Küstenland; der dritte ist das Stromgebiet des Nil, das einzige Talland von Afrika, das sich an Asien anschließt.
Jenes eigentliche Afrika ist, soweit die Geschichte zurückgeht, für den Zusammenhang mit der übrigen Welt verschlossen geblieben; es ist das in sich gedrungene Goldland, das Kinderland, das jenseits des Tages der selbstbewußten Geschichte in die schwarze Farbe der Nacht gehüllt ist. Seine Verschlossenheit liegt nicht nur in seiner tropischen Natur, sondern wesentlich in seiner geographischen Beschaffenheit. Das Dreieck desselben (wenn wir die Westküste, die in dem Meerbusen von Guinea einen sehr stark einwärtsgehenden Winkel macht, für eine Seite nehmen wollen und ebenso die Ostküste bis zum Kap Gardafui für eine andre) ist von zwei Seiten überall so beschaffen, daß es einen sehr schmalen, an wenigen einzelnen Stellen bewohnbaren Küstenstrich hat. Hierauf folgt nach innen fast ebenso allgemein ein sumpfiger Gürtel von der allerüppigsten Vegetation, die vorzügliche Heimat von reißenden Tieren, Schlangen aller Art – ein Saum, dessen Atmosphäre für die Europäer giftig ist. Dieser Saum macht den Fuß eines Gürtels von hohen Gebirgen aus, die nur selten von Strömen durchschnitten werden und so, daß auch durch sie kein Zusammenhang mit dem Innern gebildet wird; denn der Durchbruch geschieht nur wenig unter der Oberfläche der Gebirge und nur an einzelnen schmalen Stellen, wo sich häufig unbefahrbare Wasserfälle und wild sich durchkreuzende Strömungen formieren. Über diese Gebirge sind die Europäer seit den drei bis dreieinhalb Jahrhunderten, daß sie diesen Saum kennen und Stellen desselben in Besitz genommen haben, kaum hier und da und nur auf kurze Zeit gestiegen und haben sich dort nirgends festgesetzt. Das von diesen Gebirgen umschlossene Land ist ein unbekanntes Hochland, von dem ebenso die Neger selten herabgedrungen sind. Im sechzehnten Jahrhundert sind aus dem Innern an mehreren, sehr entfernten Stellen Ausbrüche von greulichen Scharen erfolgt, die sich auf die ruhigeren Bewohner der Abhänge gestürzt haben. Ob eine und welche innere Bewegung vorgefallen, welche diesen Sturm veranlaßt, ist unbekannt. Was von diesen Scharen bekannt geworden, ist der Kontrast, daß ihr Benehmen, in diesen Kriegen und Zügen selbst, die gedankenloseste Unmenschlichkeit und ekelhafteste Roheit bewies und daß sie nachher, als sie sich ausgetobt hatten, in ruhiger Friedenszeit sich sanftmütig, gutmütig gegen die Europäer, da sie mit ihnen bekannt wurden, zeigten. (…)
Der eigentümlich afrikanische Charakter ist darum schwer zu fassen, weil wir dabei ganz auf das Verzicht leisten müssen, was bei uns in jeder Vorstellung mit unterläuft, die Kategorie der Allgemeinheit. Bei den Negern ist nämlich das Charakteristische gerade, daß ihr Bewußtsein noch nicht zur Anschauung irgendeiner festen Objektivität gekommen ist, wie zum Beispiel Gott, Gesetz, bei welcher der Mensch mit seinem Willen wäre und darin die Anschauung seines Wesens hätte. Zu dieser Unterscheidung seiner als des Einzelnen und seiner wesentlichen Allgemeinheit ist der Afrikaner in seiner unterschiedslosen, gedrungenen Einheit noch nicht gekommen, wodurch das Wissen von einem absoluten Wesen, das ein anderes, höheres gegen das Selbst wäre, ganz fehlt. Der Neger stellt, wie schon gesagt worden ist, den natürlichen Menschen in seiner ganzen Wildheit und Unbändigkeit dar; von aller Ehrfurcht und Sittlichkeit, von dem, was Gefühl heißt, muß man abstrahieren, wenn man ihn richtig auffassen will: es ist nichts an das Menschliche Anklingende in diesem Charakter zu finden. Die weitläufigen Berichte der Missionare bestätigen dieses vollkommen, und nur der Mohammedanismus scheint das einzige zu sein, was die Neger noch einigermaßen der Bildung annähert.
Hegel: Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte Mehr
Afrika (1..n) ist kein Reisebericht, sondern eine lose Folge von Lese- und Augeneindrücken.
Der Literaturpreis der Stiftung Prinz Pierre von Monaco geht an den frankosyrischen Dichter Adonis. Der Preis wird zum 50. Mal vergeben, er ist mit €15.000 dotiert. Bisherige Preisträger waren unter anderem Julien Green, Patrick Modiano, Hector Bianciotti, Jean Starobinski, Andreï Makine und Dominique Bona.
Adonis veröffentlicht seine Gedichte seit Anfang der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Er ging ins Exil zuerst nach Beirut, dann nach Paris. In beiden Städten lehrte er seit Beginn der 70er Jahre an Universitäten.
Sein umfangreiches Werk (Gedichte und Essays) konzentriert sich auf die Befragung der arabischen Sprachen und Kulturen und ihrer Beziehung zur Sinnlichkeit, durch die Feier der Liebe und des weiblichen Körpers. Das belegt besonders seine Sammlung „Histoire qui se déchire sur le corps d’une femme“ (Geschichte die auf dem Körper einer Frau reißt, frz. 2008). Darin lautet eine Zeile: «Le corps n’est que l’éclat de l’invisible éternité.» (Der Körper ist nur der Glanz der unsichtbaren Ewigkeit.). / Le Figaro 5.10.
Adonis in L&Poe https://lyrikzeitung.com/tag/adonis/
Der diesjährige Literaturpreis der GWK-Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit, Münster, wird geteilt. Er geht zu gleichen Teilen an die zweiunddreißigjährige Charlotte Warsen, die 1984 in Recklinghausen geboren wurde, und an den gleichaltrigen Arnold Maxwill aus Dortmund. Die Ausgezeichneten erhalten jeweils 2.500 EURO und werden in ein Förderprogramm der GWK aufgenommen.
Charlotte Warsen studierte an der Kunstakademie Düsseldorf Malerei, in Köln Philosophie und Amerikanistik, heute lebt sie in Berlin. Sie überzeugte die Fachjury mit „Seufzergruppen. Auszüge aus einem Klagegesang“: erfrischende, nur partiell Realität abbildende, assoziativ-abstrakte und anarchisch-extrovertierte Texte, offene Sprachspiele, die nur oberflächlich als „Lyrik“ zu bezeichnen sind.
Arnold Maxwill studierte Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte in Wien und Münster, er lebt in Dortmund. In seinem Gedichtzyklus „verschränktes Gelände“, mit dem er die GWK-Jury gewann, nimmt er Teile des Dortmunder Stadtgebiets in den Blick. Die Gedichte in fest gefügter äußerer Form und strengem, analytischem, musikalisch durchsetztem Ton sind, so die GWK-Jury, spannende, hochartifizielle Konstruktionen.
Die Jury des GWK-Förderpreises Literatur 2016 bestand aus Dr. Florian Höllerer, LCB-Literarisches Colloquium Berlin, dem Autor und GWK-Preisträger 2011 Adrian Kasnitz aus Köln und dem Verleger und Lektor Reto Ziegler von der Edition Korrespondenzen in Wien. / GWK Münster
Die Literarische Polstergruppe (LPG) lädt zur ersten Wohnzimmerlesung am 4. Oktober 2016 um 19 Uhr in Rostock: Literatur unplugged auf der Polstergruppe. Mit diesem unabhängigen Format präsentiert die LPG authentische Texte im privaten Raum, als einem Ort der Begegnung. In entspannter Atmosphäre schwindet die Distanz zwischen Schreibenden und Lesenden, Literatur lässt sich hautnah erleben und ein Austausch zwischen allen Beteiligten wird möglich.
Vier Autorinnen und Autoren werden am 4. Oktober im Wohnzimmer von Beat Mundwiler ihre Texte lesen: Der Gastgeber Beat Mundwiler (Rostock), Wiebke Salzmann (Mönchhagen) sowie Jurek P (Wusterhusen) und Odile Endres (Greifswald). Nach der Lesung gibt es Gelegenheit für lockere Gespräche über das Gehörte – oder über die Literatur und das Schreiben allgemein.
Getränke und Verpflegung bringen die Gäste mit, Gläser und Gabeln sind vorhanden.
Zeit: 4. Oktober, 19 Uhr
Ort: Hermannstraße 25, 18055 Rostock.
Unkostenbeitrag: 5 Euro
Anmeldung: info@beatmundwiler.ie
Die neue Homepage des Lyrik Kabinetts ist online! In neuer Gestaltung, mit vielen poetischen Zitaten, bietet sie zahlreiche Verbesserungen und neue Funktionen, die zu einer Entdeckungsreise durch das Lyrik Kabinett einladen: das aktuelle Programm in einem neuen Veranstaltungskalender, Volltextsuchen über alle Seiten, im Bibliotheks-Katalog und in den Veranstaltungen seit 1997, ausführliche Darstellungen unserer Arbeit (die wichtigen davon auch in englischer Sprache), Einblicke in die Workshops mit Jugendlichen, die Möglichkeit, Publikationen zu bestellen und online zu spenden. In technischer Hinsicht standen Usability-Aspekte und das responsive Webdesign im Vordergrund. Gestaltet wurde der Auftritt von der Agentur NEW.EGO (www.newego.de). Wir danken herzlich für die wunderbare und inspirierende Zusammenarbeit!
/ Lyrik Kabinett
Bevor die nächste Ausgabe des Dackel wahrscheinlich in Bälde erscheint: Es findet sich in der (noch) aktuellen vom Februar (s. Meldung) eine Abteilung mit fünf Gedichten von Màrius Torres, übersetzt von Alexandra Bernhardt, nebst biographischer Darstellung. Eine Überraschung, denn bislang gab es, verteilt auf drei Anthologien, überhaupt nur ganze fünf ins Deutsche übersetzte Gedichte von diesem frühverstorbenen katalanischen Lyriker (1910–1942).
Campo Santo
El marbre i els rosers, en un suprem
acord de gràcia, no et fan més sagrada,
obscura terra de Jerusalem
on la més alta creu va ser plantada…
Ara els xiprers creixen de tu. De nit
un rossinyol a cada creu s’atansa.
Violetes, els morts que us han nodrit
són gaire lluny de la seva esperança?
Camposanto
Marmor und Rosen, erlesen in
Eintracht aus Anmut, mehren nicht deine Heiligkeit.
Land im Zwielicht: Jerusalem,
wo das höchste Kreuz einst stand …
Jetzt wachsen Zypressen aus dir. Des Nachts
rührt eine Nachtigall an jedes Kreuz.
Veilchen, sagt, sind die euch nährenden Toten
ihrer Hoffnung immer noch fern?
[Übertragung von Alexandra Bernhardt]
wer sich zu früh entscheidet, über den wird entschieden
Hansjürgen Bulkowski
David Budbill, a poet and playwright, died early Sunday morning at his home in Montpelier, according to an announcement from his family. The cause was Progressive Supranuclear Palsy, a rare form of Parkinson’s Disease. Budbill was 76.
“We have just lost a great Vermont voice, and a voice for Vermonters,” said Ellen McCulloch-Lovell, a friend of Budbill’s who is a poet and former president of Marlboro College. “People who didn’t know anything about the technicalities of writing poetry, read and enjoyed his poems. … They spoke to a whole variety of people.” / Burlington Free Press
Unsere Verhältnisse, unsere deutschen, sie bleiben schrecklich. Ein »wüstes Reich« ist die Gegenwart, wie Braun in »Telephos an Papenfuß« ausführt. Und wie im Vorbeigehen findet er, Goethe paraphrasierend, die Worte, die die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung auf den Punkt bringen: »Willkommen und Abschiebung«.
So sehr Brauns Lyrik solcherart im Hier und Jetzt verankert ist, Brauns Gewährsmänner kommen doch aus der Vergangenheit. In »Inferno IV. Limbus« nennt er sie: »Brecht und Eisler, Cremer, Busch / Und Heise, Bloch sowie sein Schüler Teller / Bahro und Biermann (als er jung gewesen) / Und Fühmann, Dresen«. / Ronald Weber, junge Welt
Volker Braun: Handbuch der Unbehausten. Neue Gedichte. Suhrkamp, Berlin 2016, 109 S., 20 Euro
Sehr geehrter Herr Gratz,
ich betreibe auf Facebook die Seite www.facebook.com/literaturweimar . Dort dreht sich alles um die Literatur in der Weimarer Republik.
Zu diesem Thema möchte ich eine monatlich erscheinende Zeitschrift verlegen. Jede Ausgabe widmet sich dabei einem Schwerpunktthema. Bei der Nullnummer (diese befindet sich in der letzten Korrekturphase) wird dies die Weltwirtschaftskrise sein, und nicht von ungefähr ist Hans Falladas Roman „Kleiner Mann, was nun?“ die Titelgeschichte dieser Ausgabe. Kein anderer Roman macht die Angst und die Verunsicherung der Angestellten und Arbeiter zu dieser Zeit so spürbar wie dieses Meisterwerk. Auf circa 100 Seiten werden zusätzlich weitere Stücke, Reportagen, Erzählungen und Gedichte zu diesem Schwerpunktthema veröffentlicht – diese werden zudem durch den originalgetreuen Abdruck von Zeitungsartikeln aus dieser Zeit in einen historischen Kontext gebracht. Herzstück der Nullnummer, ist das komplette Theaterstück „Die Bergbahn“ von Ödön von Horváth in der Mitte des Heftes, das separat heraustrennbar ist. Ein solches „Heft im Heft“ mit einem kompletten Originaltext wird jede Ausgabe haben.
„Fünf. Zwei. Vier. Neun.“ ist aber mehr als nur eine Zeitschrift. Zu jeder Ausgabe erscheint ein Taschenbuch mit weiteren Texten zum Schwerpunktthema des Monats. Der Fokus liegt dabei auf Erzählungen und Werken von Autoren, die heute leider kaum jemand mehr kennt. Eine echte Fundgrube für Literaturliebhaber, in der es viel Neues zu entdecken gibt!
Nun suche ich Literaturliebhaber, die helfen, die Crowdfunding-Aktion bekannt zu machen. Diese wurde am 23. September frei geschaltet. Sie finden sie unter:
www.startnext.com/literaturweimar
Viele Grüße aus Bonn
Jörg Mielczarek
Verlag interna GmbH
www.verlag-interna.de
Der ehemalige Terrorist Norbert Kröcher – „Knofo“ genannt – einer der Mitgründer der Bewegung 2. Juni, ist tot. Der 66-Jährige war schwer krank und nahm sich am 16. September das Leben, wie sein Lektor Bert Papenfuß am Dienstag in Berlin bestätigte.
Zuvor hatte die Zeitung „Junge Welt“ berichtet. Kröcher wurde in den 70er Jahren in Schweden festgenommen und saß von 1977 bis 1985 in Haft. Er war am Plan, eine schwedische Ministerin zu entführen, beteiligt.
Kröcher schrieb vor seinem Tod eine Autobiografie, die Ende des Jahres erscheinen soll. In dem Buch werde dessen Weg „vom Hasch-Rebellen zum militanten Kämpfer“ geschildert, so Papenfuß. Nach seiner Freilassung habe Kröcher (Spitzname „Knofo“) als Fotograf gearbeitet. / Berliner Zeitung
Knofo hat ein Testament und „Letzte Worte“ hinterlassen, genügend Geld für seine Beerdigung, einen Grabstein und den Gedenkumtrunk, sowie einen Email-Verteiler für die von seinem Tod zu Benachrichtigen. Er war ein „ordentlicher Anarchist“.
Die Trauerfeier und Beerdigung findet am 20. Oktober um 13 Uhr auf dem Dorotheenstädtisch-Friedrichswerderschen Friedhof (Chausseestraße 126, 10115 Berlin) statt. Er wollte in der Nähe von Fritz Teufel bestattet werden. / Bert Papenfuß
Veröffentlichungen
Beiträge in anarchistischen Publikationen wie Zweifel / Floppy Myriapoda
Im Wiener Museum auf Abruf (Musa) stehen demnächst zwei Preisverleihungen an. Den Auftakt macht am 29. September die Vergabe des biennal vergebenen H.C.-Artmann-Preises an den Multikünstler Anselm Glück. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Stadt Wien für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Lyrik ausgelobt und von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) übergeben. Die Laudatio auf den 66-jährigen Glück hält seine Autorenkollegin Petra Ganglbauer, die den im Grenzbereich zwischen Literatur und Bildender Kunst tätigen gebürtigen Linzer würdigen wird, der auch Theaterstücke und mit „inland“ ein Opernlibretto verfasst hat. (…)
Zum dritten Mal verliehen wird heuer der Veza-Canetti-Preis. Er geht an die Schriftstellerin Ilse Kilic, die wie Glück in vielen Genres aktiv ist und neben ihrer literarischen Arbeiten auch zeichnet, filmt und singt. Die 1958 geborene Wienerin wird die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung am 5. Oktober entgegennehmen, wobei sie an dem von Julia Danielczyk moderierten Abend aus ihrem Band „Buch über Viel“ lesen wird. Mit der Veranstaltung wird die neue Saison der Reihe „Literatur im Musa“ eröffnet, bei der jeden ersten Mittwoch im Monat von der Stadt ausgezeichnete Autoren aus ihren Werken lesen. / Der Standard
Donnerstag, 29.09.2016 um 19:00
Verleihung des H.C.-Artmann-Preises der Stadt Wien an anselm glück
Begrüßung
Andreas Mailath-Pokorny
Einführung
Julia Danielczyk und Berthold Ecker
Laudatio
Petra Ganglbauer
MUSA Museum Startgalerie Artothek; Felderstraße 6-8 (neben dem Rathaus), 1010 Wien
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