Die Liebe

                      Weil nuhn der dieses thut /
    der ander aber das / der eine wagt sein Bluht /
 der ander tuht es nicht / der eine wil sich lencken
 zuhr Hoffnung und Gedult / und jener wil sich hencken /
 so lohnt sie nach Verdienst : den trewen ist sie guht /
    den falschen ist sie falsch / wie kan sieß anderst machen ?

Sibylla Schwarz, aus: Etliche Sonette (1.), 1650

Poesie als Spiegelland der Kulturen

Zweisprachige Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Gedichte und Übersetzungen türkisch & deutsch

„Weil ich eins und doppelt bin“: Unter diesem Motto aus Goethes West-östlichem Diwan begeben sich seit fünf Jahren zweisprachige Schülerinnen und Schüler auf Erkundungsreise im rätselhaften Grenz- und Spiegelland zwischen den Sprachen Türkisch und Deutsch – und entdecken dort sich selbst. Diesmal haben sich zeitgleich zwei Kurse auf dieses Abenteuer eingelassen, der eine hat das Projekt schon erlebt, der andere stellt sich dieser Herausforderung zum ersten Mal:Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sammelkurse Türkisch Q11 und Q12 haben, angeleitet von Suzan Kozak, Karin Fellner und Tristan Marquardt, deutsche und türkische Lyrik übersetzt und in beiden Sprachen poetisch-kreativ gearbeitet. Dabei ergaben sich spannende Fragen: In welcher Sprache träumen wir? Wenn wir loben oder fluchen, wo finden wir das Wort dafür? Wie kann beim Übersetzen „das magische Potential“ eines Gedichts erhalten bleiben? Als Anregung nutzten die jungen Dichterinnen und Dichter u.a. die unterschiedlichen Bildräume beider Kulturen oder antworteten auf einen Vers Nâzim Hіkmets mit eigenen Gedichten. So vergegenwärtigen sie das Wechselspiel zwischen den Kulturen Türkisch und Deutsch als inspirierende Chance und wertvollen Reichtum – und laden nun das Publikum zum Mit-Staunen ein!

„Weil ich eins und doppelt bin“ steht im Rahmen eines seit über zehn Jahren erfolgreichen pädagogischen Modellprojekts der Stiftung Lyrik Kabinett München. Näheres dazu unter

https://www.lyrik-kabinett.de/lust-auf-lyrik/.

„Weil ich eins und doppelt bin“:  Schülerinnen und Schüler der Sammelkurse Türkisch Q11 und Q12 der Städtischen Gymnasien präsentieren ihre Gedichte & Übersetzungen (türkisch & deutsch)

Projektleitung:  Suzan Kozak, Karin Fellner und Tristan Marquardt 

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Montag, den 5. Dezember 2016, 19 Uhr; PEPPER-Theater Neuperlach; Thomas-Dehler-Straße 14, 81737 München  (U5/U7, Neuperlach Zentrum)

 

Eine Veranstaltung im Rahmen des Projekts „Lust auf Lyrik“ der Stiftung Lyrik Kabinett

In Kooperation mit dem Werner-von-Siemens-Gymnasium.

Mit freundlicher Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst und von Reinhard Gorenflos

Vom Spielen

Es gehe um „Augenblicke, in denen sich Menschen mit etwas beschäftigen, ohne dass sie damit eine Absicht verfolgen“. Schon Kinder würden auf spielerische Weise ausprobieren, was alles gehe:

„Das ist eigentlich das Kennzeichen von uns Menschen: dass wir nicht mit fertigen Programmen in die Welt hineingehen, sondern dass wir ausprobieren müssen, wie das Leben funktioniert.“

Spielen sei kreative Gestaltung, dabei entstehe etwas Schöpferisches: ein Gedicht oder Musik, sagt Hüther. In Augenblicken, in denen der „Fokus der Aufmerksamkeit“ aufhöre, kämen die „großartigsten Ideen“. Also bei Duschen oder Spazierengehen – und nicht „kurz vor der Deadline, am Schreibtisch oder mit viel Anstrengung“. / DLR

Gerald Hüther, Christoph Quarch: „Rettet das Spiel!“
Hanser Verlag 2016
224 Seiten, 20 Euro

Dresdner Lyrikpreis für Simona Racková und Guy Helminger

Der mit 5000 Euro dotierte Dresdner Lyrikpreis geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an die tschechische Lyrikerin Simona Racková und den in Köln lebenden Dichter Guy Helminger.

Lea Schneider bescheinigte Simona Rackovás Gedichten großen Mut und Ehrlichkeit. Als Preisträgerin von 2014 saß die Berliner Dichterin in diesem Jahr in der siebenköpfigen Hauptjury. Diese Gedichte, sagte sie, sprächen von Themen und verwendeten Sprachregister, die im literarischen Kanon verpönt seien, hätten keine Angst vor Unfertigkeit, Versuchhaftigkeit, Offenheit und Verletzlichkeit. Traurig seien sie, doch selbstbewusst. Manchmal wählten sie Albernheit als Waffe gegen das Zum-Schweigen-Gebracht-Werden. „Wie hier Klanglichkeit, Klangassoziationen, Wortspiele und aus verschiedenen Tanzstilen entlehnte Rhythmen den Inhalt der Texte formen, ohne ihn zu überformen – das ist absolut bemerkenswert.“ Eine weibliche Stimme spreche auf eigene Weise, ohne Klischees zu bedienen, auch über Mutterschaft und weibliche Körperlichkeit. (…)

Guy Helminger, 1963 in Luxemburg geboren, seit 1985 Kölner, schreibt außer Gedichten (2010 gesammelt unter dem Titel „Libellenterz“ bei Editions Phi), auch Romane, Theaterstücke, Hörspiele und moderiert literarische Veranstaltungen. Sein Vortrag kam so gut an, dass er gleich auch noch den Preis des Publikums bekam. In Gedichten wie „Einkauf“ verwandelt er eine banale Alltagssituation zu einer mehrsträngigen Geschichte, wie Urs Heftrich verdeutlichte: „eine ganze Lebensgeschichte und eine katholisch anmutende Mischung von unterdrückter Erotik und Gottesdienst“. (…) /

/ Tomas Gärtner, Dresdner Neueste Nachrichten

An der Wettbewerbslesung in Dresdens Villa Augustin nahmen außerdem Andrea Lydia Stenzel (Göttingen), Dan Jedlicka (Opava), Anja Kampmann, Helwig Brunner (Graz), Martin Simek (Pilsen) und Carl-Christian Elze (Leipzig) teil.
Signum Sonderheft 18, Dresdner Lyrikpreis 2016. Hrsg. von Norbert Weiß. 84 S., 8,20 Euro

Gegen Zensur, für Solidarität mit inhaftierten Autoren

Auf Initiative der Frankfurter Rundschau veröffentlichten Zeitungen und Onlinemedien gestern einen Text der besonders stark verfolgten Cumhuriyet-Redaktion.

Das Team der vor drei Monaten verbotenen Tageszeitung Özgür Gündem macht inzwischen in Deutschland weiter – und zahlreiche Autoren, darunter u.a. Alper Canigüz, Murat Uyurkulak und Nermin Yildirim, führen Asli Erdogans Kolumne fort.

Außerhalb der Türkei lebende Kollegen springen für die dort bedrohten Autoren ein, unter ihnen Gerrit Wustmann und José F.A. Oliver. Ab Ende Dezember wird die tageszeitung (taz) die Beiträge im Wochentakt übernehmen.

Lyrikpreis München 2016

Christian Schloyer erhält den Lyrikpreis München 2016. Der zweite Preis geht an Arnold Maxwill.

Baum der Poesie 2016

Am 28. März 1981 pflanzte Matthyas Jenny (nach einem Vorschlag von H.P. Gansner) den ersten Baum der Poesie im Kannenfeldpark (Basel). Dieser ist heute leider nicht mehr ausfindig zu machen.
Daher wird in Koordination mit der Stadtgärtnerei ein neuer Baum der Poesie gepflanzt:
Am Samstag, 19. November findet im Kannenfeldpark ab 15h die Baumtaufe statt.

Es sind alle herzlich eingeladen, die Baumtaufe mit uns zu begehen:
Es gibt ab 15 Uhr einen Apéro, begleitet von Poesie (Lesung: Klaus Merz) und
Musik (Haus im Jura zusammen mit RESET – http://hausimjura.ch/ und http://reset-music.ch).

Der Baum wird zu Ehren verstorbener Basler DichterInnen gepflanzt und es werden die Gedichtplakate, die am diesjährigen Tag der Poesie entlang des Gedenkweges in der Rümelinspassage zu sehen waren, erneut ausgestellt: Adelheid Duvanel (1936-1996), Werner Lutz (1930-2016), Rainer Brambach (1917-1983), Meret Oppenheim (1913-1985), Markus Kutter (1925-2005), Manfred Gilgien (1948-1993), Kuno Raeber (1922-1992), Jürg Federspiel (1931-2007), Hans Werthmüller (1912-2005), Dieter Fringeli (1942-1999), Christoph Mangold (1939-2014), Christof Meury (1960-1983), Tadeus Pfeifer (1949-2010), Frank Geerk (1946-2008).

Der Chinesische Parasolbaum ist eine Rarität, die es in den Basler Grünanlagen noch nirgends gibt. Der Baum gehört zu den Malvengewächsen und bildet eine etwa 15 Meter hohe, ausladende Krone. Auffällig sind die sehr grossen, meist gebuchteten Blätter. Die Blüten werden in achselständigen, bis zu 40 cm langen, vielverzweigten Rispen gebildet und sind crèmefarben bis zitronengelb.

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Literaturpreis Ruhr für Jürgen Brôcan

Ins romantische Venedig muss Jürgen Brôcan nicht fahren, um Gedichte zu schreiben. Ihm reicht seine Terrasse in Dortmund. „Alles Interessante finde ich vor der Tür“, sagt er. / ruhrnachrichten.de

Heute wird ihm der mit 10.000 € dotierte Literaturpreis Ruhr verliehen.

open mike: Laudatio von Inger-Maria Mahlke auf Sandra Burkhardt

Formbewusst, sicher im Sprachgebrauch und mit großer Leichtigkeit gelingt es den Gedichten Sandra Burkhardts dem hohen Ton Petrarcas das Eigene abzulauschen und es zu beleuchten mit der Intimität des eigenen Leselichts.

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open mike – Breaking news

Prosa: 1. Thilo Dierkes, 2. Benjamin Quaderer
Lyrik: Sandra Burkhardt

Besondere Erwähnung der Jury: Deniz Ohde, Rudi Nuss

Preis der taz-Publikumsjury: Rudi Nuss
(Mitglieder der taz-Publikumsjury 2016: Elisa Asefa, Hella Buhrow, Martha Grasmeier, Slavica Klimkowsky, Elena Schmitz)

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Poetopie

bei der lebenstiftenden Vereinigung und bei seiner Geburt ist ein Mensch zu zweit – stirbt er, ist er in seinem Bett allein

Hansjürgen Bulkowski

Differences of Opinion

Differences of Opinion

by Wendy Cope

1 HE TELLS HER

He tells her that the earth is flat —
He knows the facts, and that is that.
In altercations fierce and long
She tries her best to prove him wrong,
But he has learned to argue well.
He calls her arguments unsound
And often asks her not to yell.
She cannot win. He stands his ground.

The planet goes on being round.

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Neue Zukunft des Sozialismus

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Helmut Heißenbüttel aus: Textbuch 9: 3 x 13 x 13 Sätze ; 1981-1984. Stuttgart: Klett-Cotta, 1986
ISBN 3608953787, 9783608953787

Republikanische Rede

Die Poesie ist eine republikanische Rede; eine Rede die ihr eignes Gesetz und ihr eigner Zweck ist, wo alle Teile freie Bürger sind, und mitstimmen dürfen.

Friedrich Schlegel, Fragmente

Naturforscher, Dichter, Mensch

Wir sind naturforschend Pantheisten, dichtend Polytheisten, sittlich Monotheisten.
Goethe, Maximen und Reflexionen