Kleinstadtpfingsten

Klabund

(* 4. November 1890 in Crossen an der Oder; † 14. August 1928 in Davos)

Kleinstadtpfingsten

Um eine schöne Pfingststimmung zu bewirken,
Stellt man in den kleinen Städten Birken
Vor die Tür. Und am Vorabend singen
Die Mädchen süßsonderbare Lieder, die den Sommer herbeizwingen
Sollen. Die Buben zwitschern auf ihren Kalmusstauden wie Nachtigallen.
Aber vor allen
Dingen vergesst
Nicht: wir feiern Pfingsten das Schützenfest.
In grasgrüner Uniform wie die Förster, mit Fahnen, Flöten, Pauken, und unter Applaus
Des Publikums, marschiert die Schützengilde (63 Mann) zum Schützenhaus.
Mein Vater ist Schützenmajor – er trägt einen Ehrendegen
Und muss an solchem Fest- und Ehrentage auch seinen Kronenorden vierter Klasse anlegen,
Sowie die hohenzollern-sigmaringsche Verdienstmedaille. –
Die Mädchen gehen alle schon in weißer Taille,
Und am Abend tanzt man im Schützenhaussaal bis zum Verrücktwerden …
Dann draußen unter den Bäumen … im Grase … von deinem Munde beglückt werden.
… Küsse … Musik von ferne … am Abendhimmel die Venus gleißt …
Und wir reden jauchzend irr mit fremden Zungen,
Unsere Herzen sind wie Blüten aufgesprungen,
Nieder fuhr durchs Dunkel wie ein Blitz singend der heilige Geist …

Pfingsgedichtchen

Joachim Ringelnatz

(* 7. August 1883 in Wurzen; † 17. November 1934 in Berlin)

Pfingstbestellung

Ein Pfingstgedichtchen will heraus
Ins Freie, ins Kühne.
So treibt es mich aus meinem Haus
Ins Neue, ins Grüne.

Wenn sich der Himmel grau bezieht,
Mich stört`s nicht im geringsten.
Wer meine weiße Hose sieht,
Der merkt doch: Es ist Pfingsten.

Nun hab ich ein Gedicht gedrückt,
Wie Hühner Eier legen,
Und gehe festlich und geschmückt —
Pfingstochse meinetwegen —
Dem Honorar entgegen.

Wiederhol es, hol es wieder

Gerard Manley Hopkins

(* 28. Juli 1844 in Stratford bei London; † 8. Juni 1889 in Dublin)

66. ‘Repeat that, repeat’

REPEAT that, repeat,
Cuckoo, bird, and open ear wells, heart-springs, delightfully sweet,
With a ballad, with a ballad, a rebound
Off trundled timber and scoops of the hillside ground, hollow hollow hollow ground:
The whole landscape flushes on a sudden at a sound.

From: Poems. 1918.

Deutsche Fassung von Felix Philipp Ingold:

Wiederhol es, hol es wieder,
Hol’s der Kuckuck, Vogel, mach, dass Ohren knospen, Herzen blühn – sing Gurrelieder,
Stimm Sang um Sang an, Hall und Widerhall
Von Holz, das rollt, Gerät, das gräbt am Berg, im Tal, der Erdgrund hohl und hohl der Hall:
Ein großer Klang ist plötzlich da, ist überall.

Aus: Zwischen den Zeilen 7-8, März 1996, S. 249

Prophetische Seele

Dorothy Parker

(* 22. August 1893 in Long Branch, New Jersey, USA; † 7. Juni 1967 in New York)

Prophetic Soul

Because your eyes are slant and slow,
Because your hair is sweet to touch,
My heart is high again; but oh,
I doubt if this will get me much.

Prophetische Seele

Weil deine Augen weit und wach,
Und weil dein Haar so süß bezwingt,
Hüpft mir erneut das Herz, doch ach,
Ich glaub nicht, dass mir das was bringt.

Deutsch von Ulrich Blumenbach

Aus: Dorothy Parker: Denn mein Herz ist frisch gebrochen. Gedichte Englisch/Deutsch. Zürich: Dörlemann, 2017, S. 100/101

Biographie

Wir werden geboren – unsere Eltern geben uns Brot und Kleid – unsere Lehrer drücken in unser Hirn Worte, Sprachen, Wissenschaften – irgend ein artiges Mädchen drückt in unser Herz den Wunsch es eigen zu besitzen, es in unsere Arme als unser Eigentum zu schließen, wenn sich nicht gar ein tierisch Bedürfnis mit hineinmischt – es entsteht eine Lücke in der Republik wo wir hineinpassen – unsere Freunde, Verwandte, Gönner setzen an und stoßen uns glücklich hinein – wir drehen uns eine Zeitlang in diesem Platz herum wie die andern Räder und stoßen und treiben – bis wir wenn’s noch so ordentlich geht abgestumpft sind und zuletzt wieder einem neuen Rade Platz machen müssen – das ist, meine Herren! ohne Ruhm zu melden unsere Biographie – und was bleibt nun der Mensch noch anders als eine vorzüglichkünstliche kleine Maschine, die in die große Maschine, die wir Welt, Weltbegebenheiten, Weltläufte nennen besser oder schlimmer hineinpaßt.

Kein Wunder, daß die Philosophen so philosophieren, wenn die Menschen so leben. Aber heißt das gelebt? heißt das seine Existenz gefühlt, seine selbstständige Existenz, den Funken von Gott?

Jakob Michael Reinhold Lenz, aus: Über Götz von Berlichingen (1775, Erstdruck 1901)

Wie mach ich es?

Jakob Michael Reinhold Lenz

(* 12. Januar/ 23. Januar 1751 in Seßwegen, Gouvernement Livland, Russisches Kaiserreich; † 24. Mai/ 4. Juni 1792 in Moskau)

Wie mach ich es? wo heb ich Berge aus
Mich ihr zu nähern? wer kommt mir zu Hülfe?
O wär ich leicht wie Zefir, wie ein Sylphe,
Ach oder dürft ich in ihr Haus
Unmerkbar leise wie die Maus!
O wär ein Zaubrer da, mich zu zerschneiden, spalten
Mich tausendartig zu gestalten:
Gönnt er mir nur das Glück ihr Angesicht zu sehn,
In tausend Tode wollt ich gehn.
Die schwarzen Augen, deren süßes Feuer
Zu Boden wirft, was ihnen naht, der Schleier
Des unbezwungnen Geistes, der von jedermann
Anbetung sich erzwingt, auch wer ihn haßen kann.
Das holde Mündchen, das so fein empfindet,
So zärtlich liebet, das schalkhafte Kinn
Gebildt von einer Huldgöttin.

Aus: Jakob Michael Reinhold Lenz: Gedichte, Berlin 1891, S. 158-159.
Permalink:
http://www.zeno.org/nid/20005249945

Heimat

Hans Aßmann Freiherr von Abschatz

(* 4. Februar 1646 in Breslau; † 22. April 1699 in Liegnitz)

Eine Landkarte

Ein Bürger dieser Welt lern auch die Welt erkennen/
Damit er iedes Land kan seine Heymat nennen.

Nur der Kuckuck

Basho

Mondnacht

Hito koe wa –
Tsuki ga naita ka?
Hototogisu!

Annähernd wörtliche Übersetzung:

Horch, ein Rufen –
Ruft nicht der Mond?
Nein, nur der Kuckuck!

Aus: Frühling Schwerter Frauen. Umdichtungen japanischer Lyrik mit einer Einführung in Geist und Geschichte der japanischen Literatur von Paul Lüth. Berlin: Paul Neff, 1942, S. 143

Coda

Leider traute der deutsche Umdichter Bashos Kunst nicht. Die „annähernd wörtliche“ Fassung steht nur im Anhang. Im Textteil (4. Buch: Begrenzung und Erfüllung. Die Ära Bascho) dichtet er um:

Mondnacht

Hinter den dunklen Bäumen ein Rufen. Hör zu!
Ist es der rote Mond, der so seltsam heut glänzt?
Oder ists nur der Kuckuck? Nun ist wieder Ruh.

Ebd. S. 123

Bashos letzter Vers

Matsuo Bashō

(jap. 松尾 芭蕉, Matsuo Bashō; * 1644 in Akasaka, Provinz Iga, heute: Akasaka, Ueno, Iga, Präfektur Mie; † 28. November 1694 in Osaka)

Sein letzter Vers:

Der Weg zählt meinen Schritt nicht mehr.
Auf dürrer Heide
Irrt mein Traum.

Aus: Werner Helwig: Wortblätter im Winde. Deutsche Nachdichtung japanischer Texte. Hamburg: Goverts, 1945,. S. 52

Die Poesie

Ferdinand Raimund

(* 1. Juni 1790 in Wien-Mariahilf; † 5. September 1836 in Pottenstein)

Fragment

Die Poesie ist jener goldgewebte Traum,
Der nur vor das geweihte Aug‘ des doppelt Wachen tritt.
Sie ist der Seele edelste und reinste Schwärmerei,
Weil sie den Schwärmer nicht allein,
Weil sie durch ihn die Welt erfreuen kann,
Weil sie ein Traum ist, der sich schriftverkörpern läßt.
Noch keiner war, der sich aufs Moos hinstrecken durft‘,
Den Schlaf beschwörend durch der Flüche Donner,
Und zu dem Traume kühn gebietrisch rufen:
»Ich will, daß du mir deine Bilder zeigst.«
So auch die Poesie, der götterhohe Traum,
Den keine Formel bannt in unsrer Wünsche Kreis.
Vergebens spricht des Sängers Mund, ich will
Ersinnen jetzt ein Lied voll edler Glut.

Nacht, Schlaf, Tod und die Sterne

Walt Whitman

(* 31. Mai 1819, 200. Geburtstag! in West Hills, Long Island, New York; † 26. März 1892 in Camden, New Jersey)

Helle Mitternacht

Dies ist dein[e] Stunde, o Seele, die freie Flucht ins Wortlose,
Weg von Büchern, weg von Kunst, der Tag gelöscht, der Unterricht aus,
Hebst du dich völlig empor, schweigend, schauend, deine liebsten
Gegenstände betrachtend,
Nacht, Schlaf, Tod und die Sterne.

Aus: Walt Whitman:, Gedichte von Traum und Tat. Deutsch von Gustav Landauer, in: Der Aufbruch. Monatsblätter aus der Jugendbewegung. Herausgeber: Ernst Joël. Verlegt bei Eugen Diederichs in Jena. 1. Jahrgang. August /September 1915. Heft 2 / 3

A Clear Midnight

THIS is thy hour O Soul, thy free flight into the wordless,
Away from books, away from art, the day erased, the lesson done,
Thee fully forth emerging, silent, gazing, pondering the themes
thou lovest best,
Night, sleep, death and the stars.

(1881)

Sonnenuntergang

Oskar Kanehl (1888-1929)

Sonnenuntergang

Die letzten weißen Wolkenflotten fliehen.
Der Tag hat ausgekämpft
über dem Meer.
Wie eine rote Blutlache liegt es,
in der das Land wie Leichen schwimmt.
Vom Himmel tropft ein Eiter, Mond.
Es wacht kein Gott.
In Höhlen ausgestochner Sternenaugen
hockt dunkler Tod.
Und ist kein Licht.
Und alles Tier schreit wie am Jüngsten Tag.
Und Menschen brechen um
am Ufer.

(1914)

Oskar Kanehl „Die Dinge schreien“. Wiecker Bote 21 – Sonderausgabe mit den frühen Gedichten von Oskar Kanehl. 44 Seiten, 13 x 21 cm.  4€

Stimmen der Toten

Helmut Preißler

Aus: Stimmen der Toten (1957)

Friedhelm Gluger
1894-1940

Von Politik hielt ich gar nichts;
mir schmeckte der Morgenkaffee.

Soldaten marschierten;
mir schmeckte der Kaffee noch immer.

Als sie mich holten, las ich Lokales.

Ratlos ließ ich den Morgenkaffee
und ging, wohin sie befahlen.

Kalt ist das Grab bei Narvik.

Anne Brontë; zugleich etwas übers Übersetzen

Wurden ihre Gedichte ins Deutsche übertragen? Ich finde nur welche von ihrer Schwester Emily. Deshalb heute ein Gedicht auf Englisch sowie mit DeepL- und Google-Übersetzung. Ein Notbehelf, besser als gar nichts. Außerdem lohnt sich ein Vergleich der Übersetzungsmaschinen. Um das zu erleichtern, schicke ich die Strophen zwei und drei in allen drei Fassungen voraus (von mir leicht grammatisch und semantisch korrigiert). Unten dann die kompletten „Original“-Fassungen. Vielleicht haben Leser Lust, aus diesen drei Fassungen (oder ganz auf eigene Faust) eine bessere Übersetzung mit zu entwickeln? Gerechtigkeit für Acton Bell!

And ere one generation dies,
Another in its place shall rise;
That, sinking soon into the grave,
Others succeed, like wave on wave;

And as they rise, they pass away.
The sun arises every day,
And, hastening onward to the West,
He nightly sinks, but not to rest:

Google:

Und bevor eine Generation stirbt,
Eine anderer an seiner ihrer Stelle wird auferstehen aufersteht;
Das, Welcher, da sie bald im Grab versinkend versinkt,
Andere schaffen es folgen, wie Welle auf Welle;

Und wenn sie aufstehen, vergehen sie.
Die Sonne geht jeden Tag auf,
Und eilte weiter nach Westen,
Er Sie sinkt jeden Abend, aber nicht um sich auszuruhen:

DeepL:

Und bevor eine Generation stirbt,
Eine anderer an seiner ihrer Stelle wird sich erheben;
Das, das bald im Grab versinkt,
Anderen gelingt es folgen, wie Welle auf Welle;

Und wenn sie sich erheben, sterben sie.
Die Sonne geht jeden Tag auf,
Und beschleunigte sich in den Westen,
Er Sie sinkt nächtlich, aber nicht zum Ausruhen:

VANITAS VANITATUM, OMNIA VANITAS.

In all we do, and hear, and see,
Is restless Toil and Vanity.
While yet the rolling earth abides,
Men come and go like Ocean tides;

And ere one generation dies,
Another in its place shall rise;
That, sinking soon into the grave,
Others succeed, like wave on wave;

And as they rise, they pass away.
The sun arises every day,
And, hastening onward to the West,
He nightly sinks, but not to rest:

Returning to the eastern skies,
Again to light us, he must rise.
And still the restless wind comes forth,
Now blowing keenly from the North;

Now from the South, the East, the West,
For ever changing, ne’er at rest.
The fountains, gushing from the hills,
Supply the ever-running rills;

The thirsty rivers drink their store,
And bear it rolling to the shore,
But still the ocean craves for more.
‚Tis endless labour everywhere!
Sound cannot satisfy the ear,

Light cannot fill the craving eye,
Nor riches half our wants supply;
Pleasure but doubles future pain,
And joy brings sorrow in her train;

Laughter is mad, and reckless mirth—
What does she in this weary earth?
Should Wealth, or Fame, our Life employ,
Death comes, our labour to destroy;

To snatch the untasted cup away,
For which we toiled so many a day.
What, then, remains for wretched man?
To use life’s comforts while he can,

Enjoy the blessings Heaven bestows,
Assist his friends, forgive his foes;
Trust God, and keep his statutes still,
Upright and firm, through good and ill;

Thankful for all that God has given,
Fixing his firmest hopes on heaven;
Knowing that earthly joys decay,
But hoping through the darkest day.

Acton.

Google:

VANITAS VANITATUM, OMNIA VANITAS.

In allem, was wir tun und hören und sehen,
Ist unruhige Mühe und Eitelkeit.
Während noch die rollende Erde bleibt,
Männer kommen und gehen wie die Gezeiten des Ozeans;

Und bevor eine Generation stirbt,
Ein anderer an seiner Stelle wird auferstehen;
Das, bald im Grab versinkend,
Andere schaffen es, wie Welle auf Welle;

Und wenn sie aufstehen, vergehen sie.
Die Sonne geht jeden Tag auf,
Und eilte weiter nach Westen,
Er sinkt jeden Abend, aber nicht um sich auszuruhen:

Rückkehr in den östlichen Himmel,
Um uns wieder anzuzünden, muss er aufstehen.
Und immer noch kommt der unruhige Wind hervor,
Jetzt weht scharf aus dem Norden;

Jetzt aus dem Süden, dem Osten, dem Westen,
Für immer ändern, nie in Ruhe.
Die Brunnen, die aus den Hügeln sprudeln,
Versorge die ständig laufenden Furchen;

Die durstigen Flüsse trinken ihren Laden,
Und es zum Ufer rollen lassen,
Trotzdem sehnt sich der Ozean nach mehr.
Überall ist endlose Arbeit!
Ton kann das Ohr nicht befriedigen,

Licht kann das sehnsüchtige Auge nicht füllen,
Noch reicht die Hälfte unseres Bedarfs;
Vergnügen aber verdoppelt zukünftigen Schmerz,
Und Freude bringt Trauer in ihren Zug;

Lachen ist verrückt und rücksichtslose Heiterkeit –
Was macht sie in dieser müden Erde?
Sollte Reichtum oder Ruhm unser Leben beschäftigen,
Der Tod kommt, unsere Arbeit zu zerstören;

Um die ungeschmackte Tasse weg zu schnappen,
Für die wir so viele Tage gearbeitet haben.
Was bleibt denn dem Elenden übrig?
Um den Komfort des Lebens zu nutzen, solange er kann,

Genießen Sie die Segnungen, die der Himmel schenkt,
Helfen Sie seinen Freunden, vergeben Sie seinen Feinden;
Vertraue Gott und halte seine Satzungen ruhig,
Aufrichtig und fest, durch Gut und Böse;

Dankbar für alles, was Gott gegeben hat,
Seine festesten Hoffnungen auf den Himmel richten;
In dem Wissen, dass die irdischen Freuden vergehen,
Aber ich hoffe durch den dunkelsten Tag.

Acton.

DeepL:

VANITAS VANITATUM, OMNIA VANITAS.

Bei allem, was wir tun, und hören und sehen,
Ist unruhig Toil and Vanity.
Während noch die rollende Erde bleibt,
Männer kommen und gehen wie die Meeresgezeiten;

Und bevor eine Generation stirbt,
Ein anderer an seiner Stelle wird sich erheben;
Das, das bald im Grab versinkt,
Anderen gelingt es, wie Welle auf Welle;

Und wenn sie sich erheben, sterben sie.
Die Sonne geht jeden Tag auf,
Und beschleunigte sich in den Westen,
Er sinkt nächtlich, aber nicht zum Ausruhen:

Rückkehr in den Osthimmel,
Um uns wieder zu erleuchten, muss er aufstehen.
Und doch weht der unruhige Wind,
Jetzt bläst er stark aus dem Norden;

Jetzt aus dem Süden, dem Osten, dem Westen,
Für immer im Wandel, nie im Ruhezustand.
Die Brunnen, die aus den Hügeln sprudeln,
Liefert die ständig laufenden Rillen;

Die durstigen Flüsse trinken ihren Laden,
Und ertragen Sie es, wenn es zum Ufer rollt,
Aber trotzdem sehnt sich der Ozean nach mehr.
Es ist überall endlose Arbeit!
Geräusche können das Ohr nicht befriedigen,

Licht kann das sehnsüchtige Auge nicht ausfüllen,
Auch der Reichtum der Hälfte unserer Kunden will nicht versorgt werden;
Vergnügen, aber verdoppelt den zukünftigen Schmerz,
Und Freude bringt Trauer in ihren Zug;

Lachen ist verrückt und rücksichtslose Freude.
Was tut sie in dieser müden Erde?
Sollte Reichtum oder Ruhm, unser Leben beschäftigen,
Der Tod kommt, unsere Arbeit zu zerstören;

Um die ungekochte Tasse wegzureißen,
Wofür wir so viele Tage gearbeitet haben.
Was bleibt dann für den unglücklichen Menschen?
Um den Komfort des Lebens zu nutzen, solange er kann,

Genieße den Segen, den der Himmel dir schenkt,
Hilf seinen Freunden, vergib seinen Feinden;
Vertraue Gott und halte seine Gesetze still,
Aufrecht und fest, durch Gut und Böse;

Dankbar für alles, was Gott gegeben hat,
Er setzt seine festesten Hoffnungen auf den Himmel;
Zu wissen, dass die irdischen Freuden vergehen,
Aber in der Hoffnung, den dunkelsten Tag zu überstehen.

Acton.

Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator

Als die Bienenschar noch unverdrossen war

Paul Gerhardt

(* 12. März jul./ 22. März 1607 greg. in Gräfenhainichen; † 27. Mai jul. / 6. Juni 1676 greg. in Lübben)

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

1.
Geh aus, mein Herz, und suche Freud
In dieser lieben Sommerzeit
An deines Gottes Gaben;
Schau an der schönen Gärten Zier
Und siehe, wie sie mir und dir
Sich ausgeschmücket haben.

2.
Die Bäume stehen voller Laub,
Das Erdreich decket seinen Staub
Mit einem grünen Kleide;
Narzissus und die Tulipan,
Die ziehen sich viel schöner an
Als Salomonis Seide.

3.
Die Lerche schwingt sich in die Luft,
Das Täublein fleugt aus seiner Kluft
Und macht sich in die Wälder;
Die hochbegabte Nachtigall
Ergötzt und füllt mit ihrem Schall
Berg, Hügel, Tal und Felder.

4.
Die Glucke führt ihr Völklein aus,
Der Storch baut und bewohnt sein Haus,
Das Schwälblein speist die Jungen;
Der schnelle Hirsch, das leichte Reh
Ist froh und kommt aus seiner Höh
Ins tiefe Gras gesprungen.

5.
Die Bächlein rauschen in dem Sand
Und malen sich in ihrem Rand
Mit schattenreichen Myrten;
Die Wiesen liegen hart dabei
Und klingen ganz von Lustgeschrei
Der Schaf und ihrer Hirten.

6.
Die unverdroßne Bienenschar
Fleucht hin und her, sucht hie und dar
Ihr edle Honigspeise.
Des süßen Weinstocks starker Saft
Bringt täglich neue Stärk und Kraft
In seinem schwachen Reise.

7.
Der Weizen wächset mit Gewalt,
Darüber jauchzet Jung und Alt
Und rühmt die große Güte
Des, der so überflüssig labt
Und mit so manchem Gut begabt
Das menschliche Gemüte.

8.
Ich selbsten kann und mag nicht ruhn;
Des großen Gottes großes Tun
Erweckt mir alle Sinnen;
Ich singe mit, wenn alles singt,
Und lasse, was dem Höchsten klingt,
Aus meinem Herzen rinnen.

9.
Ach, denk ich, bist du hier so schön
Und läßt du uns so lieblich gehn
Auf dieser armen Erden,
Was will doch wohl nach dieser Welt
Dort in dem festen Himmelszelt
Und güldnen Schlosse werden!

10.
Welch hohe Lust, welch heller Schein
Wird wohl in Christi Garten sein!
Wie muß es da wohl klingen,
Da so viel tausend Seraphim
Mit eingestimmtem Mund und Stimm
Ihr Halleluja singen!

11.
O wär ich da, o stünd ich schon,
Ach, süßer Gott, vor deinem Thron
Und trüge meine Palmen,
So wollt ich nach der Engel Weis
Erhöhen deines Namens Preis
Mit tausend schönen Psalmen!

12.
Doch gleichwohl will ich, weil ich noch
Hier trage dieses Leibes Joch,
Auch nicht gar stille schweigen;
Mein Herze soll sich fort und fort
An diesem und an allem Ort
Zu deinem Lobe neigen.

13.
Hilf mir und segne meinen Geist
Mit Segen, der vom Himmel fleußt,
Daß ich dir stetig blühe!
Gib, daß der Sommer deiner Gnad
In meiner Seelen früh und spat
Viel Glaubensfrücht erziehe!

14.
Mach in mir deinem Geiste Raum,
Daß ich dir werd ein guter Baum,
Und laß mich wohl bekleiben;
Verleihe, daß zu deinem Ruhm
Ich deines Gartens schöne Blum
Und Pflanze möge bleiben!

15.
Erwähle mich zum Paradeis
Und laß mich bis zur letzten Reis
An Leib und Seele grünen;
So vill ich dir und deiner Ehr
Allein und sonsten keinem mehr
Hier und dort ewig dienen.

(Erstdruck 1653)