Rainer Maria Rilke

Am 11. Juni 1919, heute vor 98 Jahren, ging der Lyriker Rainer Maria Rilke in die Schweiz, „wo er seine Schaffenskrise überwindet“, wie man sagt.

Sonette an Orpheus XIII

Voller Apfel, Birne und Banane,
Stachelbeere … Alles dieses spricht
Tod und Leben in den Mund … Ich ahne …
Lest es einem Kind vom Angesicht,

wenn es sie erschmeckt. Dies kommt von weit.
Wird euch langsam namenlos im Munde?
Wo sonst Worte waren, fließen Funde,
aus dem Fruchtfleisch überrascht befreit.

Wagt zu sagen, was ihr Apfel nennt.
Diese Süße, die sich erst verdichtet,
um, im Schmecken leise aufgerichtet,

klar zu werden, wach und transparent,
doppeldeutig, sonnig, erdig, hiesig –:
O Erfahrung, Fühlung, Freude –, riesig!

Portugaltag

Christian Filips

Ein Frage-Sonett nach Camões

—— Was hoffst du, Hoffen? —— Nichts.
—— Mit Gründen? —— Die sich ändern.
—— Wie lebst du, Leben? —— Offen.
—— Wie sagst du, Herz? —— Ich will.

—— Die Seele fühlt? —— Sich Eisen.
—— Du lebst wie? —— Unvertraut.
—— Was stützt dich? —— Ein wie einst.
—— Und worauf hoffst du? —— Still.

—— Wo wartest du? —— Wo sonst.
—— Was hast du vor? —— Zu sterben.
—— Was scheint dir gut? —— Ich liebe.

—— Was drängt dich so? —— Mein Lieben.
—— Wer bist du? —— Hingegeben.
—— Wem? —— Ihr, der Liebe, wohl.

Der 10. Juni ist Portugaltag, offiziell „Dia de Portugal, de Camões e das Comunidades Portuguesas“, Tag von Portugal, Camões und den portugiesischen Gemeinschaften. Eine ehemalige Weltmacht, die den Todestag eines Dichters zum Nationalfeiertag macht! (Während der Salazardiktatur wurde er zum „Tag der portugiesischen Rasse“ umgedeutet.)

Die freie Version eines seiner Sonette aus Luís de Camões: Com que voz? Mit welcher Stimme? Übersetzungen aus vier Jahrhunderten. Berlin: Elfenbein, 2013,  S. 105

Nein

nein

nein

nein

nein

nein

nein

nein

(beantwortung von sieben nicht gestellten fragen)

Heute vor 17 Jahren starb Ernst Jandl

Poeterey/ ach nein/ ach nein!

Der „hochberühmte“ (Neu-)Cöllnische Dichter und Richter Nicolaus Peucker (um 1620 – 1774) ist heute vergessen. Seine Gedichte waren Gelegenheitsgedichte, im Buch gesammelt wurden sie erst postum. Fritz Martini druckte 1947 in einer Anthologie die ersten 5 Strophen dieses Gedichts und gab ihm die Überschrift „Dichternot“. Kürzung und Überschrift machten daraus ein modernes Gedicht. Es handelt davon, daß man mit Gedichten nicht einmal den Lohn für den Drucker verdienen kann. Das Original ist ein scherzhaftes Gelegenheitsgedicht zur Hochzeit eines Gönners namens Linde. (Statt „Freude“ in der fünften Strophe muß es vermutlich „Freunde“ heißen.) Nach Art der barocken Gelegenheitsgedichte wird aus dem Namen des Bedichteten poetisches, humoristisches Kapital abgeleitet, am Ende gar leicht obszönes.

1.
 MAn fragt mich oft: warum ich nicht/
 Als wie vor diesem Verse schreibe?
 Ich gebe/ Leser/ zum Bericht:
 Mit Versen schaf ich meinem Weibe/
 [Die Kinder kommen auch dazu/]
 Mit Gunst zu melden keine Schuh/

2.
 Geschweige dann ein gantzes Kleid:
 Verß-schreiben bringt nichts in die Küche/
 Zumal bey dieser schweren Zeit/
 Da wol das Bette mit der Zieche/
 Damit das Brod nur werd gekauft
 Dem Armen aus dem Hause lauft.

3.
 Ich habe zwar (ohn Ruhm gedacht/
 Vor diesem manchen Vers geschrieben/
 Was aber hat er mir gebracht?
 Nichts ! es ist noch wol aussen blieben/
 (Die Müh und Arbeit ungenannt)
 Was ich aufs Druckerlohn gewandt.

4.
 Nun/ gute Nacht! Poeterey/
 Mit dir kan ich kein Brod erwerben/
 Dein Thun ist lauter Betteley/
 Wer wil/ der kan durch dich verderben/
 Du giebst nicht Brod/ wo bleibt der Wein?
 Poeterey/ ach nein/ ach nein!

5.
 Ich folge nicht mehr/ als ich pflag/
 Zwar will ich dich nicht gantz verschencken/
 Es kömmt bißweilen noch ein Tag/
 Da man an Freude muß gedencken/
 Dann Freunden/ Zeit und Vaterland
 Geht man ja billig noch zur Hand.

6.
 Rentmeister Linde/ GOtt verleiht
 Dir heut noch eine Freudenstunde/
 Wann nach verfloßner Trauer-Zeit
 Du dich verknüpft mit Hertzens-Grunde
 Mit deiner Liebsten Miserin!
 Drum schmier ich ein paar Verslein hin.

7.
 Obs wol viel tausent solten seyn
 Für deine mir erzeigte Güte/
 Nimm aber nur itzt Zinsen ein/
 Du solt mein danckbares Gemüthe
 Noch sehen/ wann das Capital
 Ich werd erlegen auf einmal.

8.
 GOtt segne dich in deiner Eh/
 Und lasse dich gleich/ als die Linde/
 Die itzo blättert in die Höh/
 Lust sehn an einem Ast und Kinde/
 Durch welches deinem Linden-Baum
 Mehr Schatten wird gemacht und Raum!

9.
 GOtt segne dich auch/ Lindens Braut!
 Und gebe/ daß durch dich die Linde
 Wol werd gestützt und unterbaut!
 Dann Linden bauen ist nicht Sünde:
 Halt dich fest an den Linden-Ast
 Was gilts/ ob du nicht Linden hast?

Aus: Nicolai Peuckers, Des berühmten Cöllnischen Poeten, Und weyland Churfl. Brand-Cam[m]er-Gerichts-Advocati, wie auch Stadtrichters und Rahts-Cäm[m]erers in Cölln an der Spree wolklingende lustige Paucke von 100. Sinnreichen Schertz-Gedichte: Theils der Hohen Herrschaft in tiefster Unterthänigkeit … bei Gotth. Schlechtiger, 1702, S. 472-475

Villon unterm Galgen

Werner Söllner

Villon unterm Galgen

Solang ich frei war, hielt sie mich gefangen.
Nun bin ich gut geschnürt, nun darf ich gehn.
Nichts ist zu wenig: sogar dies verstehn
zu viele. Wem das Hohelied vergangen,

der pfeift es von den Dächern. Notgesänge
aus jeder Spalte dieser Freudenwelt —
ein Narr wie ich, wem dieses Lied mißfällt,
wer (Narr! Wie ich!) mit viel zu loser Strenge

als Henker unterm Strang das Opfer spielt.
Frau Welt, du hast mich gut genug gestillt!
Ich trinke aus. Ein erstes Mal betrunken

von ungestilltem Durst nach eignem Sein.
Es widersteht, wer fällt. Papier der Stein,
auf dem ich steh. Er rollt. Ich bin versunken.

Aus: Werner Söllner: Kopfland. Passagen. Gedichte. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1988

Bevestigter Gesang

Friedrich Hölderlin

Aus: Die Titanen.

                      (...) bevestigter
 Gesang als von Blumen
 Neue Bildung aus der Stadt, wo
 Bis zu Schmerzen aber der Nase steigt

Citronengeruch auf, aus der Provence, und es haben diese
 Dankbarkeit mir die Gasgognischen Lande
 Gegeben| |‚ erzogen aber, noch zu sehen, mich
 Rappierlust und braune Trauben.
 Längst auferziehen der Mond und Schiksaal
 Und Gott, euch aber, o
 |Ihr Blüthen von Deutschland, o mein Herz wird
 Untrügbarer
 Krystall an dem
 Das Licht sich prüfet| |und gehet
 Beim Hochzeitreigen und Wanderstraus.|
 |Verbotene Frucht, wie der Lorbeer, aber ist
 Am meisten das Vaterland. Die aber kost'
 Ein jeder zulezt,
 Viel täuschet Anfang
 Und Ende.

Aus: Friedrich Hölderlin: hesperische Gesänge. Hrsg. D E Sattler. Sonderdruck der neuen bremer presse. Bremen, 2001. S. 51f

Nach Sattler wird der Titel im Oktober 1802 notiert, der Gesang 1804 (soweit) fertiggestellt. Bei Beißner gibt es unter dem gleichen Titel einen „hymnischen Entwurf“ völlig anderen Wortlauts und einige Bruchstücke im Anhang. Die alte Frage, was Hölderlin nun wirklich geschrieben hat, bleibt. (In der Frankfurter Ausgabe Sattlers kann man die Faksimiles der Manuskripte mitlesen)

Dem Libanon

Georg Kulka

Dem Libanon

Dem Libanon, dem jüngst im Flügelkleide schwärmenden,
Wuchs heut der Regen bleicher aus der Stirne.
Knatternd, als man die Seide zerbrach.
O du hellhöriger höllhärener Morgen!
Der Tag blieb dir im Munde stecken.
Aber die Wolken poltern sich stauend.
Niemand ist beiläufig – wo Regen das Hirn perforiert,
Erschlagene Blutkörner aufpickt.

Georg Kulka wurde am 5. Juni 1897, heute vor 120 Jahren, in Weidling/Niederösterreich geboren, er starb am 29. April 1929 in Wien durch Selbstmord. (Lyrikwiki)

„Die enorme Feigheit der angesagten Literaten“

Ezra Pound, aus Canto XCV

Unter all diesen Nieten und Pulitzerpreisleckern
  hebt sich keine Stimme für die Verfassung.
Kein Einwand gegen Geschichtsklitterung.
  "Mein Bikini wiegt auf dein Floß", sagte Leukothea
Und wenn ich sie nicht seh –
Kein Anblick erreicht je die Schönheit meines Innewerdens.
Die enorme Feigheit der angesagten Literaten
  & Elsa Kassandra, die "Baronesse"
von Freitag etc., sagte einige Wahrheiten
in den alten Tagen/
                   in den Wahnsinn getrieben
Freilich, da gab es einiges an Belastung
  für das alte Mädchen damals in Manhattan
der Grundsatz, nicht klein beizugeben
                                     lastete schwer

Aus: Ezra Pound: Die Cantos. In der Übersetzung von Eva Hesse und Manfred Pfister. Hrsg. Manfred Pfister u. Heinz Ickstadt. Kommentiert von Heinz Ickstadt und Eva Hesse. Zweisprachige Ausgabe. Zürich/Hamburg: Arche, 2012, S. 977f.

Der Kommentar der ersten kommentierten Gesamtausgabe hält sich seltsam zurück. Erklärt wird nur, wer „Elsa Kassandra“ ist: „Elsa von Freytag-Loringhoven die Baronesse, Dichterin, Malerin und extravagant-verrückte Vertreterin der New Yorker Bohème in den zwanziger Jahren“.

Elsa von Freytag-Loringhoven

Herzlich

Und Gott sprach herzlich mir zu Herz –
So herzlich sprach er mir zu Herz –
Er sprach: »Dir ist erlaubt zu Ferz«!
So herzlich sprach er mir zu Herz.

Und Gott sprach herzlich mir zu Ferz —
So herzlich sprach er mir zu Ferz —
Er sprach »Weist mir ein ferzend Herz« –
So herzlich sprach er mir zu Herz.

Sprach er:
»Ich Herr —
Schuf Vorderes — ich schuf den Sterz —
Ich schuf den Ferz — ich schuf das Herz —
Groß—Meister ich vom Univerz!«

Sprach er:
»Ich Herr —
Gebeut: Die Auster scheiß die Perl —
Gebeut: Das Mädchen schmeiß der Kerl !«
Dann schneutze er sich hinterwärts.

ca. 1920/ 1924

Aus: Elsa von Freytag-Loringhoven: Mein Mund ist lüstern. I got lusting palate. Dada-Verse. Hrsg. Irene Gammel. Berlin: edition ebersbach, 2005, S. 69

Heiner Müller

Zwei Beine hat mein Vater
Das eine ist aus Holz.
Er hats vom Krieg. Nun ratet:
Auf welches ist er stolz?

Philipp von Zesen

ARS
NON HABET
OSOREM
NISI IGNORANTEM

Die Kunst und Wissenschafft wird nimmermehr gehasst
von einem der sie weiß und glücklich hatt gefasst:
und wie es leichter ist zu tadeln eine sache /
so ist es schwerer auch / daß man sie besser mache.

(1641)

undress appellation

Fragmenttext von Angelika Janz

Die Dichter wohnen in den Jahrhunderten

Elke Erb

Die Dichter wohnen in den Jahrhunderten,
Dieser in jenem, jener in diesem, einer lappt über,
Der andere mittendrin wie der andere, der auch mittendrin wohnt.
Schön und gut. Endler erstreckt sich von 30 bis 90 in seinem.
Sonst wohnen auch die Dichter in Wohnungen wie dieser,
Die z. B. der Endler besitzt, Quartierchen fünfter Stock,
Badlos, Hinterhaus, Außenklo, aber mit Sonne.
Wenn der Dichter Endler seinen Kopf zum Fenster rausstreckt,
Sieht er nach, ob die Müllkübel leer sind.

Aus: Elke Erb: Einer schreit: Nicht! Geschichten und Gedichte. Berlin: Wagenbach, 1976 (Wagenbach Quartheft), S. 20

Adolf Endler

„Ficken“; gegen den stacheligsten inneren Widerstand dieser DDR-nostalgischen Notiz vorausgeschickt, gehört diese Vokabel neben einigen anderen („vögeln“, „bumsen“ et cetera) zu den vom Autor bis heute strikt gemiedenen; man wird, so lange man auch sucht, dieses Wort schwerlich in meinen bisherigen Texten finden – es handelt sich hier also um eine Premiere! –, selbst in den zotigsten nicht, also in „Ohne Nennung von Gründen“, „Schichtenflotz“ und „Vorbildlich schleimlösend“, alle im Rotbuch-Verlag Berlin erschienen; kein Problem, den Wahrheitsgehalt meiner Behauptung mittels penibler Lektüre zu überprüfen! Wenigstens in dieser Beziehung fällt mein Werk nicht aus dem Rahmen der übrigen DDR-Literatur, wie sie sich bekanntlich trotz Brechts kontradiktorischen Bemühungen durch die fast vollkommene Abwesenheit solchen Schmuddel-Vokabulariums ausgezeichnet hat.

Weil unsre Augen sie nicht sehn

Das Gedicht des Tages heute als Bildergeschichte. Gestern nachmittag waren wir am Strand bei Gahlkow. Es war klare Sicht rüber nach Rügen. Mit bloßen Augen sah man die Berge von Zicker an der Südostspitze der Insel. Der Südperd vor Thiessow eine markante Nase, aus 20 Kilometer Luftlinie sieht sie wie eine Insel vor der Insel aus. Die Kamera zeigt ein schönes Bild mit wenig Details.

Über dem Strauch in der Bildmitte das Südperd, eine kleine Ausbuchtung. (Mehr Details durch Anklicken).

Wir können heranzoomen.

Wir gehen zum Strand, da liegt ein markanter Findling.

Am rechten Rand, links neben dem Segelboot, das Südperd. Wenn man näher herangeht (Klick), sieht man zwischen Segelboot und der Küste von Rügen einen Leuchtturm. Das ist die Greifswalder Oie, wirklich eine (kleine) Insel vor der großen Insel, 12 Kilometer vor Rügen.

Weiter kommen wir ohne Fernglas nicht.

Aber wir haben das Smartphone dabei. Augmented Reality: verbesserte Wirklichkeit. Schaun wir mal.

Da stehe ich, meine Koordinaten, und das sind die Berge. Nix für Alpenländer, aber am Meer. Die Nase bei Thiessow ist der Lotsenberg. 36 Meter hoch. Der Zickerberg 66 Meter.

Jetzt will ich mehr sehen und gehe auf Sternenmodus.

Der augmentierte (to augment: vermehren, vergrößern, erweitern, ausdehnen, verbessern) Horizont ebnet die so schon flachen Berge fast völlig ein. Dafür sehe ich am helllichten Tage die Sterne. Sie sind da, ihr seht sie nur nicht. Rechts über dem Findling Vega im Sternbild Lyra. Lyra!

Links oben Deneb im Schwan. Ist er nicht schön?

Die zwei Sterne darunter, genau im Norden, Gamma Cygni und Sadr, der Körper des Schwans. Von rechts oben nach links unten geneigt die Flügel. Die Füße noch unter Wasser. Ein schönes Bild, da drüben über Rügen.

Deneb und Lyra bilden zusammen mit Atair im Sternbild Adler (noch unter dem Horizont, im Bild genau in der Mitte am unteren Rand zwischen Kieseln und Schlick) das markante Sommerdreieck

Der Schwan geht auf über Rügen. Ich habe es selbst gesehen. Lacht nicht! Das Sommerdreieck geht wirklich auf, nicht virtuell. Ihr seht es nur nicht.

So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.

Jetzt das Gedicht.

Matthias Claudius

Abendlied

Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste
Und suchen viele Künste
Und kommen weiter von dem Ziel.

Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein!

Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und, wenn du uns genommen,
Laß uns in Himmel kommen,
Du unser Herr und unser Gott!

So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott! mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!