Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
– wenn es nach Enzensberger geht. Der nämlich fordert in der FAZ vernünftige Preise für seine Gedichte: Die Buchproduktion ist, soweit ich sehen kann, die einzige Branche, bei der – um im Bild zu bleiben – ein Hamburger genausoviel kostet wie ein Tournedos und… Continue Reading „Schlechtere Zeiten für Lyrik“
Frankfurter Anthologie der FAZ (9.11.02): Peter Huchel, Späte Zeit (Jürgen Busche).
In den Tagen nach dem 11. September sagte der Dichter Gunter [sic!] Kunert im deutschen Fernsehen, er wolle um Gottes Willen nichts gegen seine türkischen Mitbürger sagen. Doch leider hätten sie nun einmal ein anderes Verhältnis zur Gewalt. „Wenn sie einem Katholiken sagen: ,Geh… Continue Reading „Navid Kermani: Grassierende Islamfeindlichkeit“
Bretons Wohnung war eine Art innenarchitektonische Umsetzung der Poetik des objet trouvé, des aufgelesenen, kruden und aus seiner Gebrauchsfunktion entlassenen Gegenstandes, an dem sich die Phantasie um so heftiger entzündet, je weniger man ihm seine Herkunft ansah. Diese Poetik des Fundes war ebenso Teil… Continue Reading „Breton verscherbelt“
Ein Artikel der Süddeutschen präsentiert den 20jährigen Kanonier Rudolf Augstein als Lyriker und Verschwörer (8.11.02): „O Gott, ich habe das Große gewollt, / Ich wollte den Himmel offenbaren…“ Kein gemeiner Soldat, sondern ein Dichter wollte er werden, und Expressionismus lag damals in der Luft.… Continue Reading „Rudolf Augstein“
Die gute alte (von den Modernisten geschmähte) Anthologie „Palgrave´s golden treasury“ ist wieder da – erweitert bis in die Gegenwart, showing how Palgrave poetry survived the earthquake of Modernism and continued to thrive up to our own time. / Adam Kirsch, Slate 7.11.02.
In der Zeit beschreibt der amerikanische Lyriker C.K. Williams die Deutschen als (durch die Judenvernichtung des „dritten Reiches“ dazu gewordenes) symbolisches Volk – wie die Juden. / Zeit 46/2002
„Du bist wie eine Blume“ wurde ausreichend oft in Musik gesetzt – rund 400 mal, sagt die Liedvertonungsbilanz. Man kann es immer wieder neu versuchen, sagte sich der Komponist Wilhelm Killmayer Mitte der Neunziger. Und verwandelte gleich drei Dutzend Heine- Gedichte erneut in Klavier-Tenor-Miniaturen.… Continue Reading „Heinrich Heines Gedicht“
Die Spanne vom sozialistischen Auden zum christlichen Existenzialisten, vom Oxforder Neutöner zum horazischen Alterslyriker markiert einen der exemplarischen Lebensläufe der englischen Dichtungsgeschichte. urteilt Werner von Koppenfels anläßlich einer neuen Auswahl (NZZ 6.11.02) W. H. Auden: Anhalten alle Uhren. Gedichte Englisch / Deutsch. Herausgegeben von… Continue Reading „Anhalten alle Uhren“
Der Urgrund dieser Poesie ist magisch, und er ist mündlich. Die blutrote Schrift ist nur ihre behelfsweise Notation; um wirksam zu sein, müssen die Fluch- und Segensformeln gesprochen und gesungen werden. Wie in seinem letzten Gedichtband hat Kling also auch jetzt, zeitgemäß modifiziert und… Continue Reading „Fluch- und Segensformeln“
Taz begeistert sich für Lyrik – von Alina Wituchnowskaja: „Nekrorealismusneger / wir, ein Riesenhaufen Dreck / Marodeure, Lasterjäger / eisgekühlter Intellekt. / Wir, Eroberer der Huren / wir, die ganz genialen Dichter / pusten fremden Kreaturen / scharfen Rauch in die Gesichter“. Immer wieder… Continue Reading „Nekrorealismusneger“
Weniger Behagliches widerfährt dagegen Franz Josef Czernin im Gespräch mit dem Germanisten Sebastian Kiefer, zumal der Poetik-Unterredung Kiefers semantische Analyse und Interpretation von Czernins «elemente, sonette» vorangestellt sind. Der Lyriker gerät als Folge davon in die paradoxe Situation, die Reflexion seines Schaffens auf den… Continue Reading „Babylonisch“
Der Weimarer Lyriker und Erzähler Wulf Kirsten erhält den Schiller-Ring 2002. Kirsten werde für seine Verdienste um die deutsche Sprache und Literatur geehrt, teilte die Deutsche Schillerstiftung in Weimar mit. Die mit 30 000 Euro dotierte Auszeichnung wird am Donnerstag in der Bayerischen Akademie… Continue Reading „Schiller-Ring geht an Wulf Kirsten“
Im neuen Titel -Magazin bespricht Klaus Hübner rapähnliche Westerngedichte: Franz Dobler: Der Tag an dem ich allen Glück wünschte. Kunstmann Verlag. 2002. CD. ISBN 3-88897-317-1. Außerdem Gedichte von Florian Vetsch. / 3.11.02
Er war so etwas wie der Heimatdichter der Obdachlosen: Günter Bruno Fuchs . Vollzeitpoet und um die Häuser ziehender Ganztagstrinker, ein dicker Mann aus Berlin-Kreuzberg, wo er 1977 mit nur achtundvierzig Jahren an den Folgen seines bacchantischen Lebenswandels starb. Seine Arbeit, seine ganze Kunst… Continue Reading „Dichter im Kneipentritt“
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