Kategorie: Europa

97. Carl Weissner gestorben

Der Schriftsteller Carl Weissner, der durch seine Übersetzungen der Werke von Charles Bukowski und der Popsongtexte von Bob Dylan und Frank Zappa berühmt wurde, ist nach Informationen des „Mannheimer Morgen“ im Alter von 71 Jahren in Mannheim gestorben. Angehörige fanden Weissner heute Morgen tot… Continue Reading „97. Carl Weissner gestorben“

96. Liebesgedichte vom Land

Steinunn Sigurdardóttir. Die Autorin (Jahrgang 1950) betrat die literarische Bühne einst als Poetin; ihr lyrisches Debüt erschien, als sie neunzehn war. Nun gibt es – parallel zum jüngsten Prosawerk – erstmals einen kompletten Gedichtband der Isländerin auf Deutsch, «Sternenstaub auf den Fingerkuppen» (das Original… Continue Reading „96. Liebesgedichte vom Land“

94. Ringelnatz-Preis für Nora Gomringer

Die Lyrikerin Nora Gomringer erhält in diesem Jahr den Cuxhavener Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik. Er gilt mit 15 000 Euro als „eine der“ höchstdotierten Lyrik-Auszeichnungen in Deutschland. [Zum Vergleich: der Peter-Huchel-Preis, der sich gern als namhaftester Lyrikpreis anreden läßt, liegt bei 10.000]. Die Stadt Cuxhaven vergibt den… Continue Reading „94. Ringelnatz-Preis für Nora Gomringer“

93. Metroman

Dieser deutsche Dichter französischer Sprache wird wohl noch lange eine Verlegenheit bleiben. Die Franzosen haben ihn nie als einen der Ihren anerkannt, trotz der Komplimente von Voltaire, Marmontel und anderen zu seinen Lebzeiten. Und in Deutschland ist er unbekannt geblieben, trotz wiederholter Versuche, ihn… Continue Reading „93. Metroman“

92. Großschriftsteller

Zweifellos war Valéry, was man einen Großschriftsteller genannt hat, doch im Grunde geht die Charakterisierung an seinen Absichten vorbei. Die Literatur, schreibt er 1917, ‚muss auf einem noch nicht vorstellbaren Grad von Wissenschaftlichkeit ankommen und dann verschwinden‘. Das ist starker Tobak. Man darf es… Continue Reading „92. Großschriftsteller“

91. Kein Themenjobber

Unwiderruflich vorbei ist jedenfalls die Zeit der zu nationalen Institutionen erhobenen «Grossschriftsteller» wie Thomas Mann. Heute geben, als Schrumpfform sozusagen, die fixen «Themenjobber» den Ton an, die sich als fluide Existenzen dorthin spülen lassen, wohin die medialen Gezeiten sie treiben. Zu ihnen gehört «da… Continue Reading „91. Kein Themenjobber“

90. Syntax

«Ich entdeckte eine einfache Wahrheit: Die Grammatik ist das Tor zur Literatur. Wenn du einen Text grammatikalisch analysierst, betrittst du das intime Labor eines Schriftstellers. Nur wer die Syntax beherrscht, der beherrscht auch das Wort»  / Jan Koneffke schreibt in der NZZ über den… Continue Reading „90. Syntax“

89. Berliner Journal

Sieglinde Geisel  über einen Auszug aus Frischs «Berliner Journal»: Eine Zufallsbegegnung mit Wolf Biermann, noch vor dessen Ausbürgerung, ergibt ein funkelndes Kurzporträt: «Biermann redet unaufdringlich, sehr präsent und sensibel, dazwischen seine Kauz-Mienen, ein völlig unverschüchterter Mann, im Staat kaltgestellt, wie man weiss.» In einer späteren… Continue Reading „89. Berliner Journal“

87. Alfred Wolfenstein

Der Schriftsteller Alfred Wolfenstein wurde 1883 in Halle geboren, eine Straße in der Saalestadt trägt heute seinen Namen. Er gab mehrere Gedicht- und Novellenbände heraus – und doch ist er vielen unbekannt. Einer, der das ändern möchte, ist Bernhard Spring, Jahrgang 1983, Autor und… Continue Reading „87. Alfred Wolfenstein“

86. „Worte haben Muskeln“

Gahse verließ Ungarn mit ihren Eltern 1956. Zehn Jahre war sie damals alt. Sie liebt die ungarische Sprache, die ungarische Lyrik und bedauert die mangelnde Sprachforschung in Ungarn. Ihr eigenes Denken aber geschieht in deutscher Sprache, ihre plastischen, kraftvollen Bilder entstehen in deutschen Worten.… Continue Reading „86. „Worte haben Muskeln““

85. Meine Anthologie: Von Gedichten

Bernd Jentzsch VON GEDICHTEN 1) Zahl-, schutz-, macht-, folgenlos. 2) Aber wenn sich etwas zu verändern beginnt, zeigt man auf die, die sie gemacht haben. 3) Wer Gedichte machen will, muß einmal gestorben sein zur Hälfte / des Lebens; ein Widergänger, die leuchtenden Adern… Continue Reading „85. Meine Anthologie: Von Gedichten“

84. Chronische Poetische Aporie (CPA)

In folgendem Gespräch wird das übliche Frage-Antwort-Spiel umgekehrt und zu einem Antwort-Frage-Spiel. Charles Bernstein wurde gebeten, zu Zitaten aus seinen Texten Fragen zu stellen. Sein umfangreiches, bisher nicht übersetztes Werk* befasst sich auf ebenso ironische wie politische und chaotische Weise mit den Unwägbarkeiten aller… Continue Reading „84. Chronische Poetische Aporie (CPA)“

83. Für Sarginhalte ohne Belang

Norbert Hummelt bereist die Oder, gruselt sich über „Pommernbrötchen“ (aber der des Englischen nicht mächtige Kunde hat vielleicht einfach für neudeutsche „Power-Brötchen“ „Poower-Brötchen“ gesagt, so ungebildet ist dort das Volk?), findet in der von den Preußenkönigen begradigten Oder ein Bild für Preußens Militarismus und… Continue Reading „83. Für Sarginhalte ohne Belang“

82. Eingestellt

Die Presse berichtet: Auf die Frankfurter Bibliothek stieß sie im Internet, als sie der Frage nachging, wo überhaupt noch Gedichte publiziert werden. Nur ein einziges schickte sie ab – der Testballon kam gut an. [XY] ist nun verewigt, in einer weitverbreiteten Lyrikpublikation, die in den weltweit… Continue Reading „82. Eingestellt“

81. Nähekurs

Der gebürtige Passauer Lyriker Herbert Hindringer (37), der seit 2005 in Hamburg lebt und als Sozialpädagoge in einer Einrichtung für psychisch Kranke arbeitet, und seine Partnerin Judith Sombray (32), Diplom-Designerin aus Augsburg, haben sich der Aufgabe gestellt [Liebe in Worte zu fassen]. In Form… Continue Reading „81. Nähekurs“