Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Christian Wernicke (* im Januar 1661 in Elbing / Elbląg; † 5. September 1725 in Kopenhagen) An unsre teutschen Poeten Jhr Teutschen wenn die Lieb aus eurer Feder quill’t / Jhr eure Buhlschafft wolt mit eurem Vers bedienen / So kriegt man gleich zu… Continue Reading „Stimmen der Völker in ihren Liebesgedichten“
Constantijn Huygens Aus: Euphrasia Augentrost Wie nun? Sind’s etwa dann die Ängstlichen‚ die klarsehn? Die stets auf sicher gehn‚ wo immer sie Gefahr sehn? Nicht doch! Beim Angsthas‘ ist die Blindheit erst perfekt‚ ist doch sein Augenlicht vollständig zugedeckt vom Grauschleier der Angst: tut… Continue Reading „Die Alten sind auch blind“
Zdena Holubová (* 1941 in Prag) Aus: Aus den Kasematten des Schlafs. Tschechoslowakische Surrealisten. Hrsg. Heribert Becker. Deutsch von Milan Nápravník und Heribert Becker unter Mitarbeit von Ehrengard Herzig. München: Heyne, 1980, S. 84f
Das Gedicht zum Sommerende und zur Sommerzeitdebatte. Es stammt vom bayrischen Heimatdichter Johannes R. Becher („Im Schatten der Berge bin ich geboren“). In den 50er Jahren lebte der bekanntlich in Pankow und verbrachte den Urlaub in Ahrenshoop. In Pankow geht die Sonne am 1.… Continue Reading „Es wird schon dunkel abends sieben“
Blanca Andreu Deutsch von Gustav Siebenmann Aus: Spanische Lyrik des 20. Jahrhunderts. 5., überarb. u. erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2003, S. 448f
Hedwig Lachmann Auswanderer Sie nehmen ihre Kinder an der Hand Und ziehen fort; es duldet sie kein Land. Grenzwächter sind auf ihren Weg gestellt, Wie wenn ein Hund am Tor die Wache hält. Sind überm Meer noch ein paar Ackerbreit, Worauf nicht Gras noch… Continue Reading „Auswanderer“
Johann Wolfgang Goethe Solang‘ man nüchtern ist, Gefällt das Schlechte; Wie man getrunken hat, Weiß man das Rechte; Nur ist das Übermaaß Auch gleich zu handen; Hafis! o lehre mich, Wie du’s verstanden! Denn meine Meinung ist Nicht übertrieben: Wenn man nicht trinken kann,… Continue Reading „Solang‘ man nüchtern ist“
Ernst Jandl calypso ich was not yet in brasilien nach brasilien wulld ich laik du go wer de wimen arr so ander so quait ander denn anderwo ich was not yet in brasilien nach brasilien wulld ich laik du go als ich anderschdehn mange… Continue Reading „calypso“
Ursula Krechel Kantilene, Abschiedsszene Im Gedenken an Oskar Pastior spricht in Zungensprachen spricht aus Mündelmündern kennt das Kindersingen‚ das Gelingen schnippelt eine Pastinakentasche näht den Wörtern Bändel, Laschen ob er durchschlüpft? alle Sprachen überraschen das Anatolische das Kryptokatholische, Alkoholische das Bukolische und das ganz… Continue Reading „Kantilene“
Johann Gottfried von Herder (1744-1803) (* 25. August 1744 in Mohrungen, Ostpreußen; † 18. Dezember 1803 in Weimar) Coalition „Politisch Lied, ein böses, böses Lied!“ So sagt das Sprichwort; und Du willst, o Freund, Daß dichtend unsre Nation sogar Politisire? Hör ein Märchen an,… Continue Reading „Politisch Lied anno 1792“
Elisabeth Alexander (* 21. August 1922 in Linz am Rhein; † 17. Januar 2009 in Heidelberg) Aus: Poesie als Auftrag: Festschrift für Alexander von Bormann. Hrsg. Dagmar Ottmann, Markus Symmank. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2001, S. 21
Heute vor einem Jahr starb der Maler und Dichter K.O. Götz Spitze Äpfel Ein Apfel fällt und steigt empor Begegnet einer Nadel Am Horizont bei Tageslicht Ein Riesenmesser rostet Ein Apfelbaum zieht Nadeln an Sie stechen nicht sie grünen Sie blähn sich auf und… Continue Reading „Spitze Äpfel“
Alma Johanna Koenig Brennende Sehnsucht dir ins Blut, brennenden Traum in deine Nacht! Brennende Wollust‚ hochentfacht, in deine Seele, die nun ruht: Tröpfelndes Gift in deinen Trank, fressende Krankheit dir ins Mark, lähmender Zauber, urweltstark, dich zu versehren, lebenslang! Täglich dies Lustermüdetsein, nächtlich Gesicht,… Continue Reading „Brennende Sehnsucht dir ins Blut“
Kalter Augusttag 1. Wir standen unter alten Riesenulmen, An unsers Gartens Rand. Mein Arm umschlang Die schlanke Hüfte dir. Es lag dein Haupt, Das schöne, blasse, still an meiner Schulter. Ein kalter Hauch drang uns entgegen; fröstelnd Zogst fester du das Tuch um deinen… Continue Reading „Kalter Augusttag“
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