Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Ob er – wie Klaus Reichert in seinem Nachwort zu den «Sämtlichen Gedichten» behauptet – tatsächlich nie auf die «Semantisierbarkeit des sprachlichen Materials» verzichtet hat, bleibt somit nach einer neuerlichen Lektüre zu fragen. Gerade in seinen Gedichten, die ihn am wenigsten als Homo ludens… Continue Reading „Artmann selbdritt“
Vielleicht erstaunt im Band am meisten die kraftvolle Weise, wie Mayröcker Wörter und Worte schleudert, manchmal scheinbar maßlos, gleichwohl stets gemessen mit der Elle „gelungen oder nicht“, bringt sie doch, wie sie schreibt, der Gedanke an ein missratenes Gedicht um den Schlaf. Der viel… Continue Reading „Ausgespuckte Tage“
Zum dritten Mal bringen die Literaturhäuser von sechs deutschen Großstädten und des österreichischen Salzburg auf originelle Weise Poesie unters Volk. Poetischer Wetterbericht gefällig? Bitte schön: „und was für eine sonne diesen morgen“. Das Gedicht, das so beginnt, klebt an Plakatwänden und Litfaßsäulen in Köln,… Continue Reading „Lyrik an Litfaßsäulen 3“
Durch ihre Literarisierung verlor die Dichtung aber auch ihre Eindeutigkeit. Nicht nur weil, wie Plato bemängelte, alles Schriftliche offen interpretierbar war, da es bloss Worte, nicht aber Intonation, Mimik und Gestik zu registrieren vermochte, die bestimmten, wie etwas wirklich gemeint war. Nein: Zusätzlich zu… Continue Reading „Überblickbarer Text“
Vor zwanzig Jahren, als Friederike Mayröcker noch gar nicht so alt war, schrieb sie in der halluzinatorischen Prosa des Bandes «Reise durch die Nacht» von ihrer Vermutung oder Hoffnung, «dass die Assoziationskraft mit zunehmendem Alter eher zu- als abnimmt». Jetzt, mit bald 80 Jahren,… Continue Reading „Kunst der Assoziation“
In knapp fünf Jahren hat Soyfer ein Werk von fast tausend Seiten geschrieben, vieles davon für den täglichen politischen Kampf oder um Geld zu verdienen, vieles davon halbfertig, kaum überarbeitet, bedrängt von der Zensur oder von ungeduldigen Schauspielern, die auf ihre Texte warteten. Und… Continue Reading „Jura Soyfer“
Für entsprechende Textsammlungen bedurfte es eines sorgsamen Herausgebers. In Klaus Reichert hat das Werk von H. C. Artmann einen solchen gefunden. Nach der mehrbändigen Prosasammlung Grammatik der Rosen (1979) liegt unter seiner Herausgeberschaft jetzt ein umfangreicher Lyrikband vor, der alles versammelt, was greifbar war,… Continue Reading „Alle Gedichte aus Artmanns Trommel“
In seiner Heimatstadt Linz ist am 8.Mai der Dichter Heimrad Bäcker einen Tag vor seinem 78. Geburtstag gestorben. Die Methoden konkreter Dichtung hat er weiter getrieben als mancher andere, die Menge des Hervorgebrachten ist aber insofern ungefähr gleich geblieben wie bei den weniger gründlichen… Continue Reading „Schuldt über Bäcker“
Der österreichische Lyriker Heimrad Bäcker ist am Abend vor seinem 78. Geburtstag gestorben. Zu seinen wichtigsten Werken gehört der zweibändige Avantgarde-Text „nachschrift“, eine lyrische Auseinandersetzung mit der Sprache des Nationalsozialismus. / dpa 10.5.03 Bäcker wurde 1925 in Wien geboren, wuchs in Oberösterreich auf und… Continue Reading „Lyriker Heimrad Bäcker gestorben“
Artmanns Lyrik ist überreich an Einfällen, denen sich die Unbekümmertheit der Elster in der Übernahme guter Funde gesellt. Doch er macht auch etwas damit. Die frech-böse Umdichtung der gängigen Kinderlieder legt den geheimen Sadismus und den sexuellen Spaß an der Unschuld bloß, die sie… Continue Reading „Med an schwoazzn Schbaß“
Der Schriftsteller Kurt Klinger ist am Mittwoch im Alter von 75 Jahren in Wien gestorben. Das teilte die Österreichische Gesellschaft für Literatur, deren Vizepräsident der Verstorbene zwischen 1978 und 1993 war, mit. Der gebürtige Linzer verfasste Lyrik, Prosa und Theaterstücke und arbeitete auch als… Continue Reading „Autor Kurt Klinger gestorben“
Wie vielleicht kein anderer Schriftsteller der Gegenwart spürt der in Wien lebende Gert Jonke den Grenzen nach, an denen sich die Wortsprache mit Musik berührt. Er folgt dabei keinem Schema; jedes Buch, in dem der ebenso wortmächtige wie musikalische Autor seine Forschungen weitertreibt, gerät… Continue Reading „Sprechsonate“
Alfred Kolleritsch, der Philosoph unter den Dichtern, leuchtet auf der Heimalm aufs «hohe Gestell der Dauer». Der Rhythmus seiner Gedichte und ihre Rede von allem, was «blutstürzlerisch schnell / auf der Schwelle verschwunden» ist, können sich in der Skihütten- Ambiance kaum Gehör verschaffen. /… Continue Reading „Rauriser Literaturtage“
Wenn die Poetologien nicht mehr helfen, kommen die Bilder. Zum Beispiel Flimmerbilder, kaum mehr erfassbare Verwirbelungen der Natur-Partikel in einem Kurzfilm des Dichters Oswald Egger. In rasanter Fahrt erfasst hier die Kamera ein undurchdringliches Gewebe aus Hecken, Sträuchern, Zweigen, Gräsern, Blattwerk und Geäst –… Continue Reading „Grenzüberschreitungen“
Mit dem Verhältnis Bachmann – Frisch (und Germanistik) beschäftigt sich Franz Haas in der NZZ vom 8.3.03: In «Malina» wird der Widerspruch gegen Max Frisch nur noch in Zwischentönen deutlich, denn die Autorin hat bereits ihre erneute Zwiesprache mit Paul Celan verstärkt, dem sie… Continue Reading „Bachmann – Frisch“
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