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Es rütteln an ihren silbernen Ketten
Der Löwe, der Stier und der Große Bär,
Aus brodelnden Welten fährt zischend ein Tropfen
Hinunter in das schwarzgähnende Meer.
„wie vernünftig sind wir.
wie vertrottelt seid ihr.
das volk hat immer recht.
ihr könnt uns gern haben.“
Franziskus war ein bisschen wie Biden,
ein freundlicher Mensch.
Ein alter Mann.
Gut für die Erde.
Gut für die Armen.
Nicht unumstritten
und in manchen Dingen
relativ konservativ.
österreich ist ein sicheres land, hier wird nur aus liebe getötet
am nationalfeiertag singen militär und präsident die bundeshymne
am nationalfeiertag geschieht unter der gehissten flagge der
23. femi(ni)zid des jahres
lief
eine Frau quer über Panzerteile
ihr Gesicht war durchgestrichen
kann sein sie lebte gar nicht mehr
nur laufen war geblieben
Springt das P mit Galopp über Gestrüpp und Klipp,
löst sich Lippe von Lipp, und das hochherr’sche R
dreht, ein Reaktionär, das
Rad zurück und beraubt uns rasch.
Kringel malend lässt Apollinaire
sich zum Krieg kutschieren. Er begrüßt
das Neue: Luftkampf, Massenschlachten und bald
ein Schrapnell für seine Schläfen.
Die Säue grunzten dumpf und schwer:
Wir wollen keine Perlen mehr,
Seit man uns vorzuwerfen beginnt,
Perlen, die keine Perlen sind.
Einst, wenn ich satt hab‘ die menschliche Herde,
Und wenn ich nichts Bess’res zu tun haben werde
Und schlecht werd‘ gelaunt sein, weil’s draußen wird regnen,
Werde ich einfach – »das Zeitliche segnen«.
Wie viele Instrumente der Regen hat,
überall klingt er anders.
Vermutlich könnte man die Welt neu errichten
mit sämtlichen Gebäuden und Landschaften,
hätte man nur ein Archiv der Regengeräusche
an sämtlichen Orten.
als mir die sprache abhanden kam
vielleicht trank ich gerade kaffee
oder schlug eine zeitung auf.
vielleicht zog ich die vorhänge zu
oder sah auf die straße, als sie
mich verließ, ich dachte noch,
was für ein röcheln
wer ist denn schon zu hause
wenn er bei sich ist
wer ist denn schon bei sich
wenn er zu hause ist
alles erstand aus dem nichts und das nichts mehrte sich aus der mehrung kam der gedanke • aus dem gedanken kam die erinnerung • aus der erinnerung das begehren
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