Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
(L&Poe Journal #02 Neue Texte) Silke Peters Frauentag Schreiben verändert die Wahrnehmung, ist eine heftige Trance. Bilder verschmelzen bei über eintausend Grad im Lagerfeuer. Meine Gedanken brennen, meine Gefäße sind aus Lehm. Ich klaube ihn unter der Wurzel eines im Winter umgestürzten Baumes am… Continue Reading „Frauentag“
Jayne-Ann Igel diese busfahrt mit mutter nach w., nächtliche fahrt mit lichtern, trügt mich die erinnerung oder hat sie im kurhaus übernachtet und mich tags darauf in einem bett hinterlassen, an dessen fußende die abbildung eines tiers befestigt, und das kind nun antilope, hase… Continue Reading „Kerben“
Hans Aßmann von Abschatz (* 4. Februar 1646 in Breslau; † 22. April 1699 in Liegnitz) Taback: überſezt aus dem Barclayo. Pflantze/ deren Rauch das Gifft Bunter Schlangen übertrifft/ Welche die Natur verbannt In ein weit-entlegnes Land. Wo der Wilden tummer Geiſt Seine Larven… Continue Reading „Taback“
Heute vor 300 Jahren wurde Matthias Ettenhuber (oder Mathias Etenhueber) in München geboren, er starb ebendort 1782. Er war (130 Jahre zu spät) ein geschickter lateinischer Dichter, unter dem Einfluß von Dichtern wie Klopstock und Gellert ging er zum Deutschen über. Er machte sich… Continue Reading „Ein bayrischer Tyrtaios?“
Friedrich Rückert (* 16. Mai 1788 in Schweinfurt; † 31. Januar 1866 in Neuses) Beschwichtigter Zweifel Über meinen eignen Kopf Bin ich nicht im reinen, Hab‘ ich, wie ein andrer Tropf, Einen oder keinen? In der Schenke, wann der Wein Mir zu Kopfe steiget, Fühl‘ ich erst der Kopf ist mein, Und… Continue Reading „Beschwichtigter Zweifel“
Bernd Jentzsch (* 27. Januar 1940 in Plauen) Die grünen Bäume starben in uns ab Die grünen Bäume mit den schwarzen Stämmen Wuchsen in uns ein und starben in uns ab. Die Elemente der Erde, Phosphor und Schwefel, Fielen aus den Wolken am Tag und… Continue Reading „Die grünen Bäume starben in uns ab“
Über den Minnesänger Ulrich von Lichtenstein schrieb Herders Conversations Lexicon 1855: „Lichtenstein , Ulrich von, ein steiermärk. Ritter, geb. um 1200, dichtete etwa um 1255 den »Frauendienst«, eine gereimte Erzählung 33jähr. Minnelebens jener ungereimten Art, die dem Verfasser des Don Quixote vorschwebte. Uebrigens machen die… Continue Reading „Frauendienst, genießbar“
Aus dem Haiku-Band „Guuder Moond“ von Fitzgerald Kusz (ars vivendi verlag, 6 € ) Auf die Frage, warum nicht „reddung“, antwortet Kusz: „Das Substantiv „Rettung“ existiert im Dialekt nicht. Da muss man wie so oft auf die Hochsprache zugreifen. In der Linguistik nennt man… Continue Reading „hinderm moond lehm?“
Wer ist Walter Werner: DDR-Lyriker, Thüringer Heimatdichter, Natur-, Landschaftsdichter? Mag von allem etwas sein, aber da ist mehr. Adolf Endler, der einen Auswahlband bei Reclam Leipzig herausgab, attestierte „geradezu sprunghafte Qualitätssteigerung und immer wieder überraschende Neuansätze“ und stellte ihn in die Reihe der Mickel,… Continue Reading „Walter Werner 100“
Hugo Lyck? Wer kennt den Namen? Auch die großen Literaturlexika (und auch Wikipedia) nicht. Ein echter Geheimdichter vom Anfang des vorigen Jahrhunderts. Ein Gedicht von ihm steht im Jahrgang 1958 der Literaturzeitschrift Akzente. Die Anmerkung: „Hugo Lyck, auf- und untertauchend im Café Stefany Münchens,… Continue Reading „Geheimdichter“
Werner Riegel (* 19. Januar 1925 in Danzig; † 11. Juli 1956 in Hamburg) ICH atme Frucht und Phlox Und ich denke an mich. Meine Hymnen für euch Gesocks Sind nicht mehr feierlich. Macht euch bloß nicht ins Hemd! Ich bin euch trotzdem gewogen Im Wind, der uns niederschwemmt. Wohin die Rußflocken… Continue Reading „Ich bin euch trotzdem gewogen“
Kurt Bartsch war ein deutsch-deutscher Schriftsteller (Gedichte, Parodien, Theaterstücke, Übersetzung, Kinder- und Jugendbuch, Künstlerbuch, Hörspiel, Film). Er begann 1964 ein Studium am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig und brach es Ende 1965, nach dem berüchtigten 11., dem „Kahlschlagplenum“ des Zentralkomitees der SED, wieder… Continue Reading „kapitulation“
Franz Fühmann (* 15.1.1922 in Rochlitz/Riesengebirge (heute Tschechien), † 8.7.1984 in Berlin) Aber kein Kerker … Aber kein Kerker ist härter als der in die Seele gesenkt, was sind Schlösser und Schwerter, wenn der Geist ein Bild nicht mehr denkt, sich versagt ihm, versargt es… Continue Reading „Franz Fühmann 100“
Friedrich Müller, genannt Maler Müller oder Teufelsmüller (* 13. Januar 1749 in Kreuznach; † 23. April 1825 in Rom) Der Jüngling und der Waffenhändler Einst zu dem berühmten Waffenhändler Kam ein Jüngling. Lehre mich gebrauchen, Bat er, deine starken, schönen Kriegerwaffen, Daß ich tapfer sie mit Anstand führe, Wenn zum Kampfe die Trommete ruft. Drauf… Continue Reading „Wie die Waffen, so die Theorien“
Friedrich Schlegel (* 10. März 1772 in Hannover; † 12. Januar 1829 in Dresden) Schiller [1.] Geschritten in die Welt kam Schiller, Und da ward’s still und immer stiller. Erstaunt frug die Natur: »Was will er?« Und dreimal tönte laut der höchste Triller. [2.] Schick dein Schicksal in die Saale! Es gereicht… Continue Reading „Geschritten in die Welt kam Schiller“
Neueste Kommentare