Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Reinhard Goering (* 23.6.1887 Schloß Bieberstein bei Fulda, † Anfang (14. ?) Oktober 1936 Flur Bucha bei Jena, aufgefunden am 4. November) So kann ich sitzen und die Stunden fragen, Was bringt ihr mir so trüber – trübster Fracht? Und meine Stunden werden so zu Tagen, Und… Continue Reading „Leer“
Thomas Brasch (* 19. Februar 1945 in Westow, North Yorkshire; † 3. November 2001 in Berlin) BRUNKES LIEBLINGSGEDICHT ist sehr kurz. Es handelt von einer Frau mit blutigen Händen. Die steht auf dem Flur einer Schule. Neben ihr Brunke tot, in der Hand seinen Füllfederhalter. Das Motiv der Mörderin verschweigt das… Continue Reading „Brunkes Lieblingsgedicht“
Mara Genschel Aus: NEUE METAPHERN NEUNFACH IN DEN RACHEN DER LIEBE, WIEDER [I : HOFFEN] Offenen Mantels, Schlampe. Offenen Munds, um dich geschäftig sich Regendes einatmend. Offenen Morgens, Hannover. Klebrigen Daumens, Schlampe. Die Packung getrockneter Datteln halb leer. Und süß, der Attrappen-Zweig, oder? Diverse,… Continue Reading „Hoffen“
Friedrich Rückert (* 16. Mai 1788 in Schweinfurt; † 31. Januar 1866 in Neuses) Amara, bittre, was du thust, ist bitter, Wie du die Füße rührst, die Arme lenkest, Wie du die Augen hebst, wie du sie senkest, Die Lippen aufthust oder zu, ist’s bitter. Ein jeder Gruß ist, den du schenkest,… Continue Reading „Amara, bittre“
2200 Jahre nach Sappho schrieb Sibylla Schwarz, auch genannt die pommersche Sappho. Landschaftsdichtung kann sie auch. In der kurzen Lebensspanne von 17 Jahren, 5 Monaten, 2 Wochen und 2 Tagen probierte sie sich in allen Gattungen, die ihr erreichbar waren. Faunus ist eine Schäfererzählung… Continue Reading „Antike Landschaft auf pommerschem Sand“
Toni Schwabe (* 31. März 1877 Blankenburg / Thüringen; † 17. Oktober 1951 Bad Blankenburg) Die Kassiopeia kennst du Und den Himmelswagen. Mehr Bilder weißt du nicht? Ich soll dir sagen, Was all die anderen Sterne bedeuten – – – – Und einen Augenblick… Continue Reading „Die Kassiopeia kennst du“
Die Weltliteratur und so auch die deutsche sind voll von Schmähgedichten – auf Rivalen, Feinde, Schulen oder gleich ganze Epochen. Man muss es nicht immer aussprechen, man LOBT damit zugleich die eigene Schule, Richtung oder peer group. Johann Ulrich König – Hand aufs Herz,… Continue Reading „Glanz und Elend der teutschen Dicht-Kunst“
Wilhelm Busch (* 15. April 1832 in Wiedensahl; † 9. Januar 1908 in Mechtshausen) Beschränkt Halt dein Rößlein nur im Zügel, Kommst ja doch nicht allzu weit. Hinter jedem neuen Hügel Dehnt sich die Unendlichkeit. Nenne niemand dumm und säumig, Der das Nächste recht… Continue Reading „Ach!“
Johannes Theodor Baargeld (nannte sich Zentrodada, geboren wurde er als Alfred Ferdinand Gruenwald am 9. Oktober 1892 in Stettin; verunglückte am 18. August 1927 am Mont Blanc) (Noch so ein pommerscher Dadaist, der sich in der Welt herumtrieb, er in Köln, Oxford usw.). Bimmelresonnanz II Bergamotten faltern im Petroleumhimmel Schwademasten asten Schwanenkerzen Teleplastisch starrt… Continue Reading „Bimmelresonanz“
Wilhelm Müller ist sicher zu Recht vor allem bekannt als Dichter der beiden von Schubert vertonten Zyklen und ganz besonders der Winterreise. Würden wir ihn ohne Schubert kennen? Das Wandern ist des Müllers Lust wäre wohl auch so ein Volkslied; und die Winterreise wäre… Continue Reading „Die Nebensonnen“
Kasimir Edschmid (* 5. Oktober 1890 in Darmstadt; † 31. August 1966 in Vulpera, Engadin) Aus: Zwei Gedichte des Mönchs von Montaudon Aus dem Altprovenzalischen I ENUEG Ein Mann, der sein Weib liebt, fuchst mich, Und sei sie die liebe Frau von Toulouse. Das verachte ich: Kaplane, einen Mund, der In Lügen sich… Continue Reading „Was ich hasse“
Im September war der 700. Todestag Dantes, der 200. Geburtstag Norwids und der 100. Geburtstag des Berliner Surrealisten Johannes Hübner. Von dem hier ein Gedicht aus dem „surrealistischen Ziegelstein“. Johannes Hübner (* 27. September 1921 in Berlin; † 11. März 1977 ebenda) Avantgarde »Mut zum Wagnis und die Befähigung zur Passion«… Continue Reading „Avantgarde“
Das brandneue Heft von Urs Engelers „Mütze“ mit Gedichten von Bertram Reinecke, Konstantin Ames, Hannes Bajohr, Thorsten Krämer, Christian Steinbacher und Christian Filips sowie weiteren Dichtern aus Schweden, Albanien und Polen. Als Probe hier eins von zwei Preisgetichten von Bertram Reinecke, noch ein Beitrag… Continue Reading „Preisgetichte“
Von Schiller Würde der Frauen Ehret die Frauen! Sie flechten und weben Himmlische Rosen ins irdische Leben, Flechten der Liebe beglückendes Band, Und in der Grazie züchtigem Schleier Nähren sie wachsam das ewige Feuer Schöner Gefühle mit heiliger Hand. Ewig aus der Wahrheit Schranken… Continue Reading „Lob der Frauen“
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