Kategorie: Deutsch

Heute 90 Jahr

Jürgen Becker  (Der Schriftsteller, nicht der Kabarettist gleichen Namens; * 10. Juli 1932 in Köln)  Ist das alles so wichtig Fortgesetztes Dilemma: Seite für Seite ein perfektes Gedicht, oder die Notiz des Erlebten. Gestern abend, unter Studenten, versuchte ich zu erklären, daß beim Schreiben… Continue Reading „Heute 90 Jahr“

Aus dem jüngsten Gericht

Angelus Silesius (Johannes Scheffler; * 25. Dezember 1624 in Breslau; † 9. Juli 1677 ebenda) Aus: Das Jüngste Gericht »Der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel mit Krachen vergehen werden; die Elemente aber werden für… Continue Reading „Aus dem jüngsten Gericht“

Ukrainischer Löwe

Wassyl Symonenko (ukrainisch mit nur einem S im Vornamen: Wasyl, Василь Андрійович Симоненко; * 8. Januar 1935 in Bijiwzi, Oblast Poltawa, Ukrainische SSR; † 13. Dezember 1963 in Tscherkassy, Ukrainische SSR) Ukrainischer Löwe Gedanken sprießen, treiben aus in Worten, Ihre Triebe flüstern in der… Continue Reading „Ukrainischer Löwe“

These XVII

Zum 85. Geburtstag des sächsischen Dichters Joochen Laabs ein kleiner Spruch aus einer anderen Zeit. Joochen Laabs  (* 3. Juli 1937 in Dresden) These XVII Wir sollten nicht derartig große Worte in den Mund nehmen, daß uns im Kopf kein Platz mehr zum Denken bleibt. Aus: Joochen Laabs,… Continue Reading „These XVII“

Kinderton

Ich wollte zum 145. Geburtstag von Hermann Hesse ein Gedicht aussuchen, es fiel mir schwer. Natürlich habe ich, als ich Gedichte zu lesen anfing, „Seltsam im Nebel zu wandern“ geliebt, es hat sich mit der Zeit entfremdet (entfreundet geht auch – der fremde Freund).… Continue Reading „Kinderton“

Grüne Melodie

Andreas Okopenko  (* 15.März 1930 in Košice / Tschechoslowakei; † 27. Juni 2010 in Wien)  Grüne Melodie … grüne Melodie blaues Mädchen weiß sind die Ferien. Ich grüne in der Wiese des Jungdorfes Mein Hof ist gelb von Mädchen Getreiden Mein Mädchen ist gelb von… Continue Reading „Grüne Melodie“

Glosse eines dichtenden Katers

Zum 200. Todestag von E.T.A. Hoffmann (* 24. Januar 1776 in Königsberg, Ostpreußen; † 25. Juni 1822 in Berlin) ein Gedicht des schreibenden Katers Murr (aus den Lebensansichten des Katers Murr). Es ist übrigens eine Glosse auf einen Text von Goethe, den Franz Schubert vertont… Continue Reading „Glosse eines dichtenden Katers“

Die Sonne sagt nichts

LDL / Pier Zellin 1.Nahbell-Nebenpreis 2022: Liga der Leeren (LDL) für einen Essay von 2018 (siehe hier) HEILIGES Q das gras saftig grün nebenan sterben menschen die sonne sagt nichts (2020)

Stromkästen und Strohrum

Meike Wanner aus Düsseldorf erhält den 4. Nahbellförderpreis (vgl. hier). Hier ein Gedicht. Stromkästen und Strohrum Ich verabschiede die Wohnungstür mit dem Schlüssel zur Welt trete den Bürgersteig mit Füßen der sich zieht wie das Kaugummi unter den Sohlen die holen Meter um Meter ein… Continue Reading „Stromkästen und Strohrum“

Letzte Fragen

Hier und an den folgenden Tagen jeweils ein Gedicht der Preisträger der Nahbellpreise 2023 (siehe hier). Der Nahbellhauptpreis ging an René Oberholzer. René Oberholzer „Letzte Fragen“ (2019) Und wenn es eine letzte Frage Im Universum noch gäbe Würde ich sie Mit dir teilen wollen… Continue Reading „Letzte Fragen“

23. NAHBELL-PREIS

„Je mehr die Digitalisierung unseren Alltag dort durchdringt, wo sie wegen der Arbeit oder sonstigen Gründen unerlässlich ist, desto mehr ist auch die Sehnsucht da, Sachen, die nicht zwingend am PC oder am Handy gemacht werden müssen, auch wieder analog zu machen, und dazu… Continue Reading „23. NAHBELL-PREIS“

Aus „Der Abenteurer“

Walter Hasenclever  (* 8. Juli 1890 in Aachen; † 21. Juni 1940 in Les Milles bei Aix-en-Provence) Als ich noch ängstlich war und keinen kannte. Als keine Frau, kein Freund, kein Buch mich nannte. Als ich noch jung war, heiß und wild bemüht: Wie war… Continue Reading „Aus „Der Abenteurer““

Damals

Damals war alles um Längen hochaufstrebender, reinster, leuchtendster, ahnungsvollster… aber die Banausen waren banausisch, die Stümper frech, und leben konnte man auch damals nicht davon: Ferdinand von Saar  (* 30. September 1833 in Wien; † 24. Juli 1906 in Wien-Döbling) Die Lyrik Ob auch ein überkluges… Continue Reading „Damals“

Begraben die tote Sprache

Ulrich Koch VOR DEM KRIEG HATTE DIESES GEDICHT ZWEI EINWOHNER Vor dem Krieg hatte dieses Gedicht zwei Einwohner. Jetzt sind es drei. Der Rest ist in die Wälder geflohen, schläft in der Hocke und ernährt sich von den Parasiten in den Kothaufen der Fluchttiere.… Continue Reading „Begraben die tote Sprache“

Erklärung

Elisabeth Paulsen (verh. Elisabeth Fuhrmann, Elisabeth Fuhrmann-Paulsen, * 1879; † 1951) ERKLÄRUNG SIEH, ich bin fremd unter den Menschen. Ungeschickt greife ich Hände und lasse sie wieder los, wenn sie kalt sind. Ich bin gewohnt, mit Wind um die Wette zu laufen, und rauhe Lieder zu dichten, die nichts… Continue Reading „Erklärung“