Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Gestern Nachmittag und die ganze Nacht mindestens bis zum Morgen war das Netz gestört, nicht nur in meiner Wohnung, sondern auch am anderen Ende der Innenstadt, wohin ich ausweichen wollte. Deshalb hier verspätet ein Gedicht: noch eine seiner „Landschafts-Photographien“ aus Titoltyrol. Thomas Kling Tiroltyrol… Continue Reading „tyroler jagdgesezze“
Thomas Kling (* 5. Juni 1957 Bingen am Rhein; † 1. April 2005 Dormagen) (exitus 1941) innixt verbundn/mit herzhund hant,/ den liebn-der-heimat dem bauernstant/ zog er als einziger/ schwer in den krieg, bis er als lezzter-des-stammes gefallen!/ betrauert von vielen geehrt von uns allen… Continue Reading „mit herzhunt hant“
Thekla Lingen Ideal Ja, sie ist reizend, die Kleine mit dem Kindergesicht, wenn sie lächelt und wenn sie spricht. Und das Figürchen so fein und Händchen und Füßchen so klein. Und schlägt sie die Unschuldsaugen auf, so ist es, als ginge der Himmel auf.… Continue Reading „Ideal“
Thekla Lingen (* 6. März alten, 18. März neuen Stils 1866 in Goldingen (Kurland), † 7. November1931 in Eitenau (??) ) Thekla Lingen gehört zu den AutorInnen, die von den Damen und Herren der geschätzten Wikipedia als nicht relevant verworfen wurden. Arbeit am Kanon, so… Continue Reading „Die Bewußte“
Dagmar Nick (* 30. Mai 1926 in Breslau) Zeit. Alter Die veränderte Gangart der Uhren. Wer bemerkte das nicht. Längst ist die Scheinbarkeit alternder Ruhe entlarvt, unüberhörbar das Presto unter dem bruchsicheren Glas. Nein, so langsam geht man nicht in die Knie. Das Finale… Continue Reading „Zeit. Alter“
Ricarda Huch (* 18. Juli 1864 in Braunschweig; † 17. November 1947 in Schönberg im Taunus) Ich werde nicht an deinem Herzen satt, nicht satt an deiner Küsse Glutergießen. Ich will dich, wie der Christ den Heiland hat: Er darf als Mahl den Leib… Continue Reading „Ich will dich“
HERTHA KRÄFTNER Die grausamen Morgen Die Morgen sind wie Schwertstreiche durch die schwarzen und grünen Pflanzen der Nacht. Wenn ihre vollen Schäfte rauschend niederbrechen, verrinnen die süßen Düfte und die bitteren Säfte, und ihre Blüten sind Träume und fallen von uns, wenn wir uns… Continue Reading „Die grausamen Morgen“
Elisabeth Alexander (* 21. August 1922 in Linz am Rhein; † 17. Januar 2009 in Heidelberg) Liebe Dieses schwarzumrandete Wort dieses Unding an Kommunismus diese Lüstermaschine später Mädchen sentimentaler Jünglinge die einzige Angelegenheit Gottes die ich täglich essen möchte. Aus: Erotische Gedichte von Frauen.… Continue Reading „Liebe“
CHRISTINE LAVANT Um Mitternacht habe ich Sterne zerkaut, es war bei der Rast an dem Milchstraßenrand, die Mondtulpe blühte aus meinem Verstand, doch eine Nonne hat höher geschaut mit beiden Hälften der Sonne. Ich grub nach dem Herzen der Nonne, ich wollte es essen… Continue Reading „Um Mitternacht“
GABRIELE WOHMANN (* 21. Mai 1932 in Darmstadt; † 22. Juni 2015 in Darmstadt) Ja es ist möglich Ja es ist möglich Ja du bist mein Bein und mein Fleisch Ja sechseinhalbprozentiges Amstel-Gold Ja nur einen Anstoß geben Ja so teuer Ja zu den… Continue Reading „Ja es ist möglich“
Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) Durchwachte Nacht Wie sank die Sonne glüh und schwer, Und aus versengter Welle dann Wie wirbelte der Nebel Heer Die sternenlose Nacht heran! – Ich höre ferne Schritte gehn – Die Uhr schlägt Zehn. Noch ist nicht alles Leben eingenickt,… Continue Reading „Durchwachte Nacht“
CHRISTINE BUSTA (* 23. April 1915 in Wien; † 3. Dezember 1987 ebenda) Kleine Morgengabe Früh in der Morgendämmerung wird über meiner Stadt der Himmel manchmal so apfelgrün, daß ich ihn riechen kann. Ich werde heut nacht nicht schlafen, um ihn zur rechten Stunde… Continue Reading „Kleine Morgengabe“
Hadayatullah Hübsch Was keinen rührt Die Bücher, die sie Einst verbrannten, Stehen heute sauber Aufgereiht in der Bibliothek und keiner Will sie lesen. Die Bücherverbrennung heute Findet in den Köpfen Statt, ungesehen, im Verborgenen, dadurch, Daß das Buch keine Stadt Findet, in der es… Continue Reading „Was keinen rührt“
Peter Huckauf Die ersten fünf Seiten eines der mehr als ein Dutzend Hefte von Peter Huckauf, die ich Anfang der 90er Jahre in der alten Autorenbuchhandlung in der Carmerstraße nahe Savignyplatz erwerben konnte.
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