Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Heinrich Heine (* 13. Dezember 1797 Düsseldorf; † 17. Februar 1856 in Paris) Die Grenadier Nach Frankreich zogen zwey Grenadier‘, Die waren in Rußland gefangen. Und als sie kamen in’s deutsche Quartier, Sie ließen die Köpfe hangen. Da hörten sie beide die traurige Mähr:… Continue Reading „Zwey Grenadier‘“
Nelly Sachs (geboren am 10. Dezember 1891 in Berlin-Schöneberg, gestorben am 12. Mai 1970 in Stockholm) BEREIT SIND ALLE Länder aufzustehn von der Landkarte. Abzuschütteln ihre Sternenhaut die blauen Bündel ihrer Meere auf dem Rücken zu knüpfen ihre Berge mit den Feuerwurzeln als Mützen… Continue Reading „Bereit sind alle Länder“
Fritz Graßhoff (nach seiner Auswanderung auch: Fritz Grasshoff, * 9. Dezember 1913 in Quedlinburg; † 9. Februar 1997 in Hudson, Kanada) Aus: Fritz Graßhoff: Seeräuber-Report. Songs, Lieder & Balladen für den Haus- und Marktgebrauch. Mit Zeichnungen des Autors. München: DTV, 1976, S. 12
… behaupte ich einfach mal so. Vielleicht gelingt es nicht jeder? Immerhin Opitz dichtete: „Ich hab ein Werk vollbracht, dem Erz nicht zu vergleichen, / Dem die Pyrámides an Höhe müssen weichen“ (Betonungsstrich von mir, M.G.) – hat es Opitz genützt? Horaz geschadet? Hier… Continue Reading „Jede Zeit hat ihren Horaz“
Rainer Maria Rilke (* 4. Dezember 1875 in Prag; † 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz) EIN VERLEUGNETER der eignen Hände, und vergessen wie ein totes Tier, – und die vielen fremden Widerstände, und der Aufstand gegen mich in mir. Ob… Continue Reading „So als wär es nicht auf meiner Seite“
Johann Martin Miller (* 3. Dezember 1750 in Ulm; † 21. Juni 1814 ebenda) Säkulargesang beim Anfang des neunzehnten Jahrhunderts Wirf, schrecklichstes von allen, die noch waren, Wirf, blutbeflecktestes von allen Jahren, Wirf, o Jahrhundert, mir noch einen Blick, Eh‘ du entfleuchst, in unsre… Continue Reading „Im nächsten wirds besser“
Heinrich von Meißen, genannt Frauenlob (* zwischen 1250 und 1260 in Meißen; † 29. November 1318 in Mainz) Ein Gruß an sie! Sie nimmt sich meines Herzens an und ist in meinem Glücksprojekt zugleich der schönste Gast: Ist immer wieder da mit neuen, prickelnden… Continue Reading „Frauenlob“
Manfred Winkler Der Flüchtling 1938 Ein Land zwischen zwei Grenzen, Niemandsland, und manchmal ein Herz dort, das niemand will. Ein Herz, aus allen Grenzen verbannt, ohne ruhigen Hort, ohne ein gutes Wort, wandernd in einem fort von Niemandsland zu Niemandsland. Quelle: Tief pflügt das… Continue Reading „Flüchtling“
Eduard Mörike (* 8. September 1804 in Ludwigsburg, Württemberg; † 4. Juni 1875 in Stuttgart) Der Kehlkopf Der Kehlkopf, der im hohlen Bom Als Weidenschnuppe uns ergötzt, Dem kam man endlich auf das Trom, Und hat ihn säuberlich zerbäzt, Man kam von hinten angestiegen,… Continue Reading „Kehlkopf“
Georg Herwegh (* 31. Mai 1817 in Stuttgart; † 7. April 1875 in Lichtental) Mein Deutschland, strecke die Glieder Mein Deutschland, strecke die Glieder ins alte Bett, so warm und weich; Die Augen fallen dir nieder, du schläfriges deutsches Reich. Hast lange geschrien dich… Continue Reading „Deutsche Phantasie“
Ich suchte ein Gedicht Wilhelm Waiblingers, der am 21. November 1804 in Heilbronn geboren wurde, aber es war nichts zu brauchen. Auch das Gedicht „An Hölderlin“ nicht, mit seinen „Jammerheiliger, irren Auge, Jugendschönheit, Kinderherzens und Gartenhäuschen“ („komm, es wartet dein“). In einer langen Fußnote… Continue Reading „In lieblicher Bläue“
L. Marco [Martha Lasker] (* 19. November 1867 in Berlin als Martha Bamberger; † 18. Oktober 1942 in Chicago) Treue Am rauschenden Nordseestrande, Da ward die Bekanntschaft gemacht, Da haben die beiden im Sande Geplaudert, gescherzt und gelacht. Sie sprachen von allem auf Erden… Continue Reading „Treue“
Confusius von Ollapotrida. I. Reverirte Dame, Phoenix meiner ame, Gebt mir audientz: Euer Gunst meriten, Machen zu falliten Meine patientz. II. Ach ich admirire, Vnd considerire, Eure violentz, Wie die Liebesflamme Mich brennt/ sonder blasme, Gleich der Pestilentz. III. Jhr seyd sehr capable, Jch… Continue Reading „Fremdgierigkeit“
Nikolaus Lenau (* 13. August 1802 in Csatád, Königreich Ungarn; † 22. August 1850 in Oberdöbling bei Wien) Zweierlei Vögel Strichvogel Reflexion, Zugvogel Poesie, Singt jeder andern Ton Und andre Melodie. Strichvogel hüpft und pfeift Und pickt von Ast zu Ast, Und… Continue Reading „Strichvogel Reflexion, Zugvogel Poesie“
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