Digest 7./8.6.

Poetentag

In Baku fand zum Tag der Poeten eine Veranstaltung statt, die vom Verband aserbaidschanischen Autoren und der Vereinigung junger Dichter mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Tourismus, der türkischen Botschaft in Aserbaidschan, dem Berufsverband Wissenschaftlicher und Literarischer Autoren und dem Weltverband Junger Türkischer Schriftsteller organisiert wurde.

In diesem Jahr war der Abend dem berühmten Schriftsteller und Verdienten Kunstarbeiter Aserbaidschans Vagif Samadoglu gewidmet. Persönlichkeiten aus der Türkei, Kirgisistan, Usbekistan, Georgien, der Ukraine, Iran, Rußland, den USA und Israel nahmen an der Veranstaltung teil. / Azernews

Schweizer Lyriker Roland Merk

Im Hinblick auf Utopie ist die Lyrik für ihn zentral. «Weil das Menschsein in diesen Zeiten radikal bedroht und instrumentalisiert worden ist, ist genau die Stimme des Menschen gefragt, und das ist in einem umfassenden Sinne eben die Lyrik.» Ein afrikanischer Freund habe ihm einmal gesagt: «Arme Völker singen, reiche Völker nicht mehr.» Es scheine, als ob jene, welche die «Entzauberung der Welt» vorangetrieben hätten, es den Dichtern und der Lyrik zurückzahlen wollten. «Die Sprache, die ich meine, die die Sprache des Antlitzes, des Körpers mitumfasst», so Merk, «sagt von sich ex negativo in Schmerz, Leid, Hunger und Furcht was nicht sein soll, das ist gewissermassen das Lyrische dieser Welt.» Deshalb gehe es nicht um eine ausgemalte positive, sondern bilderlose Utopie. / Thomas Brunnschweiler, Basellandschaftliche Zeitung

GABRIELE KROMER

unterwirft ihre ‚Kopffilme‘ einer Metamorphose zu Grafik und Lyrik aus einer Hand, 1:1 im Zwiegespräch. Zwei Ausdrucksformen, die sich die Bälle zuspielen und wechselseitig die Perspektiven verändern. Unkonventionelle, sehr eigenständige, grotesk-freche, stets hintergründige Bilder und Texte, in denen sich der Kreis zwischen Innen- und Außenwelt schließt. / art-in.de

Pound-Museum

Wenn ahnungslose Besucher, angelockt von dem bescheidenen landwirtschaftlichen Museum, das einer der Urenkel Pounds hier betreibt, den kurzen, aber steilen Abstieg von Dorf Tirol zur Burg hinunter auf sich nehmen, dann ist es wohl vor allem das eindrucksvolle Panorama des Meraner Tals, das ihnen im Gedächtnis bleibt – nicht die hier versammelten Artefakte der „Pound Ära“, wie der kanadische Kritiker Hugh Kenner die von Ezra Pound wesentlich mitgeprägte anglo-amerikanische Moderne genannt hat, nicht die Handschriften, Aufzeichnungen, Notizbücher und Briefe Pounds, die anschaulich seine Rolle als Mentor zahlreicher mit ihm befreundeter und korrespondierender Schriftstellerkollegen wie T.S. Eliot, James Joyce oder Ernest Hemingway belegen; und auch nicht die vielen Porträts, Fotografien (unter anderen von Henri Cartier-Bresson) und Büsten des Dichters, die die Brunnenburg nicht nur zu einer Fundstätte für Pound-Forscher, sondern für Kunstinteressierte insgesamt machen.

Ezra Pound ist einer der größten, aber auch einer der umstrittensten Lyriker des zwanzigsten Jahrhunderts. Ein Besuch bei seiner neunzigjährigen Tochter Mary de Rachelwiltz in Südtirol. / Klaus Benesch, FAZ 7.6.

Gestorben

Moshe Dor, „ein Gründungsvater der israelischen Poesie“, starb im Alter von 83 Jahren. 1987 wurde er mit dem Bialikpreis geehrt. Er veröffentlichte 18 Lyrikbände und wurde in rund 30 Sprachen übersetzt. Er veröffentlichte auch Kinderbücher und übersetzte aus dem Amerikanischen. / Haaretz

 

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