56. «Ich schreibe, um nicht zu sterben»

In Argentinien unvergessen, in der Schweiz und Mitteleuropa weitgehend unbekannt: Die gebürtige Tessinerin Alfonsina Storni (1892-1938) wurde zum Mythos – als Poetin, Schriftstellerin und Frau, die sich als gesellschaftskritische Dichterin und als alleinerziehende Mutter durchkämpfte. Am Ende wurde sie eine Legende, die mit ihren Gedichten bis heute lebendig geblieben ist. Wir trafen den Filmemacher Christoph Kühn in Locarno, der über sie den prägnanten Dokumentarfilm «Alfonsina» realisierte.

Sie führte ein bewegtes Leben in einer Zeit und in der Macho-Gesellschaft Argentiniens, in der gesellschaftlicher Status und Männlichkeit zählte. Eine Frau, die ein uneheliches Kind hatte, eine Frau, die in ihren Gedichten männliches Gehabe, Überheblichkeit, aber auch weibliches Duckmäusertum angriff, wurde angefeindet. Wie konnte sie nur? Aber sie konnte, wollte und musste. Und so schrieb Alfonsina Storni, die Tessinerin aus Sala Capriasca, sich die Seele aus dem Leib – als Dichterin, Essayistin, Kolumnistin und Reporterin – und als Lebensnotwendigkeit: «Ich schreibe, um nicht zu sterben». / Rolf Breiner, Literatur & Kunst

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