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Stereotypen sind vermutlich wichtig, wofür auch immer. Niemand kommt ohne sie aus, ersie sei denn EinsiedlerIn. Jeden Tag trifft man sie in Medien, auch bei den sog. „sozialen“ (sind die andern eigentlich die asozialen?). JedeR verwendet sie auch regelmäßig. Und jedeN stören die der andern, klar.
Ein vertrautes Klischee ist die Überförderung. In der Regel von Leuten mit festem Einkommen verwendet, aber es ist nicht ausgeschlossen, daß Unterbezahlte es auch gwebrauchen. Zuviel Förderung verderbe den Charakter oder das Talent, kann man hören, „Hungert sie aus!“, das schrieb sogar ernsthaft eine Qualitätszeitung.
siehe auch hier und hier.
Ich wies bei dem jüngsten medialen Klagruf wegen Überdüngung (siehe hier) auf den Widerspruch hin, daß gesagt wird, Berlin vergebe nur 12 Stipendien pro Jahr, bei geschätzten 1200 Autoren, und gleichzeitig Überförderung beklagt wird.
Ich rücke die Zitate noch einmal ein:
Hätten sie nur recherchiert! Eine schnelle Wikipedia-Suche ergibt, daß Nora Bossong in vielen Städten Zuwendungen erhielt, darunter mehrmals in Berlin. Ähnlich Tilmann Rammstedt (okay, wohl nicht von der Stadt Berlin).
Nora Bossong
Tilmann Rammstedt
Bevor sich jemand entrüstet, nicht ich spreche von Überförderung. Ich gönne den genannten Autoren ihre Förderungen und den vielen Ungenannten, von denen ich auch viele kenne, auch. Ich empfehle etwas mehr Gründlichkeit, nicht nur aber auch ZeitungsschreiberInnen. Mehr Gelassenheit auch. Etwas mehr Zurückhaltung bei stereotypen Äußerungen gegenüber der Presse. Neue Ideen zu den üblichen und eventuellen anderen Förderungsmaßnahmen. Warum nicht bei Nachbarländern nachsehen? Warum nicht statt über Förderung auch mal über Bezahlung reden, wie Mara Genschel vorschlug?
Bossong, übrigens, erhielt das Berliner Senatsstipendium gleich zweimal, 2012 erneut. (http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-kultur/kulturfoerderung/literatur/2012_autorenstip..pdf?start&ts=1338456569&file=2012_autorenstip..pdf)
(Sowas weiß Wikipedia nicht unbedingt, aber es wissen immer diejenigen, die sich im selben Jahr erfolglos beworben haben ;-))
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