Matthias Kehle bringt ein unveröffentlichtes Gedicht von Werner Dürrson als Gedicht des Tages und schreibt einleitend:
Viele seiner Gedichte waren federleicht, dabei beherrschte er den Kanon der Formen wie kaum ein zweiter Dichter der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 2006, an Ostern, entstand ein solches federleichtes Gedicht, und ich freue mich sehr, dass mir die Erben dieses zur Erstveröffentlichung überlassen haben. Werner Dürrson würde morgen, am 12. September, seinen 77. Geburtstag feiern. Er starb im vergangenen Jahr am 17. April.
SWR / RB-Produktion wird als einziges Hörbuch ausgezeichnet
Baden-Baden. Die Gedicht-Anthologie „Lauter Lyrik – Der Hör-Conrady“ wird als einziges Hörbuch mit dem renommierten „Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik“ ausgezeichnet. Mit mehr als 1000 Gedichten von über 460 Dichterinnen und Dichtern aus rund 900 Jahren deutscher Literaturgeschichte ist die Edition das größte Gedicht-Projekt Deutschlands. SWR-Hörfunkdirektor Bernhard Hermann: „Mit ihrem gemeinsamen Projekt haben die Landesrundfunkanstalten der ARD vielen Menschen Lust auf Lyrik gemacht. Diesen Preis haben viele verdient: Die Initiatoren beim SWR, die Hörfunkdirektoren von Hamburg bis München, die Künstler, der kooperierende Patmos Verlag und vor allem Karl Otto Conrady für seine Auswahl der Gedichte und seine intensive Begleitung unserer Studioproduktion.“
Das Gedichtprojekt stellt auf 21 CDs ein repräsentatives Spektrum unterschiedlicher Spielarten deutschsprachiger Lyrik vor. Dabei vermittle, so die Jury, die beeindruckende Audio-Sammlung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. „Erst der von den Ohren aufgefangene Klang der Wörter enthüllt die Musikalität von Lyrik, gleich ob es sich dabei um Liebesgedichte, Balladen, Gebete, Epigramme, Spottlieder oder dadaistischen Nonsense handelt.“ Zu den Sprechern der Edition, die in den Studios des SWR für die ARD unter der Regie von Stefan Hilsbecher entstand, zählen u.a. Corinna Kirchhoff, Ulrich Matthes, Rosel Zech, Christian Brückner, Donata Höffer, Jürgen Hentsch, Jürgen Holtz und der Herausgeber Karl Otto Conrady selbst. Nach vielen Sendungen aus der Anthologie stellt SWR2 seit Juli täglich ein „Gedicht des Tages“ auch im Internet vor(www.swr2.de). Erschienen ist die CD-Edition „Lauter Lyrik. Der Hör-Conrady. Die große Sammlung deutscher Geschichte“ im Patmos Verlag.
Überreicht wird der Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik am 13. November 2009 im Rahmen des großen Schiller-Balladenabends von SWR2 im Stuttgarter Staatstheater. / SWR Pressemitteilung
Poetry is prose in slow motion. Now, that isn’t true of rhymed poems. It’s not true of Sir Walter Scott. It’s not true of Longfellow, or Tennyson, or Swinburne, or Yeats. Rhymed poems are different. But the kind of free-verse poems that most poets write now — the kind that I write — is slow-motion prose.
(Sagt der Romanheld in Nicholson Bakers „The anthologist“, Rezension New York Times 10.9., Probekapitel)
THE ANTHOLOGIST
By Nicholson Baker
243 pp. Simon & Schuster. $25
Das wichtigste Literaturspektakel des kommenden Herbstes sollte umbenannt werden. „Frankfurter Buchmesse, Ehrengast China“ stimmt nicht mehr so ganz. „Pekinger Buchmesse, diesmal zu Gast in Frankfurt“ wäre ehrlicher. Denn die Kommunistische Partei Chinas hat bei der Frankfurter Buchmesse teilweise die Kontrolle übernommen.
Dies aber mit bewundernswerter Direktheit. Die Chinesen bestimmen, welcher Chinese in Frankfurt reden darf und wer nicht. Die Einladungspolitik der Frankfurter Buchmesse wird neuerdings von der obersten Zensurbehörde in Peking geprüft, verworfen, korrigiert und neu formuliert, ganz nach dem Gutdünken der Genossen. Ein Anruf genügt. Oder, in schweren Fällen, der Besuch eines Kaders im Pekinger Verbindungsbüro der Buchmesse. Dann aber werden der Partei unangenehme Störenfriede sofort von der Rednerliste gestrichen. …
Die Frankfurter Buchmesse sollte nach diesem unrühmlichen Auftakt der Gastrolle Chinas mehr chinesische Exilschriftsteller einladen und mehr Tabuthemen auf die Rednerlisten setzen als ursprünglich geplant. Eine mögliche Debatte darüber, wie es zur Absage des offiziellen Chinas habe kommen können, wäre dann genauso lehrreich über den Zustand der chinesischen Literaturszene wie die jetzige Debatte über das Ausladen von Dissidenten. / Henrik Bork, Süddeutsche 10.9.
Die Faszination der Tanka liege in der mysteriösen Kraft der Sprache, die über die Wirkung der Alltagssprache hinausreicht, heißt es im Vorwort. Diese stellt sich nicht unbedingt beim Lesen der ersten Gedichte ein, aber je weiter man vordringt, desto mehr findet man einen Gedanken, einen Satz, eine Formulierung oder ein ganzes Gedicht, das den Leser berührt oder in einer besonderen, nicht definierbaren Weise anspricht.
Denn wer kann sich diesen Worten entziehen:
Mein Herz, das dich liebt
ist in tausend Stücke
zerbrochen.
Doch bleibt es erhalten
in jedem einzelnen Splitter
Izumi Shikibu, von der diese Zeilen stammen, war Dienerin bei der Frau eines Kaisers. Das Gedicht entstand bereits im Jahr 1007. /handwerk.info.de
Gäbe es keine Kirschblüten … Tanka aus 1300 Jahren, Yukitsuna Sasaki, Eduard Klopfenstein und Masami Ono-Feller, 2009, Reclam
Die amerikanische Lyrikerin und ihr Übersetzer Matthias Göritz lesen in Frankfurt und Darmstadt
Frankfurter Literaturhaus am 14. September, 20 Uhr
Lesebühne, Literaturhaus Darmstadt, 15. September, 20 Uhr
Eine der ungewöhnlichsten und bedeutendsten Stimmen der gegenwärtigen US-Dichtung gehört der 1947 in Vallejo, Kalifornien geborenen Rae Armantrout. Ihre Dichtung wird zur in Deutschland nahezu unbekannten Language-School gezählt, die in der experimentellen Tradition von William Carlos Williams über Charles Olson, Robert Creeley bishin zu John Ashbery und Barbara Guest steht. Williams und Dickinson standen Pate für Armantrouts Umgang mit kurzen Strophen und die Aufladung kurzer einzelner Worte mit den komplexen Fragen postmodernen Lebens. »Dank ihrer Techniken« so Stephen Burt (New York Times) »wurde sie zu einer der wiederkennbarsten und besten Dichterin ihrer Generation«
:::Rae Armantrout:::
»Narrativ« Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig.
Übersetzt von Uda Strätling & Matthias Göritz. Mit einem Nachwort von Marjorie Perloff & Fotografien aus dem Archiv der Autorin.
luxbooks
ca. 300 S. isbn 978-3-939557-40-1
Die Stadt Straßburg feiert ihren Sohn Hans (Jean) Arp: Vom 18.-27.9. läuft im Palais des Fêtes eine Collage aus Texten des Autors, „Opus Null“. Stimme, Gesang und Tanz vermischen sich in diesem Spektakel in den Sprachen Französisch, Deutsch und Elsässisch. / Dernières Nouvelles D’alsace 10.9.
In L&Poe:
2001 Mai # «Poem – aus Leidenschaft zur Sprache»
2003 Apr # Surrealistische Preise
2003 Apr # Aus der Berichterstattung von Le Monde:
2004 Jan # Purismus um Sirup
2004 Mrz #38. FAZ & Lyrik
2005 Mai #55. Habemus geistige Gummibärchen*
2005 Okt #113. Vogellyrik
2006 Feb #102. Einwortgedicht
2006 Mrz #7. Erektionslyrik von Dichtmaschinen
2006 Jun #69. Bortliks Fußballgedichte
2007 Jan #77. Georg-Trakl-Preis für Lyrik 2007 geht an Franz Josef Czernin
2007 Apr #28. Gaga for Brecht
2007 Dez #41. Bibliotheken
2007 Dez #61. Ludvík Kundera
2007 Dez #113. Blick zurück nach vorn
2008 Mrz #114. Lesung surrealistischer Lyrik von Hans Thill
2008 Apr #52. „DIREKTE“ POESIE ALS GETARNTE MYSTIK: „DAS ECHTE WUNDER“
2008 Jun #50. INTEGRALE INTENSITÄT STATT INFANTILER IRONIE
2008 Jul #72. Deutscher Surrealismus?
2008 Sep #74. „JÄTZT DREI“: Der feine Unterschied zwischen jetzt, Jetzt und JETZT
2009 Mrz #118. Deutscher Surrealismus (2)
2009 Apr #9. Auch ich war ein Wendegewinnler
2009 Mai #71. Hugo-Ball-Almanach erscheint zukünftig im Verlag edition text+kritik
2009 Mai #75. Ludvík Kundera ein Surrealist?
2009 Jun #66. In Bienen
Freitag, 9.10. Leipzig (s. #56.)
Ein erster Impuls zu unserem Text/Tanz-Projekt „Martina Hefter und Mathias Traxler“ bestand darin, zwei Interessensgebiete miteinander zu verknüpfen, und zwar aus Hedonismus: damit man beides zugleich tun, sich beidem zugleich in größtmöglicher Schwelgerei widmen kann; zweitens aus Pragmatismus: es spart Zeit, wenn die Dinge zugleich und an einem Tag erledigt werden. Und drittens aus einem Bedürfnis nach grösstmöglicher Bewegungsfähigkeit.
Nicht zu wissen, sondern wissen zu wollen, wie man Tanz denken kann und wo dieses Denken den Körper hinführt¹, diese Aussage, die einen Impuls zu und in William Forsythes choreografischen Arbeiten beschreibt, hat auch für uns eine Rolle gespielt, erweitert um die Tatsache, dass wir uns nicht nur bewegen, sondern uns auch Texten lesend nähern – in jeder Bewegung, die uns möglich ist.
Choreographie im zeitgenössischen Sinn versteht sich als Versuch „ein Umfeld zu schaffen, in dem die Teilnehmer mit einer Idee umgehen müssen, die ihre Vorstellung von ihren sich bewegenden Körpern verändert“².
Choreografie, Text als (versprachlichte) Idee, Körper. Wir, und die Zuschauer, betrachten in „Martina Hefter und Mathias Traxler“ die wechselseitige Wirkung dieser drei Komponenten.
¹ Gerald Siedmund (Hg.), William Forsythe – Denken in Bewegung, Berlin 2004
² ebd.
Es lebt!
In diesem Herbst erscheint die fünfzigste Ausgabe der Leipziger Literaturzeitschrift Edit. Wir feiern dies mit einem großen Lesespektakel, das ein breites, schillerndes Spektrum zeitgenössischer Literatur zelebriert. Der Literaturverein Edit hat elf hochverehrte, schon allseits gerühmte oder noch zu entdeckende Autorinnen und Autoren eingeladen, an zwei Abenden Texte zu lesen und zu performen. Zum Abschluss des zweitägigen Lesefests erwartet uns ein Auftritt des stets umjubelten Jens Friebe, der uns in Begleitung seiner Band zeigen wird, wie toll deutschsprachige Popmusik sein kann.
Programm
Donnerstag, 08. Oktober 2009
Lesungen: Mara Genschel, Martin Lechner, Juliane Liebert, Els Moors
Ort: Café Cantona, Windmühlenstraße 29, Leipzig
Beginn: 20.00 Uhr
Eintritt: frei
Mara Genschel, geboren 1982 in Bonn, studierte zunächst Musikwissenschaften in Köln, dann Violine in Detmold und Literarisches Schreiben in Leipzig. Sie lebt jetzt in Berlin. 2007 nahm sie am Literarischen März in Darmstadt teil. Ihre Gedichte „Tonbrand Schlaf“ sind 2008 bei der Connewitzer Verlagsbuchhandlung in Leipzig erschienen.
Martin Lechner, 1974 in Düsseldorf geboren, war Literatur- und Philosophiestudent in Berlin, wo er jetzt als freier Schriftsteller lebt. Er nahm 2006 am Open Mike in Berlin teil und ist außerdem mitverantwortlich für aufsehenerregende Konzeptlesungen, u.a. „Das Heilige erobert die Stadt“ und „Die Schinkenhand und der Tod“. 2005 erschien die Erzählung „Bilder einer Heimfahrt“ im Textem Verlag in Hamburg.
Juliane Liebert, 1987 in Halle/Saale geboren, ist Studentin in Leipzig und schreibt neben ihrer literarischen Arbeit u.a. für Vice Magazine in Berlin. Sie nahm 2007 am Open Mike teil und wurde dieses Jahr beim Literarischen März in Darmstadt mit dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis ausgezeichnet.
Els Moors, geboren 1976, wurde für ihr erstes Buch mit Gedichten („Er hangt een hoge lucht boven ons“, 2006) von der begeisterten Literaturkritik – ein „Traum-Debüt“! – gefeiert und als erste vielversprechende flämische Dichterin nach langer Zeit freudig begrüßt. 2008 erschien ihr Roman „Het verlangen naar een eiland“ (Die Sehnsucht nach einer Insel). Für Edit 50 wurden einige ihrer Gedichte erstmals ins Deutsche übersetzt – ein Grund, sie auch bei uns besonders herzlich willkommen zu heißen!
Freitag, 09. Oktober 2009
Lesungen: Marcel Beyer, Martina Hefter & Mathias Traxler, Ann Cotten,
Tim Turnbull & Norbert Lange, Thomas Kapielski
Konzert: Jens Friebe & Band
Ort: UT Connewitz, Wolfgang-Heinze-Straße 12a, Leipzig
Beginn: Einlass: 19.30 Uhr, Beginn: 20.30 Uhr
Eintritt: 10 Euro / 7 Euro ermäßigt
(Kartenreservierung unter buero@utconnewitz.de)
Marcel Beyer, 1965 in Tailfingen geboren, ist preisgekrönter Autor gefeierter Romane und Gedichtbände, Herausgeber Friederike Mayröckers, ehemaliger Spex-Autor, Performer, Grenzgänger zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland, ein „Glücksfall für die Gegenwartsliteratur“ (so Deutschlandradio über den Roman „Kaltenburg“ von 2008) – und Edit-Autor der ersten Stunde.
Martina Hefter, geboren 1965 in Pfronten/Allgäu, lebt, seit sie am damals neu eröffneten Literaturinstitut zu studieren begann, in Leipzig. Sie ist Verfasserin dreier Romane (zuletzt 2008 bei Wallstein „Die Küsten der Berge“) und preisgekrönter Lyrik. In ihren jüngsten Arbeiten mit Mathias Traxler verknüpft die ausgebildete Tänzerin Text und Bewegung, Vortrag und Performance zu einem ausdrucksstarken und hochästhetischen Ganzen.
Mathias Traxler, geboren 1973 in Basel/Schweiz, wurde in Berlin zunächst Jurist, dann Schriftsteller. Seine Gedichte erschienen u.a. in Edit, außerdem schreibt er Erzählungen und einen Roman. 2006 nahm er am Wettlesen zum 14. Open Mike in Berlin teil.
Ann Cotten, geboren 1982 in Iowa/USA, 1987 nach Wien und 2006 nach Berlin umgezogen. Vor zwei Jahren erschien bei Suhrkamp „Fremdwörterbuchsonette“, ihr erstes Buch mit Gedichten. Seither wird sie häufig und gerne mit Preisen und Stipendien bedacht, ganz so, wie es ihr gebührt.
Tim Turnbull, geboren und aufgewachsen in North Yorkshire, arbeitete im Forstwesen und sang in diversen Punk-, Ska- und Industrialbands, bevor er sich der Dichtung zuwandte. Seit 1994 slamt, liest und performt er seine Gedichte, die in drei schmalen Büchern gesammelt erschienen sind. Turnbull macht übrigens keinen Unterschied zwischen Schreiben „for stage or page“.
Norbert Lange, 1978 in Gdingen geboren, studierte in Berlin und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Er schreibt Lyrik (u.a. in dem Band „Raufasern“, der 2005 bei der Lyrikedition 2000 in München erschien), wofür er 2006 auf Schloss Wiepersdorf residierte. Er ist außerdem Herausgeber der Gedichte Bernhard Kollers.
Thomas Kapielski, 1951 in West-Berlin geboren, ist „genialer Dilletant“ der ersten Stunde und schreitet leichtfüßig Richtung Gesamtkunstwerk: Der Schriftsteller, Musiker und bildende Künstler erfreut uns Menschen seit über dreißig Jahren mit seiner Kunst und erklärt uns nebenbei auch noch die Welt! Zuletzt erschienen 2009 bei Merve die theoretische Schrift „Zeitbehälter. Kleine Festordnung“ sowie bei Suhrkamp der Prosaband „Mischwald“.
JENS FRIEBE & BAND zelebrieren seit 2004 glamouröse Popmusik mit deutschen Texten. Auf bisher drei regulären Alben sind Jens Friebes vorzügliche Lieder zu finden, zuletzt unter dem bedenkenswerten Titel „Das mit dem Auto ist egal, Hauptsache dir ist nichts passiert“ (2007 bei ZickZack). Jens Friebe hat außerdem das Buch „52 Wochenenden. Texte zum Durchmachen“ geschrieben und veröffentlicht (2007 bei Kiepenheuer & Witsch), das wir hiermit zur stillen Lektüre nach dem Fest empfehlen.
Veranstalter:
Literaturverein Edit e.V., Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig
Telefon: 0341/2306025, E-Mail: post@editonline.de, Website: www.editonline.de
Ansprechpartner für die Presse:
Mathias Zeiske, Geschäftsführer Literaturverein Edit e.V.
E-Mail: mathias.zeiske@editonline.de, Mobiltelefon: 0151/21744432
Edit ist eines der einflussreichsten Foren für junge deutschsprachige Literatur. Die ersten Redakteurinnen und Redakteure, unter ihnen Kathrin Dorn, klebten als eine Art Nullnummer der Zeitschrift Gedichte an Laternenpfähle und leerstehende Häuser in Leipzig. Seit 1993 gibt es Edit als gedruckte Literaturzeitschrift, die heute in einer Auflage von 1.600 Exemplaren erscheint. Neben neuen Arbeiten renommierter Autorinnen und Autoren stellt Edit Texte junger, noch unbekannter Talente in den Vordergrund. Viele der in Edit zum Teil erstmals der Öffentlichkeit vorgestellten Schriftstellerinnen und Schriftsteller zählen heute zu den wichtigsten und aufregendsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur.


Abdullah Jafar Ibn Mohammad Rudaki zählt zu den am meisten verehrten Dichtern im persischsprachigen Raum. In Afghanistan, im Iran und in Tadschikistan wird er bis heute als Nationaldichter gefeiert und seine Werke oder Teile daraus geliebt, gelesen und rezitiert. Eine Einschätzung und Würdigung des Vater der neupersischen Poesie von Dr. Haschmat Hossaini.
Im 3. Jahrhundert nach der Hedschra (9. Jh. nach Christus), als der Freiheitsgedanke in Xorāssān an Kraft gewann und das Land vom Abbassidenreich losgelöst wurde, haben die ersten Wortgewaltigen der Sprache und Literatur des Dari im damaligen Xorāssān und Sistān die Fackel der Dichtung und Literatur in die Hand genommen und mit ihr das Licht nach Zaranğ, Fōšanğ, Sistān, Herāt, Ġōr, Balx, Ğōzğānān, Toxārestān, Kābol und Zābol getragen. Die Safariden von Sistān und die Samaniden von Balx waren die Vorreiter und Inspiratoren dieser Bewegung. / Mehr bei Tethys, Central Asia Everyday
Einige Gedichte Persisch und Englisch
Vgl. deutsche und englische Wikipediaversion!
Vgl. L&Poe 2009 Jun #92. Zwei große asiatische Dichter
Albrecht Wellmer, der ehemalige Assistent von Jürgen Habermas und bis 2001 Philosophieprofessor diesseits und jenseits des Atlantiks, hat seine Analyse des Verhältnisses von Musik und Sprache nicht klein angelegt – und sich Zeit mit der Publikation gelassen. Nun legt Wellmer unter dem bescheidenen Titel „Versuch über Musik und Sprache“ nichts weniger als ein Standardwerk vor, eine wegweisende Übersicht zum Thema – seinem zuweilen etwas professoral wirkenden Duktus zum Trotz. Ein Übersichtswerk ist das Buch nicht zuletzt deshalb, weil der Theodor-W.-Adorno-Preisträger von 2006 explizit darauf verzichtet, „originelle Interpretationen von Musik selbst zu formulieren“. Vielmehr zeichnet er breitflächig historische Entwicklungslinien der Musikästhetik auf, wertet Erkenntnisse anderer Autoren aus – als einer der wichtigsten zieht sich Adorno, gleichsam als roter Faden, durch Wellmers Darstellung – und stellt Positionsvergleiche an, die jeweils den Weg freilegen für die nächstfolgenden Analyseschritte.
Ausgehend von der Leitfrage, ob es eine Sprache der Musik gebe bzw. ob die Musik „sprachähnlich“ sei, reflektiert Wellmer umsichtig Antworten und Erklärungsmodelle – und gibt schließlich gegenüber den komplizierten und, wie er nachzuweisen vermag, oftmals irreführenden Analogisierungsversuchen von Sprache und Musik eher bildhaften Erklärungen wie jener des englischen Komponisten Brian Ferneyhough den Vorzug, der die Musik als „Satellit der (Wort-)Sprache mit einer extrem exzentrischen Umlaufbahn“ zu verstehen versucht.
Albrecht Wellmer geht es stets um Sprachlichkeit in der Musik im weitesten Sinne. Davon zeugen insbesondere seine umfangreichen und virtuosen Fallstudien zu zwei der Schlüsselkomponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, nämlich John Cage und Helmut Lachenmann. Darin geht der Autor weit über eine bloße Analyse des im Titel angegebenen Themenfeldes hinaus.
Was Wellmer tiefstapelnd „Versuch über Musik und Sprache“ nennt, entpuppt sich am Ende als eine komplexe und detaillierte Interpretation der komplexen neuzeitlichen Musikphilosophie.
Fritz Trümpi in Falter : Woche 37/2009 vom 9.9.2009 (Seite 18)
plumbum 10 – endlich auch wieder Life!
Die Literaturzeitschrift plumbum zelebriert ihre 10. Ausgabe! Es lesen fünf unserer Lieblingsautoren: Katharina Adler, Mara Genschel, Udo Grashoff, Claudius Nießen, Ron Winkler. Die Lyrikerin und Musikerin Marlen Pelny schenkt dem Abend Musik, begleitet vom Schlagzeuger Nikolas Basler. Im Anschluss wollen wir mit Euch feiern – DJ Oliver legt auf. Jeder Besucher erhält die aktuelle NewYork-Ausgabe als Geschenk. Sie enthält 15 Original-Linolschnitte der Illustrationsklasse Thomas Müller, HGB.
Schaubühne Lindenfels
Mittwoch, 9.9.2009, 20.30 Uhr.
Karten: 10 Euro/ ermäßigt 8 Euro inklusive einer Ausgabe plumbum Nr.10
NEU! plumbum bei tubuk.de
plumbum finden sie jetzt auch – in guter Gesellschaft – bei tubuk.de
Auch in Leiozig: Am 11.9. bzw. 9/11 lesen Gerhard Falkner, Björn Kuhligk und Ulrike Almut Sandig im Haus des Buches, Moderation Peter Böthig. Beginn: 19 Uhr
Poetry, Granta, and STOP SMILING present
A Celebration of Literary Chicago
CHICAGO – The Poetry Foundation announces that Chicago literary institutions Poetry and STOP SMILING will join with UK-based journal Granta to celebrate the launch of Granta’s special Chicago-themed fall issue. The event will feature readings by contributors to both Poetry and Granta and will debut previously unpublished poems by native Chicagoan James Schuyler, with Granta editor John Freeman offering an introduction. David Trinidad, a friend of Schuyler’s, will speak briefly about the poet’s life and work and read a selection of his poems forthcoming in Poetry and Granta. Chicago poets Reginald Gibbons, Anne Winters, and Diego Báez will also read. A reception follows.
What: A Celebration of Literary Chicago: featuring Reginald Gibbons, Anne Winters, and Diego Báez, with David Trinidad reading previously unpublished work by James Schuyler. A reception follows the reading.
When: Tuesday, September 15, 7:00 to 9:00 p.m.
Where: Stop Smiling Storefront, 1371 North Milwaukee Avenue, Chicago
Admission is free and open to the public.
Diego Báez received a bachelor’s degree in English from Illinois Wesleyan University and is currently pursuing his MFA at Rutgers University–Newark. His poetry and criticism appear in Poemeleon, Growler, The Ampersand Review, and The Little White Poetry Journal.
Reginald Gibbons’s most recent book of poems is Creatures of a Day (2008), a finalist for the 2008 National Book Award. His new translations of Sophocles, Selected Poems: Odes and Fragments (2008), won the Soeurette Diehl Fraser translation award from the Texas Institute of Letters. His new book, Slow Trains Overhead: Chicago Poems and Stories, will be published in 2010. Gibbons teaches at Northwestern University.
James Schuyler was a preeminent figure in the celebrated New York School of poets. After World War II he made his way to Italy, where he served for a time as W.H. Auden’s secretary. His books include three novels, A Nest of Ninnies (written with John Ashbery), Alfred and Guinevere, and What’s For Dinner, as well as numerous volumes of poetry.
David Trinidad received his MFA from Brooklyn College and has taught at Rutgers University, the New School, and Princeton University. His collection Plasticville (2000) was a finalist for the Lenore Marshall Poetry Prize of the Academy of American Poets. Trinidad teaches at Columbia College Chicago, where he co-founded the literary journal Court Green.
Anne Winters is on the faculty at the University of Illinois at Chicago. Her books include The Displaced of Capital; The Key to the City, which was nominated for the National Book Critics Circle Award; and Salamander: Selected Poetry of Robert Marteau, winner of Poetry’s Jacob Glatstein Translation Award. Her published poems and essays appear in the New Republic, the New Yorker, Paris Review, Poetry, and Yale Review, as well as journals in France, Canada, and Italy.
Der Schriftsteller und Georg-Büchner-Preisträger Reiner Kunze ist in Weimar mit dem Thüringer Literaturpreis 2009 geehrt worden. «Sie haben immer gegen die starren Mauern der Ideologien angeschrieben», würdigte Kultusminister Bernward Müller (CDU) den Autor laut Redemanuskript. …
In Greiz begann Kunzes Weg und Erfolg als freier Schriftsteller – zuerst im Osten Deutschlands und mit der Veröffentlichung des Gedichtbandes «Widmungen» 1963 auch im Westen, sagte der Literaturkritiker Christian Eger in seiner Laudatio. In Greiz entstanden Lyrikbände wie «Sensible Wege», der Prosaband «Die wunderbaren Jahre» sowie die Kinderbücher «Der Löwe Leopold» und «Der Dichter und die Löwenzahnwiese». Aber nur eines dieser Werke sei auch in der DDR erschienen: Der Lyrikband «Brief mit blauem Siegel», der laut Eger eine der erfolgreichsten Lyrik-Editionen eines DDR-Autors wurde. / Ostseezeitung 5.9.
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