Gedichte kann man nicht übersetzen. Wie soll man Emily Dickinson ins Deutsche bringen? „Wild nights. Wild nights.“ – „Wilde Nächte, wilde Nächte!“ Der Rhythmus! Der Klang! Wie die Poesie entschwindet, wenn aus vier klanghaften Silben 8 nach nichts klingende werden! – Kann man Keats übersetzen?
Bright star! would I were steadfast as thou art–
Not in lone splendour hung aloft the night
And watching, with eternal lids apart,
Like nature’s patient, sleepless Eremite,
The moving waters at their priestlike task
Of pure ablution round earth’s human shores,
Or gazing on the new soft fallen mask
Of snow upon the mountains and the moors–
No–yet still steadfast, still unchangeable,
Pillow’d upon my fair love’s ripening breast,
To feel for ever its soft fall and swell,
Awake for ever in a sweet unrest,
Still, still to hear her tender-taken breath,
And so live ever–or else swoon to death.
John Keats
1950 erschien bei Manesse ein handliches Büchlein, das Keats‘ Originaltexten eine Prosaübersetzung gegenüberstellt, praktisch nur als Übersetzungshilfe für die Originallektüre:
Heller Stern, wäre ich stät wie du! Nicht in einsamer Pracht, um hoch droben in der Nacht zu schweben und mit ewig offnen Lidern als der Natur geduldiger, schlafloser Einsiedler den flutenden Gewässern zuzuschauen bei ihrem priesterlichen Amt der Reinwaschung rund um der Erde menschenbewohnte Küsten, noch um auf die frische, sacht gefallene Schneemaske der Berge und Heiden zu blicken, nein – dennoch ewig stät, ewig unwandelbar, gebettet auf meiner holden Liebsten reifender Brust, ewig das sanfte Sich-Heben und -Senken zu spüren, ewig wach in süßer Ruhelosigkeit, ewig, ewig ihrem leisen Atemholen zu lauschen und ewig so zu leben oder in den Tod zu sinken.
Kann man dem Prosasatz folgen? Ohne Verse scheint die Spannung zu schwinden, die zum Verstehen nötig ist. Wenn man für Gedichte von Denken in Bildern sprechen kann (bei kurzen Gedichten und auch beim Eingang des oben zitierten Dickinsongedichts geradezu Denken in Silben!), dann gilt für das Sonett vielleicht: Denken in Zeilen + Denken in den je zweigeteilten Quartetten / Terzetten (= Denken in Argumenten). Keats folgt freilich dem Shakespeareschen Muster: 3 Quartette + Schlußreimpaar. Um das Sonett zu verstehen, muß man die Argumente der Strophen oder Versgruppen wahrnehmen – die hier durch den langen komplexen Satz extrem gespannt sind. Man muß die Versstruktur wahrnehmen, um zu verstehen: Wie die erste Zeile, bei Keats nur mit Gedankenstrich, nicht mit Ausrufezeichen von den übrigen 13 Zeilen getrennt, oder was dasselbe ist wie: mit ihnen verbunden, wie also die erste Zeile ein knappes Argument darstellt*, auf das die Verse 2 bis 8 antworten: steadfast, „stät“: aber nicht so, sagt dies erste Teilargument der Antwort. Hier folgt ein zweiter Gedankenstrich, drauf das Wörtchen „no“, das Argument bündig fassend, mit einem dritten Gedankenstrich, doppeltes Nein, erst in 7 fünfhebigen Jamben und dann noch einmal in dem kurzen Wort „no“. Der Gedankenstrich gliedert das Gedicht!
Der zweite Gedankenstrich nach der achten Zeile schneidet das Sonett fast nach dem italienischen Maß der Quartette / Terzette zu. Nur daß die Quartette durch die syntaktische Struktur überschrieben sind. Die „Terzette“ sind Terzette als syntaktische Einheit der letzten 6 Zeilen, während der Reim sie nach englischem Vorbild in 4+2 gliedert. Das Reimschema geht in durchgehend männlichen (einsilbigen) Reimen so: abab cdcd efef gg.
Die so mehrfach abgeteilten letzten sechs Verse bilden freilich keine wirkliche Antithese zu dem Doppelquartett – sie kommen zunächst nur als „dennoch“ daher, als beinahe trotziges Bekräftigen des Eingangsarguments „would I were steadfast“ – wär ich nur „stät“, stetig wie der helle Stern. Erst dann offenbart sich die Antithese: der Stern ist stetig und unwandelbar in seiner Unnahbarkeit, das Ich aber will zwar Stetigkeit, aber in Nähe. Hautnähe! Das Schlußsextett spricht von Erotik, ein Hauptthema des Sonetts, seit es erfunden wurde. Nur ist es keine Erotik der Unnahbarkeit, wie sie das Liebeskonzept der Trobadors und dann Dantes und Petrarcas Entwurf der Damen Beatrice und Laura und die petrarkistischen Konzepte der englischen metaphysical poets waren. Keats zeichnet keine abstrakten Antithesen, die nur die Unerfüllbarkeit der Liebe bezeugen. Seine Antithese zur strahlenden Unnahbarkeit des Sterns ist die wirkliche sinnliche Berührung der geliebten Person. Sein Sonett bleibt zwar bis zum Schluß im Konjunktiv, aber die Alternative ist greifbar. Real ist die sinnliche, erfüllbare und erfühlbare Gegenwart der Geliebten. Mirko Bonné übersetzt sie so:
Gebettet auf der Liebsten junger Brust,
Dem sanften Auf und Ab für immer nah,
Für immer wach in ruheloser Lust,
Stets, stets im Ohr den zarten Atemzug
So offenbart sich zum Schluß eine dritte, noch ganz andere Gliederung.
Die erste: Das ganze Sonett besteht aus einem einzigen Satz, der durch den Gedankenstrich dreigeteilt wird in a) Zeile 1, b) 2-8 und c) 9-14. Das entspricht dem italienischen Muster 8+6.
Die zweite: Das Reimschema gliedert nach englischem Muster 4-4-4-2
Die dritte: Der Konjunktiv bildet einen Rahmen aus den Versen 1-10 und 14, die das abstrakte Schema der Unwandelbarkeit und Pracht des hellen Sterns darstellen, das dem Ich nur im Konjunktiv erreichbar ist. Verse 11-13 entfalten dagegen im Innern eine reale erotische Szene. Nicht die deutlich ausgestellten zweifachen Gliederungssysteme des italienischen und des englischen Sonetts enthalten die Opposition des Sonetts. Die wirkliche Opposition besteht nicht zwischen abstraktem Konzept und realer Unerfüllbarkeit, sondern zwischen der sytemischen irrealen Abstraktion und dem wirklichen sinnlichen Leben. Sie geht quer durch die Grenzen beider Systeme, indem sie das dritte Quartett und das abschließende Reimpaar durchschneiden. In dieser sonettgemäß spannungsgeladenen, von der Konzeption her abstrakten Struktur verbirgt und zeigt der romantische Dichter eine wirkliche erfüllte Liebesszene.
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*) Der jambische Zehnsilbler ist seinerseits raffiniert zweigeteilt, indem die zwei ersten Wörter = Silben durch Ausrufezeichen vom Rest der Zeile getrennt & mit ihm verbunden sind. Die Struktur des Sonetts – ungleich lange Einheiten auf mehreren Ebenen (metrisch, klanglich, semantisch, syntaktisch) in Spannungsverhältnisse zu verwickeln – macht sich schon in der ersten Zeile geltend. Man versteht sozusagen schon, bevor man versteht. Wenn Bright star durch Heller Stern ersetzt wird, fallen zwei Spannungsmomente weg, Klang und Metrum. Beide wirken im Original zusammen, die musikalischen Vokale der einsilbigen Wörter lassen beide gleich stark klingen. Das ist keine Abweichung vom jambischen Maß, sondern schon eine Forderung der alten Griechen, wonach der erste Fuß gelegentlich umgedreht werden muß. In unseren akzentuierenden Sprachen führt das oft dazu, daß die beiden ersten Silben gleich schwer sind: Bright star. Diese Figur heißt Anáklasis, noch Brecht und Benn lernten sie in der Schule, und Keats wußte das auch. Die schwebende Betonung der beiden Wörter stellt sie als zwei Paukenschläge musikalisch und bildlich vor uns, erst dann geht es jambisch argumentierend weiter. Wieder ist es so, daß die Dinge schon in Auge und Ohr sind, bevor wir sie bemerken.
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Hier das Gedicht mit Anmerkungen des Herausgebers in der Ausgabe
The poetical works of John Keats, reprinted from the original editions, with notes by Francis T. Palgrave.
London: Macmillan, 1884.
Hier ein Faksimile des Gedichts in Keats‘ Handschrift,wie er es in sein Exemplar von ‚The Poetical Works of William Shakespeare‘ gegenüber dem Gedicht ‚A Lover’s Complaint‘ eintrug.
Zum Download:
The poetical works of John Keats
1841 – 73 pages
The poetical works of Coleridge, Shelley and Keats: complete in one volume
Samuel Taylor Coleridge, Percy Bysshe Shelley, John Keats – Literary Criticism – 1832 – 607 pages
The life and letters of John Keats
John Keats, Baron Richard Monckton Milnes Houghton – Biography & Autobiography – 1867 – 363 pages
Niemand hat Istanbul so wunderbar beschrieben wie der türkische Dichter Orhan Veli Kanik. Er wurde im Jahr 1914 in Istanbul geboren und starb dort schon sechsunddreißig Jahre später an den Folgen eines nächtlichen Sturzes in eine Baugrube. Sein Gedicht „Istanbulu dinliyorum“ – „Ich höre Istanbul“ – ist so oft zitiert, vertont und aufgesagt worden, dass die Istanbuler die Augen verdrehen, sobald man es erwähnt. Als echter Klassiker gilt aber „Monteur Sabri“:
Mit dem Monteur Sabri
Reden wir immer nachts
Und immer auf der Straße
Und immer betrunken.
Er sagt jedesmal:
„Ich komme zu spät nach Haus.“
Und jedesmal
Hat er zwei Kilo Brot unterm Arm.
/ FAZ 1.1.
Der schottische Lyriker Don Paterson erhält die Goldmedaille der Königin für Lyrik (Queen’s Gold Medal for Poetry), teilte der Buckingham-Palast mit. Geehrt wird er für den Gedichtband „Rain“, der bereits den Forward Prize for Poetry 2009 erhielt. Poet Laureate Carol Ann Duffy, die der Jury vorsaß, sagte, Patersons Werk sei „Lyrik des Muts und der Überzeugung“ („poetry of bravery and conviction“). Die Medaille wurde 1933 gestiftet und ehrt „Exzellenz“ in einem Gedichtband des vergangenen Jahres. Unter den Preisträgern waren Sir John Betjeman, Ted Hughes, WH Auden und Stevie Smith. / BBC News 31.12.
Zuletzt in L&Poe
2009 Okt 46. National Poetry Day
2009 Sep 84. 2009 Prizes for Contributors to Poetry Announced
Ernst Jünger war ein leidenschaftlicher Jäger und Sammler. In seine Manuskripte hat er vielfach Pflanzen und Insekten eingeklebt. Nun droht der Klebstoff die Papiere zu zerstören. Restauratoren im Deutschen Literaturarchiv Marbach suchen nach einer Lösung. / Gunnar von der Geest, NZZ 30.12.
«Hochstapler gab es immer, Menschen, die unter der Vorspiegelung, mehr zu sein, anderes zu sein, als sie tatsächlich waren, vom Schein lebten.» Mit diesem Satz eröffnet Albert Ehrenstein 1925 sein Vorwort zu Thomas Schrameks authentischer Hochstaplergeschichte «Freiherr von Egloffstein». Sie erschien in der Reihe «Aussenseiter der Gesellschaft – Die Verbrechen der Gegenwart», die Rudolf Leonhard am Ende der turbulenten Inflationsjahre im Verlag «Die Schmiede» startete. …
Eine Erdung in nachprüfbaren Kriterien wird mitunter auch im Literaturbetrieb zum Problem. Deshalb, so Albert Ehrenstein, seien «unter den Dichtern . . . mehr Hochstapler als sonstwo», denen nur «die korrupte Literaturpolizei dieses Adelsprädikat verleiht».
/ Evelyne Polt-Heinzl, NZZ 31.12.
(Das wäre doch mal ein Coup, wenn jemand das Thema Hochstapler „unter den Dichtern“ incl. Literaturpolizei behandelte. Aber das tut die Autorin – vielleicht wohlweislich – nicht. Sie behandelt Hochstapler in den 20er Jahren und der New Economy und Hochstaplerbücher im Sinne von Büchern über solche. Eigentlich schade. Wahrscheinlich aber bekämen wir dann sowieso bloß eine Debatte, in der X den A einen Hochstapler nennte und A den X, Y die B, B den Z, Z den G und munter weiter. All das gibt es zwar, aber meist nur im privaten Gespräch. Da aber doch reichlich, oder? Ansonsten muß nur George Forestier herhalten, und die Literaturpolizei übt ihr Amt hauptsächlich durch Verschweigen der Konkurrenten aus. Und natürlich im Loben der Hochstapler…)
Das Grab von Cao Cao, einem bekannten Kriegsherrn und Politiker aus dem dritten Jahrhundert, wurde in der Stadt Anyang in der zentralchinesischen Provinz Henan ausgegraben, sagten Archäologen am Sonntag.
Cao Cao (155-220 n. Chr.), der den stärksten und wohlhabendsten Staat zur Zeit der Drei Königreiche (208-280 n. Chr.) errichtet hatte, ist für seine hervorragenden militärischen und politischen Fähigkeiten bekannt. Ebenfalls wird er für seine Gedichte gewürdigt, die seine starke Persönlichkeit reflektieren. Einige von ihnen sind noch heute in den Lehrbüchern der Mittelschule enthalten. / china.org.cn 29.12.
Ein Gedicht über die Sterblichkeit der Schildkröte, die Erinnerung an blutige Schlachten, Berichte über Intrigen am Hof des letzten Han-Kaisers, Gesetze zur Agrarpolitik und über Wehrbauern-Siedlungen, die Gründung eines Reichs. Cao Cao hat viele Spuren gelegt, nicht zuletzt im populären Theater, im 700 Jahre alten Volksroman „Die Geschichte der Drei Reiche“, im Film und im Fernsehen. Das hat ihm vor vier Jahren eine 84 Folgen lange Serie gewidmet. / Karl Grobe, FR 30.12.
Mehr: Spiegel-Bericht mit 6 Fotos
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Cao Cao (Tsau Tsau) war eine schillernde Gestalt. Erst Bandenführer, dann Kriegsherr, versuchte er die verfallende Han-Dynastie zu retten. Als Herrscher, zuletzt nur noch von Nordchina, förderte er die Kunst und war selber ein bedeutender Dichter. Sein Sohn Tsau Pi begründete die Wei-Dynastie der Drei Königreiche und ernannte seinen Vater postum zum Kaiser Wu von We (Wei). Tsau Tsau schrieb diesen „Grabgesang für das Haus Han“:
Zwanzig Herrscher nun haben vom Hause der Han regiert.
Und niemals noch warn seine Vertrauten so schlecht!
Geleckte Affen in Kappe und Gürtel,
Klein ihr Gehirn, gigantisch ihr Prahlen!
Zauderer sie, ohne Mut zu entscheidender Tat,
Bis wie ein Wild auf der Jagd ward gefangen ihr Kaiser.
Ein weißer Regenbogen hatte die Sonne durchbohrt,
Auch schon vorher empfingen sie warnende Zeichen.
Ein Räuber griff nach den Zügeln des Reiches,
Erschlug seinen Fürsten, zerstörte die Hauptstadt.
Frevelnd stürzt er den Thronsitz des Kaisers,
Und der Tempel der Ahnen ging in Flammen zugrund.
Verbannt und vertrieben, – aus der Hauptstadt nach Westen,
Weinen und Schreie, – so zog die Kolonne dahin.
In Ehrfurcht schau ich die Wälle der toten Stadt,
Aus wehem Herzen erheb ich die Klage.
Deutsch von Peter Olbricht, aus: Lyrik des Ostens: China. dtv 1962. (Hanser 1958) S. 45f.
Meine Anthologie: Garstig
„Nathan Who?“, fragen die Kritiker, als Nathan Niedlich bei der Verleihung des renommierten Italo-Svevo-Preises die Bühne betritt. „Nie gehört“, sagen kopfschüttelnd auch die geladenen Lektoren und warten auf die literarische Prominenz des Abends. Niedlich, Autor von acht Romanen, Bachmann-Preisträger und Villa-Massimo-Stipendiat, ist solche Demütigungen gewohnt. Seit Jahren schreibt er nur noch für die Schublade, die Absagen der Verlage füllen mehrere Ordner. Aber er ist nicht der Einzige, den unvorhersehbare Strömungswechsel im Literaturbetrieb an den Rand der Bedeutungslosigkeit getrieben haben. Für Nathan Niedlich, kurz N. N., ließen sich viele Namen einsetzen, vor allem aber der von Wolfgang Hegewald, dem Autor des Romans, dem die genannte Episode entstammt.
Wolfgang Who? Der 1952 in Dresden geborene Hegewald veröffentlichte in den achtziger Jahren nach seiner Ausreise aus der DDR einige hochgelobte Romane in renommierten Verlagen, erhielt den Bachmann-Preis und das begehrte Rom-Stipendium. Und doch blieben seine Bücher das, was Hegewald heute selbstironisch „Rezensionserfolge“ nennt. Nach zwölf Jahren der verlegerischen Obdachlosigkeit hat er nun bei Matthes & Seitz ein neues Zuhause gefunden und schießt mit „Fegefeuernachmittag“ einen mit Ironie und Sprachwitz gespickten Pfeil in den literarischen Betrieb ab. …
Es ist ein gelungenes Versteckspiel mit einigen illustren Figuren der deutschen literarischen Szene, das zu entschlüsseln auch für Außenstehende eine Freude ist. Köstlich, wie etwa aus Sigrid Löffler Edda Gabler wird, die weichhändige Großkritikerin, deren Gedankengänge zuweilen nur in den ruckhaften Bewegungen ihres germanisch-blonden Haarhelms nachzuvollziehen sind. Großartig auch, wie pointiert Hegewald immer wieder die Absurditäten des Betriebs aufspießt. Etwa in der Szene, in der ein „renommierter Novellist“ während eines deutsch-deutschen Dichtertreffens auf einer Ostsee-Fähre mit sofortiger Abreise droht, weil ebenso eine gewisse Ellen Butt-Prömse an Bord ist, die einst mit „Pferde-Lyrik“ in Deutschland weltberühmt geworden sei und neuerdings florale Metaphern bevorzuge. Hegewalds Alter Ego N. N. entgegnet, es mache sich doch nur lächerlich, wer auf offener See mit vorzeitiger Abreise drohe, was wiederum ein bezeichnendes Licht auf den Realitätssinn des vielgerühmten Erzählers werfe. / Sarah Elsing, FAZ 30.12.
Zum ökumenischen Kirchentag in München 2010 plant der Lyriker und Verleger Anton G. Leitner die Aktion „Ein Tag, ein Gedicht“. Ab dem 1. Januar soll im Internet jeden Tag ein Gedicht veröffentlicht werden. Bis zum Abschluss des Kirchentages Mitte Mai soll so eine Sammlung mit über hundert lyrischen Texten entstehen. An der Aktion beteiligen sich Autoren aus Deutschland, Österreich, Polen und der Schweiz. Der zweite Ökumenische Kirchentag in München wird am 12. Mai eröffnet. Die Adresse lautet www.oekt.de. / kuvi.de
Der thematische Schwerpunkt des Jahresbandes aber ist dem Leben und Werk des Reutlinger Schriftstellers Gerd Gaiser gewidmet, der im Jahr 2008 100 Jahre alt geworden wäre. Gaiser zählte zu den profiliertesten deutschen Autoren der frühen Nachkriegszeit, war aber wegen seiner im Nationalsozialismus veröffentlichten Propaganda-Lyrik (unter anderem: „Reiter am Himmel“) heftig umstritten. Bekannt wurde Gaiser, der als Lehrer am Reutlinger Friedrich-List-Gymnasium und später als Professor an der Pädagogischen Hochschule tätig war, mit seinem 1958 im „Hanser“-Verlag veröffentlichten Roman „Schlussball“. Nachdem Walter Jens und Marcel Reich-Ranicki Gaisers in der NS-Zeit publizierten national-verklärten Gedichte und Prosatexte in den Mittelpunkt ihrer Kritik rückten und ihm seine schriftstellerischen Fähigkeiten pauschal absprachen, geriet der Schriftsteller rasch wieder in Vergessenheit. „Zum Glück“, wie Reich-Ranicki auch 2001 in einem „Spiegel“-Interview noch sagte.
Zu Unrecht, wie der Kulturwissenschaftler Hermann Bausinger findet, der anlässlich Gaisers 100. Geburtstags in Reutlingen und in Oberriexingen, dem Geburtsort Gaisers, zwei Festvorträge hielt. Beide („Gerd Gaiser – Erinnerung an die Kindheit“ und „Eine sterbende Welt, die nach Dauer klagte“) wurden nun in die „Reutlinger Geschichtsblätter 2008“ aufgenommen. Ergänzt werden Bausingers Texte durch einen mit Literatur-Auszügen angereicherten Vortrag von Gaisers ehemaligem PH-Kollegen Theodor Karst und einem kurzen Essay des Schweizer Germanisten Bernhard Vögtlin. Wie Bausinger würdigen Karst und Vögtlin Gaisers Werk kritisch. Dies brauche keine Schonung, verdiene es aber, verstanden zu werden, schreibt Vögtlin. Er schließt seine Betrachtungen mit den Worten: „Ohne Gaiser ist eine deutsche Literaturgeschichte nicht zu schreiben.“ / Schwäbische Nachrichten 30.12.
Reutlinger Geschichtsblätter Neue Folge, Nr. 47 (2008). Herausgegeben von Stadtarchiv und Reutlinger Geschichtsverein. 304 Seiten, 123 Abbildungen, davon 48 in Farbe, 24 Euro.
„National-verklärte Gedichte“? Ein paar die schwäbische Heimatforschung ergänzende Bemerkungen sind angebracht. Von „Reichslyrik“ sprach Peter Bekes (Kritisches Lexikon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur). Das klingt ein bißchen nach Walter von der Vogelweide & Co. Das „Neue Handbuch der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur naach 1945“ spricht schon genauer von „Gedichten mit nationalsozialistischer Tendenz“. Franz Lennartz‘ Handbuch „Deutsche Dichter und Schriftsteller unserer Zeit“, 4. Ausgabe 1941 (damals noch „Die Dichter unserer Zeit“), fehlt er – in diesem Jahr erschien Gaisers Erstling, der Gedichtband „Reiter im Himmel“, ja gerade erst – kennt das Buch noch nicht. Es ist Gaisers einziger Gedichtband. Der neurechte Kulturwart Götz Kubitschek, der auch ein ein ausgemachter Lyrikfreund ist und in seiner Kolumne „nationale“ Gedichte von Joachim Fernau, Stefan George, Hölderlin, Benn, Trakl, Enzensberger und anderen vorstellt (in: Sezession im Netz) verleugnet das Buch schlicht, wenn er in seinem Autorenportrait Gerd Gaiser (Sezession 25 · August 2008) wider besseres Wissen behauptet:
Gaiser war also schon vierzig Jahre alt, als er mit Zwischenland debütierte…
Der Erzählungsband „Zwischenland“ erschien 1949 bei Hanser. Natürlich kennt er das Buch von 1941 sehr wohl oder weiß zumindest von seiner Existenz, denn später im gleichen Text schreibt er darüber:
Gaiser selbst war 1933 dem NS-Lehrerbund und 1937 der NSDAP beigetreten, und zwar nicht, weil er sich einen Karrieresprung versprochen hatte, sondern weil er überzeugt davon war, damit die richtige Politik zu unterstützen. Beleg dafür ist der einzige Gedichtband, den Gaiser veröffentlichte: Reiter am Himmel (1941) versammelt expressive Verse, die dem Führer Gefolgschaft und Wehrbereitschaft gegen den Feind aus dem Osten signalisieren. Curt Hohoff hat „Gaisers Reichslyrik“ treffend als ein „von Nietzsche inauguriertes Kokettieren mit der Gewalt“ bezeichnet: „Das Hitlersche Regime konnte von solchen Idealisten für eine Möglichkeit der politischen Erfüllung gehalten werden. Wie schnell verflog sie für Gaiser!“
Wie schnell verflog? In der Tat: 1941 bejubelt er den Führer, im Jahrzehnt darauf verflucht er ihn. Das heißt, er datiert die Verfluchung zurück. In dem Roman „Die sterbende Jagd“ läßt er einen Nazi-Obersten über den größten „ihn“ aller Zeiten so denken:
Ich hasse ihn. Ich hasse ihn wie die Pest.
Gott hat ihn uns geschickt, dachte er, und er muß uns verderben. Ich verstehe das und verstehe es nicht. Aber ich kann nicht austreten und kann es nicht wenden.
Nemo contra Deum nisi Deus ipse.
Dieser Oberst ist Chef einer Staffel der Nazi-Luftwaffe – ein „Reiter am Himmel“, wie der Dichter das poetisch nennt. Expressive Gedichte, sagt Kubitschek. Jedenfalls fehlen die „festen Reime“, die in der Szene als Ausweis nationaler & genialer Lyrik gelten. Kubitschek ist belesener als die Barden und pflegt einen besseren Geschmack, er mag Benn und Trakl, aber „expressiv“? Die Verse plätschern so dahin, nur von Pathos und etwas Bildungskitsch zusammengehalten.
Ich zitiere ausführlich Reinhold Grimm, der den Roman und zwei Gedichte des Bandes genauer ansieht, als es Entschuldiger und Verklärer taten. Hier der vollständige Text von Gaisers Gedicht „Der Führer“ mit Grimms Kritik:
Ich zitiere dieses jämmerliche Machwerk, diesen Hymnus auf den angeblich so Gehaßten, zur Gänze:
Da wir aufbrachen, sahn uns die Alten nach.
Hinter dämmrigen Scheiben
Stießen sie, ihrer Jugend erinnert, sich an.
Ihnen dünkt geringer die unsrige,
Weil wir keine Kränze auf Vorschuß nahmen, weil wir
Gar nicht jubelten,
Und vom Siege nicht redeten.
Wir sparten die Antwort.
Schräg, aus den Augenwinkeln, blickten wir her.
Kein Wort ist uns Siegen,
Sondern Lebens oder Sterbens Entscheid.
Wie denn im Felde
Selten jene die besten Soldaten sind,
Denen nie auf der Zunge der flinke Ausruf stockt,
Die mit eiligen Augen
Ihre flache Wachheit ewig zu Scherzen trägt,
Sondern die Schweigsamen,
Die im Stehen schlafen, wenn keiner sie nötig hat,
In der Not aber kommt in sie keine Müdigkeit.
Keiner sah sie je gähnen, sah sie nach Essen
Fluchen oder um Wasser die Hälse drehen.
Kein Wort kommt über ihre Lippen in der Gefangenschaft,
Schweigend stürben sie, eh sie den Wind verrieten
Oder den gestrigen Schnee. Und
So auch schuf uns die Not.
Wir lernten
Schon als Knaben, daß Hunger nicht ehrlos macht.
Nie kaufte ein üppiger Tisch uns die hohen
Hoffnungen ab.
Wir neiden euch nicht, ihr drüben, eurer Kamine
Schläferndes Warm. Die Wimper eurer
Flachen entzauberten Weiber betört uns nicht.
Leer heißen uns eure Tänze,
Leer euer Lärm.
Die ein Hebräer anführt:
Einer Schlachtsau Leben wird einstmals das eure gelten
Stickig und fett.
Wenn aber wir fallen,
Wird lang unsre Jugend
Wie ein Riff aus dem Meer der Geschlechter ragen,
Da wir dem heerfolgten,
Der, entwachsen dem Sagbaren,
Aller Satzung enthoben
Alles Vergänglichen bar,
Aller Nächster und Fremdester,
Niedergestiegen von drüben,
Unbegreiflich uns vorfocht,
Dem wir gehorchten,
Weil unser höchstes Gebot auch sein Feldzeichen war.[14]
Damit, dergleichen als “ungare Stücke eines namen- und einflußlosen Debütanten” zu bezeichnen, wie Gaiser in einem Gespräch mit Horst Bienek anno 62 unwirsch festzustellen beliebte,[15] ist es wahrlich nicht getan. Hitler, “niedergestiegen” wie ein Gott und “aller [menschlichen] Satzung enthoben”, die von einem “Hebräer” (Roosevelt?) Angeführten, also – sagen wir es doch unverblümt – die Juden durch seine Henker wie Säue, ja Ungeziefer abschlachtend: nein, das war keine harmlos ‘verirrte’ Reichs- oder Kriegslyrik. Gaisers unsägliche “Poesie [schade um den Namen] diente bewußt einer sehr konkreten Politik”.[16]
[14] Gerd Gaiser: Reiter am Himmel: Gedichte. München 1941. S. 57f.; das mir vorliegende
Exemplar trägt den Stempel “Hauptarchiv der NSDAP. Nr. 38,54”.
[15] Vgl. Horst Bienek: Werkstattgespräche mit Schriftstellern. Mit 15 Photos auf
Tafeln. München 1962. S. 220.
[16] So Reich-Ranicki: Deutsche Literatur in West und Ost. S. 56.
Aus:
Gerd Gaisers Reiter am Himmel – Bemerkungen zu seinem Roman Die sterbende Jagd
Author: Grimm, Reinhold
Source: Amsterdamer Beiträge zur neueren Germanistik, SCHULD UND SÜHNE? Kriegserlebnis und Kriegsdeutung in deutschen Medien der Nachkriegszeit (1945-1961) Internationale Konferenz vom 01.-04.09.1999 in Berlin. HEUKENKAMP, Ursula (Hrsg.) , pp. 21-33(13)
Literatur
Walter Jens: Gegen die Überschätzung Gerd Gaisers: Nicht alles, was zur
Klampfe gesungen wird, ist Dichtung. In: Die Zeit vom 25.11.1960; auch in: Hans
Mayer (Hrsg.): Deutsche Literaturkritik der Gegenwart. Frankfurt a.M. 1983. Bd. 4:
S. 74-81.
Marcel Reich-Ranicki: Deutsche Literatur in West und Ost: Prosa seit 1945. München
1963. S. 55-80 (erstmals in Der Monat vom selben Jahr)
Volker Braun
Schuldspruch
Der siebenbürgische Dichter DU HAST MICH VERFÜHRT
Mit meinen ersten Versen, den Sozialismus zu glauben.
Hätte er weitergelesen … Kann ich dafür
Daß er sitzenbleibt in meiner Schule.
Ich habe genug zu tun mit meiner eigenen Dummheit
Und kauen wir nicht den gleichen rohen entsetzlichen Stoff.
Aus: Volker Braun: Die Zickzackbrücke. Ein Abrißkalender. Halle: Mitteldeutscher Verlag 1992, S. 85
Dieses Gedicht hatte ich nicht vergessen. Es fiel mir immer mal wieder ein und diesen Herbst/ Winter und zwischen den Festen erneut aus gegebenem rohen entsetzlichen Anlaß. In unserer je eigenen Dummheit lachen wir über die SCHLAUEN. Die alles schon wissen, wie noch ein anderer geschrieben hat. Lachen mit Schluckauf.
Meine Anthologie: Be-sinnlich
Was hilft die Versicherung, Puschkins „Onegin“ gehöre zu den schönsten Werken der Weltliteratur, wenn es sich um eine 200 Seiten lange Dichtung in Versen handelt? Von Erzählungen erwartet man heute Prosa, Verse nur von kurzen Gedichten. Diese strikte Aufteilung macht es einem Versroman in Strophen zu je 14 Zeilen schwer, die Gunst des Publikums zu gewinnen. Würden die deutschen Leser noch ihre klassischen Versepen kennen, Wielands „Oberon“, Goethes „Herrmann und Dorothea“, Heines „Atta Troll“, so gefiele ihnen der witzige, spielerische und doch weltkluge Ton von Puschkins melancholischer Geschichte eines gelangweilten Dandys ebenso wie die geistreichen Zwischenbemerkungen des Erzählers über das Metier des Schriftstellers. …
Fällt in „Eugen Onegin“ der Name Theokrits, so liefert der Kommentator zwei profunde Seiten über Charakter und Wert von Theokrits Idyllen, über sein Ansehen im 18. und 19. Jahrhundert und die moralische Säuberung der Theokrit-Übersetzungen im viktorianischen Zeitalter.
Nabokov genügt allen Anforderungen an einen philologisch zuverlässigen Kommentar, übertrifft ihn jedoch durch elegante Formulierung und die Lizenz aphoristischer Einschübe („Die Gewagtheiten des einen Zeitalters sind die Platitüden des nächsten“).
/ HEINZ SCHLAFFER, SZ 22.12.
VLADIMIR NABOKOV: Kommentar zu Eugen Onegin. Aus dem Englischen von Sabine Baumann. 1331 Seiten.
ALEXANDER PUSCHKIN: Eugen Onegin. Ein Versroman. Aus dem Russischen von Sabine Baumann. Vorwort und Einleitung von Vladimir Nabokov. 294 Seiten. – Beide Bände: Stroemfeld Verlag, Frankfurt am Main und Basel 2009. Zusammen 128 Euro.
How globe-trotting poetries may not beat scrawls in a cave.
By C.K. Williams
Poetry Media Service
All over the world, if not every day then in every age, beautiful paintings and poems and pieces of music and buildings are generated: one can almost imagine little flaring lights on the surface of the earth, like those seen in photos from space, though they are much more sparse and scattered than the illuminating devices that bespeckle our globe. And then over time these embodiments of the beautiful are harvested, amassed, collected in books, in museums, in concert halls, to be distributed into the lives of individual human beings, to become crucial elements of their existence. Often, our experience of beauty will be the first hint of what each of us at some point will dare call our soul. For don’t those first stirrings of that eternally uncertain, barely grasped notion of something more than mere mind, mere thought, mere emotion, usually first come to us in the line of a poem, a passage of music, the unreal yet more-than-real image in a painting?
And isn’t it also the case after all that beauty is the one true thing we can count on in a world of insufferable uncertainty, of constant moral conflicts? I’ve wondered sometimes if humans invented gods to have something appropriately sensitive, grand, and wise enough to appreciate these miraculous modes of beauty that are so different in material and quality from anything else in the world. Might gods have first been devised not to assuage our fears and hear our complaints and entreaties, but for there to be identities sufficiently sublime to understand what those first painters and sculptors—and surely, though the words and tunes have been lost, those poets and singers—had wrought?
Perhaps this is why those first great artworks were executed deep in caves, so as to be certain the divinities who were their audience wouldn’t be distracted by the wonder of the natural world, and so lose the concentration necessary to glory in, and be glorified by, these singular human creations that equaled and even surpassed what had been given by nature for meditation. And perhaps that’s why poets, who may half-remember such matters, go off into what can look to others like solitary caverns, shadowed with loneliness, but which surely aren’t.
C.K. Williams’s new book of poems, Wait, will be published in spring 2010. He will also publish a prose study, On Whitman, around the same time. He teaches in the creative writing program at Princeton University. Excerpted from “All Around the World the Same Song,” originally published in the March 2009 issue of Poetry magazine and available at http://www.poetryfoundation.org.
Distributed by the Poetry Foundation.
© 2009 by C.K. Williams. All rights reserved.
Auf Steinen unter Bäumen hat er die ersten Verse gelernt. „Die Bäume sind Blätter in meinen Heften, und die / Steine sind Gedichte wie ich“, erinnerte sich Ali Ahmad Sa“id Isbir später. Am 1. Januar wird der syrisch-libanesische Dichter mit dem Pseudonym Adonis 80 Jahre alt.
Er gilt vielen als der bedeutendste arabischsprachige Lyriker der Gegenwart und wird seit Jahren als Anwärter auf den Literaturnobelpreis gehandelt. Schon sein Vater, Bauer und Imam des syrischen Dorfs Quassabin, wo Adonis 1930 geboren wurde, schrieb Gedichte. Als der Staatspräsident das Dorf besuchte, durfte der 13-jährige Ali selbst verfasste Gedichte vortragen. Zum Dank wurde ihm sein sehnlichster Wunsch erfüllt: eine Schule besuchen zu dürfen.
Er studierte Philosophie und promovierte nach einem Studienaufenthalt in Paris 1973 an der Beiruter Universität über „Das Veränderliche und das Beständige – Tradition und Erneuerung in der arabischen Kultur“. Bekanntgemacht hat ihn der Gedichtband „Die Gesänge Mihyars, des Damaszeners“ (1961, deutsch 1998) – Visionen eines muslimischen Zarathustra. In dem Werk verschmelzen die Sufi-Lyrik islamischer Mystiker und das Pathos Friedrich Nietzsches miteinander. / Claudia Schülke, Stuttgarter Nachrichten 29.12.
In L&Poe (vollständig im Archiv erreichbar):
2001 Jan # Nacht der Poesie auf dem Potsdamer Platz
2001 Mrz # Wenn wir nun die Meßlatte von Adonis´ Dichtung
2001 Apr # Welt der Wortkunst
2001 Jul # Zwischen Zauber und Zeichen
2001 Okt # Nicht der Gott des Islam
2001 Dez # In diesen Briefen lebt die Langsamkeit
2002 Jan # Stefan Weidner rezensiert
2002 Mrz # Adonis´ Stimme
2002 Mrz # Lyrik in ausgewählten Zeitschriften
2002 Jun # „Der Islam braucht die westliche Kultur“
2002 Jul # Adonis´ Buch
2002 Jul # Poetry after Adonis
2002 Jul # Gedichte
2002 Okt # Innerarabische Diskussion
2002 Okt # Grab für New York
2002 Okt # Überwindung des Orientalismus
2002 Okt # Poesie der Freiheit
2002 Nov # Nur Hirtenvölker bevorzugen die Poesie
2003 Aug # Eindringlinge und Tyrannen
2003 Sep # Hussein Al-Mozany schreibt
2003 Okt # Der irakische Dichter Sargon Boulus
2003 Dez # Gipfeltreffen in Beirut
2004 Aug #17. Arabische Literatur
2004 Aug #32. Schönheit des Arabischen
2004 Sep #11. Araber: Warum die Lyrik vorherrscht
2004 Sep #68. Ich, Adonis
2004 Sep #70. Revolution der arabischen Lyrik
2004 Sep #73. Grab für New York
2004 Sep #78. Kurzporträts
2004 Okt #13. Adonis Band 2
2004 Okt #19. Im Garten mit Baudelaire
2004 Okt #32. Wort-Alchemie
2004 Okt #60. Abdelwahab Meddeb
2004 Dez #97. Adonis 75
2004 Dez #105. Oleschinskis Sprachreise
2005 Jan #61. Unter Perlentauchers top 50
2005 Feb #52. Zwei arabische Dichter
2005 Mrz #55. Der syrische Dichter Adonis eröffnet,
2005 Mrz #81. Im Nouvel Observateur
2005 Mrz #100. Unvollendetes Gedicht
2005 Mai #11. „Poesie International“ in Dornbirn
2005 Mai #87. Léopold Sédar Senghor-Preis
2006 Jan #49. Todesliste – summa cum laude
2006 Mrz #68. Hört nicht auf eure Eltern
2006 Mrz #97. Es gibt sie immer noch,
2006 Jul #81. Adonis über das laizistische Experiment Libanon
2006 Aug #71. Über die Radikalisierung
2006 Sep #108. Mit geschlossenem Mund gähnen
2006 Okt #37. Nobelwetten und Damenfußball
2006 Dez #50. Im Namen des Islam
2007 Mrz #3. Lest Rifka!
2007 Mrz #75. Veranstaltungen zur Leipziger Buchmesse (4): 23.3.
2007 Jul #106. Revolutonär und Seher
2007 Okt #98. Sargon Boulus gestorben
2007 Okt #124. Mallarmés Würfelwurf
2008 Nov #64. Algerische Intellektuelle über Angriffe auf die Meinungsfreiheit beunruhigt
2008 Dez #45. Dialog
2009 Feb #113. Wer gewinnt?
2009 Jun #55. „Die arabische Sprache, mein einziges Land“
2009 Aug #40. Ammann hört auf
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