30. Türkische Dichter bei Lyrikline

(Woche der türkischen Poesie)

Die Plattform lyrikline entält bislang je 10 Gedichte von 10 türkischen Lyrikern auf Türkisch, Deutsch und teilweise anderen Sprachen (Englisch, Französisch u.a.), jeweils mit Text und Audiofile. Weitere Übersetzungen von Manfred Peter Hein, Uwe Kolbe und Ulrike Almut Sandig sind in Vorbereitung. Bisher:

  • Gülten Akin
  • Metin Celâl
  • Refik Durbaş
  • Haydar Ergülen
  • Adnan Özer
  • Gonca Özmen
  • Oktay Rifat
  • Oktay Taftali
  • Tugrul Tanyol
  • Can Yücel

Deutsche Sammlungen moderner Weltlyrik enthalten bisher nur sehr vereinzelt türkische Autoren. Enzensbergers „Museum der modernen Poesie“ (1960) bringt Nazım Hikmet (in Übersetzungen aus der DDR). Der „Atlas der neuen Poesie“ von Joachim Sartorius (1995) hat Fazıl Hüsnü Dağlarca, ebenso Harald Hartungs Sammlung „Luftfracht“ von 1991.

Die natürlich unvollständige Liste zeigt erst recht, was wir an Projekten wie lyrikline haben. Ebenso, daß wir von der Anwesenheit von 2 Millionen türkischen Mitbewohnern noch nicht soviel profitiert haben, was die Lyrik betrifft. Das Internet bringt noch dies und das, aber auch nicht immer rundum zufriedenstellend. Kleine Probe:

Sie weiß wirklich nicht, etwas über türkische Poesie, wenn Sie haben Nazim Hikmet nicht gehört, der noch. (hier)

Die Deutschen standen wirklich schon mal besser da:

29. Mal ein Filmtip

für Berlinnahe:

Mittwoch, 07.04.2010, 21.00
Club der Polnischen Versager
///  Ackerstrasse 170  ///  Berlin-Mitte  /// www.polnischeversager.de
česky film: tschechische Filme, immer am 1. Mittwoch des Monats

Diesmal: der Kult-Film ‚K o u r‘ (“ R a u c h „), CSSR , 1990, in Originallfassung mit englischen Untertiteln

Rauch, mit dem Untertitel „Rythmical des totalitaeren Zeitalters“ ist der erste Abendfilm des Regisseurs Tomaš Vorel und ein Kultfilm. Die Achse der Geschichte stammt aus einem studentischen Film „Ing.“ aus dem Jahre 1985. Die Geschichte schidert den Kampf des dunklen Totalitarismus und der jungen fortschrittlichen Generation. Viele Lieder mit bis dadaistischen Texten und  Dialoge in Versen erleichtern das Thema, manche Szenen sind durch Minimalsmus oder Expresionismus stark beeinflusst. Es handelt sich um eine poetische Geschichte mit eigenem Humor, der auf dem Wechsel der Hyperbole und Ironie mit ernsten Szenen basiert.

28. Tauben vergiften

Wegen seines schwarzen Humors und bitterböser Songs wie dem „Tauben vergiften“ ist Kreisler seit Jahren bekannt. Anfang Juni erhält Georg Kreisler den Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. ORF

27. Es war wie ein Spiel

Es begann als ich 13 war. In der Schule schrieb ich Science-Fiction-Geschichten. Später habe ich viele Gedichte verfasst – die waren aber oft unverständlich und voll von Metaphern. Ich habe verschiedene Stile ausprobiert. Es war wie ein Spiel. / Der bosnische Journalist und Autor Faruk Šehić im Gespräch mit Cicero

26. American Life in Poetry Celebrates Fifth Anniversary

Free Column Restores Poetry’s Place in Newspapers

CHICAGO — The Poetry Foundation is pleased to announce the fifth anniversary of American Life in Poetry, the weekly newspaper column featuring a poem selected and briefly introduced by former U.S. Poet Laureate Ted Kooser. Running regularly in newspapers across the country, from the Post Tribune (Gary, IN) to the St. Petersburg (FL) Times, as well as on the web, American Life in Poetry reaches more than three million readers.

Over the last five years the column has featured more than 240 poets, including Pulitzer Prize winner Lisel Mueller, Cave Canem co-founder Cornelius Eady, various poets representing large and small regions of the country, and several young poets from public school writing programs. The column not only promotes contemporary poetry to a larger audience but also restores poetry’s traditional place in newspapers.

“The age-old tradition of clipping poems from the paper and mailing them to friends, or pasting them in scrapbooks, or posting them on the refrigerator is thriving, and an abundance of our readers have expressed their appreciation for what we give them each week,” said Kooser. “Poetry is definitely alive and well in America.”

American Life in Poetry is available to newspaper editors, free of charge, for carriage in either their print or online editions.

Register to receive American Life in Poetry, and explore the column archive, at www.americanlifeinpoetry.org.

25. Dantes Fantasy

Hartmut Köhler übersetzt Dantes Göttliche Komödie, die größte Fantasy-Geschichte des Mittelalters, in Prosa und kommentiert gelehrt

Mit Dante sollte man es sich nicht zu schwer machen. Natürlich ist die „Göttliche Komödie“ ein gelehrtes Weltgedicht aus Kosmologie, Theologie und dem historischen Wissen von Antike und Mittelalter. Die schwindelerregende Ordnung dieser Überlieferungen wirkt zwingend folgerichtig und unendlich ausdeutbar zugleich. Von einem „Meer des Sinns“ hat jüngst der Romanist Karlheinz Stierle gesprochen. Aber je öfter man solche Qualitäten herausstreicht, umso erfolgreicher wird man neue Leser abschrecken.

Dann gerät ins Hintertreffen, dass hier zunächst eine anschauliche Geschichte erzählt wird, nämlich eine Jenseitsreise, die durch drei präzise gezeichnete Reiche führt: Die Hölle ist eine düster geschluchtete Berglandschaft mit Sandstürmen, Feuerregen und Eisseen; das Fegefeuer ein dagegen fast idyllisch anmutender Ort der Reinigung, mit Hirtengesängen, Frühlingsluft und weiten Ausblicken; das Paradies aber ein gleißender Himmel von Licht und Sternen, Klang und Gesang, der sich im abstrakten Fluten des Gottesbildes auflöst. Wir lesen die größte Fantasy-Geschichte des Mittelalters, bevölkert mit Teufeln, Monstern und Drachen, später von Engeln und Heiligen, vor allem aber den Seelen bedeutender Menschen – eine wahre Odyssee im Weltraum, die spannend bleibt bis zu den letzten Versen, wo dem Dichter die Sprache versagt und Gottes reine Liebe die Sonne und die anderen Sterne kreisen lässt. / Gustav Seibt, SZ 3.4.

DANTE ALIGHIERI: La Commedia. Die Göttliche Komödie. I. Inferno / Hölle. Italienisch / Deutsch. In Prosa übersetzt und kommentiert von Hartmut Köhler. Philipp Reclam jun., Stuttgart 2010. 562 Seiten, 27,95 Euro.

24. Bicentenario

Namen für neue Produkte zu finden, ist dieses Jahr leicht in Lateinamerika. Sieben Länder feiern 200 Jahre Unabhängigkeit, Bicentenario heißt das Gedenkjahr auf Spanisch. …

Zwar haben die meisten Länder Lateinamerikas in den letzten Jahren politisch viel erreicht, ihre Demokratien gefestigt. Doch hundert Millionen Lateinamerikaner haben wenig davon, sie leben in bitterster Armut. Nirgendwo anders ist der Reichtum so ungerecht verteilt wie zwischen Rio Grande und Feuerland. Eine kleine reiche Oberschicht lebt auf Kosten einer riesigen Unterschicht, und bildet im Prinzip noch immer die Verhältnisse der Kolonialzeit ab.

Der mexikanische Nobelpreisträger Octavio Paz schrieb schon vor mehr als 50 Jahren: „Unser Unabhängigkeitskrieg war nicht nur Selbstverleugnung, er war Selbstbetrug. Der wahre Name unseres Liberalismus ist Autoritarismus. Unsere Modernität war eine Maskerade“. Die jungen Staaten, die aus dem untergegangenen Kolonialreich hervortraten, gaben sich Verfassungen nach Vorbild der nordamerikanischen oder französischen Revolution. Doch das meiste blieb schwülstige Rhetorik, die bis heute stilprägend für Lateinamerika ist und oft das Handeln ersetzt. Auf der Internetseite des mexikanischen Bicentenario heißt es: „In nur 200 Jahren unserer Geschichte haben wir durch heroische Gesten und große Momente viele Anlässe geschaffen, auf die wir stolz sein können. Wir sind Teil dessen, wovon die Initiatoren der Unabhängigkeit träumten.“ / Sebastian Schoepp, SZ 3.4.

23. Poetry Foundation Celebrates National Poetry Month

Programming includes Poetry magazine, poetry films, iPhone app, multimedia poetry tours, recitation contest, readings, online educational resources, and more

CHICAGO – The Poetry Foundation is pleased to announce an exciting array of literary events and programs in celebration of National Poetry Month, April 2010.

Poetry
For its April issue, Poetry has dispensed with the usual prose section in order to make room for extensive Q&A’s with the poets. Designed to enable readers to have a deeper experience with the poems in the issue, and also to give some insight into the questions that editors ask when considering submissions, the Q&A’s are probing, surprising, sometimes testy, and often funny. Poets featured in the issue include Rae Armantrout, Todd Boss, H.L. Hix, Cathy Park Hong, Devin Johnston, Adam Kirsch, Randall Mann, Spencer Reece Donald Revell, and Robyn Schiff. The Q&A’s are also available online atwww.poetryfoundation.org/poetrymagazine.

Poetry Everywhere
Thirty-two new films debut as part of Poetry Everywhere, a poetry film series produced in association with WGBH Boston and David Grubin Productions. Featuring poets such as Seamus Heaney, Toi Derricotte, Kevin Young, and Marilyn Chin reading their work, the films air intermittently on public television. They are also available online at www.pbs.org/poetry andwww.poetryfoundation.org/poetryeverywhereThe just-released 2010 season of Poetry Everywhere introduces an accompanying iPhone application, available for free in the iTunes App Store, that offers selected videos from the project.

Multimedia Chicago and DC Poetry Tours
Featuring poems thematically related to each city and its unique neighborhoods and cultural landmarks, and showcasing the voices of a range of poets past and present—including Elizabeth Alexander, Thomas Sayers Ellis, and Robert Lowell in DC, and Gwendolyn Brooks, Carl Sandburg, and Stuart Dybek in Chicago—the Chicago and DC Poetry Tours include archival and contemporary recordings of poets and scholars as well as music, art, and photography. The Washington Post described the DC Poetry Tour as “a poetry-themed Acoustiguide, where the streets are your museum and where each picture is accompanied by a poem,” and noted the project’s focus on an “all too often hidden cultural history.” Both tours can be experienced virtually at or downloaded for mp3 players atwww.poetryfoundation.org/poetrytours, free of charge.

Readings
The Poetry Foundation will host several poetry readings in Chicago throughout National Poetry Month. Presented in association with the Art Institute of Chicago, Derek Walcott reads on April 1 in Fullerton Hall. On April 13, Indigo Moor, Roger Bonair-Agard, and Kelly Norman Ellis will read at the Jazz Showcase. Cornelius Eady will read at the Cindy Pritzker Auditorium of the Harold Washington Library Center on April 24.All readings are free and open to the public, with seating on a first-come, first-served basis.

Poetry Out Loud: National Recitation Contest
At the end of the month, 53 high school students will walk onstage to face their peers, armed only with poems they have memorized and made their own. One will walk away with the title of Poetry Out Loud National Champion and a $20,000 award. Poetry Out Loud is a partnership initiative of the Poetry Foundation and the National Endowment for the Arts that encourages the study of great poetry by offering educational materials and a dynamic recitation competition to high schools across the country. The National Finals take place on April 26–27 in Washington, DC. More information is available atwww.poetryoutloud.org.

Harriet Monroe Poetry Institute
The Poetry Foundation recently released the first project of the Harriet Monroe Poetry Institute (HMPI), “Poetry and New Media: A Users’ Guide.” Intended for use by poets and others in the poetry community as a tool to help them rethink their relationship to copyright and fair use and thus to develop permissions practices that allow the greatest possible access to poems while still protecting the rights of creators, the report also includes recommendations intended to help the poetry community use new media for poetry education. The full report is available for free download atwww.poetryfoundation.org/institute.

Poetry Learning Lab
Teachers and students are invited to explore the Poetry Learning Lab, the Poetry Foundation’s recently launched media-rich online poetry experience. Developed with a team of teachers, librarians, and poets to provide an immersive educational experience with poetry, the Lab provides readers of all levels with the opportunity to practice close reading and listening skills and to think broadly and analytically about poetry and poetics. Resources available as part of the project include annotations, reading guides, audio and video recordings, discussion questions, writing ideas, teaching tips, and podcasts.Designed for anyone who wants to learn more about poetry, the Poetry Learning Lab is available atwww.poetryfoundation.org/learninglab.

Blog
The Poetry Foundation’s blog, Harriet, will host over 30 poets, including Brian Turner, Kwame Dawes, Rachel Zucker, and Wanda Coleman, for a month-long conversation about poetry, poetics, and the poetry blogosphere.www.poetryfoundation.org/harriet

23. American Life in Poetry: Column 263

BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

Music lessons, well, maybe 80 out of every 100 of us had them, once, and a few of us went on to play our chosen instruments all our lives. But the rest of us? I still own a set of red John Thompson piano books that haven’t been opened since about 1950. Here Jill Bialosky, who lives in New York City, captures the atmosphere of one of those lessons.

Music Is Time

Music is time, said the violin master.
You can’t miss the stop or you’ll miss the train.
One, two, three, four, one, two, three, four,
one, two, three, four.

She clapped her hands together
as the boy moved the bow across the strings.
One, two, three, four, one, two, three, four,
one, two, three, four
, the violin master shouted,

louder and more shrill so that her voice
traveled through the house like a metronome,
guiding him, commanding him to translate the beat,
to trust his own internal rhythm.

Good boy, she said.
See how hard you have to be on yourself?
How will your violin know who you are
unless you make it speak?

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2008 by Jill Bialosky, from her most recent book of poems, Intruder, Alfred A. Knopf, 2008, by permission of Jill Bialosky and the publisher.

Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

22. Literaturhaus feiert Andreas Okopenko

Unter dem Titel „Zu einem Geburtstag / Deine Luft sei nun von Adlern frei“ feiert das Wiener Literaturhaus am 10. April den 80. Geburtstag von Andreas Okopenko, einem bedeutenden Vertreter österreichischer Gegenwartsliteratur.

Der Titel zur Feier ist ein Zitat aus Okopenkos „Streichelchaos“ aus dem Jahr 2004. Okopenko gilt als still und scheu. Seine Werke blieben einer breiten Leserschicht bisher verborgen. Dabei gilt er als heimischer Vorreiter des Hypertexts, der parallel zur Konkreten Poesie und zur Wiener Gruppe eine eigenständige, sprachexperimentelle Literatur schuf. …

Gemeinsam mit H. C. Artmann gründete er die literarische Sektion „der keller“ im Art Club, der wichtigsten Wiener Künstlervereinigung der frühen 50er Jahre. In seiner Zeitschrift „publikationen einer wiener gruppe junger autoren“ schrieben unter anderem Artmann und Friederike Mayröcker. / orf

21. Vierzeiler

Woche der Türkischen Poesie

3 der „6 Vierzeiler“ des türkischen Dichters Fazıl Hüsnü Dağlarca:

Eine Erde auf der Mammuts fehlen
Ist häßlich
Eine Erde auf der ich fehlen werde
Wird nicht häßlich sein

Ich bin der
Der die Sprachen aller Menschen der Welt nicht gelernt hat
Der Brot sagte
Und sie verstanden Vogel

Die Katze
Der Witwe
Ist wärmer
Als die Katze der Braut

Aus: Fazıl Hüsnü Dağlarca, Brot und Taube. Berlin: Volk und Welt 1984, S. 25f (Deutsch von Gisela Kraft)

20. Gedichtzettel

des Wiener Poeten Helmut Seethaler, der im Dauerstreit mit den städtischen Behörden lebt, die ihn mit Klagen und Prozessen überziehen, weil er den öffentlichen Raum mit Gedichten schmückt, finden sich bei Tweetphoto.

In folgenden L&Poe-Nachrichten finden Sie Kommentare des Autors, der neueste vom 30.3.:

Seethalers haupttatort derzeit:VORM museumsquartier:NUR gedichte (cont)

Am 5.2.:

Es drohen ihm bis zu
EIN JAHR HAFT

Und Schadenersatz
Sowie Kosten der gerichte
..
Ermutigungen und
1 promill-beteiligungen an eingeklagter schadenssumme und
Der Gerichtskosten
Bitte auf
PSK 7 975 059
Blz. 60 000


Bisher gab es 3 350 anzeigen in 35 jahren gegen seethalers gedichte-verbreitungen

2010 Feb #10. “Zettelpoet” wieder vor Gericht

2010 Feb #122. Zettelpoet: “Schade, dass ich es nicht war”

19. Trost der Bäume

Dorthin zog ich mich zum Lesen zurück, als pathoserfüllter Adoleszent mit Hölderlin in der Sakkotasche und Plänen für die Gründung einer Akademie namens „Hyperion“, deren Statut noch immer irgendwo in meiner Insel-Taschenbuchausgabe steckt. Auch wenn die Akademie, die unter Spöttern etwas sprechender der „Sherry-Klub“ genannt wurde, die Schulzeit nicht überlebt hat, unvergesslich ist mir eine Hochsommernacht, die wir im Freien dort unter dem Baum verbrachten. Wie da drei Jungs saßen, einer neben dem anderen, mit dem Rücken an den Baum gelehnt, im Dunkeln ebenso obskure Gedichte schreibend, erfüllt von einer Art gemeinsamer All-Erfahrung im Zeichen der Kunst, das ist eine Erinnerung, die mir heute noch Trost spendet. Heute, da es schon ausreicht, mit einem gerade bei Oxfam erstandenen Band Gedichte von Gertrud Kolmar in der Hand ein japanisches Interiorgeschäft zu betreten, um in fast verschwörerischer Geste als Mitglied einer Gemeinschaft Ausgestorbener begrüßt zu werden. Gedichte auf offener Strasse zu lesen! / Eckhart Nickel, Die Welt 4.4.

18. Gedicht vom Tod

Erika Werner, Hamburgs Grande Dame der Literatur, macht Lesungen ganz nach ihren Vorstellungen. Bestsellerlisten oder berühmte Autoren interessieren die 74-Jährige nicht

Und sie erzählt mit sichtbarem Vergnügen: „Die Lyrikerin Elke Erb liest eigene Texte, die Schauspielerin Ingeborg Kallweit liest Lyrik von Inger Christensen und ich moderiere: Drei alte Damen von Anfang Siebzig reden vom Tod. Darauf freue ich mich schon.“ / Welt online

7. April: Harry Rowohlt liest komische Gedichte von Shel Silverstein im Sporthaus SC Sternschanze, 20 Uhr. 23. April: Totengedenken II im „Die Döns“, Anleger Neumühlen/Altona; 20 Uhr. Weitere Infos unter http://www.stil-ev.de

17. Huchelpreis verliehen

Die österreichische Schriftstellerin Friederike Mayröcker hat den Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik bekommen. Aus gesundheitlichen Gründen konnte die 85-Jährige die Auszeichnung am Samstag im badischen Staufen nicht selbst entgegen nehmen.

Sie ließ sich durch eine Mitarbeiterin des Suhrkamp-Verlages vertreten. Die Jury hatte Mayröcker den mit 10 000 Euro dotierte Preis für ihren Gedichtband «dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif» zugesprochen. …

Der Band, in dem Mayröcker ihr Leben und ihre künstlerische Arbeit reflektiert, sei ein «neuer Höhepunkt im umfangreichen Lebenswerk der Schriftstellerin», sagte der Jury-Vorsitzende Claus Schneggenburger. / Zeit online