BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
There are thousands of poems about caring for the old, but I have never before seen one like this, in which a caregiver wades with an elderly person out into deep water, literally and figuratively. It’s by Marie Thurmer, a poet now living in Nebraska.
A Grandfather
We waded in the shallows,
holding his hands, then just
fingertips, as his feet
slowly lifted off the bottom.
The land did not stop
at the waterline, but simply
became unreachable.
His worn face bobbed above
the waves, breath in an O
as our words, fistfuls
of shimmering minnows,
scattered, lost on their way
to him. The tide carried
him out, then back a bit,
a gradual letting go into dark
waters, and we, still
in the ebb, could almost
mistake that O
for the response we wanted—
on the ins, I’ll remember you,
on the outs, goodbye.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2012 by Marie Thurmer, and reprinted by permission of the poet. Introduction copyright © 2013 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Mit einer bezaubernden kleinen Anthologie, bestehend aus hundert deutschen Gedichten, meldet sich der Banater Autor Richard Wagner als Herausgeber zu Wort. Erschienen ist das Buch im Aufbau-Verlag mit dem Titel „Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus“, einem berühmten Vers aus Joseph von Eichendorffs Gedicht „Mondnacht“. Auf dem blauen Band, das das Buch umschließt, prangt die holde Versprechung: „Lyrik schenkt Heimat“. / Edith Ottschofski, Siebenbürgische Zeitung
Richard Wagner (Hg.): „Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus. Hundert deutsche Gedichte“, Aufbau Verlag; Berlin, 2013, 186 Seiten, 12,99 Euro, ISBN 978-3-351-03549-5.
DAS LYRISCHE QUARTETT VOM 20.11.2013
Mit Gast Nora Gomringer
In der letzten Ausgabe des Jahres 2013 komplettierte Nora Gomringer das Lyrische Quartett. Sie stellte Gedichte des brasilianischen Lyrikers Ricardo Domeneck vor, die in der Übersetzung von Odile Kennel im Verlagshaus J. Frank erschienen sind. In der Diskussion ging es ungewohnt deutlich zur Sache. Schon Gomringer betonte, es sei wichtig zu wissen, Domenecks „wunderbare“ Gedichte seien „wie die Männer, die er liebe: lang und schlaksig“. Die Runde lobte die „Anmut, Grazie und Lässigkeit“ der Gedichte genauso wie ihre Übertragungen ins Deutsche. Doch sie blieb nicht frei von streitbaren Aussagen. Harald Hartung formulierte den von ihm selbst so bezeichneten altmodisch-reaktionären Standpunkt, ein „normaler heterosexueller Mann“ finde hier „nicht so viel Nahrung“.
Auch die Besprechung von Steffen Popps mittlerweile drittem Gedichtband „Dickicht mit Reden und Augen“ (kookbooks) gestaltete sich kontrovers. Heinrich Detering, der das Buch vorstellte, sprach von „ungeheuer intellektuellen“ Gedichten, die ihn ganz im Gegensatz zu Popps Debüt „Wie Alpen“ enttäuscht hätten. Wieder fielen drastische Aussagen. Detering postulierte: „Er will da hin, wo Monika Rinck ist, aber die kann’s besser, und er sollte woanders hin.“ Kristina Maidt-Zinke hielt dagegen. Es gebe Vieles in den Texten, was in ihr Bilder und Vorgänge auslöse, die nachhaltig seien.
Dies alles sowie die Diskussion zu Sylvia Plaths Gedichten in der Übersetzung von Judith Zander („Der Koloss“, Suhrkamp) und den ‚Haltbarkeitstest‘ von Sarah Kirsch („Sämtliche Gedichte“, DVA) können Sie hier in Gänze nachhören.
Denn dieses Buch ist ein Glücksfall. Ein Glücksfall wohlgemerkt für uns Leser, denn für das Gelingen solcher Texte ist sicher mehr als Glück nötig. 31 Prosatexte hat Igel in dem schmalen Band versammelt, „reminiszenzen, ausgelöst durch träume oder einen gedankengang“ nennt die Autorin sie selbst, kurze Texte, meist nur eine oder zwei Seiten lang (ein hübsches Detail dabei sind die am Ende der ungeraden Seiten gesetzten Reklamanten in längeren Texten). Wie häufig bei solchen Prosaminiaturen ist die Gattung schwer zu bestimmen: Narrative Passagen wechseln mit lyrischem Sprechen, die konsequente Kleinschreibung (außer am Satzanfang) verleitet einmal mehr, die Texte (auch) als Gedichte zu lesen. Immer wieder werden die Texte auch in Zeit und Raum verortet (die sechziger, siebziger, achtziger Jahre werden erwähnt, Städte, Straßennamen) und verführen dazu, Autobiographisches darin zu sehen.
Dabei lösen die beiden Stimmen sich nicht nur ab, sie umkreisen einander, verflechten sich immer wieder, fließen bisweilen ineinander, ohne dabei je ihre Individualität zu verlieren. Etwa in „Zwischen Nadelarbeiten und Nadelwäldern“:
„Das Kind hat an die nadelarbeiten in der unterstufe denken müssen — Mit dickem faden, rot, blau, grün, gelb … strickte es mäandernde bänder, drang es mit der nadel durch das dickicht einer geschichte, deren erklärung erst jahre später folgen sollte, bemächtigte es sich ihrer zeichen, stickte sie ein in das linnen, das grau war und von grober struktur ...“.
Sprache ist eines der großen Themen dieses Bandes, das noch sprachlose Staunen (eines Kindes) über Redensarten als Anfang der Arbeit an der Sprache:
„Nein, nicht einmal mit dem gedanken daran, eine frage zu formulieren, tastete sich das ich durch die zeit der redensarten, der ver oder beleumdungen — Der mund der straße schien niemals stillzustehen…“ (in „Zeit der Redensarten“). Wie im Dazwischen zwischen zwei Sprechern halten die Texte auch hier mit Leichtigkeit die Balance zwischen Sprachforschung und Sprachspiel, zwischen Staunen und Wissen:
„‘Jedes Wort birgt einen widersinn in sich‘ notierte ich ins tagebuch, und der auslöser für diesen gedanken war, daß ich kurz zuvor das wort flußläufe gelesen und dabei die läufe eines tieres vor augen hatte …“
/ Dirk Uwe Hansen, Signaturen
Jayne-Ann Igel: Umtriebe. Frankfurt/M (Gutleut Verlag) 2013, 60 Seiten, 11 Euro.
Lettrétage, Berlin, November 2013
We are happy to organize the „SOUNDOUT! Award for New Forms of Presenting Literature“, which takes place in May 2014 in Berlin, Germany.
We know that there are tons of interesting ideas and approaches all over Europe out there, we wanted to get to know them, so we wanted to organize an opportunity for all those european literary activists to meet, share and get in further contact with each other, we wanted to put the public focus on all those activists, their ideas and approaches! So we asked the LOTTO STIFTUNG Berlin Brandenburg and the Berliner Senat for financial help, and they granted us the opportunity to make our dream come true.
The SOUNDOUT! Award for New Forms of Presenting Literature includes prize money of 5000 €. Come to Berlin and turn the city into a laboratory of literary presentation!
Folks, here we are, looking forward to your proposals.
Lets meet, share, rethink, reread and rehear text: SOUNDOUT!
Rudolstadt (Stadtverwaltung) – Der Lyriker, Übersetzer und Literaturkritiker Jan Wagner, einer der bedeutendsten deutschen Lyriker seiner Generatio, liest am Mittwoch, 04. Dezember 2013, um 19.30 Uhr Gedichte und gibt Auskunft über sein Werk, das Verhältnis von Dichtung und Politik, sowie neue Tendenzen der deutschsprachigen Lyrik. (…) Moderation: Dr. Daniela Danz / Deutschland today [sic]
(Und ich schwöre, ich hab nix weggenommen)
An dieser Stelle stand gestern ein vermeintlich von Daniela Seel stammender Hinweis auf einen „erwähnenswerten“ Verlag und vermeintlich frischen Autor. Ihre Namen sind Schall und Rauch und nicht erwähnenswert. Mit geklauter Autorität und gefälschter Mailadresse wollte jemand Guerillawerbung treiben. Das Zeug liegt, wo es hingehört, im Papierkorb. Nicht gedacht soll seiner werden.
Für die Lyrikzeitung nicht das erste mal, daß mit gefälschten Identitäten Stimmung gemacht werden soll. (Bisher hatte ich den Fall „nur“ in Kommentaren).
Daniela Seel weist darauf hin, daß sie ausschließlich unter der Mailadresse daniela.seel@kookbooks.de kommuniziert. Der Fälscher benutzte eine ähnlich aussehende Adresse, aber bei einem anderen Server.
Bertram Reinecke „poet in residence“ 2014
„poet in residence“ 2014 ist der in Leipzig lebende Dichter Bertram Reinecke. Eine Mehrheit von Zuhörern und Jury gab ihm beim Endausscheid am Sonnabend im Kulturhaus Loschwitz den Vorzug vor Odile Kennel und Ron Winkler. Von Januar bis März 2014 erhält er ein Stipendium und Unterkunft in der Gästewohnung des Buchhauses Loschwitz. Eine Auswahl seiner Gedichte erscheint später in einer Sonderpublikation. Das Stipendium hat ein Unternehmer gestiftet, der anonym bleiben will.
Bertram Reinecke ist Jahrgang 1974 und stammt aus Güstrow. Er hat in Greifswald Germanistik, Philosophie und Psychologie, in Leipzig am Deutschen Literaturinstitut studiert. Seine Gedichte montiert er nach strengen Formprinzipien aus anderen Texten. Ein solches Werk wird mit dem lateinischen Begriff Cento bezeichnet. Dieses Verfahren war bereits in der Antike gebräuchlich. Reineckes jüngster Gedichtband erschien 2012 unter dem Titel „Sleutel voor de hoogduitsche Spraakkunst“ (roughbooks, Urs Engeler). Außerdem betreibt der Dichter den kleinen Leipziger Verlag Reinecke & Voß.
/ gä, Dresdner Neueste Nachrichten 18.11.
Das Letzte aus der Welt des Buches: Kerngeschäft der Buchsparte des Douglas-Konzerns (drei Sparten) Parfüm, Christ-Schmuckläden und Thalia-Buchhandlungen) bleiben Bücher:
Im Segment Buch baue man auf die drei Säulen* stationär, online und digital. Außerdem auf eine Sortimentserweiterung: Um das Kerngeschäft mit den Büchern habe man erfolgreich Warengruppen arrondiert und wisse jetzt, „was geht und was nicht geht“, sagte der Douglas-Chef. Gute Erfahrung mache man etwa mit Spielwaren, Musik-CDs und DVDs**. Schlechte Erfahrungen haben man mit minderwertigen Produkten, in der Douglas-Sprache „Geschnorbsel“ genannt, gemacht. „So etwas genügt nicht dem Anspruch unserer Kunden“, weiß Kreke. Die Zusatzsortimente müssten wertig sein***.
Das sagte Douglas-Chef Henning Kreke am Dienstag bei einem Pressegespräch in Düsseldorf. / boersenblatt
*) Drei Sparten, drei Säulen, kann das Zufall sein?
**) Warum eigentlich nicht Parfüm? Weil es sich nicht so gut zu Säulen stapeln läßt wie Bücher, CDs und DVDs?
***) Wohlgemerkt, die Zusatzsortimente – nicht unbedingt das Kerngeschäft
Auch er ließ sich von Rolf Persch, Lyriker aus Nohn, eine „Lyrik-Pappe“ als Unikat herstellen. Von Pracht ausgesucht aus einer der Textsammlungen des Berufsdichters, spannte Persch auf der „Gabriele“-Reiseschreibmaschine „Made in Brasil“, aus den 1980er Jahren kurzerhand ein DIN-A-5 großes Stück Pappe auf die Walze und schon ging es im Zwei-Finger-Suchsystem ans Abschreiben der Lyrikzeilen.
Das fertige Gedicht wurde gestempelt und signiert, [Bürgermeister] Pracht musste einen Obolus von fünf Euro dafür berappen, von dem er noch nicht genau weiß, „wie ich das im nächsten Haushalt als Vorfinanzierung einstellen soll“. Die Gedicht-Schreibaktion war für ihn eine Premiere, für Persch ist sie allerdings nichts Neues. Er hat „Lyrik-Pappen“ schon im Kölner Museum Ludwig live angefertigt und sogar ein kleines „Lyrik-Abonnement“ aufgelegt, „limitiert auf 20“. Die Kunden erhalten für ihre Abo-Gebühr von ihm monatlich ein neues Gedicht, selbstverständlich wie bei einer Grafik ebenfalls signiert und hundert Prozent analog geschrieben auf der „Gabriele“. / Kölnische Rundschau
In der Reihe »Literarische Alphabete« Stevan Tontić liest aus seinem Gedichtband »Odysseus an Penelope« sowie neue Gedichte und spricht mit Patrick Beck über das Leben im Exil, Psalmen als Zuflucht und das heutige Sarajevo […] 1993 ging Stevan Tontic ins Exil nach Deutschland, bis 2001 lebte er in Berlin, heute wieder in Sarajevo […]. Einige seiner Bücher wurden auch ins Deutsche übersetzt, u. a. der Band »Handschrift aus Sarajevo« (Verlag Landpresse, 1994), ein Manuskript, das er förmlich aus dem brennenden Sarajevo herausschaffte, um es zu bewahren, und »Odysseus an Penelope«, erschienen 2010 im Leipziger Literaturverlag.
Stadtmuseum Dresden, 27. 11. 2013, 20 Uhr. Veranstalter: Literaturforum Dresden e. V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
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