Wie erkennt man Deutsche an ihren Trinkgewohnheiten? fragt Matador:
11. You can’t trust your taste in music when you’re drinking.
While you’re usually known for your sophisticated music tastes, as soon as you’re slightly drunk, good old German Schlager music seem to be the best party music ever. That’s right, Schlager music — the cheesy, old-fashioned stuff that usually only your grandparents listen to.
If things get really bad, you even start dancing to Mallorca Schlager, where D–list celebrities try to extend their 15 minutes of fame to 20 minutes with the help of computer technology and high quality lyrics like, “And the red horse just turned around and fended the fly off with his ponytail. But the fly was not stupid and made summ, summ, summ and flew around the horse with a lot of buzzing. Schalala.”
Oh Germany, you country of poets and thinkers! / matador network
Ein Zwischenruf nach 200 Jahren von Raoul Schrott:
„Von den Ausländern hat man bestenfalls einen Pound hinter einer Vitrine im Wohnzimmer; die Weinflecken darauf aber rühren meist vom Vorbesitzer her. Sprachen, selbst noch lebende europäische, sind kein Thema: Französisch, Italienisch, Spanisch kennt man vom Hörensagen oder von der Menükarte…
Aber einiges ist doch bereits in Übersetzung greifbar, werden Sie einwerfen, und das Interesse müßte doch vorhanden sein? Ich kann Ihnen jetzt versichern, von dem, was die moderne Poesie in den letzten Jahrzehnten ausmachte, und wenn´s nur die Nobelpreise sind – Milosz, Brodsky, Walcott, Heaney etc. -, auch da werden Sie nur in Ausnahmefällen jemanden finden, mit dem Sie darüber ein paar vernünftige Worte wechseln könnten. Wie die arbeiten und worüber, ist für speziell deutsche Verhältnisse nicht von Belang…“
Raoul Schrott: Fragmente einer Sprache der Dichtung. Grazer Poetikvorlesung. Literaturverlag Droschl, 1997, S. 10-11
(18 Jahre her. Täuscht der Eindruck, daß sich das zumindest in Szenen mählich ändert? Es gibt spannende Übersetzungsprojekte, neue Verlage mit internationalem Profil, mehrsprachige Veröffentlichungen meist in kleineren Verlagen und Zeitschriften, ferner unter uns lebende Dichter arabischer, türkischer, persischer, ungarischer, polnischer, russischer, ukrainischer, bosnischer, tschechischer, englischer, spanischer etc. pp. Sprachherkunft, viele von ihnen switchen zwischen den Sprachen und sind vermittelnd tätig… wer weiß, was noch kommen mag. Darüber befinden doch nicht die fremdenfeindlichen Spießer auf manchen Straßen!)
Wie der in Odessa lebende Schriftsteller Boris Chersonski auf seiner Facebookseite mitteilt, hat sich der Nowosibirsker Schriftsteller Viktor Iwaniw (Виктор Иванiв, auch Iwanow) im Alter von 37 Jahren das Leben genommen. Er wurde 1977 in Nowosibirsk geboren, studierte dort und arbeitete als Übersetzer aus dem Französischen und Journalist. Er schrieb Gedichte und Prosa und war mehrfach auf Long- und Shortlists für verschiedene Preise nominiert, darunter den Andrej-Bely-Preis.
Hier sein Eintrag in der „Neuen Literaturkarte Rußlands“
Die Todesnachricht hier | Gedichte hier | Der Link auf die Seite der Anthologie „Literatur nicht aus der Hauptstadt“ (Нестоличная литература) funktioniert nicht.
Hier ein Aufsatz „Natürliches Licht und ‚optische Täuschung‘. Über Spinozas Begriff einer unendlichen Anzahl von Attributen ein und derselben Substanz in Bezug auf die Texte Chlebnikows“ (russisch)
In der Siebenbürgischen Zeitung ein Gedicht der jungen Maja Kaiser, die 1945 als 17-Jährige aus Siebenbürgen in die Sowjetunion deportiert wurde und bereits 1947 starb. Sie hatte nicht viel Zeit, sich zu entwickeln. Das Gedicht steht in dem von Ange Stracke herausgegebenen Band „Aus dem Nachlass eines Kindes. Maja Kaiser“. Maja Kaiser, gerade erst 17 Jahre alt geworden, wurde gemeinsam mit ihrer Schwester Ange Stracke, geborene Kaiser, am 11. Januar 1945 aus Kronstadt in den Donbas deportiert. Den Entbehrungen des Lagerlebens und der Zwangsarbeit ist sie am 9. Januar 1947 in Lubowka bei Almazna erlegen.
Dichter: Man sitzt nicht da und denkt: Schreibe ich nun über Prosa oder Lyrik?“, sagt er. Es sei eine nicht erklärende Unbedingtheit, die einem dazu verleite, Gedichte zu schreiben. „Das ist im Grunde unerklärbar.“
Sender: Während der Wehrdienstzeit bei der nationalen Volksarmee schrieb der gebürtige Thüringer seine ersten Gedichte. Er gewann den renommierten Ingeborg Bachmann Preis, war Herausgeber einer Literaturzeitschrift und wurde doch erst mit seinem 500 Seiten starken Werk „Kruso“ im vergangenen Jahr so richtig bekannt.
Und so wär das beantwortet. – Der SWR sprach mit Lutz Seiler (Originalzitate. Man darf davon ausgehen, daß nicht der Autor die Tonaufnahme transkribiert hat)
Der Internationala Argana-Poesiepreis (Prix International de Poésie Argana) wurde in Casablanca (Marokko) an den portugiesischen Dichter Nuno Júdice vergeben. Die Jury unter Vorsitz des marokkanischen Dichters Hassan Mekouar würdigte „seine avantgardistische poetische Erfahrung, die mit dem Anfang vom Ende der Salazardiktatur einsetzte, der eine neue Ära in Portugal darstellte“.
Nuno Júdice ist Essayist, Dichter, Romancier und Lehrer. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den Iberoamerikanischen Königin-Sofia-Preis in Spanien. Seine Werke wurden in Spanien, Italien, Venezuela, Großbritannien und Frankreich übersetzt. Er übersetzte Molière, Shakespeare und Emily Dickinson ins Portugiesische. / atlasinfo 15.2.
Jayne-Ann Igel auf Signaturen über das Gedicht Variationen zum grünen zet von Róža Domašcyna, Auszug:
In Róža Domašcynas Gedicht verhält sich die Geschichte antizyklisch – während sich Ende 1989 die Grenzen des Landes öffnen, zeitigt diese Öffnung im Innern eine neue Art von Ein-, Aus- und Abgrenzungen. Der Zaun symbolisiert keine Grenzmarkierung mehr, die zwar zu achten, aber relativ straflos zu überwinden ist, jetzt riskiert man eine Klage. Überhaupt spielen Zäune bei Róža Domašcyna eine große Rolle, und nicht zufällig trägt ihr erster, 1991 bei Janus press erschienener Gedichtband den Titel „Zaungucker“. Beinahe chronistisch begleitet sie hier diesen nicht nur in der Lausitz, aber dort weitaus einschneidenderen Prozeß, der in politischen Kreisen euphemistisch als Transformation bezeichnet wird.
Den Zäunen eignet nun eine andere Funktion (s. Hinter meiner Zaungrenze, S. 12), es spielt eine Rolle, wer hinter dem Zaun, wer davor (s. Zaungucker in „Zaungucker“, S. 9 und Budissin 89, S. 10: auf der Reichenstraße spricht man reichsdeutsch). Und dies umreißt den letzten Kulturbruch 1989/90, der auch als ein Akt der Entfremdung resp. Fremdwerdung, Befremdung zu verstehen ist – plötzlich betrachtet man das Sorbentum nicht mehr als Bestandteil der Heimatkultur, sondern als etwas, mit dem man fremdelt (Frauen in Trachten werden außerhalb folkloristischer Darbietung belächelt und beargwöhnt – so etwa in dem Gedicht Ich ging mit Mutter, in „Zaungucker“, S. 16). Jene, die als Sorben erkennbar sind, werden zum Teil wie Aussätzige behandelt (Budissin 90 in „Zaungucker“, S. 86), unvermittelt brechen Ressentiments seitens der Mehrheitsbevölkerung auf, ist eine Art völkischer Orientierung zu beobachten.
Bücher und Rezensionen, die man nicht verpassen sollte: Kürzlich starb der hochverehrte slowenische Dichter Tomaž Šalamun. Eine wunderbare Hommage an den Dichter gibt es von M. Rinck und N. Broemmer, rezensiert von Meinolf Reul. Eine alte Rezension zu seinem Buch „4 Fragen der Melancholie“ findet sich im Archiv von lyrikkritik unter Rezensionen. Erinnert sei auch an Rudert! Rudert!, übertragen von M.Rinck/G. Podlogar, besprochen z.B. von J. Kuhlbrodt, erschienen bei korrespondenzen. Neu übersetzt wurde auch Anne Carson, ausführlich A. Kampmann im deutschlandfunk. Interessante Entdeckungen macht weiterhin Ingold, so zum Beispiel schon vor langer Zet in der nzz: Dada im Kaukasus, vor kürzerem – politisch brisant -: Hereinbrechende Ränder, und neu in der lyrikzeitung über Ilya Sdanewitsch. In diesem zusammenhang findet man auch eine schöne Chlebnikow-Kompilation auf der manchmal etwas skurril gestalteten, aber gehaltvollen Seite planetlyrik.
alte Hinweise
(…) Im fränkischen Zirndorf wurden die zerkleinerten Seiten aus zigtausenden Schnipselsäcken wieder zusammengesetzt. Millionen aus dem Kulturetat wurden dafür aufgewendet. Forscher des Frauenhofer-Instituts haben den »i-Puzzler« entwickelt, mit dem eine neue Epoche digitaler Rekonstruktion anbrechen könnte. Keinem scheint dabei in den Sinn gekommen zu sein, dass sich damit die Untat der Informellen Mitarbeiter in diagonaler Spiegelung wiederholt. Die Aktenleser werden ein weiteres Mal zu Zeugen von Mitteilungen, die nicht für sie gedacht waren. So wie der Staat erfuhr, was sie hinter seinem Rücken über ihn äußerten, so erfahren sie heute, was hinter ihrem Rücken über sie geäußert wurde. Warum sollte das zulässiger sein? Löscht eine Entspitzelung die vorangegangene Bespitzelung aus?
Im Panoramaprogramm der Berlinale 2014 erregte der Dokumentarfilm Anderson von Annekatrin Hendel große Aufmerksamkeit. Zweifelsohne wurde in diesem Film eine beunruhigende Figur vorgestellt. Viele Jahre lang hat Sascha Anderson die spannendsten Ereignisse und Editionen der Ostberliner Subkultur angeregt und durchgeführt. Er hat vermutlich weit mehr Leute zusammen- als auseinandergebracht, zugleich aber seinen Führungsoffizieren ausführlich berichtet. Anderson beschreibt sich in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre als »Hampelmann einer von mir zusammengeredeten Szene […], die mit ihren Inszenierungen den Mietzins und die Alimente Freier Journalisten garantierte. Wie die Amerikaner, die es wenigstens zugaben, ritten sie im Osten ein […].« Der Künstler wurde nach seiner Enttarnung mit dem unsinnigen Vorwurf konfrontiert, vorsätzlich die Subversion ästhetisiert zu haben, um ihr damit die Spitze gegen den Staat abzubrechen. Holger Kulick, der damals für »Kennzeichen D« aus Ostberlin berichtete, meinte im Rückblick: »Auf diese Weise wurde den Autoren etliches von ihrer potentiellen Wirkungsmöglichkeit genommen, und es wuchs eine immer ungefährlichere, unpolitische Schriftstellerschar heran.« Ein Tauziehen mit den Westmedien, die ebenso unermüdlich versuchten, die Kunst zu politisieren. Viele Künstler fühlten sich gerade dadurch angeregt, ein kokettes Spiel zu treiben. Das Politische hat sich ausgewirkt, während das Künstlerische wirksam bleibt. Tatsächlich ist zu bemerken, dass viele Gedichte Andersons aus dieser Zeit noch heute als lebendige Dichtung von jener Stimmung zeugen. Manche sind im zeitlichen Abstand sogar noch dichter geworden, während die Bildnerei der Künstlerfreunde unterdessen zu lediglich sozialhistorisch bemerkenswerter Dissidenten-Folklore herabgesunken ist.
Der Autor Richard Pietraß stellte fest, »daß der Judas die Verratenen trotzdem berühmt gemacht hat«. (…) / Auszug aus Sebastian Hennigs Aufsatz „Wer ist hier der Verräter? Der ›informelle‹ Dichter Sascha Anderson“ aus „Tumult“, reproduziert auf faustkultur
LESUNG & GESPRÄCH
Literaturwerkstatt Berlin
Mi 25.02.2015 – 19:00 Uhr
Für die Literaturwerkstatt Berlin wählte die Literaturkritikerin und Alfred-Kerr-Preisträgerin Insa Wilke die für sie besten Lyrikdebüts das Jahres 2014 aus. An diesem Abend stellt sie die Texte und ihre Autoren vor:
Sina Kleins (*1983 Düsseldorf) Debüt »narkotische kirschen« (Klever 2014) enthält Gedichte, die in der Nähe zum Liedhaften entstanden sind. In ihnen kippt der Blick nach innen, und am Ufer einer Tasse wird ein lippenlanges Bad genommen.
»Everest« (Verlagshaus J. Frank 2014) von Stephan Reich (*1984 Kassel) versammelt Gedichte über animierte Avatare, Selbstmordwälder und ertrunkene Apnoe-Taucher. In den Versen knacken die Gletscher, der Funk in den Helmen der Mondfahrer knistert und die wissenschaftlichen Geräte geigen.
In Karla Reimerts (*1972 Berlin) Gedichtband »Picknick mit schwarzen Bienen« (kookbooks 2014) erfährt der Leser viel über den Zusammenhang von Emanzipation und Marienerscheinungen und über Flügelwesen, die im Hafer Totemtiere jagen. Reimerts Sprachmacht kann die Kehle eines Knies um Wunden bitten lassen und einen Birkenwald zum Ohr der Welt machen.
Ort: Literaturwerkstatt Berlin
Kulturbrauerei
Knaackstraße 97, 10435 Berlin
Eintritt: 5/3 EUR
The University of North Texas announced its fourth Rilke Prize winner today. The Rilke Prize is named for the German poet, Rainier [sic] Maria Rilke, and the $10,000 award is unusual in that it’s not a beginner’s prize or a lifetime achievement award. It’s given to a mid-career poet for a book of exceptional quality.
Mark Wunderlich, who teaches at Bennington College, won the Rilke for his new book The Earth Avails. Earlier this year in Vermont for the Bookstock Literary Festival (video, below), he explained many of the poems were inspired by a 19th-century prayer book he found in his family home.
“I started reading it,” he said, “and I was very interested in the combined tone of praise, supplication and complaint. And I was quite moved by the occasions of them. Not being a believer myself, I still found the world that they called up to be a vivid one.”
Ausschreibung Feldkircher Lyrikpreis 2015
Der Feldkircher Lyrikpreis wird im Jahr 2015 wiederum zu einem Thema ausgeschrieben. Dieses wird vom letztjährigen Preisträger Axel Görlach gestellt. Zur Teilnahme aufgerufen sind alle Autorinnen und Autoren, die sich in ihrer Lyrik mit diesem Thema/Motto/Bild auseinandersetzen wollen:
„fließen ihre schatten die fassaden entlang“
Die von einer Jury ausgewählten Texte werden anlässlich der
Langen Nacht der Lyrik
am Freitag, 6. November 2015 um 20.15 Uhr
im Theater am Saumarkt, Feldkirch
präsentiert bzw. von den AutorInnen und Autoren selbst.
Höhe des Lyrikpreises
Es ist vorgesehen, die PreisträgerInnen-Gedichte und eine weitere von der Jury festgelegte Auswahl von Gedichten in einer Lyrik-Anthologie zum Feldkircher Lyrikpreis bei der Edition Art Science zu publizieren. AutorInnen, deren Gedichte in der Anthologie publiziert werden, erhalten ein Belegexemplar.
Die Anthologie wird bei der Verleihung des Feldkircher Lyrikpreises präsentiert.
» Ausschreibung Feldkircher Lyrikpreis 2015 (200,43 KB)
Braunschweig. In Gedenken an die Verfolgung und Deportation von Sinti und Roma während des Nationalsozialismus stellt die international bekannte Jazz-Swing-Band „Romeo Franz & Ensemble“ ihr Programm „Rom Som – Ich bin ein Mensch“, mit Klageliedern und lyrischen Texte der Sinti und Roma, am Dienstag, 3. März, um 19 Uhr, im Haus der Kulturen, Am Nordbahnhof 1, vor. Romeo Franz übernimmt dabei die Textrezitationen. Der Eintritt ist frei. Reservierungen können unter der Telefonnummer 470-4840 oder 470-4875 vorgenommen werden.
In einer Kooperation mit dem Braunschweiger Haus der Kulturen und dem Fachbereich Kultur der Stadt Braunschweig, Abteilung Literatur und Musik, spielen anlässlich des Gedenktages Romeo Franz (Violine und Rezitation), Joe Bawelino (Solojazzgitarre), Thomas Milowski (Bass) sowie Aaron Weiss (Piano).
Sinti und Roma haben alte kulturelle Traditionen. Ihre Lyrik und Poesie, ihre Musik und die Kunst zu erzählen, vermitteln einen lebendigen Ausdruck ihrer Identität. Alltagserfahrungen werden poetisch erzählt und die Liebeslyrik erhält einen besonderen Stellenwert. Klagelieder und lyrische Texte, die über die Zeit der Verfolgung erzählen, schließen den Spannungsbogen.
Rom Som ist weltweit das einzige Projekt, in dem Lyrik, Prosa und Musik der Sinti und Roma zusammen vorgestellt werden. Romeo Franz ist Meisterschüler von Schnuckennack Reinhard und komponierte die Melodie „Mare Manuschenge“, die ein Teil des „Mahnmals der ermordeten Sinti & Roma Europas“ in Berlin ist. / presse-service.de
Fernando D’Almeida, einer der größten Dichter Kameruns, starb am 23.2. im Alter von 60 Jahren in Douala. „Seine Verse waren genauso rund und lächelnd wie er“, schrieb Dominique Yamb Ntimba. Fernando D’Almeida wurde in Douala geboren, sein Vater stammte aus Bénin mit brasilianischen Wurzeln, seine Mutter aus dem Volk der Sawa. Er promovierte an der Sorbonne. Er ist Ehrenbürger der Heimatstadt von Léopold Sédar Senghor, Joal Fadiouth, und erhielt 2008 den nach Senghor benannten Grand Prix de poésie des Afrikanischen Hauses der Poesie (Maison africaine de poésie internationale, Mapi). / Robert Ndonkou, Cameroon-Info.Net
Das Online-Werbebanner eines Homosexuellenclubs in Almaty (Kasachstan) provozierte [im vergangenen Sommer] Proteste und eine Anzeige. Die Werbung zeigt einen berühmten kasachischen Komponisten des 19. Jahrhunderts, Qurmanghazy Saghyrbaiuly, und den russischen Dichter Alexander Puschkin in einer Kußszene. Der Club Studio 69 liegt an der Kreuzung der Qurmanghazy- und Puschkinstraße. Rund 20 Aktivisten zeigten den Club an und sagten, die Anzeige beleidige sowohl Kasachen als Russen. Der Club entschuldigte sich und versprach, die Werbung nicht mehr öffentlich zu zeigen. Homosexuelle Beziehungen stehen seit den 90er Jahren in Kasachstan nicht mehr unter Strafe, aber es gibt starke Vorurteile. / Radio Free Europe / Radio Liberty
Erstaunlich daran ist vielleicht am meisten, daß die ehemaligen Sowjetbürger eigentlich an Bilder alter küssender Männer gewöhnt waren. Man vergleiche die Bilder:



Diese Episode fiel mir ein, als ich eine aktuelle Meldung aus Moskau las, das mit Kasachstan in einer eurasischen Wirtschaftsunion verbunden ist, wiewohl die Verbundenheit bröckelt, weil man ebenso wie in Weißrußland Grund hat, sich vor dem großen Bruder zu fürchten.
Zwei russische Damen, darunter Irina Bergset, die sagt, daß sie früher bei der Duma tätig war und die Mitgründerin der Organisation „Russische Mütter“ (russkije materi) ist, melden auf dem Moskauer „Anti-Maidan“ Erschröckliches aus Deutschland. Dort ist es „schrecklich, die Hunde heulen, weil sie vergewaltigt werden, weil die zu wenig Weiber haben, wenn man durch die Straßen läuft, hört man dort das Heulen dieser Hunde…. die sind für Liberalismus dort… in allem… In Deutschland gingen Hunderttausende auf die Straße, um für Sodomie zu demonstrieren, das ist normal dort, echt, da gibt es ein Video! Wir waren nicht da. Aber Russia Today hat die Reportagen gemacht, es ist schwierig, das nicht zu glauben…. Es gibt acht unterschiedliche Arten von Homosexualität, die sie legalisieren wollen, Kasparow sagt sogar, 71 Arten. Perversionen! Das ist eine Diagnose, kranke Menschen sind das, und jetzt wird das legalisiert. Da gehören auch Sadomismus dazu, auch Kannibalismus. Das sind Liberale. Die sind alle Perverse.“ (Übersetzung Boris Reitschuster) Wers nicht glaubt, hier das Video. Überschrift: „Irina Bergset: Schon 71 Arten Schwule! Hundegeheul in ganz Europa“
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