Kategorie: Europa

34. Haus bauen

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr – heißt es in Rainer Maria Rilkes Gedicht „Herbsttag“. Kühle Rechner sollten sich von der Melancholie der Lyrik jedoch nicht anstecken lassen und eine Immobilie zumindest jetzt finanzieren. „Die erneut aufgeflammte Angst an den Märkten… Continue Reading „34. Haus bauen“

33. Defekt

Ein Gedicht beginne nicht dort, «wo tiefer Nebel über Kuhwiesen wabert», hält der Dichter dabei in seinem poetologischen Essay «Die Lust zu verschwinden im Körper der Texte» mit der ihm eigenen, nur von einem haarfeinen Hauch von Ironie durchzogenen Akkuratesse fest. Das Wesen von… Continue Reading „33. Defekt“

32. Théophile Gautier

Wenig später katapultierte er sich selbst in den Mittelpunkt des literarischen Interesses; weniger mit seinem ersten Gedichtband «Poésies» (1830) als mit dem 53-seitigen Versepos «Albertus», das nicht zuletzt seines Vorworts wegen erwähnenswert ist. Bereits hier legte Gautier sein Konzept einer nicht utilitaristischen Kunst nieder,… Continue Reading „32. Théophile Gautier“

31. SIC-Literaturverlag

Die Initiatoren der Literaturzeitschrift SIC, Christoph Wenzel und Daniel Ketteler, haben sich auf ein Wagnis eingelassen und einen Independent-Verlag gegründet. Gestartet haben sie den SIC-Literaturverlag mit Werken des Lyrikers Achim Wagner und von Jürgen Ploog, Urgestein der unabhängigen deutschen Literaturszene. / Enno Stahl sprach mit… Continue Reading „31. SIC-Literaturverlag“

30. Unsicherheit

Unsicherheit (Bobrowski) (Lyrikwiki Labor)  Die Unsicherheit in manchen Gedichten der Annette von Droste beweist die Legitimität ihres dichterischen Ansatzes. Es ist nicht gewiß, wohin es mit den Versen geht. Das Gedicht entsteht in der radikalen Unsicherheit. Aus: Bemerkungen. In: Johannes Bobrowski: Gesammelte Werke in… Continue Reading „30. Unsicherheit“

29. Nimm den langen Weg nach Haus

Unter dem Titel „Nimm den langen Weg nach Haus“ legt der Verlag C.H.Beck nun eine Sammlung mit Petersdorffscher Lyrik vor, die aus bereits veröffentlichtem Material und neuen Texten besteht. Angesichts des eingangs erwähnten, wirft das natürlich die Frage auf, ob es sich dabei um… Continue Reading „29. Nimm den langen Weg nach Haus“

28. Zwei Dresdner in concert

Es sind wohl auch Fragen von Haltung, hellwachem Geist und einer besonderen Art von Widerspenstigkeit, die Braun und Sommer in eine künstlerische Verwandtschaft rücken. Höchste Zeit also, dass sie sich mal aufeinander einlassen sollten! Ausgerechnet zur Bardinale, dem nun zum 10. Mal ausgerichteten Treffen… Continue Reading „28. Zwei Dresdner in concert“

27. Aufwartungen im Gehäus

Nach fast fünfzehn Jahren der planvollen Abwesenheit meldet sich Ulrich Zieger mit seinen „Aufwar­tungen im Gehäus“ zurück. Und seine Beschwö­rung einer bibli­schen Urszene, die in der lyrischen Adres­sierung „an den Vater von Sem“ anklingt, nimmt ein Motiv aus „Große beruhigte Körper“ wieder auf. Dort… Continue Reading „27. Aufwartungen im Gehäus“

26. Gernhardt-Preis für Gsella und Göritz

Komisch ist die Lyrik von Thomas Gsella (53), auch wenn die Pointen des ehemaligen Chefredakteurs des Satiremagazins „Titanic“ manchmal dafür sorgen, dass das anfangs laute Lachen schnell leiser wird, wenn der Leser sich dabei ertappt, dass er sich über politisch Unkorrektes freut. … [Er… Continue Reading „26. Gernhardt-Preis für Gsella und Göritz“

25. Landsberger Poesieautomat

Im Marbacher Literaturmuseum der Moderne (LiMo) entsteht große Lyrik auf Knopfdruck. In der hohen Eingangshalle wird der Gast von einer großen Anzeigetafel empfangen, die der eines Flughafens nicht unähnlich ist. Doch statt profane Abflugzeiten anzuzeigen, spuckt die schwarze Tafel Gedichte im Akkord aus. Es… Continue Reading „25. Landsberger Poesieautomat“

24. Michael Lentz über Scherstjanoi

Die Vergangenheit hat Begriffe und Namen: russischer Futurismus, Saum’-Sprache; David Burljuk, Welimir Chlebnikow, Alexej Krutschonych, Wladimir Majakowski und – für die jüngste Vergangenheit – Carlfriedrich Claus, den Scherstjanoi 1982 kennenlernte. Ohne die Freundschaft mit Scherstjanoi wäre Claus’ künstlerische Rezeption des russischen (Kubo-)Futurismus auf der… Continue Reading „24. Michael Lentz über Scherstjanoi“

23. Das Sa-umnische als sozialer Dialekt der russischen Futuristen

Von Kai Pohl, junge Welt 6.9. Der soziale Dialekt Sa-um war die Ausrufung einer neuen Sprachpraxis. Nicht die Bedeutung der Worte, allein ihr Lautbild, der Klang zählte: »Ausdruck von Begeisterung!«, »Rebellion, Gewitter, Wirbel, Kampf, Skandal, Brand …« – »Die Gedichte sollen nicht den Frauen… Continue Reading „23. Das Sa-umnische als sozialer Dialekt der russischen Futuristen“

17. Franjo Frančič

Die Anfänge des Dichters Frančič liegen in den späten siebziger Jahren, in einer autoritären Phase des Tito-Sozialismus; für die Kunst ist die bleierne Zeit eine Ära der Experimente, und beides, die Freiheit und den repressiven Geist der Gesellschaft, wird man in Frančičs Werk spüren.… Continue Reading „17. Franjo Frančič“

16. Good News

Waren Gedichte lange Zeit verpönte Intellektuellenliteratur und das Schreckgespenst eines jeden Schülers, konnte sich die kontemporäre Lyrik längst von ihrem Nimbus der Unzugänglichkeit lösen und begeistert heute Menschen aus allen Altersklassen, Schichten und Kulturen. / goodnews-stuttgart.de Im Programm: Ulrike Almut Sandig, Hans Thill, Ernest Wichner sowie… Continue Reading „16. Good News“

15. Gedicht

Christoph Wenzel DURCH DIESE GLÄSER wird alles zur majuskel: ein dicker filzer buchstabiert reflexe in den kernsatz – ein riß im loch ein biß im buch & erst der fleck verrät dem blick die brille: erkennungszeichen der vermittlung von syntax & sterben eingefaßt im… Continue Reading „15. Gedicht“