Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Im arabischen Andalusien gab es den großen hebräischen Dichter und Philosophen Salomo ibn Gabirol (1021-1070). Danach folgte eine Phase der Erschlaffung auf hohem Niveau, lese ich. Stufenweise ging es herab. Juda Charisi (um 1218) weiß davon. Ein Auszug: Da war Juda ha-Levi, der Lehre… Continue Reading „Dichterfürsten im Purpurmantel“
Natürlich mußte ich bei Hunold an … Wilhelm Hauff denken. Bei ihm gibt es ein berühmt-berüchtigtes Gedicht mit den vielzitierten und auch variierten Zeilen Gestern noch auf stolzen Rossen heute durch die Brust geschossen. Hauff hat es von einem Volkslied, sagt er. Vielleicht ja… Continue Reading „Durch die Brust geschossen“
Christa Reinig (* 6. August 1926 in Berlin; † 30. September 2008 in München) Die alten Inder hatten seinerzeit bereits ein Problem durchdacht, das uns heute erst langsam aufdämmert. Was geschieht eigentlich mit der beachtlichen Minderheit, die von einer demokratischen Mehrheit daran gehindert wird,… Continue Reading „Papantscha Vielerlei“
„Mich dünkt, dass auch das Silbenmaß hin und wieder etwas mit ausdrücken müsse“. Wer hat das gesagt, oder zitiert? Hier so ein Fall. Vielleicht fällt jemand was dazu ein. Menantes (Christian Friedrich Hunold) Uber ihre Untreue Immer hin/ Falsches Hertze/ leichter Sinn! Lesche nur… Continue Reading „Untreue und Silbenmaß“
Margret Kreidl HAUSMANTEL Ich stehe vor einem Haus, barfuß. Meine Füße sind schmutzig. Ich schlüpfe aus meinem Mantel und mache die Eingangstür auf. Der Flur ist hell erleuchtet. Im Spiegel sehe ich mein Gesicht. Ich habe blaue Augen. Nein, meine Augen sind braun. Es… Continue Reading „Hausmantel“
Gespräch zwischen Anna und Fillis. [Anna klärt ihre jüngere Freundin Phyllis auf, als diese von einer ihr bisher unbekannten Qual gequält wird] Anna: Die Seuche kenn‘ ich gar zu woll ; Es ist das erste Liebes-Bild/ Das dir in deinem Hertzen spielt: Es ist… Continue Reading „Aufklärung anno 1625“
Margret Kreidl HEILANSTALT Liebe Schwester, es ist Donnerstag und kalt. Ich träume jede Nacht vom Veilchenwald. Der Herr Doktor sagt, ich bin in einer Heilanstalt, weil mein Klopffleisch heiß ist, gelb ist, alt. Ich hätte gern Besuch und dich recht bald. Einfache Erklärung: Margarete… Continue Reading „Heilanstalt“
Kerstin Becker wenn die Äpfel an den Wiesenhängen fallen und Blätter streicheln unsere Köpfe rascheln röten unsre Herzen nach und schlagen stark wir rennen herum wie die Schweine zu Eichelmastzeiten im Wald dumpfes Grunzen und helles Quieken das hungrige Wühlen erfüllt noch die Luft… Continue Reading „Wenn die Äpfel“
Evelyn Schlag sonett nun lässt ein girlie sich die junge scham vernieten und auf den dächern wächst das moos so jäh. die kids halten schritt wenn beschleuniger wüten. was sehr dringlich wird bekommt ein zeit-dossier. eine neue generation von smartphones liegt pro jahr auf… Continue Reading „Sonett“
Bertolt Brecht Was an dir Berg war Haben sie geschleift Und dein Tal Schüttete man zu Über dich führt Ein bequemer Weg.
Rosa Rübsaamen (* 24. April 1853 in Haardt an der Sieg, heute Weidenau, seit 1975 Stadt Siegen, † 22. September 1922 in Hillnhütten bei Siegen) Haben wir nicht etwas uns zu fragen? Eine ferne Uhr hebt an zu schlagen Haben wir nicht etwas uns… Continue Reading „Haben wir nicht etwas uns zu fragen?“
Im Gedenken an den Lyriker Ulrich Schacht (* 9. März 1951 Zuchthaus Hoheneck, Stollberg im Erzgebirge; † 16. September 2018 in Förslöv, Schweden) Gewänder Jerusalems Wenn das Licht sinkt taucht die Stadt auf dem Berg in ein Kupferbad Haine und Kuppeln schimmern bis Wind… Continue Reading „Gewänder Jerusalems“
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