Kategorie: Deutschland

Zappa, Teufel, Penisfrau

In Berlin sagte Zappa: Revolution ist the wrong word, Evolution ist the right word. Daraufhin eroberten die Genossen einige Verstärker und auch Instrumente auf der Bühne. Fritze Rau beruhigte den Mob und verhinderte zugleich die Erstürmung des Moabiter Gefängnisses. Man wollte Fritze Teufel befreien. Als ich… Continue Reading „Zappa, Teufel, Penisfrau“

Frida Langer

Manchmal scheint es so, als sei die nationalsozialistische Judenverfolgung ein Phänomen der Großstadt gewesen. Doch sie fand auch auf dem platten Land statt, eben in Giengen an der Brenz, wo sich Frida Langer am Karfreitag 1942 das Leben nahm, bevor sie mit dem zweiten… Continue Reading „Frida Langer“

Verstörende Brisanz

Kurz gesagt: Callies legt mit ihrem Debut-Band eine Sammlung sprachlich-ästhetisch ansprechender, gehaltvoll durchgearbeiteter, bewusst schwieriger Gedichte vor, die mir (!) wegen ihrem mich (!) provozierend-verstörenden Gehalt nicht gefallen können, die ich (!) ungern an mich heran, ungern in mich (!) hinein lasse … aber… Continue Reading „Verstörende Brisanz“

Die große Stille hat keinen Namen*

Paul Wühr nannte ihn einen „Chagall der Poesie“. Heise hielt ihn für einen „Pfadfinder der Einbildungskraft“. Harig sprach vom „Wortmetz aus Serralongue“. Am 1. Juli ist Dieter P. Meier-Lenz im Alter von 85 Jahren verstorben. Die Beisetzung hat am 10. Juli in seiner Wahlheimat in den französischen Pyrenäen stattgefunden.… Continue Reading „Die große Stille hat keinen Namen*“

Poetopie

liegen gelassen im Abteil – rasend veraltet die Zeitung von heute Hansjürgen Bulkowski

Sebald’s poems

The fact that W. G. Sebald, who has come to be recognized as one of the most important prose writers of contemporary Europe, was also a prolific and accomplished writer of lyric poetry remains something of a well-kept secret. Sebald wrote poetry throughout most… Continue Reading „Sebald’s poems“

Fotointerview

mit Katharina Schultens im Lettretagebuch F: Was beschreibst du in deinem letzten Gedicht? A:

Einsam auf der Säule

Die Wochen-ZEIT, deren Literaturredakteurin gern mitteilt, daß sie nichts von Lyrik verstünde, scheint dieselbe (die Lyrik, nicht die Redakteurin) retten zu wollen. Vor Jahren das politische Gedicht, bei dem sie achtbare und auch einige mir sehr liebe DichterInnen einlud, politische Gedichte zu schreiben (nur… Continue Reading „Einsam auf der Säule“

zur kleinschreibung

Man möchte überhaupt einmal vielen Kritikern zurufen, daß die kritische Bedeutung ihrer Texte durch permanente Verweise auf in der Lyrik häufig verwendete Kleinschreibung aller Wörter nicht größer wird. Zur Berichtigung der Urteile des kritisierenden und lesenden Publikums hier einige Fakten. I. Bevor die Kleinschreibung… Continue Reading „zur kleinschreibung“

Sperriges Sprachtreibgut und rauschhafte Feste

Sie entwickeln einen eigentümlichen Sog, diese langen Gedichte von Thomas Kunst. Es ist dieser besondere Ton. Da spricht einer, erzählt, bekennt, man lauscht gebannt. Lässig fließt es ein Stück in vertrauten Redewendungen, doch, zack, stößt man auf solch sperriges Sprachtreibgut: „unter der steifen Ausschöpfung… Continue Reading „Sperriges Sprachtreibgut und rauschhafte Feste“

Fortsetzungen

der Debatte um Bertram Reineckes Essay „Die Mitte und kein Ende“ (in den Signaturen): zu den Wortmeldungen in der Lyrikzeitung und auf Facebookseiten kommt jetzt ein Mailwechsel zwischen Frank Milautzcki und Bertram Reinecke bei Fixpoetry.

Gestorben

Mehrmals ging Gerhard Zwerenz von der Fahne: Als Soldat der Wehrmacht desertierte er in Polen, als linker Anti-Stalinist floh er aus der DDR. Heute ist er mit 90 Jahren gestorben – kurz nach seinem runden Geburtstag, zu dem ihm Franziska Augstein gratulierte. / Süddeutsche Zeitung

Wie viele…

Gedichte verträgt ein Feuilleton-Autor? Die Zeit verrät es uns definitiv (und löst damit definitiv das Problem der Lyrik, an dem nicht nur Doktor Benn rumdokterte*): immer 1 Roman 1 Gedicht. Die interessantere Frage stellt Alexandru Bulucz: Wie viele Stimmen verträgt ein Gedichtband? In Oberländers… Continue Reading „Wie viele…“

Poetopie

gehst du zu Fuß, bleibt dein Körper laufend im Gespräch mit dem Boden Hansjürgen Bulkowski

Aufschwung Lyrik

Gerade hab ich gedacht, dem nächsten, der uns erzählt, wie prächtig sich die Lyrik entwickelt hat, seit der Börsenverein für den deutschen Buchhandel oder doch seine Jury im letzten Winter beschlossen hat, für diesmal keinen Roman, sondern einen Gedichtband auszuzeichnen, hau ich das um… Continue Reading „Aufschwung Lyrik“