Kategorie: Deutsch

11. Gereimt

Nochmal Berliner Boulevard, Abt. Geschichte: „Keine Kohlen im Keller, keine Eier im Sack, das ist euer 20. Jahrestag“, rief Mitte der sechziger Jahre ein West-Berliner, ausgestattet mit einem Megaphon, nach drüben. Protokolliert wurde diese kleine Lyrik durch die Grenztruppen der DDR, wie sie ohnehin… Continue Reading „11. Gereimt“

10. Rainers Wirkung

Nichts habe ich in der Schule mehr gehasst als Gedichte. Richtige Männer können mit Reimen über Blümchen und Bächlein nichts anfangen. Trotzdem kann ich noch heute meinen Rainer Maria Rilke auswendig. „Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn, wirf mir die Ohren… Continue Reading „10. Rainers Wirkung“

9. Der Stern ist ein Kern

„Der Stern ist ein Kern. Der Kern ist so fern. Ich und du, wir tanzen im Nu.“ Das sind die ersten Verse aus dem Gedicht „Der Stern und der Kern“. Die achtjährige Magdalena hat es geschrieben – und zum Schreibwettbewerb des Friedrich-Bödecker-Kreises gesandt. Lenas… Continue Reading „9. Der Stern ist ein Kern“

8. salto wortale

Übrigens: Müsste man der POESIE nicht endlich das DU anbieten? Brigitte Fuchs steht längst mit der Poesie auf Du und Du. Im «Vor- und Nachwort» schreibt sie: «Wir verlangen ja nicht viel vom Wort: Das und kein anderes soll es sein, anfänglich, wahr, gut,… Continue Reading „8. salto wortale“

5. Nicolas-Born-Preis für Peter Waterhouse

Mit dem 15.000 Euro dotierten Nicolas-Born-Preis wird der Autor Peter Waterhouse, der während seiner Schulzeit in Niedersachsen gelebt hat, geehrt. (Klingt ein bißchen so, als erhielte er ihn dafür) Sabrina Janesch, Absolventin des Hildesheimer Studiengangs Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, wird mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet.… Continue Reading „5. Nicolas-Born-Preis für Peter Waterhouse“

4. Überzogen

Das deutsche Urheberrecht erlaubt Zitate; zulässig sind diese jedoch nur mit Kenntlichmachung als Zitat, mit „Zitatzweck“ (das Zitat muss also eigene Ausführungen stützen) und in geringer Länge („Kurzzitat“). Wer also komplette Erhardt-Gedichte oder Gedichtsammlungen publiziert, dem könnte bald das Lachen vergehen. Die Kanzlei veranschlagt… Continue Reading „4. Überzogen“

1. The good, the bad, and the ugly aktueller deutscher Lyrik

Wäre das Subsegment des Literaturbetriebs, das „aktuelle Lyrik“ heißt, eine Live-Musiksendung: Niemand, aber auch wirklich niemand würde sich die anschauen. Mainstream-Gitarrenrockbands, Ensembles für hoch anstrengende Kompositionen der neuen Musik (für drei Rasenmäher und Bratsche), volkstümliche Humptatakapellen und Renaissancechöre würden ohne erkennbares Ordnungsprinzip hintereinander über… Continue Reading „1. The good, the bad, and the ugly aktueller deutscher Lyrik“

125. Welt-Lyrik

3,20 kostet das gute Stück. „die zeiten für poesie, / sie waren nie besser“ dichtet die Welt am Sonntag auf der Titelseite. Von den 5 Seiten Lyrik seien 2 empfohlen, oder ein Teil der 2 Seiten 52/53. Peter Wawerzinek parodiert „seine Kollegen“, will sagen… Continue Reading „125. Welt-Lyrik“

124. Größe, Goethe, Grünbein

Wer heute an Gedichte denkt, den überkommt ein leises Gefühl des Peinlichberührtseins, noch bevor die erste Strophe gelesen ist, sind Bilder*) im Kopf: Lesebühnen, auf denen dünnstimmige Männer aus bärtigen Mündern ihre gereimten Existenzängste ins Mikrofon flöten, im Hintergrund Nieselregen; Volkshochschulkurse, in denen breithüftige Frauen ihr… Continue Reading „124. Größe, Goethe, Grünbein“

123. Lyrik-„Welt“

Die „Welt“ schreibt: Gleich ganz unter dem Motto der Literatur und ihrer ältesten Gattung, dem Gedicht, steht die Kultur mit einem Lyrik-Spezial auf den Seiten 49 bis 53. Viel Futter für Hirn und Herz. Und zum Lachen. Wir haben Parodist Peter Wawerzinek auf die… Continue Reading „123. Lyrik-„Welt““

120. Sagbar oder unsagbar

„STOP“ – zwei Gedichte in Ulrike Almut Sandigs Gedichtband enden mit diesem Warnhinweis. In beiden Fällen verweigert das Verkehrszeichen eine vom Text nahegelegte ungeheuerliche Aussage; „hier fängt alles neu STOP“ heißt es am Ende des Gedichts „Angesehen werden“, in dem von dem Ort gesprochen… Continue Reading „120. Sagbar oder unsagbar“

119. Sound, Modus und produktives Misstrauen

Ein Kommentar zur gegenwärtigen (aber nicht neuen) Diskussion. Originalbeitrag von Marius Hulpe Vor einigen Jahren bemühte Ron Winkler den Begriff des Modus, der innerhalb einer sich entwickelnden Poetik Schwankungen unterliege. Misstrauen gegenüber dem einmal erarbeiteten und nur vermeintlich Eigenen war die Waffe, die er… Continue Reading „119. Sound, Modus und produktives Misstrauen“

118. Vertane Chance

Diskussionsbeitrag von Christian Lux Die Vorwürfe in Richtung „gewollte Originalität“ oder gar „Publikumsfeindlichkeit“ gehen meiner Ansicht nach vollkommen ins Leere. Der Grund für die erfolgreichen Festivals, den „Lyrik-Hype“ (was denn nun Krise oder Hype?) ist doch gerade, dass die jüngere Generation, also eben die Autoren… Continue Reading „118. Vertane Chance“

116. Der Betrieb ist schlecht! Aber warum denn?

Diskussionsbeitrag von Bertram Reinecke Siehe auch: 119. Sound, Modus und produktives Misstrauen 118. Vertane Chance 107. Wenn Hölderlin Heute Lebte… 111. Originalität Ist Kein Jargon 87. Zu Viel Originalität       Eigentlich ist der Text von Brôcan nicht der Rede wert. Das hat man ja… Continue Reading „116. Der Betrieb ist schlecht! Aber warum denn?“

114. Preis für Fels

Der mit 15.000 Euro dotierte Wolfram-von- Eschenbach-Preis 2011 geht an den in Treuchtlingen geborenen Schriftsteller Ludwig Fels. Dies gab Bezirkstagspräsident Richard Bartsch in der heutigen Bezirkstagssitzung bekannt. … Die Preise werden am Dienstag, 4. Oktober, um 17 Uhr in Wolframs-Eschenbach verliehen. … Eine klare… Continue Reading „114. Preis für Fels“