114. Wider die Banken & Lyrikverlage

Als ich vor etwa zwei Jahren Boris Preckwitz‘ Band wahnpalast gelesen habe, war ich doch ziemlich angetan vom satirisch-aufrührerischen Sound, mit dem der Dichter die mittlerweile regelrecht in Vergessenheit geratene Eurokrise kommentierte. Das Schöne, weil Einfache daran war, dass sich die Gegenstände klar benennen, die (Gegen-)Positionen dazu klar beziehen, die Texte leicht verständlich lesen ließen. Und so hatte mich Preckwitz eigentlich nicht wachgerüttelt, sondern dort abgeholt, wo ich ohnehin schon stand. In seinem neuen Band Kampfansage geht dieses Prinzip leider nicht mehr auf, denn die Feindbilder dieser politischen Gedichte sind nicht mehr allein die Banken und EU-Kommissare, sondern alle, die in Deutschland auf irgendeine Weise, bewusst oder unbewusst, Autorität ausstrahlen oder diese zumindest für sich beanspruchen. Und das meint nicht allein den Staat, die Regierung, Polizei und gehobenes Bürgertum, sondern offensichtlich auch einige Lyrikverlage, die innerhalb der florierenden Indieliteraturszene zu festen Größen geworden sind. Diese bekommen in einem angehängten Essay nämlich genauso ihr Fett weg wie zuvor in den Gedichten die Reichen und Mächtigen dieser Welt. (…)

Das eigentliche, das große Ärgernis in Preckwitz‘ neuem Band ist jedoch der Essay Verschrobenbooks. Zur neohermetischen Schule. Darin hat er es vor allem auf die Autoren des 2011 erschienenen lyriktheoretischen Sammelbandes Helm aus Phlox, sowie die Verlage kookbooks, luxbooks und roughbooks abgesehen. Allerdings scheint es Preckwitz nicht um eine konstruktive Kritik zu gehen, die in der so genannten „Diskurslyrik“ auf durchaus fruchtbaren Boden fallen könnte. Vielmehr äußert er sich in geradezu diffamierender Weise über die  „publikumsfeindlichen“ deutschsprachigen Gegenwartslyriker, die sich laut Preckwitz zu einer „sich selbst genügenden Dichterclique“ zusammengeschlossen und gegenüber dem Rest der Welt abgeschottet hat. Hier könnte man vielleicht noch glauben, dass jemand seinen Ärger darüber  äußert, dass er bei kookbooks & Co. nicht mitspielen darf. Allerdings dürfte Preckwitz‘ Interesse an diesen Spielkameraden gering sein, wenn er sie mehr als beleidigend auf eine Stufe mit „Suchtkranke[n], Selbstmörder[n], politische[n] Irrläufer[n] [sic!] und verschwurbelte[n] Sonderlinge[n]“ stellt und ihnen „eine Flucht in eigene Oberstübchen“ vorwirft. Doch da er diese ganz offensichtlich nicht versteht, woraus er auch keinen Hehl macht, ist sein Essay weder Kampfansage, noch Rundumschlag, sondern eigentlich nur Kapitulation und Bankrotterklärung. (…)

Der Vorwurf, man würde die „neohermetischen Dichtung“  schlicht nicht verstehen, ist so alt wie die Diskussion darum. Preckwitz nährt ihn jedoch mit neuen Anschuldigungen, die schlichtweg unerträglich sind, weil sie von einem sehr eindimensionalen Literaturbegriff ausgehen. So hetzt er gegen experimentelle Verfahren, nennt das Spiel mit der Sprache „Geschwafel, dem die Abstraktion zur Zwangshandlung geworden ist“ und diagnostiziert den Lyrikern ein „sprachliches Vermüllungssyndrom“, ganz zu schwiegen von einer „Rückwärtsgewandtheit in Folge akademischer Überkompensation“. Namentlich teilt er auch gegen die dichterischen Vorbilder an der „Schwurbelkurbel: Mayröcker, Pastior, Kling, Erb, Ashbery“ aus und beweist dieselbe Engstirnigkeit, die er noch ein paar Seiten vorher mit schwafeligen Gedichten bekämpfen wollte. / Mario Osterland, Fixpoetry

Boris Preckwitz: Kampfansage
Lyrikedition 2000

72 Seiten · 12,50 Euro
ISBN: 978-3-86906-588-5

Verlagswerbung:

Boris Preckwitz neues Langgedicht »Kampfansage« bringt die politische Lyrik in Deutschland auf den Stand des 21. Jahrhunderts. »Es ist an der Zeit / ein Leben in Freiheit / am Staat vorbei / zu gestalten«, beginnt das rund 500 Verse lange Gedicht und rüstet zum Kampf „gegen die Japrahler – / im Saale der Sonntagsreden / wo sitzverteilt / der Schwarmschwachsinn / sich die Gewalt gibt.« Es ist die Wendung gegen einen Staat, der die politische und wirtschaftliche Entmündigung der Bürger betreibt. Der Band setzt einen aktuellen Maßstab für die Verbindung von politischer Lyrik, Poetologie und Gesellschaftskritik. Er vertritt den Standpunkt, dass kulturelle Teilhabe nur über Wissen zu haben ist: »Wer in seiner Gesellschaft den kundigen Umgang mit Kulturleistung pflegen möchte, wird sich noch immer die Leitkultur erarbeiten müssen.«

13 Comments on “114. Wider die Banken & Lyrikverlage

  1. Lieber Boris, nun habe ich mich auf eine Diskussion eingelassen, nun möchte ichs nicht unwidersprochen lassen, auch wenns mir einen Tag versauert: Du irrst Dich, wenn Du denkst, dass die von Dir sogenannte „hermetische Diskurslyrik“ kein Publikum fand. Heute gibt es mehr Lyriklesungen als vor 25 Jahren, die von Dir angegriffene Lyrik ist mit am rührigsten dabei. Auch Deine im Band der Lyrikedition gemachte Behauptung, das läge an der Förderung durch Festivalmacher ist falsch. Es gibt diese Szene auch dort, wo keine öffentlichen Gelder für sie bereitstehen. Weil ich mich da herkunftsbedingt besonders auskenne z.B. in Leipzig Berlin, Stralsund, Greifswald. Bist Du blind oder ignorant?
    Deine Verwendung der Begriffe „hermetisch“ und „experimentell“ zeigt mir Deine akademische Binnenfixierung. Denn ich kenne das seit langem von sprechenden Studienräten: Man benutzt diese Begriffe wie Termini, die etwas über Texte besagen um seine eigene Unvoreingenommenheit zu erweisen, eigentlicher Begriffsinhalt ist jedoch am Ende bloß eine Relation zwischen einem selbst und dem Text: Das ist mir fremd, das finde ich krude. (Man sagt also einmal mit akedemischen Worten und einmal umgangssprachlich dasselbe und tut so, als sei wäre die eine Formulierung ein Beweis für die andere.) Typisch für Brotgelehrtentum auch Deine Eile, alles was Dir nicht zugänglich ist, möglichst in einen Topf zu werfen. Der Brotgelehrte empfindet etwas, was ihm nicht zugänglich ist, regelmäßig als Angriff auf die eigene epistemische Integrität. (Das kann man auch bei Adorno sehr gut studieren.) Es ist aber einfach quatsch, dass die meisten Kook(Lux- rogh-)texte experimentell sind. Und mit dem Wort hermetisch ist es genauso. Es ist schon problematisch genug, es auf die Sprechweisen anzuwenden, für die der Terminus erfunden wurde (etwa Huchel, Arendt, Celan). Will man dem Terminus so einen echten Sinn geben, ist er heute bedingt tauglich eventuell etwas über Lyriker wie Róža Domašcyna oder Züge im Werk von Seiler oder der (frühen) U.A. Sandig zu sagen. Das ist jetzt nicht gerade erste Garde Kookbookslyrik. Auch wenn es vielleicht als Gesichtspunkt auf Uljana Wolf taugt. Damit das nächste: Die übergreifende Gemeinsamkeit der Lyriker(I)nnen des Kookbookverlages (oder gar der drei Verlage) ist eine Schimäre. Der Eskapismusverdacht und das l ́art pour l ́art Verdacht in Deinem Essay, auch das alles ist gutes akademisches Handwerkszeug und widerspricht den Begehren wohl fast aller Lyriker, die Du damit fassen möchtest.
    Ich kann in der Verweigerung gegen die Gesellschaft die Du brandmarkst nichts Negatives erkennen. Ich kann mit meiner DDR Erfahrung sogar sagen, dass eine solche Verweigerung zwingend geboten sein kann um nicht nur seine künstlerische, sondern auch seine menschliche Integrität zu erhalten. Jemand der es anders sieht, behauptet, die Gesellschaft sei im Grunde gut und richtig. Wenn „Wahlfreiheit, Informationsfreiheit, Meinungs- und Kunstfreiheit“ wirklich Bestandteil der Leitkultur sind, dann begegne ich ihr nicht oft. Ich erlebe, dass diese Werte zwar häufig lauthals proklamiert werden, dass es mir als Bürger jedoch oft sehr schwer gemacht wird, an die Informationen zu gelangen, derer ich bedarf, das Meinungs-, Kunst-, und Wahlakte im Einzelfalle eben doch mit einem unterschiedlichen Sanktionierungsrisiko belegt sein können. Auch wenn diese Sanktionen nicht juristisch sondern informell greifen. Du scheinst hingegen in einem Sonnenscheinland zu leben. Ich weiß nicht, wozu Du dann noch ein politisches Engagement der Lyrik forderst. Wenn sich Verbesserungen gewissermaßen auf ein paar Lohnprozente beziehen, meinst Du dazu braucht es jede Saison einen Satz neue Protestsongs?
    Viele Lyriker stellen sich die Frage, inwieweit das Individuum in seinem sprachlichen Habitus bereits von den Diskursen des Herrschenden durchgestaltet und also in ihrer Freiheit vorgängig beeinträchtigt sind. Da gerät reibungslose Verständigung dann schnell in den Ruch des Reflexhaften und bekommt etwas Verdächtiges. Diese Sensibilität als Verweigerung auch noch zu brandmarken ist für mich unterste Schublade.
    Die Frage, warum der Lyrikboom verborgen, bleibt meinst Du ja rhetorisch. Entweder man schaut nicht so genau hin (sonst sähe man ja) oder man verspricht sich von seinen Lyrikhelden einen gewissen Aufruhr, den die Lyrik freilich niemals geboten hat. Schon immer war die Gegenwartslyrik eine Sache weniger Kenner. Selbst der allgewaltige Goethe: Noch bei Keller kann man nachlesen, dass man seinerzeit dort allenfalls Klopstock und Gessner las. Und Goethe führte hunderte Male Ifland und Kotzebu auf. Dagegen gab es im Weimarer Theater nur eine Handvoll Goetheinszenierungen. Schau mal, wann Rilke in die Anthologien kam! Auch das war lange eine Sache für wenige usw. Wer dass nicht sehen will, muss zur Strafe bis zum jüngsten Tag Weinheber lesen, der noch bis in die 60er als bedeutender Repräsentant der Gegenwartslyrik galt. (Bei guter Führung darf es auch mal was von Forestier, Kuba oder Fürnberg sein.) Wenn der Literaturbetrieb eigentlich immer überfordert ist, dann ist es seltsam naiv sein sytematisches Versagen zu beklagen.
    Es ist aber dazu auch unter der Gürtellinie, der Lyrikszene zum Vorwurf zu machen, wenn sie kleiner ist, als man (nicht Du) wünschen könnte: Es liegt ja nicht zuletzt an akademischen Binnenfixierungen wie Deiner.
    Mir scheint am Ende, dass Du einige vielleicht schmerzvolle politische Einsichten nicht gezogen hast. Was Du als generelles Versagen des Kookleute siehst, ist die Projektion Deines eigenen Leidens, nicht genug politisch reflektiert zu haben. Ich sehe, dass viele Lyriker im Gegensatz zu Dir immerhin so hellsichtig sind, nicht ein paar Gedichte dafür haftbar zu machen, was anderswo schiefläuft.
    Wenn man einmal einkalkuliert, dass Lyrik tatsächlich, auch wenn es anders wünschbar ist, eher vom gebildeteren Drittel der Bevölkerung gelesen wird, dann sind die kook- lux- und rough- Lyriker bestimmt nicht der Hort bildungsbürgerlicher Dekadenz, wie Du in Deinem Essay unterstellst. Tellkamp, Lehnert oder Grünbein wären da sicher bessere Ansprechpartner. Ansonsten gilt die Gleichung zwischen Bildung und Bürgerlichkeit ohnehin immer weniger.
    Stets rechtfertigt (oder entschuldigt) der Akademismus genau wie Du es in Deinem Essay tust Sprachskepsis mit den Erfahrungen mit totalitären Systemen. Wider besseres Wissen benutzt auch Du diesen Gemeinplatz. Dabei war die Sprachskepsis schon vorher da (Dada, Mauthner) und sie ist auch keine deutsche Angelegenheit. Die russischen Futuristen standen ebenso vor dem Problem wie die englische analytische Philosophie, der Wiener Kreis und Ludwig Wittgenstein. Fakten, deren Kenntnis ich Dir eigentlich zutraue. „Helm aus Phlox“ Autoren liest Du ja nicht, sonst kann mans leicht nachlesen: An Cotten begründet ihre Sprachskepsis nicht mit dem akademistischen Schema sondern mit ihren bilingualen Erfahrungen usw. Du hast mit Deinen Unterstellungen einfach unrecht.
    Du merkst vielleicht, dass ich Deine Ausführungen nicht deshalb angreife, weil sie mir allzu zugespitzt sind, das räumst Du ja selbst kokett in Deinem Essay ein. Ich halte sie vielmehr für grundsätzlich missraten und verquer. Deswegen möchte ich eigentlich auch nie wieder drüber reden müssen und bin deswegen letztmals etwas gründlicher. (da brauchst Du Deinen Essay auch nicht mehr scheibchenweise mit der Kommentarfunktion publizieren.) Zumal ich neben Dingen, die man als Irrtum ansehen kann auch ganz klar ein Missverstehenwollen sehe. Du weißt das Ergebnis vorher und willst die Wirklichkeit trotz gegenteiliger Indizien (Du zitierst sie ja) in Deine Weltsicht pressen. Was für ein, ebenfalls wirklich akademistischer Quatsch aus einer einzigen und dann sekundären Quelle Schlüsse auf die Lyrik dreier Verlage zu ziehen ohne einen einzige Primärtext dazu zu nehmen. Wäre das nicht ohnehin Quatsch ist der „Helm aus Phlox“ zu Deinem (Un)glück auch zufällig noch wirklich ein Experiment. Es handelt ja auch davon, wie man essayistische Diskursförmigkeit kollaborativ herstellt. Da kann man das Buch natürlich nicht zitieren wie eine Dissertation!
    Dir können augenscheinlich „Leserin und Leser als geistreiche Partner
    nicht willkommen“ sein. Du musst doch Deine Leser für vollkommen beknackt halten, wenn sie Dir Deine Ausführungen abnehmen sollen: „die Figuren des gesellschaftlichen Ganzen und der Hegemonie selbst als performativ wirksame Erzählungen zu erkennen und sie
    zusammen mit politischen Visionen als Ästhetiken menschlichen Daseins zu analysieren, als wirkliche Kunstwerke im Medium menschlichen Kollektivverhaltens.“ zitierst Du aus dem Helm. Ohne weiteres erkennt man hierin eine Auslegung des Wittgensteinschen Schlagworts „Ethik und Ästhetik sind dasselbe“. Du jedoch setzt fort: „Hier scheint mir der Zusammenhang von Ästhetik und Ethik, von Theorie und Praxis
    entkoppelt worden zu sein. Es ergibt keinen Sinn, die realen Machtgefüge staatlicher Kontrolle, der kapitalbildenden Ausbeutung oder der Verfügungsgewalt über Produktionsmittel und das eigene Leben lediglich als ‚Ästhetiken menschlichen Daseins‘ zu betrachten, denn es hieße, vor der Materialität der Wirklichkeit in die Zeichensysteme zu fliehen.
    “ Man sieht doch aber, dass nur Dein eigener Zusatz „lediglich“ das Ganze fragwürdig machen könnte. Davon ist im „Helm aus Phlox“ nicht die Rede. Ich möchte Dir ein wenig aufhelfen in Deiner aktivistischen Scheuklappensprache. Es geht den Autoren um etwas, dass man sehr ungefähr marxistisch als die Rückwirkungen der Verhältnisse des Überbaus auf die Gesellschaft benennen könnte. Sie sagen: Bevor wir handeln müssen wir auch schauen, inwiefern unser in Bilder und Konstellationen geronnenes Verständnis in Form von bedingten Reflexen an gesellschaftlichen Verstellungen partizipiert. Bzw. sie aufzubrechen ist ein Handlungsfeld. (Deine pseudopolitischen Unterstellungen des Eigennutzes zeugen ja davon, dass Du das auch nicht ganz ablehnst oder ist Dein eigener Essay selbst ein Beispiel ästhetizistischer Weltflucht?) Das von Dir gegebene Angebot einer Einheit von Ethik und Ästhetik läuft auf eine Subordination der Ethik unter die Ästhetik hinaus. Wer unterordnet muss nun aber doch trennen. Es ist eine Mogelpackung. Sehr alter Wein in neuen Schläuchen.
    Wer ein Bemühen um „Gestiken der Unmittelbarkeit jenseits irgendeiner Konkretion.“ als Verengung auf propositionale Strukturen brandmarkt (ich lese gerade das Gegenteil heraus) hofft, dass er seinen Lesern mit hochtrabenden Begriffen Respekt einflößt, sodass sie nicht genauer hinschauen. ihm ist also ein geistreicher Leser nicht willkommen, dem auffällt, dass es gerade jemandem, der Abbildung in der Literatur fordert, wie Dir, um propositionale Gehalte gehen muss.
    Es ist naiv, was Du zu Breugel sagst: Man war ja früher versucht, im Falle der Malerei von ikonischen Zeichen zu sprechen. Wenn ein Bauer das Breugelbild „versteht“, dann goutiert er die ikonischen Zeichen in ihrer Zeichenqualität. Wenn der Bauer die Zeichenqualität eines sprachlichen Zeichens und nicht bloß das damit abgebildete wertschätzen soll, dann verlangt das andere Übungen. (Dass der Bauer nämlich Breugels ikonografische Programm, vulgo seine Propositionen realisiert, würde eben doch Vorbildung verlangen.) Wenn Sprache überhaupt abbildet, dann bildet sie eben anders ab als Bilder. Du kannst da keinen Honig für deine Position draus saugen.
    Wenn ich deine Gedichte im Lichte Deiner poetologischen Rüpeleien ansehe, dann habe ich den Eindruck, mit ein paar geläufigen Worten nähmest Du für Dich in Anspruch, auch gleich die Sache gefasst zu haben. Und nicht bloß das, was man eben so gemeinhin darüber sagt. Das erinnert mich weniger an den „Realismus“ Breugels als daran, wie der junge Dürer Schongauer kupfert um zu wissen, wie man eben Marienbildnisse malt.
    Statt einer Belebung der Lyrik aus dem Geist des Seminarapperates scheint Dir eine aus dem Geist des Wilhelminischen Gymnasialkanons vorzuschweben? Oder wie verstehe ich Deinen Hinweis auf Thukydides? Erstmal ist nicht sicher, dass jede Liebe zu Grichenland gut ist, denn es könnte sich auch dabei um eine Prokjektion handeln (die man durch interkulturellen Unterricht abbauen könnte). Aber zweitens und vor allem: Wenn man durch kanonische Texte interkulturelle Erfahrungen besser erwirbt, als durch Unterricht, dann nur deswegen, weil Texte kondensierte soziale Praxis sind, weil man darin: „die Figuren des gesellschaftlichen Ganzen und der
    Hegemonie selbst als performativ wirksame Erzählungen zu erkennen“ lernen kann. Natürlich kann man dazu neigen gesicherte schriftliche Quellen der Unterrichtsführung eines Lehrers vorzuzuziehen, weil man Lehrern abgrundtief misstraut. Was man mit texten anstellen kann, ist ja schon ein Feld kultureller Praxis. Z.B. einen text historisch lesen. Oder ihn auswendig lernen. Einen anderen Standpunkt einnehmen als die Erzählinstanz ihn vertritt. Erkennen von Ironie. Das alles können interkulturelle Lernfelder sein. Dir scheint ein Literaturunterricht vorzuschweben, der nur neutrale Fakten vermittelt. Das sind am Ende sehr wenig. Die Grammatik müsste sich auf ein Musterdeutsch (oder Latein) beschränken und nicht auf die Sprache die hier wirklich gesprochen wird. Verslehre müsste sich auf ganz wenige Grundlagen beschränken, Jahreszahlen wären noch definitiv. Aber das wars dann doch schon. Ansonsten ist doch Literaturunterricht immer zugleich Unterricht in Kulturpraxis und der Frage: Wie sollen wir miteinander umgehen. Das ist ja, möchte man sagen, das oft verhängnisvolle. Und das hat auch Dich geprägt. Deine akademistische Binnenfixierung legt hinreichend Zeugnis ab.
    Noch zwei Dinge zum Schluß. Wer den Autoren des Helm aus Phlox mangelnde Sozialkompetenz unterstellt, hat einfach einen Sprung in der Schüssel, dem sind zumindest seine Leser als geistige Partner nicht willkommen, weil er darauf rechnet, dass der Leser diese Autoren niemals kennenlernt. Das gilt auch, wenn sich Selbstbeschreibungen auftreiben lassen, in denen diese Autoren an diesem Punkt Defizite einräumen. (Wie ja auch der Satz „Bei mir ist aber nicht aufgeräumt“ Wohnungen in sehr unterschiedlichem Zustand beschreiben kann. Wem etwas besonders wichtig ist, sieht seine Definzite eben deutlicher.)
    Ich breche hier ab, es ist auch mühselig, sein Text ist schwadig. Nur einer nun ja, vorsichtig gesagt, Geschmacklosigkeit sei am Ende noch gedacht „Das poetologisches Beharren auf einer angeblich wertvollen
    Sperrigkeit von Sprachkunst wird von der Leserschaft zu Recht als verquer erkannt.“
    Was hieße denn zu Recht ein Urteil haben als Leserschaft? Und erst recht: Wie kann die gedachte Leserschaft, die nach Deiner Darstellung diese Bücher liegen lässt zu Recht ein Urteil haben? Du appelierst unverholen ans gesunde Volksempfinden, das gar nicht erst zur Kenntnis nehmen muss, nachdem Du nachgeholfen hast, diese Lyriker als kränklich darzustellen. Das ist hässlich. (Vielleicht Adornos Studien über den autoritären Charakter gründlicher lesen?) Wenn die Leitkultur nur einen Funken dessen hergäbe, was Du ihr zuschreibst und wenn Du Teil daran hättest, dann hättest Du das nicht gesagt.
    Die Leserschaft erkennt also zu Recht, dass Dein Essay unerträglich ist. Man spricht nicht gerne drüber, man hat immer Sorge, einen genügend groben Keil für einen solchen Klotz aufzutreiben. Denn wer gängige Vorurteile ventiliert hat ja immer einen Plausibilitätsvorsprung demgegenüber, der ihnen widerspricht.
    Allen die ihn nicht kennen sei gesagt: Schade, er zeigt hier wirklich seine hässlichste Seite, ansonsten ist Boris ein echt netter Typ der sogar über nicht geringe Textkenntnis z.B. in der klassischen Moderne verfügt.

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  2. Lieber Boris,
    ich teile Deine Ansicht, dass es irgendwie merkwürdig ist, dass der Slam in der Pädagogik teils die alte Auratik der Kunst erbt. Quasi als müsste man sich nur sensibel hinsetzen und ein Gedicht schreiben und dann hätte man automatisch Zugang zu etwas Größerem und Besseren. (Und alles dann noch verschämt gewandet in einen didaktischen Sprech.) Nun ja.
    Es kommt mir aber heikel vor, wie Du die pädagogische Aufbereitung in ein Schrittmodell als zusätzliches Argument dagegen aufzufassen. Denn sobald man Regeln für ein anders geartetes Tun angibt, sind die Ergebnisse ja dann wohl vielleicht doch interessanter, wenn man sich ans Blatt setzt. Etwa wie man mit den Rechenregeln besser zu einer Lösung kommt als ohne. Der Slam könnte sich so als eine Art Sozialpraktik des Selbstausdrucks und der Konfliktbearbeitung jenseits der Kunstausübung erweisen. Da würdest Du dann allein auf einem hohen Kunstanspruch bestehen und es wäre ein Missverständnis diesen Aspekt an diese schulische Slampraxis heranzutragen. Dann bleibt von Deiner Argumentation nur noch ein Bildungsstolz von hoher Warte, dass Schüler nur langsam lernen, was Du bereits kannst.
    Und ohne die Bildungspolitik von Bremen oder Berlin verteidigen zu wollen: Wenn es beim Slam tatsächlich darum geht, die Kompetenzen zu entwickeln, die Du da aufzählst, ist das „ausgerechnet“ in Deiner Argumentation fehl am Platz: Da Lehrinhalte in bestimmter Lernzeit vermittelt werden sollen, widerstreiten sie. Der Pisatest prüft diese ja nicht oder neuerdings mit erschreckendem Ergebnis für deutschen Bildungsstolz, nur teilweise ab: Kein Wunder also: Wenn Schüler ihre Zeit auf das eine gewendet haben, können sie schon bei gleicher Qualität des Unterrichts nicht genauso geübt sein in anderen Dingen wie solche, die eben diese anderen Dinge geübt haben. Es könnte aber sein, dass ein Schulbesuch in Berlin dringend sehr höhere Kenntnisse an interkultureller und Konfliktlösungskompetenz fordert, als einer in Sachsen oder Bayern. (all das gilt wohlgemerkt unabhängig davon, ob die Schulpolitik der Stadtstaaten gut oder schlecht ist, ich halte sie nicht für gut, allein weil sie unterfinanziert ist und ebenso, weil ich keinen Lehrer beneide in diesen Rahmenbedingungen zu arbeiten.)
    Interessant auch der Satz: „Mehr als eine Eintagskultur lässt sich darin schwerlich erkennen“. Nun das ist eigentlich immer so, wenn es eine neue Kunst gibt. Die Kritiker der naturalistischen Lyrik haben sich auch nie träumen lassen, dass der Verzicht auf Metrum und Reim mehr ist als eine absurde Mode.
    So schrumpft Deine Polemik bei allen Kenntnissen, die darin aufscheinen, doch zusammen zu einer Selbstvergewisserung einer als „natürlich“ empfundenen Position, die sich implizit auf die Seite einer anonymen Mehrheit schlägt, wenn sie sich genötigt sieht, über alles, was eben nicht so geachtet und erhaben ist die Nase zu rümpfen, um ihre Position zu verteidigen. (Ob jemand über „Tiefe in Raum und Zeit“ verfügt, prüft wie Du weißt, der Pisatest auch nun ganz bestimmt nicht.) Das kommt mir für Deinen revolutionären Ton doch sehr konservativ vor.
    Da hat ein Vorredner schon auf das richtige Symptom getippt: „Wer in seiner Gesellschaft den kundigen Umgang mit Kulturleistung pflegen möchte, wird sich noch immer die Leitkultur erarbeiten müssen.” Ich glaube das gewiss nicht. Die Tiefe in Zeit und Raum, was immer das ist, lässt sich aus dem Welterbe sicher erschließen ohne den Umweg über die Leitkultur. Chinesen gelingt es schließlich auch, ohne dass sie die deutsche Leitkultur kennen. Für die deutsche Leitkultur wüsste ich Phasen der Verschattung zu nennen. Vorsichtig gesprochen: Paul Celan und Adolf Endler hatten soweit ich das beurteilen kann, gewisse „Tiefe in Raum und Zeit“ und haben sich schwer mit der jeweiligen Leitkultur getan. Dein Satz gilt allenfalls, wenn es der Mehrheit der Leitkultur auch zusteht, zu beurteilen, was kundig heißt. Ich fürchte inzwischen: Das denkst Du auch. Man kann sogar soweit gehen zu sagen, dass die Integration in die Leitkultur „Tiefe in Raum und Zeit“ behindert. Fürnberg liest heute kaum noch jemand, an Paul Ernsts geschätzem Frühwerk im Gegensatz zu seinem seinerzeit hochgelobten und kundigen Spätwerk ist fast niemand mehr interessiert. (Wenn Du die Beispiele zu abseitig findest dann nimm Becher und Weinheber und denke über die Schwarminteligenz der Leitkultur nach.)
    Fortwährend kritisierst Du einen Lyrikbetrieb scheinbar radikal und grundsätzlich um hinter dem Rücken genauso fortwährend wieder einzuräumen, dass es so, wie es ist, nicht ganz falsch war, die Leitkultur verlässlich ist und nicht verschattet usw. Warum bist Du saturiert genug zu denken, dass es das Kraft Deiner Argumente nicht massiv beeinträchtigt?

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    • Am 10.4. 2014 schrieb Boris Preckwitz:

      „Lieber Bertram,

      gerne will ich zu einigen Aspekten antworten, die du benannt hast, und die den essayistischen Teil des Buches betreffen (Lyrikbetrieb, Bildung, Leitkultur). Der Essay-Teil stellt die Slam-Szene und die kookbooks-Gruppe gegenüber, als zwei gegenläufige Richtungen. Textzitat: „Beide hatten in den letzten Jahren die auffälligsten literarischen Erfolge mit sehr unterschiedlichen Strategien der Aufmerksamkeitsökonomie. Zum einen zeigt sich eine vortragsbegeisterte Poetry mit dem Szenestempel des Spoken Word. Auf der anderen Seite steht eine hermetische Diskurslyrik, die mehr ein Ausdruck des Schreibens als des Sprechens ist. Das Spoken Word fand ein bundesweites Publikum, aber nicht die Publizität des Literaturbetriebs. Die Diskurslyrik publizierte sich in den Literaturbetrieb, fand aber kein Publikum.“
      Insofern stehe ich beiden Ansätzen kritisch gegenüber – dem Slam, weil er sich der künstlerischen Leistung verweigert, und kookbooks, weil deren Autoren eine erhebliche Leistung darauf verwenden, sich der Gesellschaft zu verweigern.
      Bleiben wir kurz beim Konzept der Leistung – ich verstehe den Begriff als den Zusammenhang zwischen Willenskraft und Werkschaffen…
      Leistung – auf die Lyrik bezogen: es gibt eine große Vielfalt der zeitgenössischen Lyrik, die von allerhöchster Güte ist, deren Leistung aber nicht entsprechend rezipiert wird – und zwar zuallererst von den einschlägigen Kritikern und Lyrikjurys, die in den letzten Jahren eine eindeutige Parteilichkeit und tendenziöse Schlagseite haben erkennen lassen. „Warum bleibt der angebliche Lyrikboom, der von der Gilde der Kenner immer gerne beschworen wird, der Gesellschaft verborgen? Die bemühten Lobeshymnen gelten einer publikumsfeindlichen hermetischen Lyrik, die auch dadurch nicht verständlicher geworden ist, dass sie in den letzten Jahren vom Sprachexperimentellen zum Bildhaft-Enigmatischen geschwenkt ist.“ Ich gehe so weit – auch mit dem Blick auf Auszeichnungen wie den Leonce-und-Lena- oder den Huchel-Preis – von einem systemischen Versagen einer bestimmten Multiplikatorenebene zu sprechen. Insofern ist mein Fazit: „Die neue hermetische Lyrik will nicht Stellung beziehen in der Gesellschaft, nicht als Kunst dorthin gehen, wo es dem politischen Comment und der sozialen Erwünschtheit weh tut – sie ist intellektueller Kleinmut, postmodernes Ornament, Dekoration für den schalltoten Salon bildungsbürgerlicher Dekadenz.“
      Leistung – auf die Schule/den Slam bezogen: „Der Fall des Schul-Slams offenbart, dass es sich bei dem von Pädagogen beschworenen Kompetenzerwerb in Wahrheit um einen formalen Performanzerwerb handelt. Seine Vermittlung interpretiert die Ausbildung von Wissen als ein Wissen über Vorführungseffekte. Performance heißt das Paradigma einer Gesellschaft der totalen Bewirtschaftung.“ Um es am Beispiel der interkulturellen Kompetenz zu zeigen: wenn ich mich an einem Photosyntheseversuch, an der Übersetzung einer Cicero-Rede oder an der Infinitesimalrechnung abarbeite, ist es unwichtig, welchen ethnischen Hintergrund meine Mitschüler haben. Will sagen, interkulturelle Kompetenz halte ich für ein Wissen, dass man am besten im außerschulischen Leben erwerben sollte, mithin nicht für ein primäres Anliegen von Kernfächern. Im Zweifelsfall ist die Bildung der Hochkultur sogar der bessere interkulturelle Vermittler. So beruht wohl der verbliebene Respekt der deutschen Eliten vor Griechenland eher auf den Schriften von Thukydides als auf den Sprüchen von Syriza.
      Leistung – auf die Leitkultur bezogen: ich denke, diese ist ein dynamisches, prozessuales Geschehen in Zeit und Raum, aber für eine Gesellschaft jeweils seinsbegründend und daher nur bedingt verhandelbar. Kulturen haben allerdings immer Bereiche, auf denen materielle oder immaterielle Kulturgüter transferiert, verhandelt und je nach Vorzüglichkeit oder Nützlichkeit (die Alten hätten gesagt: Tüchtigkeit) abgelehnt oder adaptiert werden. Die dafür nötigen Werte wie Wahlfreiheit, Informationsfreiheit, Meinungs- und Kunstfreiheit sind selbst Teil der Leitkultur. Darauf resultiert schließlich die Kulturleistung einer Gesellschaft.

      herzliche Grüße – Boris“

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  3. »Wer in seiner Gesellschaft den kundigen Umgang mit Kulturleistung pflegen möchte, wird sich noch immer die Leitkultur erarbeiten müssen.« Klingt schlecht. Sehr, schlecht. Nicht Ironie?

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    • Am 6.4. 2014 schrieb Boris Preckwitz:

      „Das Zitat steht in dem ebenfalls im Band „Kampfansage“ enthaltenen Essay „Zieht ein Slam nach Irgendwo“. Und weil es so schön ist, kommt hier der Kontext: „Im Fachjargon für das deutsche Lehramt erscheint der Slam teilweise als Allheilmittel für den umfassenden Kompetenzerwerb von Schülern. All inclusive wird geboten: Sachkompetenz, Sprachkompetenz, Medienkompetenz, Selbst- und Sozialkompetenz, Handlungskompetenz und nicht zu vergessen interkulturelle Kompetenz, alles ganz leicht gemacht durch hübsch zergliederte Phasenmodelle und Tabellen zum Quick-Check. »Sogar die Kultusbehörden einiger Bundesländer wie Berlin und Bremen sind auf dieses Thema aufmerksam geworden und haben es als Lerngegenstand in ihre neuesten Bildungspläne und Curricula
      aufgenommen«, lässt ein Pädagogikverlag wissen. Demnach
      wäre Slam-Deutschdidaktik nun ausgerechnet im Bildungsplan
      derjenigen Länder verankert, die zuverlässig in sämtlichen Bereichen
      des PISA-Vergleichs als Schlusslichter auftauchen, oder
      besser gesagt, abtauchen. Alle sollen einmal mit Erfolg über die
      Latte springen, sagt die Didaktik im Stadtstaat, und malt dafür
      einen Strich auf den Boden. Da kommen sogar diejenigen rüber,
      denen die Hose in den Kniekehlen hängt. Womöglich gilt manchen
      die Kurzzeitsensorik von Styles, Moves und Tweets als kulturelle
      Errungenschaft, aber mehr als eine Eintagskultur lässt
      sich schwerlich darin erkennen. Weltkulturerbe steht für die
      Tiefe von Zeit und Raum. Wer in seiner Gesellschaft den kundigen
      Umgang mit Kulturleistung pflegen möchte, wird sich noch
      immer die Leitkultur erarbeiten müssen.“ „

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  4. Erweisen Sie Herrn Preckwitz nicht zu viel Ehre mit solchem Vergleich, lieber Axel Kutsch? Er wollte doch bloß auffallen. Die einen sind Künstler, und die andern besorgen die Kollegenschelte und heimsen dafür Orden ein, bis ihnen die Polizeiuniform rutscht. C’est la guerre.

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      • Verehrtester, frei nach Schwitters Bolte: Man stellt doch keine Fragen, wenn man die Antwort nicht weiß.

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      • Eminenz, wie könnt ich Euch widersprechen, als einem der keine fragen stellt, sondern bereits ausschließlich & ausschließend antworten verteilt, deren stimmigkeit er außer frage erachtet, dadurch dass er der syllogischen schlussfolgerungen seiner aussagen, keine frage, implizit die 3. dimension s:einer unfehlbarkeit dank amnesie oder je nach fall von fall zu fall unterschiedlich gehandhabter sicht-, B & verURTEILungsweise zugrUNDelegt.

        oder frei nach Gerhard Bolt: wenn man simple fragen außer acht läßt, kann man simple antworten er/teilen.

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  5. „Suchtkranke, Selbstmörder, politische Irrläufer und verschwurbelte Sonderlinge“ – hatten wir ähnliche Vergleiche nicht schon einmal? Da drängt sich mir der abscheuliche Begriff „entartete Kunst“ auf.

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    • Am 27.3. 2014 schrieb Boris Preckwitz:

      „Hallo Herr Kutsch – was halten Sie davon, dass wir nicht mehr im Jahre 1968 leben, sondern 2014 ? … „Tatsache ist, / sie passen nicht mehr, / eure alten Raster ! (…) Wer sich dem Gestern / als Geisel andient, / hat keine Zukunft.“ „

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      • verstehe ich nicht, bewertet man das nazi-kampfwort „entartete kunst“ (das auch ulbricht mal entfiel) heute anders als 1968? wenn ja, dann wär ich für ’68.

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