10. Meine Anthologie: Knabenmuse

Straton 12, 8

Εἶδον ἐγώ τινα παῖδα ἐπανθοπλοκοῦντα κόρυμβον
 ἄρτι παρερχόμενος τὰ στεφανηπλόκια·
οὐδ‘ ἄτρωτα παρῆλθον· ἐπιστὰς δ‘ ἥσυχος αὐτῷ
 φημί· “Πόσου πωλεῖς τὸν σὸν ἐμοὶ στέφανον;”
μᾶλλον τῶν καλύκων δ‘ ἐρυθαίνετο καὶ κατακύψας
 φησί· “Μακρὰν χώρει, μή σε πατὴρ ἐσίδῃ.”
ὠνοῦμαι προφάσει στεφάνους καὶ οἴκαδ‘ ἀπελθὼν 
 ἐστεφάνωσα θεοὺς κεῖνον ἐπευξάμενος. 

Einen Knaben sah ich, der legte Blumen und Ranken zusammen,
ich kam gerade an der Kranzflechterei vorbei.
Das traf mich, ich ging nicht einfach vorüber, blieb stehen und sagte mit leiser Stimme zu ihm:
„Für wieviel verkaufst du mir deinen Kranz?“

Er wurde rot, röter als die kleinen Rosen sind, senkte den Blick und
sagte: „Geh weiter, dass nicht der Vater dich sieht!“
Pro forma kaufte ich ein paar Kränze, zuhause
bekränzte ich damit die Götter und betete dabei um ihn.

Deutsch von Dirk Uwe Hansen

Eine mehrbändige Ausgabe der Anthologia Graeca wird im Stuttgarter Verlag ANTON HIERSEMANN KG vorbereitet. Die Übersetzungen stammen von Dirk Uwe Hansen (Greifswald), Jens Gerlach (Hamburg), Peter von Moellendorff (Gießen), Kyriakos Savvidis (Bochum) und Christoph Kugelmeier (Saarbrücken).

Eine metrische Übersetzung von Dietrich Ebener in Dietrich Ebener (Hg.): Die Griechische Anthologie. 3. Band. Berlin u. Weimar: Aufbau Verlag 1981, S. 118

Eine Übersetzung von Joachim Campe hier (Blumenladen)

Das Gedicht stammt aus Band 12 der Anthologia Graeca, die unter dem Tiel „Die Knabenmuse“ 258 Epigramme verschiedener Autoren umfaßt. Nummer 8 ist von Straton aus Sardes.

Wikipedia über den Autor:

Straton war ein aus Sardes stammender griechischer Dichter des 2. Jahrhunderts n. Chr.

Straton kann wegen der Nennung des Arztes Artemidorus Capito unter Kaiser Hadrian datiert werden. Er wird am Beginn des 3. Jahrhunderts von Diogenes Laertios erwähnt. Ansonsten ist kaum etwas zu seinem Leben bekannt.

Von Straton sind 100 Epigramme überliefert, von denen 94 in seiner Anthologie Μουσα Παιδικη (Musa Puerilis) enthalten sind. In ihrer überlieferten, unvollständigen Form umfasst die Μουσα Παιδικη insgesamt 258 Epigramme verschiedener Autoren. Die Anthologie ist im 12. Buch der Griechischen Anthologie erhalten, einige wenige Epigramme im 11. Buch. Das fast einzige Thema dieser Epigramme ist die Päderastie. Die Gedichte zeichnen sich durch ihre formale Gewandtheit aus.

Wegen des tabuisierten Themas sind seine Gedichte bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts oftmals nicht übersetzt worden. Die erste komplette englische Übersetzung erschien sogar erst im Jahr 2001 (von Daryl Hine), während es deutsche schon um 1900 gab (von Elisar von Kupffer).

Eine englische Version von George Economou:

Earlier in the day, he happened to pass
the store where they make garlands and saw a boy
weaving flowers with berries, and found himself moved.
He approached and asked about their quality,
and then, somewhat more quietly, for how much
would the boy sell him his garland. The boy blushed
redder than his roses, and bending his head,
told him to leave fast, lest his father see him.
As a pretence he bought a wreath and went home,
crowned his gods, and begged them to answer his prayer.

George Economou, Acts of Love: Ancient Greek Poetry from Aphrodite’s Garden, 2006

Von dem griechischen Dichter Konstantin Kavafis (1863-1933) gibt es eine moderne Bearbeitung:

Ρωτούσε για την ποιότητα

Aπ’ το γραφείον όπου είχε προσληφθεί
σε θέσι ασήμαντη και φθηνοπληρωμένη
(ώς οκτώ λίρες το μηνιάτικό του: με τα τυχερά)
βγήκε σαν τέλεψεν η έρημη δουλειά
που όλο το απόγευμα ήταν σκυμένος:
βγήκεν η ώρα επτά, και περπατούσε αργά
και χάζευε στον δρόμο.― Έμορφος·
κ’ ενδιαφέρων: έτσι που έδειχνε φθασμένος
στην πλήρη του αισθησιακήν απόδοσι.
Τα είκοσι εννιά, τον περασμένο μήνα τα είχε κλείσει.

Εχάζευε στον δρόμο, και στες πτωχικές
παρόδους που οδηγούσαν προς την κατοικία του.

Περνώντας εμπρός σ’ ένα μαγαζί μικρό
όπου πουλιούνταν κάτι πράγματα
ψεύτικα και φθηνά για εργατικούς,
είδ’ εκεί μέσα ένα πρόσωπο, είδε μια μορφή
όπου τον έσπρωξαν και εισήλθε, και ζητούσε
τάχα να δει χρωματιστά μαντήλια.

Pωτούσε για την ποιότητα των μαντηλιών
και τι κοστίζουν με φωνή πνιγμένη,
σχεδόν σβυσμένη απ’ την επιθυμία.
Κι ανάλογα ήλθαν η απαντήσεις,
αφηρημένες, με φωνή χαμηλωμένη,
με υπολανθάνουσα συναίνεσι.

Όλο και κάτι έλεγαν για την πραγμάτεια ― αλλά
μόνος σκοπός: τα χέρια των ν’ αγγίζουν
επάνω απ’ τα μαντήλια· να πλησιάζουν
τα πρόσωπα, τα χείλη σαν τυχαίως·
μια στιγμιαία στα μέλη επαφή.

Γρήγορα και κρυφά, για να μη νοιώσει
ο καταστηματάρχης που στο βάθος κάθονταν.

Deutsch: Er fragte, wie gut sie sind – In: Konstantinos Kavafis: Um zu bleiben. Liebesgedichte. Übersetzung Michael Schroeder. Mit 13 Radierungen von David Hockney. Bibliothek Suhrkamp 1020, 1989, S. 95f. – Er fragte nach der Qualität. (1930). In: Konstantinos Kavafis: Das Gesamtwerk. Übersetzung Robert Elsie. Zürich: Ammann 1997, S. 261 (Die Ausgabe auch als Fischer Taschenbuch 1999)

Englisch von Edmund Keeley/Philip Sherrard hier http://www.cavafy.com/poems/content.asp?id=125&cat=1

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