123. Walhalla-Splitter

Aus einem Bericht der FAZ über die Aufnahme des Spötters Heinrich Heine in die bayrische Walhalla:

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, empfing die [Düsseldorfer] Abordnung mit den Worten: Man freue sich in Bayern ja stets über Besuch, aber in einer solchen Stärke, da sei man doch wieder leicht verunsichert.

Heine selbst, verkörpert durch den Schauspieler Rainer Goernemann, unterstrich die subversive Absicht: „Wenn einst erscheint der rechte Tag; / Dann sollt ihr meine Stimme hören / Das Donnerwort, den Wetterschlag. / Gar manche Eiche wird zersplittern / An jenem Tag der wilde Sturm, / Gar mancher Palast wird erzittern / Und stürzen mancher Kirchenturm!“ Das war vielleicht etwas viel Revoluzzertum so früh am Morgen.

Seine Freude hatte jedenfalls König Seehofer: „Wir in Bayern nehmen Heinrich Heine als Ganzes.“ Und damit nehmen ihn die Bayern ein wenig auch den Düsseldorfern weg.

Aber auch sonst ist Heine der rechte Mann, den Bayern-Preußen-Gegensatz zu überbrücken. Schließlich übergoss der Dichter beide Seiten mit derselben Häme

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